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Adalbert Stifter: Witiko - Kapitel 71
Quellenangabe
typefiction
booktitleWitiko
authorAdalbert Stifter
year1997
publisherDeutscher Taschenbuch Verlag
addressMünchen
isbn3-423-12375-3
titleWitiko
pages3
created19990819
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1865
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Die Wände der Stube waren frisch getüncht worden, daß sie ganz weiß glänzten, die Fensterscheiben waren gereinigt, daß das Licht, so hell es der Winter geben konnte, herein schien, der Fußboden war gewaschen, und der Buchentisch war so gescheuert, daß keine Makel an ihm war.

»Die Stube ist ja wie an einem hohen Festtage«, sagte Witiko.

»An der unteren Moldau ist nur eine Herberge«, antwortete Huldrik; »das aber hier ist Euer Eigen, in dem Ihr seid, und das dauert, und immer anders wird, bis sich die Zeiten erfüllen.«

»Mögen die Zeiten immer Gutes bringen«, sagte Witiko.

»Sie werden Gutes bringen«, antwortete Huldrik, »lasset es Euch hier gefallen, wie es sich wandelt, bis alles geschehen ist.«

Witiko nahm seine Haube von dem Haupte, und setzte sich an den Buchentisch.

»Regina wird Euch ein Mittagessen bereiten«, sagte Huldrik; »es wird aber heute eine längere Zeit vergehen, bis es fertig wird, als sonst.«

»Ich dränge Regina nicht«, antwortete Witiko.

»Wir suchen die Dinge wahrzunehmen, wie es sein kann«, sagte Huldrik.

Witiko ging indessen noch einmal zu den Pferden.

Als die Speisen bereitet waren, brachte sie Regina auf den Tisch. Sie waren gebratenes Wild und Fische. Dazu wurde Wein gestellt.

Witiko verlangte, daß auch die Speisen der andern auf den Tisch gestellt würden, und daß dann alle mit einander das Mittagmahl verzehrten.

»Weil Ihr es befehlt, so muß es sein«, sagte Huldrik.

Die Speisen wurden auf den Tisch gebracht, und Witiko und Huldrik und Raimund und Jakob und Regina setzten sich zu denselben.

»Du mußt das Gebet sprechen, Huldrik«, sagte Witiko.

Huldrik tat es.

Dann wurde das Mahl eingenommen, und Witiko teilte jedem von seinen Speisen und seinem Weine mit. Nach dem Mahle sprach Huldrik wieder das Gebet.

Da sie noch an dem Tische blieben, sagte er: »Eure Vorfahrer haben die Ihrigen geliebt, und sind von ihnen wieder geliebt worden. Und so geschieht alles. Da der erste Witiko in den Wald geritten ist, sind Gold und Edelsteine an den Zügeln seines Pferdes gewesen, und Ihr seid auch zu diesem Hause geritten.«

»Die Zeiten sind ungewiß«, sagte Witiko, »wer weiß es, wann ich wieder kommen kann.«

»Ihr werdet kommen«, sagte Huldrik; »denn Ihr habt Milch und Honig an dem Buchentische gegessen. Und es werden viele da sein, Euch zu sehen.«

»Deine Gedanken bringen Menschen in die Einsamkeit des Waldes, Huldrik«, sagte Witiko.

»Die Rosen haben in Rom herrlich geblüht«, erwiderte Huldrik, »die Rosen sind hieher gebracht worden, und haben hier auch zur Lust geblüht, und die Rose wird Dinge und Kleinodien aus Welschland bringen.«

»Die Rose möchte erst ihre Blätter öffnen«, sagte Witiko.

»Ihr werdet noch oft in Euerm Schlößlein da sein, wie es sich verwandelt«, antwortete Huldrik, »wo das Schloß voll Pracht gestanden ist, wo das Jagdschloß gewesen ist, wo die goldne Burg sein wird, und wo die fünf roten Blätter allen Raum bedecken werden.«

»Du siehest in seltsame Zeiten, Huldrik«, sagte Witiko.

