Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Martin Opitz >

Zlatna

Martin Opitz: Zlatna - Kapitel 3
Quellenangabe
typepoem
booktitleGedichte
authorMartin Opitz
year1970
publisherPhilipp Reclam jun.
addressStuttgart
isbn3-15-000361-X
titleZlatna
pages75-85
created19981216
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1623
Schließen

Navigation:

Erklärung vorigen Getichts.

Zlatna oder Zalatna; ein Flecken in Siebenbürgen / seines vornehmen Bergwercks halben sehr berühmbt: drey Meylen von Weissenburg gelegen.

Doch lachet sonderlich So sagt Horatius in dem 6. Lied deß andern Buchs:

Ille terrarum mihi praeter omnes
Angulus ridet. –
Für allen Winckeln in der Welt
Ist dieser der mir wol gefellt.

Lisabon Heinrich; Der Verwalter zu Zlatna: ein vornehmer auffrichtiger Mann vnnd mein bester Freund in diesen Orthen.

Dann Zlato das heißt Goldt Diß ist von hiesigen Ortes Namen meine Meynung. Wiewol Johannes Zamosius darvor gehalten / Salatna sey so genandt worden / quasi Salatina; quod ex eius fodinae vectigalibus annuis salaria militaria colligerentur. Es wirdt aber beym Ptolemaeo keines solchen Namens erwehnet / vnd ist ein falsche inscription, die hiervon soll gefunden seyn worden:

PRAEFECTO SLOTNAE.

Die Römer Die Trajanus / nach dem er den König Decebalum vberwunden (welchen Krieg Xiphilinus auß dem Dione beschreibet) auß dem gantzen Römischen Gebiete / wie Paulus Diaconus im 10. Buche Historiae miscellae saget / die Aecker vnd Stätte zu bawen zum ersten dahin geschickt. Dann ob wol für jhm Domitianus auch einen Zug wider die Dacos verrichtet / ist es doch hefftig mißlungen – weil Oppius Sabinus vnd Cornelius Fuscus die Obristen neben vnzehlicher Menge Volcks blieben sind. Hat also der vnartige Fürst mehr vber seine geschlagene Legionen / als vber die Dacier triumphiret; vnd es were vnvonnöhten gewesen / daß jhn Martialis vnnd andere hierumb so herauß gestrichen. Dieses Land ist nachmals durch Nachlässigkeit Gallieni wider auß der Römer Händen kommen / vnnd hat endlich Aurelianus / als er anderwerts bedränget worden / die Römische Besatzung sampt den Innwohnern gäntzlich darauß abgefordert. Besiehe hiervon Flauium Vopiscum in Aureliani Leben / vnnd Iornandem de regnor. successione.

Das lehrt vns Weissenburg / wo Apulum vor Zeiten / Der Sarmitz Schwester / stund Sarmitz oder Sarmizegethusa ist die Hauptstatt gewesen / deß Decebali Königlicher Sitz / welche nachmals Colonia Vlpia Trajana Augusta Dacica Sarmiz genennet worden; wie auß den alten Marmorn zu sehen. Heutiges Tages lieget der Flecken Warhel daselbst, Apulum oder Colonia Apulensis, wirdt so vom Wasser Apulo genennet / welches sich hier in den Maros / den Strabo im 7. Buche Marisus nennt / vermenget. Muß eine mächtige Statt gewesen seyn / wie auß dem Bezircke der Mawren / derer Grunde noch zu finden / abzunehmen ist. Jhrer gedencket Vlpianus l. 1. §. In Dacia quoque. ff. de Censibus: In Dacia quoque, sagt er / Zeugmensium colonia à Diuo Trajano deducta, luris Italìci est. Zarmizegethusa quoque eiusdem iuris est. item Napocensis colonia, et Apulensis, et Patrouissensium vicus, qui à Diuo Seuero ius coloniae impetrauit. Denn so soll dieser Orth corrigiret vnd gelesen werden; wie auch der Auctor in seinem Commentario Rerum Dacicarum, welchen er durch GOttes Hülffe herauß zu geben gesonnen ist / erweisen wirdt.

Thorda Vor Zeiten Salinae geheissen: als auß der Tabula Itineraria zu finden.

Trajanus Wiesen Prat de Trajan, wie die Wallachen sagen.

