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Adalbert Stifter: Witiko - Kapitel 83
Quellenangabe
typefiction
booktitleWitiko
authorAdalbert Stifter
year1997
publisherDeutscher Taschenbuch Verlag
addressMünchen
isbn3-423-12375-3
titleWitiko
pages3
created19990819
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1865
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»Gesegnet sei deine Rückkehr in dieses Haus«, sagte Wentila.

»Es sind fünf Jahre vergangen, seit du von Passau hieher gekommen bist, Abschied zu nehmen, und seit du von dieser Schwelle fort geritten bist«, sagte die Base.

»In dieser Zeit sind allerlei Dinge geschehen, Hiltrut«, antwortete Witiko.

»Du hast mir wieder Botschaft gesendet, die mich freute«, sagte Wentila. »Jetzt ist der üble Streit im Lande Böhmen aus.«

»Die Macht Wladislaws ist gesichert«, sagte Witiko, »und der Streit ist aus.«

»So danken wir Gott zuerst, daß unser Vaterland wieder in Ruhe ist«, sprach Wentila, »und dann danken wir, daß du nur einmal eine geringe Verletzung erhalten hast, das ist eine Gnade von dem Herrn, und dann danken wir, daß er dich hat wirken lassen, wie du immer nach deinem besten Sinne wirst gewirkt haben, und endlich danken wir, daß du geehrt und belohnt worden bist, was eine Sache ist, die vor den Menschen gilt, und die dir zu Gute kömmt.«

»Wir haben Gott dem hohen Herrn für seinen Beistand in dem Unglücke unseres Vaterlandes gedankt auf dem Schlachtfelde, wir haben ihm feierlich auf grüner Heide gedankt, weil in Mähren noch der Bann ist, und keine Kirche offen steht, wir haben ihm in der Kirche des oberen Planes gedankt, und haben ihm bei Plan unter dem offenen Himmel gedankt«, sprach Witiko, »und ich habe ihm gedankt, daß er mich erhalten hat, ich habe ihm gedankt, daß er mir in meinem guten Willen geholfen hat, und ich habe ihm gedankt, was er dem gütigen Herzoge für mich eingegeben hat. Und so danke ich ihm noch, und werde ihm zu jeder Zeit danken. Und immer danke ich auch dabei, daß er mir eine so gute Mutter geschenkt hat.«

»Wir haben ihm auch gedankt, Witiko«, sagte die Mutter, »und danken ihm noch, und werden ihm wie du zu jeder Zeit danken. Und ich danke ihm auch, daß ich einen guten Sohn habe.«

»Witiko, Witiko«, sagte die Base, »du bist jetzt in deinen jungen Jahren ein Herr in dem Lande, und bist mit den anderen Herren in dem Rate des Herzogs.«

»Zum Rate muß ich mir erst das Wissen sammeln«, antwortete Witiko.

»Wer hätte das gedacht«, sagte die Base, »als du hier in deinem Kämmerlein mit dem frommen Benno die schweren Worte lerntest. Wir haben dir das Kämmerlein recht schön hergerichtet.«

»Unser Besitz ist immer klein gewesen«, sprach Wentila, »sie sagen, unsere Vorfahrer haben eine große Macht gehabt; aber wie es ist, in dem kleinen Besitze ist dein Vater, ist dein Großvater und sind alle vor ihnen gegen die Ihrigen gütig gewesen, du wirst es auch gegen deine neuen Untertanen sein.«

»Sie haben mir für das Vaterland und für die Heimat geholfen«, sagte Witiko, »und ich werde ihnen wieder helfen, wo ich kann.«

»Ich weiß es, ich weiß es«, sprach Wentila, »und mag auch, was du noch wünschest, in Erfüllung gehen.«

»Ich bitte Gott, daß es in Erfüllung geht«, sagte Witiko.

Als er diese Worte gesprochen hatte, wurde die Tür geöffnet, und ein Priester trat herein. Er hatte ein freundliches Angesicht, blaue Augen und weiße Haare.

