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Worin besteht mein Glaube?

Lew Tolstoi: Worin besteht mein Glaube? - Kapitel 14
Quellenangabe
authorLeo Tolstoi
titleWorin besteht mein Glaube?
publisherVerlag von Duncker & Humblot
year1885
translatorSophie Behr
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20170422
projectidb18951bd
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XII.

[Glaubensbekenntniss des Verfassers.]

 

Ich glaube an die Lehre Christi und mein Glaube besteht in Folgendem:

Ich glaube, dass meine Glückseligkeit auf Erden dann möglich ist, wenn alle Menschen die Lehre Christi erfüllen.

Ich glaube, dass die Erfüllung dieser Lehre möglich, leicht und freudebringend ist.

Ich glaube, dass auch, so lange diese Lehre nicht erfüllt wird und ich der einzige unter allen andern sie nicht Erfüllenden sein würde, ich dennoch nichts andres zur Errettung meines Lebens vom unvermeidlichen Untergange thun könnte, als diese Lehre erfüllen, gleichwie jenem nichts zu thun übrig bleibt, der in einem brennenden Hause einen rettenden Ausgang gefunden hat.

Ich glaube, dass mein Leben der Lehre der Welt nach qualvoll sein würde, und dass allein das Leben nach der Lehre Christi mir in dieser Welt jene Glückseligkeit geben wird, die mir der Vater des Lebens bestimmt hat.

Ich glaube, dass diese Lehre der ganzen Welt Glückseligkeit giebt; dass sie mich vom unvermeidlichen Untergange errettet und mir hienieden die höchste Glückseligkeit verleiht. Und weil ich das alles glaube, kann ich nicht umhin sie zu befolgen.

»Das Gesetz ist durch Moses gegeben; Freude (das griechische Wort χάρις, welches durch Gnade übersetzt wird, kann im Evangelium durchaus nicht die später ihm beigelegte theologische Bedeutung »Gnade«, grâce, haben und bedeutet hier einfach Freude) und Wahrheit ist durch Jesum Christum geworden (Joh. 1, 17).« Christi Lehre ist Freude und Wahrheit. Früher, als ich die Wahrheit nicht kannte, kannte ich auch die Freude nicht. Das Böse für das Gute ansehend, verfiel ich in das Böse und zweifelte an der Gesetzlichkeit meines Strebens nach Glückseligkeit. Jetzt aber habe ich die Wahrheit erkannt und glaube, dass die Glückseligkeit, nach der ich strebe, der Wille des Vaters, die gesetzlichste Grundlage meines Lebens ist.

Christus hat mir gesagt: Lebe für die Glückseligkeit; hüte dich aber vor jenen Fallen der Versuchung, welche, durch ihr Ebenbild der Glückseligkeit verlockend, dich der wahren Glückseligkeit berauben und dich in das Böse hineinziehen. Deine Glückseligkeit ist deine Einheit mit allen Menschen und das Böse ist die Störung der Einheit des Menschen-Sohnes. Beraube dich nicht selber der Freude, die dir gegeben ward.

Christus hat mir gesagt, dass die Einheit des Menschen-Sohnes die Liebe der Menschen unter einander ist; sie ist nicht das Ziel, nach dem wir streben müssen, wie ich es früher gedacht, sondern diese Einheit, diese Liebe der Menschen unter einander ist ihr natürlicher, glückseliger Zustand, derselbe Zustand, in welchem laut Christi Worten die Kinder geboren werden und in dem jeder Mensch sich befindet und lebt, so lange er nicht durch Täuschung, Verirrung und Verführung gestört wird.

Christus hat mir nicht blos das gezeigt; er hat auch klar und ohne Möglichkeit eines Irrthums in seinen Geboten alle Versuchungen aufgezählt, die mich dieses natürlichen Zustandes der Einheit, der Liebe und Glückseligkeit berauben und mich in das Böse hineinziehen können. Die Gebote Christi geben mir die Mittel der Errettung aus den Versuchungen, die mich meiner Glückseligkeit berauben, und deshalb kann ich nicht umhin an diese Gebote zu glauben.

Mir ist die Freude des Lebens verliehen, und ich vernichte sie selbst. Christus hat mich in seinen Geboten auf jene Versuchungen hingewiesen, durch die ich meine Glückseligkeit zerstöre, und deshalb vermag ich nicht das zu thun, was mich um mein Heil bringt.