»Ihr habt Männer gesammelt, und seid in den Krieg gegangen«, entgegnete Huldrik, »sie sehen auf Euch, und die Jungfrau aus dem starken und großen Geschlechte wandelt schon für Euch an dem Rande des hohen Waldes, und Raimund freut sich des Bildes, das Euch in der Wildnis ist, und ich freue mich, und Jakob freut sich, und Regina freut sich.«

»Huldrik«, sagte Witiko, »zeige mir die Dinge in dem Hause, wie sie seit der Zeit, in der ich hier gewesen bin, geworden sind.«

»Ihr befehlet es, und ich gehorche«, antwortete Huldrik.

»Dann setze deine Haube auf, damit dein Haupt nicht von der Kälte Schaden leidet«, sagte Witiko.

»Ich werde es tun«, entgegnete Huldrik.

Witiko stand auf, und die andern erhoben sich auch von dem Tische.

Witiko bedeckte sich mit seiner Haube, Huldrik setzte auch seine graue Filzhaube auf, und beide Männer verließen die Stube.

Huldrik führte Witiko in alle Räume des Hauses. Witiko besah alles, und belobte ihn und die Seinigen.

»Die Felder und die Wiesen und den Wald werde ich besehen«, sagte er, »wenn ich einmal des Sommers hier bin, und die Gewächse auf ihnen grünen.«

»Tut es so«, antwortete Huldrik, »und Ihr werdet dann in den Umliegenheiten sehen, daß ein guter Grund zum Bauen ist, und wie jetzt die Wälder in die Fenster des Hauses schauen, so wird der Nahleswald, der Bühelwald, der Thomaswald und das fernere Hochficht von einer Seite, der Blöckenstein und der Seewald und der Hausberg von der andern Seite, und der obere Wald und der Blansko von der dritten Seite in zahlreiche große und breite Fenster schauen, die hoch oben in glatten Mauern sind, und die Bäume und die Gesträuche überragen.«

»Weil schon die Dämmerung beginnt«, sagte Witiko, »so lasse ein Licht auf der Leuchte der Stube anzünden.«

»Ich werde ein Licht anzünden lassen«, entgegnete Huldrik.

Die zwei Männer gingen in die Stube.

Huldrik befahl, daß Regina mit Splittern des fetten Kienholzes der Föhrenstöcke ein Feuer auf der Leuchte errichte.

Regina tat es.

Und als das Feuer brannte, setzten sich Witiko und Huldrik und Raimund und Jakob und Regina an die Leuchte.

Nach einer Zeit kam ein Mann herein, um Witiko zu sehen und zu besuchen. Später kam wieder einer, und dann kamen mehrere, und endlich so viele, daß die Stube kaum hinlänglich Raum gab. Jakob und Regina trugen die Gesiedel aus dem ganzen Hause zusammen, und die Männer saßen umher, aßen Brot und Salz des Hauses, und Witiko redete mit ihnen von verschiedenen Dingen, und von dem Kriege, der im Frühlinge gewesen ist, und der im nächsten Frühlinge sein wird.

Die den weitesten Weg hatten, zündeten zuerst eine Leuchte an, und verfolgten ihre schneeigen Pfade nach heimwärts.

Dann gingen andere, und zuletzt alle.

Witiko dankte ihnen für den Besuch, und bat sie, wieder zu kommen.

Da die Männer fort waren, ging er in seine Kammer, entkleidete sich, und legte sich auf dem Gestelle zur Ruhe, auf welchem ihm Regina aus Stroh und Fellen und weißen groben Linnen ein Lager bereitet hatte. Die andern Bewohner des Hauses suchten auch ihre Schlafstellen.

Als am Abende des zweiten Tages Milch und Brot gegessen worden war, als im Ofen ein Feuer brannte, und als man die Kienstücke auf der Leuchte angezündet hatte, kamen wieder Männer, und es kamen an diesem Abende noch mehr, als an dem vorhergegangenen Abende gekommen waren.

Und so geschah es an dem Abende des dritten Tages und des vierten Tages und des fünften Tages.