»Erlauben mir die Frauen, zu dieser Zeit in ihr Gemach zu kommen«, sprach er, »Lutgart ist zu mir gegangen, und hat mir gesagt, daß Witiko gekommen ist, und da wollten meine Augen nicht länger warten, ihn zu schauen.«

Witiko stand auf, ging zu dem Manne, und sagte: »Sei mir in Ehrfurcht gegrüßt, Vater Benno.«

»Sei gegrüßt, mein Kind«, sprach der Priester, legte eine Hand auf den Scheitel Witikos, und küßte ihn auf die Stirne.

»Wir sind erfreut, daß Ihr zu dieser Stunde gekommen seid«, sagte Wentila, »Ihr habt ja immer gesprochen, daß Ihr zu uns gehöret, und so gehöret ihr auch jetzt zu uns, da er hier ist, und es ehret uns stets, wenn Ihr unser Gemach betretet.«

»Nehmet doch einen Sitz ein, hochehrwürdiger Vater«, sprach die Base.

»Bleibe an deiner Stelle neben deiner Mutter sitzen, mein Kind Witiko«, sagte der Priester, »ich werde mir einen Platz finden.«

Nach diesen Worten setzte er sich auf einen Stuhl, und Witiko setzte sich wieder zu seiner Mutter.

»Er ist jetzt zurückgekehrt, der uns vor fünf Jahren verlassen hat«, sagte Wentila.

»Er hat wohl schon in früherer Zeit dieses Häuschen verlassen, da er ein Dienstknabe des Bischofes von Passau geworden ist«, sagte die Base.

»Der Bischof ist ein milder Herr gewesen«, antwortete Wentila, »und hat ihm oft erlaubt zu uns und zu dem hochehrwürdigen Vater Benno zu gehen, der ihn zu ihm geführt hatte, und hat ihm erlaubt, oft lange Zeit bei uns zu bleiben, und mir ist er erst fort gewesen, da er in das Land Böhmen geritten war.«

»Ich habe ihn, da er empor wuchs, alle Tage hier gesehen«, entgegnete die Base, »und als er nach Passau gegangen war, ist mir das Häuschen zu groß geworden.«

»Es ist nun so, daß Knaben von der Mutter fort gehen, um sich ein Leben zu gründen«, sagte Benno.

»Ich konnte nichts mehr tun, als für ihn beten«, sprach die Base.

»Das hast du ja auch früher getan«, sagte Wentila.

»Wir haben für ihn gebetet«, sprach die Base, »wie wir für alle die Unsrigen beten, und für andere Leute und für die, auf welche niemand in einem Gebete denkt.«

»Und du hast auch in allen anderen Dingen auf ihn gedacht«, sagte Wentila, »schon da er geboren wurde, und du in Pric bei uns als Gast warest, und ich seiner wegen Krankheit nicht warten konnte, und dann, als mein lieber Ehegatte gestorben war, und wir als Gäste bei dir in Landshut lebten. Du hast in jeder Sache für ihn geschaltet.«

»Ich bin es schuldig gewesen, und dann, da er fort war, konnte ich es nicht mehr tun, und es ist mir die Zeit leer geblieben«, sagte die Base. »Er ist auch immer so gut in seinem Gemüte gewesen.«

»Ich bin für dich noch gut in meinem Gemüte, und werde es in der Zeit meines ganzen Lebens sein«, sprach Witiko.

»Ich glaube, du bist auch sonst gut in deinem Gemüte«, sagte Wentila.

»Ich meine einen guten Sinn gegen alle Menschen zu tragen«, antwortete Witiko.

»Und als er dann mit dem hochehrwürdigen Vater Benno lernen mußte, hättest du ihm gerne Honigscheiben gegeben, daß er sich nicht zu sehr kränke«, sagte Wentila.

»Hast du die lateinische Sprache nicht vergessen, Witiko?« fragte der Vater Benno.