Darin und darin allein besteht mein ganzer Glaube. Christus hat mir gezeigt, dass die erste Versuchung, die meine Glückseligkeit zerstört, meine Feindschaft mit den Menschen, mein Zorn gegen sie ist. Ich kann nicht umhin daran zu glauben und kann deshalb nicht mehr mit Bewusstsein in Feindschaft mit anderen Menschen leben; ich kann nicht, wie ich es früher gethan, mich meines Zornes freuen, mich seiner rühmen, ihn entflammen und ihn rechtfertigen dadurch, dass ich mich selbst für bedeutend und klug und andre für nichtig, verloren und unverständig halte; ich kann jetzt nicht mehr umhin bei dem ersten Gedanken daran, dass ich mich dem Zorne überlasse, mich für den allein Schuldigen zu halten und Versöhnung zu suchen mit denen, die mit mir verfeindet sind.

Doch dessen nicht genug. Wenn ich jetzt weiss, dass mein Zorn ein unnatürlicher, für mich schädlicher, krankhafter Zustand ist, so weiss ich auch, welche Versuchung mich dazu verleitet hat. Diese Versuchung bestand darin, dass ich mich von den andern Menschen absonderte, indem ich nur einige unter ihnen mir ebenbürtig erachtete und alle übrigen für nichtig, für Nicht-Menschen (»Raka«) oder für dumm und für ungebildet (»verrückt«) hielt. Ich sehe jetzt, dass diese Absonderung meiner selbst von den Menschen und dass ich sie für »Raka« und für »verrückt« hielt, die Hauptursache meiner Feindschaft mit den Menschen gewesen ist. Indem ich an mein früheres Leben zurückdenke, sehe ich jetzt, dass ich meinen feindseligen Gefühlen nie gestattet habe gegen Leute zu entbrennen, die über mir standen, und dass ich dieselben nie beleidigt habe; dagegen rief die geringste mir unangenehme Handlung eines Menschen, den ich für niedriger achtete als mich, Zorn und Beleidigungen meinerseits hervor, und je höher ich mich über einen solchen Menschen dünkte, um so leichter beleidigte ich ihn, mitunter sogar rief die blos eingebildete niedrige Stellung eines Menschen meinerseits Beleidigungen hervor. Jetzt aber begreife ich, dass nur der hoch über allen Menschen stehen kann, der sich vor den anderen erniedrigt und allen dient Ich begreife jetzt, weshalb das, was »hoch ist vor den Menschen, ein Gräuel ist vor Gott«, und weshalb es heisst: »wehe den Reichen und den Gepriesenen« und: »selig sind die Bettler und die Erniedrigten«. Jetzt erst begreife ich das und glaube daran, und dieser Glaube hat meine ganze Abschätzung des Guten und Hohen und des Schlechten und Niedrigen im Leben umgewandelt. Alles, was mir früher gut und erhaben erschienen war: Ehre, Ruhm, Bildung, Reichthum, die komplizirte Verfeinerung des Lebens, der Umgebung, der Nahrung, der Kleidung, der äusseren Formen – alles das ward für mich zum Schlechten und Niedrigen. Alles hingegen, was mir schlecht und niedrig erschienen: das Bäuerische, die Unwissenheit, Armuth, Roheit, die Einfachheit der Umgebung, der Nahrung, der Kleidung und der Umgangsformen – alles das ward für mich gut und erhaben. Und deshalb, wenn ich auch jetzt noch, wo ich alles das weiss, mich in einem unbewachten Augenblicke vom Zorne hinreissen lassen und den Bruder beleidigen kann, so kann ich doch bei ruhigem Gemüth nicht mehr jener Versuchung verfallen, die, indem sie mich über die Menschen erhebt, mich meiner wahren Glückseligkeit: der Einheit und der Liebe beraubt; gleichwie ein Mensch nicht im Stande ist sich selbst eine Falle zu stellen, in die er bereits früher gerathen und die ihn beinahe umgebracht hat. Jetzt kann ich mich an nichts mehr betheiligen, was mich äusserlich über die Menschen erhebt und mich von ihnen absondert; ich kann nicht, wie ich es früher gethan, an mir oder an andern irgend welchen Stand, Namen und Titel, ausser dem Stande und dem Namen eines Menschen gelten lassen; ich kann nicht Ruhm und Lobpreisungen suchen und kann nach keinen Kenntnissen streben, die mich von anderen absondern würden; ich kann nicht umhin nach Befreiung von meinem Reichthum, der mich von den Menschen absondert, zu trachten, ich kann nicht umhin in meinem Leben, in der Einrichtung desselben, in Nahrung, Kleidung und äusseren Formen, alles das zu suchen, was mich nicht absondert, sondern was mich mit der Mehrzahl der Menschen vereint.

