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Adalbert Stifter: Witiko - Kapitel 41
Quellenangabe
typefiction
booktitleWitiko
authorAdalbert Stifter
year1997
publisherDeutscher Taschenbuch Verlag
addressMünchen
isbn3-423-12375-3
titleWitiko
pages3
created19990819
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1865
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Witiko brachte seine meiste Zeit bei den Waldleuten zu. Er unterrichtete und übte die, welche ihm untergeben waren, in allem Notwendigen, und sie suchten es zu erlernen. Eine andere Zeit wendete er dazu an, daß er die genaue Einsicht gewinne, was seine Führerschaft verlange, und wie die Verteidigung werde geführt werden. Er ging zu den älteren Führern um Rat, und sie erteilten ihn gerne, besonders Lubomir, der es öfter so einrichtete, daß Witiko zusehen konnte, wenn die Daudlebkrieger ihre Übungen machten. Der alte Bolemil gab manche gute Weisung. Auch zu den jüngeren Rittern ging Witiko öfter, und sie gingen zu ihm. Mehrere Male war er in dem Geleite des Herzoges, wenn dieser seine Umritte machte. Er besuchte die Kranken und Verwundeten, und war gerne bei Welislaw, der in einem Gemache der Hofburg war, und dort auf einem weichen Gesiedel saß oder lag, oder auch an ein Fenster ging, um, so weit er konnte, zu sehen, welche Einrichtungen man treffe, von denen er auch stets Erzählungen verlangte. Seine Verwundung ging schneller Genesung entgegen. In seiner Wohnung hatte es Witiko so, daß Raimund die Pflege derselben und die Wartung der Pferde besorgte, Jakob aber alles Auswärtige tat, weil er dazu geschickter war.

Wenn seine Leute ihre Arbeiten verrichtet hatten, waren sie müßig, und so standen nun die Männer des Waldes oft in ihren groben Röcken und schweren Stiefeln auf den Mauern der Stadt, und blickten auf das, was sie sehen konnten, besonders der Schmied in seiner grauen Filzhaube, dem grauen Rocke und den grauen Beinbekleidungen und den nägelbeschlagenen Stiefeln. Um seine Schulter hing die Keule, mit welcher er den Sohn Nacerats erworfen hatte. Seinem Neffen Urban war ein grobleinenes Tuch über die Wunde gebunden, und so auch Christ Severin dem Wollenweber. Tom Johannes den Fiedler, David den Zimmerer und Veit Gregor hatten sie bei den guten Frauen des heiligen Georg zur Pflege untergebracht.