»Wenn ich eine Schrift des Heiligen Vaters in der lateinischen Sprache sähe, würde ich sie wohl verstehen«, antwortete Witiko, »und dann hat uns ja der hochehrwürdige Bischof Regimar in Passau sehr zur lateinischen Sprache angehalten, und ich habe manches in meinen Habschaften bei mir, das ich mit dir, hochehrwürdiger Vater Benno, gelernt habe.«

»Das Beste hat doch der fromme Vater Benno für Witiko getan«, sprach die Base, »er hat ihm Gottesfurcht und schöne Sprachen und gute Sitten und Kenntnisdinge und Lebensart und, was sich in der Welt zugetragen hat, in das Herz gepflanzt, und er hat ihn auch dorthin geführt, wo er den Waffenbrauch und das Reiten und das Schwimmen und das Laufen und andere Geschicklichkeiten lernen konnte. Es ist wohl recht lieblich gewesen, da der fromme Vater Benno mit euch von Pric gekommen war, da wir alle mit einander hier lebten, da wir zu manchen guten Leuten gingen, und am liebsten wieder bei einander zu Hause waren. Es wäre schön gewesen, wenn es so geblieben wäre.«

»Es wird jetzt wieder so sein«, antwortete Witiko, »ich bin gekommen, euch alle, wie ich zu meiner Mutter auf dem Kahlenberge gesagt habe, nach Pric zu geleiten, und wenn der hochehrwürdige Vater Benno auch mit uns geht, so werden wir dort noch näher bei einander leben als hier, da wir alle in dem Hofe von Pric wohnen werden.«

»Der fromme Vater Benno ist so oft von seiner Wohnung in unser Häuschen zu dir gekommen, daß ich meinte, er sei immer hier«, entgegnete die Base. »Und es wird auch in Pric nicht dauern.«

»Die Menschen trennen sich, und haben Schmerz«, sagte Benno, »und sie kommen wieder zusammen, und haben Freude.«

»Ich weiß, daß es so ist«, sprach die Base, »und gebe den Scheidenden Segenswünsche auf den Weg, und freue mich, wenn sie wieder kommen.«

»Der hochehrwürdige Vater Benno hat gesagt, Witiko«, sprach Wentila, »daß er mit uns nach Pric gehen wird.«

»Ich werde dahin gehen«, sagte Benno, »und werde die Menschen wieder sehen, die ich dort kenne, und werde auf dem Grab deines Vaters beten, Witiko.«

»Es ist mir eine große Freude, daß du nach Pric gehst, Vater Benno«, antwortete Witiko, »ich werde sorgen, daß die Reise leicht ist.«

»Witiko, mein Kind«, sagte Benno, »du hast uns Nachrichten von dir geschickt, und das ist gut gewesen, wir lebten wie mit dir. Du hast nun in der Zeit, in der du fort gewesen bist, Dinge der Welt gesehen, wie sie Schicksale der Menschen gründen und stürzen.«

»Hochehrwürdiger Vater«, antwortete Witiko, »du hast an mir so Großes und Gutes getan, daß du mich unterwiesest, belehrtest und anleitetest, daß ich es erst jetzt, da ich diese Dinge der Welt gesehen habe, recht erkenne und besser erkenne als früher, und daß ich dir es erst jetzt danke und besser danke als früher, und daß ich es immer noch besser erkennen und danken werde. Du hast mir von dem erzählt, was zwischen Menschen in früheren Zeiten geschehen ist, und du hast mich die Taten, wie sie gut und böse sind, und wie sie erfolgreich sind, schauen lassen. Ich habe daher in den Dingen, bei welchen ich jetzt war, manches gelernt, und werde bei anderen Dingen wieder manches lernen.«

»Daß ich dir meinen armen Unterricht zu Teil werden ließ, Witiko«, sagte Benno, »das ist so, wie der Gärtner eine Blume zieht, daß sie schön werden soll, und wie er sich an der Pflanze freut. Und ich bin mit deinem Vater in Freundschaft gewesen, ich liebte ihn, und er liebte mich, wie ein Bruder den andern liebt, und da er gestorben war, dachte ich immer an dich, Witiko. Und wenn du in menschlichen Dingen gelernt hast, und noch lernen wirst, so ist es wie bei uns allen, die wir lernen müssen, bis wir in das andere Leben kommen.«

»Bist du noch mit Emsigkeit daran, die Geschicke der Kaiser aufzuschreiben?« fragte Witiko.

»Als ich nach einer langen Krankheit die Besorgung der Kirche meiner Gläubigen aufgeben mußte«, sagte Benno, »habe ich angefangen, in meiner Stube aufzuschreiben, was den hocherhabenen Kaisern begegnet ist, da sie noch lebten, und ich fahre darin fort, und werde darin fortfahren, bis ich auf den Kaiser unserer Zeit komme, wenn mir Gott das Leben so lange fristet.«

»Da können viele lernen, denen die Worte bekannt werden«, sagte Witiko.