Christus hat mir gezeigt, dass eine andere Versuchung, die meine Glückseligkeit zerstört, die buhlerische Wollust ist, d. i. die Begierde nach einem andern Weibe als dem, mit dem ich mich einmal verbunden habe. Ich kann nicht umhin daran zu glauben und kann deshalb nicht, wie ich es früher gethan, die wollüstige Begierde für eine natürliche und erhabene Eigenschaft des Menschen halten; ich kann sie nicht vor mir selbst durch meine Liebe zur Schönheit, durch Verliebtheit oder durch die Fehler meines Weibes rechtfertigen; ich kann nicht umhin bei dem blossen Gedanken daran, dass ich mich einer wollüstigen Begierde hingebe, diesen Zustand als einen krankhaften, unnatürlichen anzuerkennen und alle Mittel anzuwenden um mich von diesem Uebel zu befreien.

Ueberzeugt aber, dass die wollüstige Begierde für mich ein Uebel ist, weiss ich jetzt auch, welche Versuchung mich früher dazu verleitet hat, und kann ihr deshalb nicht mehr verfallen. Ich weiss jetzt, dass die Hauptursache der Versuchung nicht darin liegt, dass die Menschen sich der Buhlerei nicht enthalten könnten, sondern darin, dass die Mehrzahl der Männer und Weiber von denen verlassen werden, mit denen sie sich zuerst verbunden hatten. Ich weiss jetzt, dass jedes Verlassen des Mannes oder des Weibes, die sich zum erstenmale verbunden haben, eben jene Ehescheidung ist, welche Christus den Menschen verbietet, weil die von dem ersten Manne oder Weibe verlassenen Eheleute die Verderbtheit in die Welt bringen. Wenn ich zurückdenke an das, was mich zur Buhlerei veranlasst hat, sehe ich, dass, ausser jener sonderbaren Erziehung, bei welcher körperlich und geistig die wollüstige Begierde in mir erweckt und durch allen Scharfsinn des Verstandes gerechtfertigt wurde, die Hauptversuchung in meinem Verlassen, jenes Weibes lag, mit dem ich mich zuerst verbunden, und in dem Zustande der Verlassenheit der Weiber, die mich umringten. Ich sehe jetzt, dass die Hauptmacht der Versuchung nicht in meiner Begierde lag, sondern in der Nichtbefriedigung meiner Begierde und den Begierden jener verlassenen Weiber, die mich umringten. Ich begreife jetzt die Worte Christi: Gott schuf im Anfang den Menschen als Mann und Weib, auf dass zwei eins sein sollten, und dass deshalb der Mensch das nicht trennen soll, was Gott vereint hat. Ich begreife jetzt, dass die Monogamie das natürliche Gesetz der Menschheit ist, das nicht übertreten werden darf. Ich begreife jetzt vollkommen die Worte, dass wer sich scheidet von seinem Weibe, d. i. von dem Weibe, mit dem er sich zuerst verbunden, um einer andern willen, – der veranlasst sie zur Buhlerei und bringt gegen sich selbst neues Uebel in die Welt. Ich glaube daran und dieser Glaube verändert meine ganze frühere Abschätzung des Guten und Hohen, des Schlechten und Niederen im Leben. Was mir früher als das Beste erschien – ein verfeinertes, verschönertes Leben, eine leidenschaftliche, poetische Liebe, wie Dichter und Künstler sie preisen –, erschien mir jetzt schlecht und verächtlich. Gut hingegen erschien mir ein arbeitsames, dürftiges, einfaches, die Begierden mässigendes Leben; erhaben und wichtig erschien mir nicht die menschliche Einrichtung der Ehe, die das äussere Siegel der Gesetzlichkeit einer gewissen Vereinigung zwischen Mann und Weib aufdrückt, sondern der Bund zwischen Mann und Weib der einmal geschlossen, nicht gelöst werden kann ohne den Willen Gottes zu verletzen. Wenn ich auch jetzt im Augenblicke der Selbstvergessenheit einer wollüstigen Begierde erliegen kann, so kann ich, die Versuchung kennend, die mich zu diesem Bösen verleitet hat, ihr doch nicht mehr nachgeben, wie ich es früher gethan. Ich kann nicht physischen Müssiggang wünschen und suchen und ein verweichlichtes Leben, das in mir eine übermässige Wollust anfachen würde; ich kann nicht jene die Begierden der Wollust entzündenden Vergnügungen suchen, wie Romane, Gedichte, Musik, Theater und Bälle, die mir früher nicht nur als unschädlich, sondern als sehr erhabene Vergnügungen vorgekommen waren; ich kann mein Weib nicht verlassen, wissend, dass dies die erste Versuchung für mich, für sie und für andere sein würde; ich kann nicht zu einem müssigen und behäbigen Leben anderer Menschen beitragen; kann nicht an jenen wollüstigen Vergnügungen, Romanen, Theater, Opern, Bällen u. dergl. theilnehmen oder dergleichen selbst einrichten, Vergnügungen, welche mir und andern Menschen als Fallen dienen; ich kann nicht die für die Ehe reifen zu einem ehelosen Leben anspornen; ich kann nicht zur Trennung von Mann und Weib beitragen, ich kann keinen Unterschied machen zwischen Verbindungen, die Ehen genannt werden, und denen, die nicht so genannt werden, und muss jede eheliche Verbindung, in welcher sich der Mensch einmal befindet, für heilig und verpflichtend halten.