Wo Zeugma Daß hier Petrodava / welcher Ptolemaeus erwehnet / gestanden sey / meinen etliche darumb / weil noch jetzund neben der alten Statt ein Walachisch Dorff Pedredan heisset. Aber Zeugma / die eben er Ptolemaeus nennet / scheinet sich besser hieher zu fügen / inmassen auch solches die Innwohner bestätigen.

Die Saturninos Sonderlich M. Antonium Saturninum der allhier Decurio der Colonien / vnd P. Furium / der Praeses Daciae gewesen. Eine Vberschrifft saget:

P. FVRIO
SATVRNINO
LEG. AVG. PR. P. PROCOS
COL. DAC. SARMIZ
PRAESIDI
DIGNISSIMO.

Ein Bad Von dem Anno 1622. dieser Stein bey Weisenburg außgegraben ward:

FORTVNAE
AVG
SACRVM
P. AELIVS. GEME
LVS VIR CLA
RISSIMVS.
PERFECTO A SOLO BALNEO
CONSACRAVIT.

Der das Goldtbergwerck hier / etc. Wie nachfolg Schrifft / vnter dem Thor deß verwüsteten Klosters Totfalo / zeuget:

D.M.
M. VLPIO. AVG.
LIB. HERMIAE PROC
AVRARIARVM, etc.

Gantz kan man sie beym Grutero p. 594. lesen: wiewol sie nicht zu Zlatna ist / wie da stehet / sondern in gemeldetem Kloster eine starcke Meyle von Weissenburg.

Wie jhr euch dann gewündscht Daß die Alten jhre Gräber mit allerley Blumen vnd Kräutern gezieret / ist bey den Poeten vnd anderswo zu lesen. Sonderlich sagt Virgilius 6. Aen.

                        – manibus date lilia plenis,
Purpureos spargam flores, animamque nepotis
His saltem accumulem donis.-

Vnd Juvenalis:

Dii maiorum vmbris tenuem et sine pondere terram,
Spirantesque crocos, et in vmbra perpetuum ver.

Sie haben sich auch in oder bey schöne Gärte legen lassen; vielleicht auß der Meynung / daß jhre manes oder abgelebte Geister sonderliche Ergetzung darvon empfinden. Beym Grutero stehet auff einer Grabschrifft / p. 636.

HI. HORTI. ITA. VTI. OPT. MAXIMIQVE.
SVNT
CINERIBVS. SERVIANT. MEIS
NAM. CVRATORES. SVBSTITVAM
QVI. VESCANTVR
EX. HORVM. HORTORVM. REDITV
NATALI. MEO
ET. PRAEBEANT. ROSAM. IN. PERPETVVM.

Es hat das wüste Volck Ließ hiervon sonderlich Iornandem; wiewol er der Geten vnd Gothen Historien / wie andere mehr / wunderlich vermenget / vnd das hundert ins tausend wirfft.

Mehr hat nicht Attila Zu Martiani vnd Valentiniani Zeiten.

Dergleichen Hybla selbst vnd Pelion nit trägt Hybla ist ein Berg in Sicilien / Pelion in Thessalien / welche wegen Menge der Kräuter / Blumen vnd Bienen bey den Poeten sehr berühmbt sind. Statius saget von Hybla. 1. Achil.

                – quales iam nocte propinqua
E pastu referentur apes, et in antra reuerti
Melle nouo rapidas mitis videt Hybla cateruas.

Vor Zeiten Apulus Dessen Pedo Albinouanus in seiner Elegie an die Liviam erwehnet:

Danubiusque rapax, et Dacius orbe remoto Apulus –

Wo jergend Najades Die Heyden haben vnter andern Göttern auch vnderschiedener Art Nymphen ertichtet: Nereides / die dem Meere vorstehen: Naiades den Flössen vnd Weyern; dannenher Ausonius saget:

Tu mihi, flumineis habitatrix Nais in oris,
Squamigeri gregis ede choros: –

Oreades den Bergen / Napeen vnd Dryades den Wäldern / Blumen vnd Kräutern; welches auß dieser Venedischen inscription zu sehen / wiewol sie etwas verdächtig außsihet:

NAPAEIS
SAC.
C. HERENNIO
CRISPO
PATRICIO. C. L.
M. TERENTIVS
VER. MIRA. HER
BAR. PVLCHRITV
DINE. CAPTVS
EX
DONO. V. F.

Vnd Hamadryades eintzelen Bäumen.