»Ich habe daraus gelernt«, antwortete Benno, »die Menschen lernen aber nicht gerne aus den Schicksalen anderer.«

»Silvester sagte, sie handeln nach ihrer Lust«, sprach Witiko.

»Davon ist das Unglück des Landes Böhmen ein Zeuge«, antwortete Benno, »sie üben Rache und ergötzen sich an der Grausamkeit der Rache, sie reißen Güter mit Gewalt an sich, und genießen die Güter mit Übermut. Dann kömmt ein anderer, und rächt sich an ihnen und nimmt die Güter wieder, oder ein starker Herzog wirft die Empörer nieder, zieht ihr Gut an sich, und stürzt sie in Ohnmacht. Und die nach ihnen kommen, üben wieder Rache, üben wieder Gewalt, und werden wieder gestürzt. So ist es oft gewesen, und so wird es wieder sein, wenn nicht ein fester Brauch errichtet wird, wie der Herzog nach dem Tode des frühern Herzoges folgen soll, und wenn nicht der heilige Glaube tief gegründet, und in schönen Ordnungen durch das ganze Land geleitet wird, daß er die Herzen erleuchtet. Möge der Segen des Himmels auf Guido, dem Gesandten des Heiligen Vaters, ruhen, der erwartet wird.«

»Viele erwarten ihn mit Ungeduld«, sagte Witiko.

»Mögen sie aber auch seinem Tun entgegen kommen«, sprach Benno. »Mein Kind, wenn du nicht anders als in deiner frühen Jugend bist, so wirst du gewiß nicht Hochmut, Raub und Unterdrückung üben. Und dir wird ein großes Gut entstehen, die Liebe der Deinen, und dazu wird der Himmel sich freuen. Aber auch deine Macht wird sich vermehren, wenn man gleich ihre Vermehrung nicht sieht. In jedem Baume deines Waldes wächst dir Reichtum empor, und in jedem Baume wächst deinen Untertanen Reichtum empor, an ihrem Reichtume wirst du reicher, und in ihrer Willigkeit wirkst du in das Schicksal unseres Landes. Du wirst auch die Gebote unseres Glaubens hegen, und ihn in seinen Dienern weiter unter die Deinigen verbreiten, und ein viel höherer Lohn des Herrn wird dich dereinst erwarten, als hienieden irdische Macht ist. Und wenn nach dir wieder Männer kommen, die so sind, so wird ein Geschlecht entstehen, schöner und herrlicher, als die Sage von deinen Vorfahrern dichtet.«

»Hochehrwürdiger Vater«, sagte Witiko, »da ich ein Kind war, und da ich empor wuchs, hast du so viel zu mir gesprochen, und hast vor mir gehandelt, meine ehrwürdige Mutter hat zu mir gesprochen, und hat vor mir gehandelt, meine ehrwürdige Base hat zu mir gesprochen, und hat vor mir gehandelt, ich habe die Handlungen des guten Bischofes Regimar gesehen, und ich habe jetzt viele Handlungen gesehen, von denen einige den deinigen ähnlich, andere ihnen entgegengesetzt waren. Ich werde immer so handeln, wie es in mir bei euch allen und bei dem guten Bischofe Regimar geworden ist, und wie es sich durch das, was ich jetzt gesehen habe, noch mehr gefestigt hat. Ich habe zu meiner Mutter auf dem Kahlenberge gesagt, ich möchte ihr Genüge tun, und dann dir, Benno, und dann Silvester, und dann noch einem Menschen, und was ich gesagt habe, werde ich halten.«

»Aus den Nachrichten, die Witiko gesendet hat«, sagte Wentila, »und aus den Nachrichten, die der fromme Vater Benno von Lechen und Herren erhalten hat, glauben wir, daß Witiko so ist, wie er gewesen ist, und er wird auch in der Zukunft so sein. Dieses glaubt auch der hochehrwürdige Benno, und die gute Base.«

»Witiko kann ja nicht anders sein als er ist«, sagte die Base.