Christus hat mir gezeigt, dass die dritte Versuchung, die meine Glückseligkeit zerstört, die Versuchung des Schwurs ist. Ich kann nicht umhin daran zu glauben und kann deshalb nicht mehr, wie ich es früher gethan, mich jemandem durch einen Schwur zu etwas verpflichten und kann auch nicht, wie ich es früher gethan, meinen Schwur dadurch rechtfertigen, dass darin nichts Böses für die Menschen läge, dass alle so denken, dass es für den Staat nothwendig sei und für mich und andre schlimmer sein würde, wenn ich mich dieser Forderung entzöge. Ich weiss jetzt, dass dies ein Uebel für mich und für die Menschen ist und kann ihr folglich nicht mehr nachgeben.

Nicht genug jedoch dass ich das weiss, ich kenne jetzt auch die Versuchung, die mich zu diesem Uebel verleitet hat, und kann ihr nicht mehr anheimfallen. Ich weiss, dass die Versuchung darin besteht, dass der Betrug durch den Namen Gottes geheiligt wird. Der Betrug aber besteht darin, dass die Leute im voraus versprechen sich dem zu unterwerfen, was der Mensch oder die Menschen befehlen, während der Mensch sich doch niemandem unterwerfen darf als Gott. Ich weiss jetzt, dass die schrecklichsten Uebel der Welt – der Todtschlag im Kriege, Kerkerhaft, Hinrichtungen, Foltern – nur dank dieser Versuchung bestehen, im Namen derer die Menschen, die solches Uebel begehen, von aller Verantwortlichkeit freigesprochen werden. Wenn ich an das vielfache Böse gedenke, das mich veranlasst hat die Menschen zu tadeln anstatt sie zu lieben, sehe ich jetzt, dass all' dies Böse durch den Eid, durch das Geständniss der Nothwendigkeit sich selbst dem Willen anderer Menschen zu unterwerfen, hervorgerufen worden ist. Ich begreife jetzt die Bedeutung der Worte: alles, was über die einfache Bestätigung oder Verneinung: ja und nein, hinausgeht, alles, was darüber ist, jedes im voraus gegebene Versprechen, ist ein Uebel. Dieses begreifend, glaube ich, dass der Eid meine Glückseligkeit und die Glückseligkeit anderer zerstört, und dieser Glaube verändert meine Abschätzung des Guten und Bösen, des Hohen und Niedrigen. Alles, was mir früher gut und erhaben erschienen: die Pflicht der durch den Eid befestigten Treue gegen die Regierung, das Erpressen dieses Eidschwure durch die Menschen und alle dem Gewissen widersprechenden, im Namen dieses Eides vollbrachten Handlungen, – alles dies erschien mir jetzt schlecht und niedrig. Und deshalb kann ich jetzt nicht mehr von dem Gebote Christi, das den Schwur verbietet, abweichen; ich kann nicht mehr einem andern schwören, noch andere zum Schwur veranlassen, und kann nicht dazu beitragen, dass die Menschen schwören und andere Menschen zum Schwure zwingen und den Schwur für etwas Wichtiges oder Notwendiges oder auch nur Unschädliches halten, wie es so viele thun.

Christus hat mir kundgethan, dass die vierte Versuchung, die mich meiner Glückseligkeit beraubt, das Widerstreben dem Uebel durch Gewalt ist; ich kann nicht umhin zu glauben, dass dies ein Uebel für mich und für andre Menschen ist, und kann es deshalb nicht mit Bewusstsein thun; ich kann nicht, wie ich es früher gethan, dieses Böse dadurch rechtfertigen, dass es nothwendig sei zur Vertheidigung meiner selbst und andrer Menschen, um mein und andrer Leute Eigenthum zu schützen; ich kann nicht mehr bei dem ersten Gedanken daran, dass ich eine Gewaltthat vollbringe, auf ihr beharren, sondern muss sie unterlassen.