An dem fünften Tage verabschiedete sich Witiko von den Männern, und sagte: »Ich reite morgen von diesem Hause fort. Ich werde stets der Worte gedenken, welche ihr hier gesprochen habt, und bitte euch, daß ihr auch dessen möget eingedenk sein, was ich geredet habe.«

Darauf sagte ein alter Mann mit roten Wangen und weißen Haaren: »Du bist gut, junger Witiko, und hast einen treulichen Sinn für uns. Wir werden aller Dinge gedenk sein, und was getan werden muß, das wird getan werden, es wird nichts fehlen, und wir werden schon bestrebt sein. Und so gehabe dich wohl.«

»Gehabe dich wohl, Johannes«, sagte Witiko, »und erhalte dir deine Gesundheit.«

»Wie es Gott will«, antwortete der alte Mann.

»Reite mit Gott, Witiko«, sagte ein anderer alter Mann, »wir werden nicht vergessen, und komme bald wieder.«

»Ich komme, wenn es in der Möglichkeit ist«, sagte Witiko.

»Du bist ein gerechter Mann, Witiko«, sprach ein Jüngling, »und wir werden auch tun, was man nicht schmähen kann.«

»Du hast auf dem Berge Wysoka gut gewaltet, und wirst wieder gut walten«, sprach ein anderer.

»Reite wohl, und wenn du wieder kommst, so bleibe lange bei uns«, sagte ein Mann, der ein kleines Häuschen im Wangetschlage hatte.

»Ja, bleibe recht lange bei uns«, sagte ein Greis.

»Bleibe bei uns, und siehe, wie es bei uns ist. In dem Walde ist es nicht schlecht«, sprach ein Mann, der große starke Holzschuhe an den Füßen hatte.

»In dem Walde ist ein annehmbares Wohnen«, sagte Witiko.

»Wir halten zusammen«, sprach ein alter Mann.

»Tut immer so«, sprach Witiko, »und es wird recht sein, und jeder rechte Mann, der sich bei euch niederläßt, wird auch zu euch halten.«

»Das wird er tun«, sprach der Mann.

»Gott beschütze dich in der schweren Zeit, die kommt«, sagte ein Greis.

»Gott beschütze dich«, riefen mehrere.

»Gott beschütze euch, und mögen wir uns fröhlich wieder sehen«, rief Witiko.

Und als alle ihren Abschiedsgruß gesagt hatten, und als die Stube leer war, legte sich Witiko zum letzten Male für diese Zeit in seiner Kammer zur Ruhe.

Am nächsten Tage ritt er mit Raimund in den Ort Friedberg.

In Friedberg war er drei Tage.

Dann ritt er noch weiter in den Wald hinunter, wo Häuser waren, die hie und da an Bächen lagen, die aus Tälern hervor sprudelten.

Als er auf die Erhöhung gekommen war, auf welcher die Stifthäuser lagen, von denen ein Bach, den sie die kleine Mihel hießen, gegen Mittag floß, um sich in dem Lande Bayern mit der großen Mihel zu vereinigen, wendete er sich um, und ritt wieder nach Friedberg zurück.

Es war ein Saumpfad, der von Friedberg durch den hohen Wald nach Bayern hinaus führte, und der auch im Winter betreten und gangbar war. Auf diesem Pfade ritt Witiko durch den Wald hinan, bis er zu der Stelle gelangte, auf welcher die Säule des heiligen Apostels Thomas gestanden war.

Auf dieser Stelle hielt er an.

Er blickte vor sich nach Bayern hinaus. Es waren dunkle und weiße Streifen bis an die Alpen dahin. Die Alpen waren blauer und schärfer, als er sie im Sommer gesehen hatte, und der Schnee war klar in ihren Spalten, in ihren Mulden, und auf ihren sanften Hängen. Dann wendete er sich um, und sah in das Land Böhmen. Der breite dunkle Wald ging in Schimmerreif hinunter, die Moldau war verhüllt, und jenseits war wieder dunkler stiller und bereifter Wald. Witiko sah den blauen Zug der Schönebene, des Hochfichtes, des Blöckensteines und der Seewand. Er sah den blauen Blansko. Er sah auch den Kreuzberg, der in Mitternacht von dem oberen Plane steht.

Von der Stelle des heiligen Apostels Thomas ritt er wieder nach Friedberg zurück, und ritt noch an dem nämlichen Tage nach Plan.

In Plan forschte er nach dem, was in seiner Abwesenheit geschehen war, und fragte nach verschiedenen Dingen.