»Ich habe dir auf dem Kahlenberge gesagt, Mutter«, antwortete Witiko, »daß der hochehrwürdige Silvester nicht alles lobt, was ich getan habe. Ich will mich nach seinen Worten richten, und werde klüger werden. Ich habe nach meinem guten Sinne gehandelt, und werde in der Zukunft nach gutem Sinne und immer besserer Einsicht handeln.«

»Handle so, und das andere richtet Gott«, erwiderte Benno. »Und weil du noch von einem Menschen gesprochen hast, dem du recht tun möchtest, mein Kind, so spreche ich auch von ihm. Es wird sich jetzt erfüllen, was du in deinen Gedanken trägst. Ehre deine Gefährtin, sie wird dich wieder ehren, und ihr werdet Freude haben bis in das höchste Alter.«

»Es ist der tiefste Wunsch meines Herzens, daß deine Weissagung erfüllt wird«, sagte Witiko.

»Sie wird es gewiß, Kind Witiko«, sagte die Base, »und meine Augen werden es schauen.«

»Nun, meine lieben Frauen«, sprach Benno, »ihr werdet noch manches mit Witiko reden wollen, ich verabschiede mich. Witiko, komme, so lange du in Landshut bist, zuweilen zu mir in meine Stube, und erlaube, daß ich auch öfter in dein Kämmerlein komme.«

»Ich werde kommen«, antwortete Witiko, »und werde erfreut sein, wenn du zu mir kömmst.«

»So gehabt euch alle wohl«, sagte Benno.

»Gehabt Euch wohl, hochehrwürdiger Herr«, sagten die Mutter und die Base.

»Gehabe dich wohl, Vater Benno«, sagte Witiko.

Und der Priester Benno erhob sich von seinem Sitze, und verließ das Gemach.

Wentila, Witiko und die Base sprachen noch lange und mancherlei mit einander.

Dann ging Witiko wieder in die Herberge, ordnete dort verschiedene Dinge an, und sah nach den Leuten und den Tieren.

Hierauf ging er in das kleine Häuschen zu der Mutter und der Base zurück. Sie hatten ein Abendessen gerichtet, verzehrten es mit einander, und Witiko legte sich dann in dem Kämmerlein seiner Kindheit auf ein Lager, das größer als damals bereitet worden war.

Er blieb eine Woche in Landshut, indessen sich die Frauen und Benno zur Reise rüsteten.

Er ging jeden Tag zu Benno, und Benno zu ihm.

Dann begaben sich alle auf den Weg nach Pric. Die Frauen und die Dienerinnen wurden von Saumrossen in Sänften getragen. Auch das alte Mütterlein Marhild wurde mitgenommen. Die Männer ritten. Die Habschaften trugen ebenfalls Saumtiere.

Als sie in Pric ankamen, waren viele Menschen versammelt, und grüßten sie mit Zurufen der Freude. Sie riefen die Namen, und wiederholten den Ruf öfter. Alle Leute des Hofes standen vor dem Tore, und grüßten die Herrin und den Herrn, und den hochehrwürdigen Vater Benno und die Base, und endlich auch die Männer des Geleites Witikos, und die Frauen des Geleites Wentilas.

Als die Männer von den Pferden gestiegen waren, und die Frauen aus den Sänften gehoben hatten, führte Witiko die Mutter in die Wohnung des Hofes, welche immer die ihrige gewesen war. Dann geleitete er die Base in die zwei Gemächer, in denen sie gehauset hatte, als sie gastlich in dem Hofe Pric beherbergt worden war. Dann geleitete er Benno in die Stube, in welcher er das Buch der Kaiser aufzuschreiben begonnen hatte. Hierauf ging er erst in seine Wohnung. Die Gemächer der Mutter waren noch in dem nämlichen Stande, in dem sie gewesen waren, als sie mit ihrem Gatten in denselben gewohnt hatte. Die zwei Gemächer der Base waren daneben, und waren auch in der früheren Gestalt. Und so war auch die Stube Bennos. Witiko hatte nur eine Stube und ein Kämmerlein. Für die Unterkunft des Geleites wurde durch Gemächer, und in der ersten Nacht auch durch Gezelte gesorgt.

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