Nicht genug jedoch dass ich das alles weiss, ich kenne jetzt auch die Versuchung, die mich zu diesem Uebel verleitet hat. Ich weiss jetzt, dass diese Versuchung in dem Irrthum bestand, dass mein Leben durch die Vertheidigung meiner selbst und meines Eigenthums gegen andere Menschen gesichert werden könne. Ich weiss jetzt, dass ein grosser Theil des Bösen dadurch entsteht, dass die Menschen, anstatt ihre Arbeit andern hinzugeben, sie nicht nur nicht hingeben, sondern sich selbst jeder Arbeit enthalten und die Arbeit andrer mit Gewalt an sich reissen. Wenn ich jetzt an all' das Böse gedenke, das ich mir und andern Menschen zugefügt, und an all das Böse, das andre gethan haben, sehe ich, dass der grösste Theil des Uebels daher kam, dass wir es für möglich hielten unser Leben durch Vertheidigung zu sichern und zu verbessern. Ich begreife jetzt die Bedeutung der Worte: »der Mensch ist nicht geboren, dass man für ihn arbeite, sondern dass er selbst arbeite für andre«, und die Bedeutung der Worte: »der Arbeiter ist seines Lohnes werth«. Ich glaube jetzt daran, dass meine und der Menschen Glückseligkeit nur dann möglich ist, wenn jeder arbeiten wird nicht für sich, sondern für einen andern und nicht nur seine Arbeit den andern nicht vorenthalten, sondern sie jedem hingeben wird, der ihrer bedarf. Dieser Glaube verändert meine Abschätzung des Guten wie des Bösen und Niedrigen. Alles, was mir früher gut und erhaben erschienen: Reichthum, Eigenthum jeder Art, Ehre, Bewusstsein des eignen Werthes, Rechte, alles das ward jetzt schlecht und niedrig; alles hingegen, was mir schlecht und niedrig erschienen: die Arbeit für andere, die Armuth, Erniedrigung, das Sichlossagen von jeglichem Eigenthum und von allen Rechten – ward gut und erhaben in meinen Augen. Wenn ich jetzt auch in einem Momente der Selbstvergessenheit mich zur Gewalt hinreissen lassen kann behufs Vertheidigung meiner selbst oder andrer, oder zum Schutze meines oder fremden Eigenthums, so kann ich doch nicht ruhig und mit Bewusstsein jener Versuchung dienen, die mich und die Menschen zu Grunde richtet; ich kann nicht Eigenthum erwerben, kann gegen niemand Gewalt brauchen, ich kann mich an keinerlei Thätigkeit der Macht betheiligen, die den Schutz der Menschen und ihres Eigenthums mittels Gewalt zum Ziele hat; ich kann weder Richter, noch am Gerichte Betheiligter, noch Vorgesetzter, noch Mitglied irgend einer Obrigkeit sein, kann auch nicht mitwirken, dass andere sich am Gerichte oder an der Obrigkeit betheiligen.

Christus hat mir offenbart, dass die fünfte Versuchung, die mich der Glückseligkeit beraubt, der Unterschied ist, den wir zwischen unserem Volke und fremden Völkern machen. Ich kann nicht umhin daran zu glauben, und deshalb, wenn auch im Augenblick der Selbstvergessenheit in mir ein feindseliges Gefühl gegen einen Menschen aus einer andern Nation aufkommen kann, so kann ich doch nicht umhin ruhig geworden dieses Gefühl als ein falsches anzuerkennen; ich kann mich nicht, wie ich es früher gethan, durch das Eingeständniss der Vorzüge des eigenen Volks vor den Verirrungen, der Grausamkeit oder der Barbarei des andern Volks rechtfertigen; ich kann nicht umhin bei dem ersten Gedanken daran mich freundschaftlicherer Gesinnungen gegen Menschen der fremden Nation zu befleissigen, als zum Landsmanne selbst.

Nicht genug aber dass ich jetzt weiss, dass meine Trennung von andern Völkern ein Uebel ist, das mein Wohl zerstört, ich kenne nunmehr auch die Versuchung, die mich zu diesem Uebel verleitet, und kann nicht mehr, wie ich es früher gethan, ruhig und mit Bewusstsein ihr dienen. Ich weiss, dass diese Versuchung in dem Irrthum besteht, dass dieses Wohl nur mit dem Wohle meines Volkes verbunden ist, nicht aber mit dem Wohle aller Menschen der Welt. Ich weiss jetzt, dass meine Einheit mit andern Menschen nicht durch den Grenzstrich und durch Verordnungen der Staaten über meine Angehörigkeit zu diesem oder jenem Volke zerstört werden kann. Ich weiss jetzt, dass alle Menschen überall gleich und Brüder sind. Wenn ich jetzt an all' das Böse gedenke, das ich gethan, das ich erfahren und gesehen in Folge der Feindschaften der Nationen, wird es mir klar, dass die Ursache alles dessen jene grobe Täuschung war, die man »Patriotismus« und »Liebe zum Vaterlande« nennt. Wenn ich an meine Erziehung zurückdenke, sehe ich jetzt, dass ein Gefühl der Feindseligkeit gegen andre Völker, ein Gefühl der Absonderung meiner von ihnen nie in mir bestanden hat; dass alle diese bösen Gefühle mir künstlich durch eine unvernünftige Erziehung eingeimpft worden sind.