Der Schmied und Tom Johannes, der Fiedler, und David, der Zimmerer, und Zacharias, der Schenke, sagten ihm, daß eine große Zahl von Lanzenschäften fertig und mit guten Eisenspitzen versehen ist, daß junge und alte Männer reiten, daß sich alle üben, und daß Gewand in Bereitschaft ist.

Witiko besah, und durchforschte selber alles.

Dann ritt er nach Ogfolds Heide und in die Gefilde von Tiš und Elhenic, und von da wieder links gegen den höheren Wald bis an jene Stellen, wo der eine der zwei Moldaufäden, den sie die kalte Moldau hießen, aus der dicken Wildnis hervor rann.

Als er zurückgekehrt war, blieb er mehrere Tage in Plan.

Dann ritt er zu Rowno, zu Osel, zu Diet von Wettern und zu Hermann von Attes.

Dann kam er wieder nach Plan, und setzte fort, was er begonnen hatte.

Es nahete endlich der Ausgang des Monates März, und der Schnee begann, hinweg zu schmelzen. Die Moldau hatte ihr Eis von sich geschoben, und floß wieder mit dem dunkeln Wasser dahin, und an sonnigen Lehnen schauten schon manche befreite Stellen des Bodens hervor.

Da erschien ein Bote in dem Walde. Der Bote sagte, man solle zum Kriege rüsten. Der Herzog werde in dem ersten Frühlinge gegen Mähren ziehen, um die mährischen Fürsten zur Demut zu bringen. An den Städten Beneschau, Domašin, Pilgram, Caslau und Wilimow werden die Versammlungen sein.

Als der Bote diese Nachricht gesagt hatte, ging er gegen den schwarzen Bach und gegen die untere Moldau hinab.

Witiko aber rief die Männer zusammen, und sagte ihnen: »Wer meines Glaubens ist, daß wir über den Krieg eine Sprache halten sollen, der komme nach dem Mittagessen zu dem großen Kreuze auf dem Platze vor der Kirche.«

Und es kam eine große Zahl von Männern zu dem Kreuze. Auch Frauen und Jungfrauen und Kinder und Greise scharten sich hinzu.

Witiko sagte zu ihnen: »Jetzt ist die Zeit gekommen, daß alles nützlich sein kann, was vorbereitet worden ist. Der Herzog duldet nicht die reichen Bedrücker, und schirmet die, welche bedrückt werden sollen. Er zieht gegen die, welche Bedrückung beabsichtigen, und es ziehen die mit ihm, gegen welche Bedrückung geübt werden sollte. Ich sage nicht viel. Ihr wißt, wie es in dem vergangenen Frühlinge gewesen ist. Wer von uns in den Krieg ziehen will, ist gerüstet, und kann ziehen. Ihr wißt auch die Orte, an welchen man sich versammelt.«

»Ich ziehe, ich ziehe, ich ziehe«, riefen beinahe alle, welche sich versammelt hatten.

»Und Witiko soll uns führen«, rief eine Stimme.

»Witiko soll uns führen«, rief die Versammlung.

»Männer und Freunde«, sagte Witiko, »ihr denket noch, wie der vorige Krieg gewesen ist. Alles kann jetzt anders sein, es kann auch so sein, wie es gewesen ist, wir wissen es nicht. Wenn ihr mir vertrauet, so werde ich euch, so wie ich euch von Prag nach Plan geführt habe, zu dem Herzoge führen, und der erlauchte Herzog kann dann beschließen, wie die Sache geschehen soll.«

»Wir wollen bei einander bleiben, wir wollen alles mit einander teilen, und wir wollen einer dem andern beistehen«, schrie Adam, der Linnenweber.

»Ja, so wollen wir, wir wollen nicht auseinander gehen«, schrie Paul Joachim, der Maurer.

»Wir wollen fest bei einander sein«, rief Tobias, der Hirt.

»Und ein Mann von uns muß uns führen«, rief der junge Mathias.

»Nur ein Mann von uns«, rief Augustin, der Pfeifer.

»Witiko hat es besser gemacht als der grüne Ritter«, rief Lambert, der Zimbelschläger.

»Er hat es besser gemacht«, schrie Andreas.