Die Satyri Sind Waldgötzen / welche auff jhr Alter / wie Pausanias bezeuget / Sileni genandt worden. Jhre Historie wird eygentlich erzehlet bey dem Casaubon in dem Buche von Satirischen Getichten.

Vnd der verbuhlte Pan Der Gott des Feldes vnnd der Bawersleute: halb Mensch vnd halb Ziege. Dannenher ist das Wort Aegipanes beym Pomponio Mela im 4. Cap. des 1. Buches. Vnd auff einem alten Steine ist:

Semicapri quicunque subis sacraria Fauni,
    Haec lege Romana verba notata manu.

Man kan lesen was Turnebus lib. 18. Aduersarior. cap. 8. Dampster zu Johann Rosins Antiquiteten vnd andere von jhm zusammen getragen haben.

Wie schöne sieht es auß / etc. Ausonius ist in seiner Mosel sehr artig:

Quis color ille vadis, seras quum protulit vmbras
Hesperus, et viridi perfundit monte Mosellam?
Tota natant crispis juga motibus: et tremit absens
Pampinus, et vitreis vindemia turget in vndis.
Adnumerat virides derisus nauita vites, etc.

Wie noch die alte Welt / etc. Auß des Virgilii 1. Buche vom Ackerbaw:

Nam primi cuneis scindebant fissile lignum.
Tum variae venere artes. –

Eh' als der harte Stahl vnd newen Künste galten / Da hat die erste Welt mit Keylen Holtz gespalten.

Rom war nie besser auff / etc. Hiervon redet sonderlich Sallustius zu Anfange des Catilinischen Krieges. Vnter andern aber sind diese Wort gar schöne: Nam quid ea memorem, quae, nisi his, qui videre, nemini credibilia sunt; à priuatis compluribus subuersos montes, maria constrata esse? quibus mihi ludibrio videntur fuisse diuitie: quippe, quas honeste habere licebat, per turpitudinem abuti properabant. Sed lubido stupri, ganeae, ceterique cultus non minor incesserat. viri pati muliebria: mulieres pudicitiam in propatulo habere, etc. Der beredte Historicus Vellejus Paterculus / von dem ein grosser Mann vnbillich sagt / er sehe nicht / was so hoch an jhm zu loben were / macht sich an einem Orte hiermit auch sehr lustig.

Hier fleußt pur klares Gold Plin. lib. 33. cap. 4. sagt vom Fließgolde: Nec vllum absolutius aurum est, cursu ipso trituque perpolitum.

Mit waschen Das Wort Waschen ist bey den Bergleuten in dieser Bedeutung so viel / als das Gold auß dem Sande der Bäche oder Flüsse waschen.

Noch güldener als Gold So hat die Poetin Sappho gesagt: χρυσω χρυσοτερα, auro magis aurea.

Noch an der tieffen Scheld' Einem vornehmen Wasser das bey Antorff vorüber fleußt; Lateinisch Scaldes oder Scaldis. Sein erwehnen Caesar / Plinius / der Auctor des Römischen Reisebuchs / vnd andere.

Wie Plato auch befahl Im 7. Buche von den Gesetzen.

Gleich wie Euclides thet Der vornehme Ingenieur vnd Bawmeister zu zeiten Ptolomaei des Ersten.

Terpsichore Eine von den neun Göttinnen der guten Künste.

Der Sirenen Deren drey gewesen / Lyca / Leucasia vnd Parthenope / von welcher / wie Jovianus Pontanus im 6. Buche vom Neapolitanischen Kriege wil / die Statt / so hernach Neapolis genandt worden / den Namen bekommen. Von ihrem lieblichen Gesange ließ Claudianum, vnnd das Sprichwort: Σειρηνους μελους. Andere sagen / Calliope sey jhre Mutter gewesen.

Er darff sein Hütlein / etc. Dergleichen Reden sind alle Bücher voll. Seneca sagt im Hippolyto:

Non alia magis est libera, et vitio carens,
Ritusque melius vita quae priscos colat,
Quam quae relictis moenibus siluas amat.
Non illum auarae mentis inflammat furor,
Qui se dicauit montium insontem jugis;
Non aura populi, et vulgus infidum bonis,
Non pestilens inuidia, non fragilis fauor.
Non ille regno seruit, aut regno imminens
Vanos honores sequitur, aut fluxas opes;
Spei metusque liber. haud illum niger
Edaxque liuor dente degeneri petit.
Nec scelera populos inter atque vrbes sita
Nouit, nec omnes conscius strepitus pauet.