Ich begreife jetzt die Bedeutung der Worte: thut Gutes euren Feinden, thut ihnen dasselbe, was ihr euren Brüdern thut. Wir seid alle Kinder eines Vaters und müsst so sein wie der Vater ist, d. h. machet keinen Unterschied zwischen eurem und dem fremden Volke, seid gleich mit allen. Ich begreife jetzt, dass für mich die Glückseligkeit nur möglich ist beim Bekennen meiner Einheit mit allen Menschen der Welt ohne Ausnahme. Und dieser Glaube hat meine ganze Abschätzung des Guten und Bösen, des Hohen und Niederen verändert. Das, was mir gut und erhaben erschienen: die Liebe zum Vaterlande, zu meinem Volke, meinem Staate, der Dienst desselben auf Kosten des Wohls andrer Menschen, die kriegerischen Thaten der Menschen, alles erschien mir abscheulich und kleinlich. Das, was mir böse und schimpflich erschienen war: das Sichlossagen vom Vaterlande, der Kosmopolitismus erschien mir im Gegentheil gut und erhaben. Wenn ich auch jetzt im Momente der Selbstvergessenheit im Stande bin dem russischen Volke mehr beizustehen als einem fremden, dem russischen Staate oder Volke mehr Erfolg zu wünschen als einem andern, so kann ich doch bei ruhiger Besinnung nicht jener Versuchung dienen, die mich und andre zu Grunde richtet. Ich kann keine Staaten oder Völker aufrufen und kann mich an keinen Streitigkeiten zwischen Völkern und Staaten beteiligen, weder mit Reden, noch mit Schriften; noch weniger kann ich mich dem Dienste eines Staates widmen. Ich kann mich an allen jenen Beziehungen nicht betheiligen, die sich auf den Unterschied der Staaten gründen, weder am Zollamt und an Zolleinnahmen, noch an Waffen- oder Kriegszurüstungen oder an einer darauf bezüglichen Thätigkeit, weder am Militärdienste, um wie viel weniger am Kriege gegen andre Völker; und ich kann nicht dazu beitragen, dass andere das thun.

Ich habe begriffen worin mein Wohl besteht; ich glaube daran und kann deshalb nicht das thun, was mich unzweifelhaft meines Wohles beraubt.

Nicht genug jedoch dass ich glaube so leben zu müssen; ich glaube auch weiter, dass, wenn ich so und nur so leben werde, mein Leben die für mich einzig mögliche, vernünftige, erfreuliche, durch den Tod nicht zu vernichtende Bedeutung erhalten wird.

Ich glaube, dass mein vernünftiges Leben, mein Licht, mir nur darum gegeben ist um vor den Menschen zu leuchten, nicht in Worten, sondern in guten Werken, auf dass die Menschen den Vater im Himmel preisen (Matth. 5, 16). Ich glaube, dass mein Leben und meine Erkenntniss der Wahrheit eine Gabe ist, die mir verliehen ward zur Arbeit über derselben; dass diese Gabe ein Feuer ist, welches nur dann Feuer ist, wenn es brennt. Ich glaube, dass ich den Ninivern gleich bin in Beziehung zu Propheten gleich Jonas, von denen ich die Erkenntniss der Wahrheit erworben; dass ich aber auch Jonas gleich bin in Beziehung zu andern Ninivem, denen ich die Wahrheit verkünden muss. Ich glaube, dass die einzige Bedeutung meines Lebens darin liegt, dass ich lebe in jenem Lichte, das in mir ist, und es nicht unter den Scheffel stelle, sondern hoch vor den Leuten erhebe und es so stelle, dass alle es sehen. Und dieser Glaube giebt mir neue Kraft in der Erfüllung der Lehre Christi und zerstört alle jene Hindernisse, die früher sich vor mir erhoben.

Das, was früher für mich die Wahrhaftigkeit und Ausführbarkeit der Lehre Christi verdunkelte, das, was mich von ihr abstiess: die Möglichkeit der Entbehrungen, der Leiden und des Todes durch Menschen, die Christi Lehre nicht anerkennen und befolgen, dieses gerade bestätigte mir die Wahrhaftigkeit der Lehre und zog mich zu ihr hin.

Christus hat gesagt: »wenn ihr des Menschen Sohn erhöhet, werdet ihr alle zu mir herkommen«, und ich fühlte mich unwiderstehlich zu ihm hingezogen. Er hat noch gesagt: »die Wahrheit wird euch befreien«, und ich fühlte mich vollkommen frei.

