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Württembergische Volksbücher - Sagen und Geschichten

: Württembergische Volksbücher - Sagen und Geschichten - Kapitel 12
Quellenangabe
typefiction
authorverschiedene
titleWürttembergische Volksbücher - Sagen und Geschichten
publisherHolland & Josenhans
addressStuttgart
year
firstpub
seriesWürttembergische Volksbücher
printrun12.-14. Tausend
editorWürtt. Evangel. Lehrer-Unterstützungs-Verein
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100621
projectided0e14cc
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Der Siebenrohrbrunnen und bis Gründung Heilbronns.

Die ersten Anfänge der Stadt Heilbronn liegen weit zurück im dämmerigen Bereiche der Sage. Wie der Name der Stadt verkündet, verdankt sie ihre Entstehung einem Wunderquell oder Heilbrunnen.

Karl der Große, so berichtet die Sage, hatte einst in der Gegend eine Jagd veranstaltet; denn noch waren die Hügel rings um den Neckar mit dichtem Wald bedeckt, in dem Ur und Elch, Hirsch und Eber hauste. Über Tal und Höhen ging die wilde Jagd des Frankenkaisers und seiner Begleiter. Da gelangte der lärmende Troß aus dem finstern Dickicht der Wälder ins Tal hinab zu einer sonnigen Lichtung, wo im Schatten einer uralten Eiche ein klarer Quell zu Tage sprang.

Überrascht von der Lieblichkeit des Ortes stieg der Kaiser vom Rosse, sank ermüdet vom heißen Ritte ins grüne Gras und trank in vollen Zügen das herrliche Naß.

Am Quell aber stand ein Altar, auf dem die heidnischen Alemannen ihren Göttern zu opfern pflegten. Das verdroß den christlichen Kaiser und er beschloß, auch hier der Nacht des Heidentums zu steuern.

Fromme irländische Mönche und Glaubensboten erschienen bald unter dem Schutze des mächtigen Kaisers im lieblichen Gelände um den Neckar, verkündigten den rauhen Söhnen Alemanniens die frohe Botschaft des Heils in Christo, zerstörten am geweihten Quell den Altar der Heidengötter und pflanzten an seiner Stelle das Kreuz auf. Von nah und fern strömten die trutzigen Recken herbei und empfingen am heiligen Brunnen die Weihe der Taufe. Bald erhob sich am geweihten Orte ein kleines Gotteshaus zu Ehren des heiligen Michael und an seiner Stelle später, als sich die menschlichen Niederlassungen stetig mehrten, die ehrwürdige Kirche zu St. Kilian. Der Heilsbrunnen aber, nach dem der rasch aufblühende Ort genannt wurde, sprudelte aus sieben Röhren im Schatten des hehren Münsters als Wahrzeichen der Stadt, bis er plötzlich im Jahre 1857 versiegte.

(F. H.)

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