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Xenophon's Erinnerungen an Sokrates

Xenophon: Xenophon's Erinnerungen an Sokrates - Kapitel 20
Quellenangabe
typeessay
authorXenophon
titleXenophon's Erinnerungen an Sokrates
publisherVerlag von Philipp Reclam jun
year
firstpub
translatorOtto Güthling
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080706
projectid86722fd8
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2. Kapitel.

Es ist die Aufgabe eines Feldherren, nicht blos seine, sondern vor allem des Heeres Wohlfahrt und Heil zu erzielen.

1. Als er ein ander Mal mit einem zum Feldherrn gewählten zusammenkam, sagte er: Weshalb glaubst du wohl, daß Homer Ilias II, 243. den Agamemnon einen »Hirten der Völker« genannt habe? Meinst du nicht darum, weil ein Hirt darauf bedacht sein muß, daß seine Schafe am Leben bleiben und das Nöthige erhalten, so auch der Feldherr dafür sorgen muß, daß es seinen Soldaten gut gehe und sie ihren Unterhalt finden, und so der Zweck des Feldzuges erreicht werde? Sie ziehen aber zu Felde, um den Feind zu bewältigen und in einen besseren Zustand zu gelangen.

2. Oder warum hat er denn den Agamemnon mit folgenden Worten gelobt: Beides, ein trefflicher König zugleich und ein wackerer Streiter? Ilias III, 179 (Uebersetzt von J. H. Voß ). Ein Lieblingsvers des großen Alexander. Hätte er ihn wohl einen »wackeren Streiter« genannt, wenn er nur selbst gut gegen die Feinde gestritten, nicht aber auch sein ganzes Heer dahin gebracht hätte? Und hätte er ihn wohl einen »trefflichen König« genannt, wenn er blos für sein eigenes Leben, und nicht auch für das Wohl seiner Untergebenen besorgt gewesen wäre?

3. Denn einen König wählt man nicht darum, daß er für sich selbst gut sorge, sondern deshalb, daß seine Wähler durch ihn glücklich werden. Und alle ziehen in den Krieg, damit das Leben für sie so gut als möglich werde, und sie wählen Feldherren nur zu dem Zwecke, daß diese sie zu diesem Ziele hinführen.

4. Wer Feldherr ist, muß dies denjenigen, die ihn zum Feldherren gewählt haben, leisten. Denn es ist weder leicht, etwas Schöneres zu finden als dieses, noch etwas Schimpflicheres als das Gegentheil.

So nahm Sokrates bei der Erörterung über die Frage, worin die Tüchtigkeit eines guten Feldherren bestehe, alles übrige weg und beschränkte sich blos darauf, daß und wie der Feldherr diejenigen glücklich machen müsse, welche er befehlige.

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