Sollte der kriegerische Feind über mich kommen oder sollten böse Menschen mich überfallen – dachte ich früher – und ich werde mich nicht vertheidigen, so werden sie uns berauben, beschimpfen, zu Tode quälen und mich und meinen Nächsten umbringen; und dies erschien mir fürchterlich. – Jetzt aber erscheint mir alles, was mich früher entsetzte, freudenvoll und bestätigte mir die Wahrheit. Ich weiss jetzt, dass auch Feinde und sogenannte Bösewichte und Räuber Menschen sind, eben solche Menschen-Söhne wie ich; dass sie ebenso das Gute lieben und das Böse hassen, ebenso am Vorabende des Todes stehen und ebenso wie ich Errettung suchen und sie nur in der Lehre Christi finden werden. Alles Böse, das sie mir zufügen werden, wird böse sein für sie selbst und deshalb müssen sie mir Gutes thun. Wenn ihnen jedoch auch die Wahrheit unbekannt ist und sie Böses thun, indem sie es für das Gute halten, so ward mir die Erkenntniss der Wahrheit nur darum kund, auf dass ich sie denen Offenbare, die sie nicht kennen. Ich kann sie ihnen aber nicht anders offenbaren, als indem ich mich lossage von der Theilnahme am Bösen und der Offenbarung der Wahrheit durch die That. – Es kommt ein Feind: Deutsche, Türken, Wilde, und wenn ihr nicht kämpfen werdet, werden sie euch alle umbringen! – Das ist nicht wahr. Wenn eine Gemeinde Christen bestände, die keinem Böses zufügte und allen Ueberfluss ihrer Arbeit anderen Menschen gäbe, würde kein Feind, weder der Deutsche, noch der Türke, noch der Wilde solche Menschen tödten oder quälen. Sie würden das für sich nehmen, was ihnen jene Leute ohnehin geben würden, für die es keinen Unterschied giebt zwischen Russen, Deutschen; Türken und Wilden. – Wenn aber die Christen sich in einer nicht-christlichen Gemeinde befinden, die sich durch den Krieg vertheidigt, und der Christ zur Betheiligung am Kriege aufgerufen wird, so ist hier gerade dem Christen die Möglichkeit gegeben Menschen zu helfen, welche die Wahrheit nicht kennen. Der Christ kennt die Wahrheit blos darum, um sie vor denen zu bezeugen, die sie nicht kennen. Bezeugen aber kann er die Wahrheit nicht anders als durch die That. Und seine That ist: sich vom Kriege lossagen und Gutes thun allen Menschen ohne Unterschied, dem sogenannten Feinde sowohl wie den Seinigen.

Wenn nun aber nicht der Feind, sondern böse Menschen aus dem eigenen Volke den Christen überfallen, und wenn er sich nicht vertheidigt, ihn und die Seinigen berauben, martern und tödten? Wenn alle Glieder der Familie Christen sind und deshalb annehmen, ihr Leben sei dazu da um andern zu dienen, so wird sich kein Mensch finden, der so thöricht wäre Menschen, die ihm dienen, ihres Unterhaltes zu berauben oder sie zu tödten. Miklucho Maclay liess sich unter den rohesten, wie man sagt »wilden« Menschen nieder, und er wurde nicht nur nicht getödtet, sondern man liebte ihn und unterwarf sich ihm, blos deshalb, weil er sie nicht fürchtete, nichts von ihnen verlangte und ihnen Gutes that. – Wenn aber der Christ in einer nicht-christlichen, sich und ihr Eigenthum durch Gewalt vertheidigenden Familie lebt, und der Christ zur Theilnahme an dieser Verteidigung aufgerufen wird, so ist dies für den Christen nur eine Berufung zur Erfüllung seiner Lebenspflicht. Der Christ besitzt blos darum die Erkenntniss der Wahrheit um sie andern und namentlich den nächsten, mit ihm durch Familien- oder Freundschaftsbande verknüpften Menschen kundzuthun; und die Wahrheit kundthun kann der Christ nicht anders, als indem er nicht in jenen Irrthum verfällt, dem die andern verfallen sind, und sich weder auf die Seite der Angreifer, noch auf die Seite der Vertheidiger stellt, sondern alles den anderen fortgiebt und somit durch sein Leben beweist, dass er nichts wünscht als die Erfüllung des Willens Gottes und nichts fürchtet als den Abfall von demselben.