Vnd im Hercule Oetaeo:

Colit hic reges, calcet vt omnes,
Perdatque alios, nullumque leuet.
Tantum vt noceat, cupit esse potens.
Quota pars moritur tempore fati?
Quos felices Cynthia vidit,
Vidit miseros abitura dies.
Rarum est, felix, idemque senex.

Die Lerche schreyt auch dir / etc. Der Poët hat der Lerchen Gesang hier außdrucken wollen; wie auch der von Bartas im Frantzösischen / vnd sein Dolmätscher im Lateinischen gethan.

Bey vnserm Pontus Verstehe das Euxinische Meer / welches hinter der Walachey / die mit Siebenbürgen gräntzet / gelegen / vnd von wegen der gifftigen Kräuter / so vmb selbige Gegend wachsen / berühmet ist. Dannenher saget Virgilius in den Hirtengesprächen:

Has herbas, atque haec Ponto mihi lecta venena
Ipse dedit Moeris; nascuntur plurima Ponto.

Besihe Wilhelm Stuckens Scholia vber des Arriani Periplum oder Vmbschiffung dieses Meeres.

So ist er dennoch reine Der von Pybrac saget von einem solchen Weibe:

Si de musc parfurné ou d'ambre n'est leur sein,
Pour le moins on se peut asseurer qu'il est sain,
Et qu'au partir de là on ne prend medicine,
Et le breuuage faict de gajac ou d'esquine.

O solte doch auch ich / etc. Virg. 2. Georg.

                                            – O vbi campi,
Sparchiusque, et Virginibus bacchata Lacaenis
Taygeta! O qui me gelidis in vallibus Haemi
Sistat, et ingenti ramorum protegat vmbra!

Jhr Thäler / jhr Gebirg' etc. Virgilius wider im Culice:

O pecudes, o Panes, et o gratissima Tempe
Fontis Hamadryadum, –

Vnd Horatius lib. 2. Sermon. Sat. 6.

O rus, quando ego te aspiciam? quandoque licebit
Nunc veterum libris, nunc somno, et inertibus horis
Ducere sollicitae jucunda obliuia vitae?

Vnd Gauckeley der Welt Winsbeke ein Edelmann / der vmb das Jahr Christi 1153. gelebet / in einem Getichte an seinen Sohn:

Nun sich der Werlte Göchel an /
Wie sie jhr Volger triegen kan.

Vnd Petronius: Totus mundus exercet histrioniam.

Dem Volcke zwar nicht viel / doch selber mir bekandt Seneca im Thyeste:

Obscuro positus loco
Leni perfruar otio.
Nullis nota Quiritibus
Aetas per tacitum fluat.
Sic cùm transierint mei
Nullo cum strepitu dies,
Plebejus moriar Senex.
Illi mors grauis incubat,
Qui notus nimis omnibus,
Ignotus moritur sibi.

Ich lernte täglich So saget Seneca in dem Buche vom seligen Leben / Cap. 17. Hoc mihi satis est; quotidie aliquid ex vitiis meis demere, et errores meos obiurgare. Daran begnüget mir: täglich etwas auß meinen Lastern abthun / vnd meine Fehler straffen.

Ob einer der sein Land Philip Port in einer Ode:

L'ambition son courage n'attise,
D'un fard trompeur son ame il ne desguise,
Il ne se plaist à violer sa foy,
Les grands seigneurs sans cesse n'importune:
Mais en viuant content de sa fortune,
Il est sa Cour, sa Faueur, et son Roy.

Das was Aristons Sohn / ein Gott der Weisen / schreibt Plato. Cicero im 2. Buche von der Götter Natur: Audiamus enim Platonem, quasi quendam Deum Philosophorum. Dann wir wollen den Plato hören / gleichsam einen Gott der Weltweisen. Sihe sonderlich den H. Augustin im 2. Cap. des 14. Buchs von der Statt Gottes.

Stagirites Aristoteles; von seinem Vatterlande Stagira einer Statt in Macedonien vmb den Berg Athos gelegen / also geheissen.

Pythagoras verschweiget Dergleichen Ort ist bey dem Claudiano; Welchen auch Heinsius hat außgedruckt:

Wat Thales heeft bedocht / Pythagoras geswegen /
En Socrates geseyt.

Worauß / von wem / vnd wie Ließ den Seneca in seiner 65. Epistel.

 << Kapitel 2 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.