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Xenophon's Erinnerungen an Sokrates

Xenophon: Xenophon's Erinnerungen an Sokrates - Kapitel 18
Quellenangabe
typeessay
authorXenophon
titleXenophon's Erinnerungen an Sokrates
publisherVerlag von Philipp Reclam jun
year
firstpub
translatorOtto Güthling
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20080706
projectid86722fd8
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10. Kapitel

Sokrates überredet den Diodoros, Nicht weiter bekannt. sich um brave Freunde und namentlich um die Freundschaft des Hermogenes zu bemühen.

1. Mit seinem Freunde Didoros hatte Sokrates einmal folgende Unterredung.

Sage mir, Diodoros, würdest du dich, wenn dir einer von deinen Sklaven fortliefe, bemühen, ihn wieder zu bekommen? – Ich würde sogar, beim Zeus, sagte Diodoros, noch andere zur Hilfe herbeirufen und eine Belohnung auf seine Wiedereinbringung aussetzen.

2. Und wenn dir ein Sklave krank werden sollte, würdest du ihn dann pflegen und Aerzte herbeirufen, damit er nicht sterbe? – Ja wohl, sagte Diodoros. – Wenn dir aber, sagte nun Sokrates, einer von deinen Bekannten, der dir doch weit mehr nützlich, als deine Sklaven, sein kann, in Gefahr schwebt, aus Noth zu Grunde zu gehen, da hältst du es nicht für deine Pflicht, dafür Sorge zu tragen, daß er am Leben bleibe?

3. Und doch weißt du, daß Hermogenes nicht unbillig ist, sondern sich schämen würde, wenn er für eine ihm von dir gewährte Unterstützung nicht auch dir nützen würde. Und einen Gehilfen zu haben, der willig, wohlgesinnt und Neu und nicht blos das zu thun im Stande ist, was man ihm befiehlt, sondern auch von sich selbst aus nützlich werden und für andere sorgen und überlegen kann, ist, meine ich, ebenso viel werth als der Besitz einer Menge Sklaven.

4. Auch sagen die guten Hauswirthe, wenn man Dinge von großem Werth wohlfeil kaufen könne, dann müsse man einkaufen. Jetzt aber kann man sich wegen der Zeitumstände um einen sehr billigen Preis rechtschaffene Freunde verschaffen – Vgl. Horaz Episteln I, 12, 24 (Uebersetzt von J. H. Voß ):
Wohlfeil ist ja der Freund' Einkauf, wenn Guten was mangelt.

5. Da hast du allerdings Recht, Sokrates. Sage nur dem Hermogenes, er möchte zu mir kommen. – Nein beim Zeus, antwortete Sokrates, das sage ich nicht, denn ich glaube, daß es weder dir größere Ehre bringe, wenn du ihn kommen läßt, noch daß es für jenen ein größerer Gewinn sei, daß das Freundschaftsverhältnis (zwischen euch beiden) zu Stande komme, als für dich.

6. So machte sich denn Diodoros zu Hermogenes auf den Weg und erwarb sich mit nicht großem Aufwand einen Freund, der es sich angelegen sein ließ, stets darauf zu denken, wie er entweder durch Wort oder durch That dem Diodoros nützlich werden oder Freude bereiten könne.

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