Jetzt rief Peter Laurenz, der Schmied: »So lärmet doch nicht, ihr versteht nichts, wir sind zusammen gehämmert, und können gar nicht zerrissen werden, und das bringt uns die Ehre, und das hat jeder gesehen, der von dem Kriege weiß, und der Führer ist der eiserne Kloben, an dem das Eisen hängt.«

»Wir sind ein Kriegsheer, und erwerben, was sich ziemt«, rief Stephan, der Wagenbauer.

»Wenn ihr nur alle wüßtet, was es ist, und wie es ist«, rief Tom Johannes, der Fiedler, »und wenn ihr nur dem Rate eines Mannes folgtet, der mit dem geschändeten Arme nicht kämpfen kann, und der die Einsicht besitzt.«

»So gib uns deine Einsicht mit«, sagte Mathias.

»Dann wäre dir geholfen«, antwortete der Fiedler, »aber ich trage meine Einsicht selber mit mir, und sie wird meinem linken Arme mehr helfen als die deinige deinem rechten.«

»Wir sind auf dem Berge eins gewesen, und die Führung ist eins gewesen, und so muß es bleiben«, rief Philipp, der Steiger.

»Männer und Kriegsgefährten«, sagte jetzt Witiko, »der hocherlauchte Herzog hat euch auf jenem Schlachtberge geehrt, er hat euch auf den Zinnen von Prag geehrt, er hat eure Namen in ein Buch gezeichnet, und er hat gesagt, daß er euch immer besser kennen lernen will: der hocherlauchte Herzog wird nur dasjenige tun, was ist, und wie es ist, und wie es besteht, und was euch frommt. Er wird eure Begehren achten, und hohe Männer werden beitragen, daß er sie achtet, und wenn ich etwas beitragen kann, so werde ich es tun, und alles wird recht sein.«

»Es wird schon recht sein«, sagte David, der Zimmerer.

»Und ich werde auch schon machen, daß es recht ist«, sagte der Schmied, »ich werde mit dem Herzoge sprechen.«

»Und ich werde es noch besser machen«, sagte Tom Johannes, der Fiedler.

»Und so, meine ich, lassen wir alle Fragen«, sagte Witiko, »und schreiten wir zu der Ordnung und zu der Einteilung.«

»Zu der Ordnung und zu der Einteilung«, riefen mehrere.

»So sollen alle diejenigen auf eine Stelle zusammen treten, welche reiten gelernt haben«, rief Witiko.

Die Männer sonderten sich, und die Aufgerufenen traten auf eine Stelle.

Unter ihnen waren Veit Gregor, Maz Albrecht, Lambert, Philipp, Augustin, Urban, Mathias, Andreas, und noch mehrere jüngere und ältere Männer.

Witiko sprach: »Wer ein Pferd hat, und reiten kann, nehme das Pferd mit auf den Zug. Und wenn sich auch sonst noch so viele zusammen finden, daß eine Reiterschar wird, so wollen wir auch als Reiter in dem Kriege sein. Sagt es denen, die hier nicht anwesend sind, und doch mitziehen wollen. Ihr müßt euch aber auch so einrichten, daß ihr auch auf euern Füßen stehen, und kämpfen könnt.«

»So ist es recht«, riefen mehrere.

»Und nun ordnen wir auch die andern«, sagte Witiko.

»Ordnen wir sie«, riefen einige Männer.

»Die auf dem Berge Wysoka gewesen sind«, rief Witiko, »und die auf der Mauer von Prag gegen die Belagerung gekämpft haben, sollen so stehen, wie sie auf dem Berge gestanden sind, und wie sie in Prag gewesen sind, und die sich hier geübt haben, sollen stehen, wie sie zusammen gewöhnt sind.«

»Ja, ja«, riefen schier alle, »so ist es am besten.«

»Sagt es allen andern, die nicht da sind«, sprach Witiko, »und kommet morgen wieder, wir werden uns zusammenstellen. Und bringet eure Waffen mit. Jetzt trennen wir uns, daß sich ein jeder vorbereiten kann.«

Und die Männer zerstreuten sich, und sprachen noch eifrig von der Sache, und die Zuschauer gingen auch von dem Platze, und redeten von dem, was sie gesehen hatten.

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