Die Regierung kann jedoch nicht zulassen, dass ein Glied der Gesellschaft die Grundlage der Staatsordnung nicht anerkennt und sich der Erfüllung der Pflichten aller Bürger entzieht. Die Regierung wird vom Christen den Eid, die Betheiligung am Gericht und am Kriegsdienst verlangen und wird ihn für seine Weigerung der Strafe der Verbannung, der Gefängnishaft und selbst der Todesstrafe unterwerfen. Und abermals wird diese Forderung der Regierung für den Christen blos eine Berufung zur Erfüllung der Pflicht seines Lebens sein. Für den Christen ist die Forderung der Regierung nur eine Forderung, gestellt von Menschen, denen die Wahrheit unbekannt ist. Und darum kann der Christ, der die Wahrheit kennt, nicht umhin diese Wahrheit allen denen zu bezeugen, die sie nicht kennen. Gewalt, Gefängniss, Todesstrafe, denen sich der Christ in Folge dessen aussetzt, alles giebt ihm die Möglichkeit, nicht in Worten, sondern durch die That die Wahrheit zu bezeugen. Alle Gewalttaten – Krieg, Plünderung, Hinrichtungen – entstehen nicht in Folge unvernünftiger Naturkräfte, sondern werden durch verirrte, die Wahrheit nicht kennende Menschen vollbracht. Und darum, je grösseres Uebel diese Menschen dem Christen zufügen, um so entfernter sind sie von der Wahrheit, um so unglücklicher und um so bedürftiger sind sie der Erkenntniss der Wahrheit. Den Menschen aber die Erkenntniss der Wahrheit mittheilen kann der Christ nicht anders als durch die Enthaltung von jener Verirrung, in der sich die Menschen befinden, die ihm Böses zufügen, durch Vergeltung des Bösen mit Gutem. Und darin allein besteht die ganze Pflicht des Christen und die ganze Bedeutung seines Lebens, die selbst durch den Tod nicht vernichtet werden kann.

Die durch Betrug mit einander verbundenen Menschen bilden gleichsam eine zusammenhängende Masse. Die Zusammenhängigkeit dieser Masse ist eben das Böse der Welt. Die ganze vernünftige Thätigkeit des Menschen ist auf die Zerstörung dieses Zusammenhangs des Betruges gerichtet.

Alle Revolutionen sind Versuche einer gewaltsamen Auseinandertreibung dieser Masse. Die Leute meinen durch Auseinanderbringung dieser Masse die Masse selbst zu vernichten und schlagen auf sie los; in der Bemühung aber sie zu zerschlagen, schmieden sie sie nur noch fester zusammen.

Wie viel sie aber auch schlagen mögen, der Zusammenhang der einzelnen Theile wird nicht zerstört, so lange nicht die innere Kraft sich den kleinsten Theilchen der Masse mittheilt und sie zwingt sich von ihr loszutrennen.

Die Kraft des Zusammenhanges der Menschen ist die Lüge, der Betrug. Die Kraft, die jedes Theilchen dieses menschlichen Zusammenhanges befreit, ist die Wahrheit. Die Wahrheit theilt sich aber den Menschen nur durch Thaten der Wahrheit mit. Nur Thaten der Wahrheit, indem sie das Licht in das Bewusstsein jedes Menschen bringen, zerstören den Zusammenhang des Betrugs und reissen die Menschen, einen nach dem andern, von der Masse los, die durch den Zusammenhang des Betrags verbunden ist

Und nun sind es bereits über 1800 Jahre, dass dieses Werk vor sich geht

Seit die Gebote Christi vor der Menschheit aufgestellt wurden, hat dieses Werk begonnen und wird nicht früher beendet sein, »bis dass es altes geschehe«, wie Christus gesagt hat (Matth. 5, 18).

Die Kirche, die aus denen bestand, die da glaubten die Menschen dadurch zu einem Ganzen zu vereinigen, dass sie betheuerten und beschworen selbst in der Wahrheit zu sein, ist längst todt.

Die Kirche aber, die aus Menschen besteht, die nicht durch Versprechungen und Salbungen, sondern durch Werke der Wahrheit und Liebe zu einem Ganzen vereinigt sind, – diese Kirche hat immer gelebt und wird ewig leben. Diese Kirche besteht, wie früher so auch jetzt, nicht aus Menschen, die da rufen: »Herr, Herr!« und Gesetzlosigkeiten verrichten, sondern aus Menschen, die »auf meine Worte hören und sie erfüllen.« (Matth. 7, 21–24.)

Die Menschen dieser Kirche wissen, dass ihr Leben eine »Freude« ist, wenn sie die Einheit des Menschen-Sohnes nicht zerstören und dass diese »Freude« nur durch die Nichterfüllung der Gebote Christi vernichtet wird. Und deshalb können die Menschen dieser Kirche nicht umhin diese Gebote zu erfüllen und anderen die Erfüllung derselben zu lehren.

Ob wenige, ob viele solcher Menschen jetzt sind, so ist doch das die Kirche, die durch nichts besiegt werden kann und zu der alle Menschen sich vereinigen.

»Fürchte dich nicht, du kleine Heerde; denn es ist eures Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben.« (Luk. 12, 32.)

 

Pierer'sche Hofbuchdruckerei.
Stephan Geibel & Co. in Altenburg.

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