Die Männer sahen nun da auf die lange Brücke der Moldau hinunter, auf die vielen Häuser der beiden Burgflecken, auf die Berge an dem Wasser, oder auf die Felder außer den Häusern. Dann blickten sie ganz nahe hinab auf die Kleider, welche die Leute hier trugen, auf die Pferde, wenn Reiter vorüber zogen, oder gar ein Wagen ging, und zeigten sich die Fügungen der Steine oder des Holzes, woraus die Häuser gebaut waren. Sie saßen auch sehr gerne auf vielerlei Gegenständen in dem Kreise herum, und erzählten sich von den Dingen, die sie durch zahlreiche Leute auf vieles Fragen hier erfahren hatten. Da stand auf einem Felsen an der Moldau, ehe ihre Wasser nach Prag kommen, die Burg Wyšehrad. Als noch der anfängliche Wald alle diese Berge an der Moldau bedeckte, ist sie gebaut worden, lange, bevor der Held Zaboy lebte und der Sänger Lumir. Und dann ist Krok gekommen, und hat auf der heiligen Burg seinen goldenen Sitz gehabt. Dann ist Libuša gewesen, die unter allen Schwestern sein liebstes Kind gewesen ist, und sie hat den Ackersmann Premysl geheiratet, und sie hat den ersten Holzblock zu der Burg Prag aushauen lassen. Und von ihr ist ein zahlreiches Geschlecht gekommen, und sie haben über die Völker gewaltet. Einer hat sich taufen lassen, da Christus geboren worden ist, und den heiligen Glauben in die Welt gebracht hat. Er hat der Herzog Boriwoy geheißen. Sein Enkel ist der heilige Wenzel gewesen, und seine Hausfrau die heilige Ludmila. Er hat die erste Kirche in Böhmen gebaut, in seiner Burg Hradec. Dann hat er sogleich die Kirche der heiligen Jungfrau Maria in der Burg Prag gebaut. In dieser Kirche hat der Herzog Wratislaw das Abschneiden der Haare seines Sohnes, des heiligen Wenzel, gefeiert, und sie bringt bis heute Heil allen Gläubigen. Dann steht die hohe Kirche des heiligen Veit da. Sie ist mit Mühseligkeiten gebaut worden. Der heilige Wenzel hat sie gebaut, und der Bischof von Regensburg, Tuto, hat es ihm erlaubt. Und dann ist der Bischof Tuto gestorben, und, der nach ihm gekommen ist, der Bischof Michael, hat sie geweiht. Sie hat von Gold und Silber gestrahlt, und war voll von Pracht. Und da sie zu klein war, hat sie der Herzog Spitihnew wieder niedergerissen, und weit größer gebaut, und dann ist sie verbrannt, und ist abermals wieder aufgebaut worden, und dann hat ein Blitzschlag den Turm zerstört, und der Turm ist wieder errichtet worden. Die größten Heiligtümer sind in ihr. Der deutsche König hat dem heiligen Wenzel einen Arm des heiligen Veit in sie geschenkt. Dann ist der Leib des heiligen Wenzel selber in ihr begraben worden, und es sind dann seit der Zeit viele Wunder geschehen. Und der Leib des heiligen Märtyrers Adalbert ruht in ihr, und seine Meßgewänder sind in ihrer Schatzkammer aufbewahrt, und der Leib des Märtyrers Podiwen, des treuen Dieners des heiligen Wenzel, ist in ihr begraben, und der Leib Radims, des Bruders des heiligen Adalbert. Sie kann die Menge der Menschen gar nicht fassen, wenn das Fest des heiligen Wenzel ist, und auch Kranke um Genesung aus fremden Ländern herbei kommen, und wenn das Fest des heiligen Adalbert gefeiert wird. Diese Kirche ist die heiligste Kirche in dem ganzen Lande Böhmen. Dann ist auch die Kirche des heiligen Georg. Sie ist noch früher gebaut worden als die Kirche des heiligen Veit. Es hat sie schon der Sohn des getauften Herzogs Boriwoy, der Vater des heiligen Wenzel, der Herzog Wratislaw gebaut. Er ist sodann in ihr begraben worden, und der Leib seiner Mutter, der heiligen Märtyrerin Ludmila, ruht auch in ihr. Neben ihr steht das Kloster der frommen Frauen des heiligen Georg, wo jetzt die Verwundeten gepflegt werden. Dann ist der große Begräbnisplatz allhier, wo Priester und Herzoge und Herren liegen, und wohin der Herzog Bretislaw begraben zu werden verlangte, da er in dem Walde von Bürglitz zu Tode gestochen worden ist. Vor der Kirche des heiligen Veit steht unter freiem Himmel der steinerne Stuhl des Herzogs. Er ist tausend Jahre in der Burg Wyšehrad gestanden, und ist dann mit sechzehn Pferden und acht Ochsen in die Burg Prag geführt worden. Der Herzog von Böhmen und Mähren legt schlechte Gewänder und die Bastschuhe des Ackermannes Premysl, die in der Kammer der Burg Wyšehrad aufbewahrt werden, an, damit er sich seines Ursprungs erinnere, und dann wird er mit schönen Gewändern bekleidet, und auf den steinernen Fürstenstuhl gesetzt, und dadurch wird er erst der Herzog. Darum wollen die von Mähren den Fürstenstuhl gewinnen. Und neben dem Fürstenstuhle steht die Hofburg des Herzoges, darin er in Pracht und Herrlichkeit lebt, und von dem Söller derselben werden Münzen unter das Volk geworfen, wenn der Herzog den Fürstenstuhl besteigt. Und dann ist das Haus des Bischofes, welches der Bischofsturm heißt, und die Häuser des Propstes, der Kirchenherren, der Kirchendechante, und der Priester und der Diener, daß sie den Gottesdienst in Prag, das über alle Länder herrscht, feiern. Dann sind die Häuser des Hofzupanes, des Hofrichters, des Hofkämmerers, des Hofkanzlers, des Hofjägers, des Truchsessen, des Marschalles, des Schenken, und mehrerer Herren und Männer, und dann noch viele, in denen die Herren wohnen, und ihre Hausfrauen und die schönen Jungfrauen, die sich zeigen.

So erzählten sich die Männer unter einander von den Dingen, die um sie waren.

Oft gingen einzelne oder mehrere zu ihren Genossen, die bei den milden Frauen gepflegt wurden, sie zu trösten.

Eines Tages verlangte Sebastian, der Schuster von Plan, daß ihm Witiko gestatte, nach Plan zu gehen, um sich notwendige Dinge zu holen, er werde schon zurückkehren, wenn man ihn brauche.

Witiko sagte: »Du weißt, daß der Herzog gesagt hat, jeder dürfe gehen, also gehe.«

Sebastian ging nun über den Berg hinunter, über die Brücke, durch den Burgflecken, und gegen den Wyšehrad hinaus.

Nach mehrerer Zeit kam der Späher Wladiwoy, der mit Reitern weit in das Land geritten war, zurück.

Der Herzog versammelte die Kriegsherren. Wladiwoy mußte herbei kommen, und seine Nachrichten verkündigen. Er sprach vor der Versammlung:

»Hohe Herren! Wir sind in einem großen Umkreise durch das Land bis gegen Mähren geritten, und auf einem andern Wege wieder zurück. Die Feinde sind von dem Berge Wysoka zurückgegangen, haben aber dann ein Lager befestigt, und haben ihre Männer geordnet und eingeteilt. Sie haben angefangen, Belagerungswerkzeuge aller Art und von allen Orten zusammen zu bringen, und neue zu bauen, dergleichen bisher noch gar nicht zu sehen gewesen sind, deren Zahl noch nie angewendet worden ist, und die schwerere Lasten weiter schleudern, als es bis jetzt im Kriege geschehen ist. Sie senden Abteilungen von Reitern und einzelne Männer durch das ganze Land, um zu werben, und Vorteile zu versprechen, die der neue Herzog gewähren werde; sie sagen, die reichsten und größten Herren sind bei Konrad, und das Ende kann gar nicht ungewiß sein. Ganze Haufen strömen ihnen täglich zu, und sie vermehren sich beständig. Es sind aber auch Leute in dem Lande für uns, sie sagen, wenn die Fürsten und Herren den Herzog Wladislaw zu Grunde gerichtet hätten, dann würden sie die Macht und Gewalt gegen das Land richten, und alles an sich reißen, und nach ihrem Willen leben. Mancher Zupan, der nicht in Prag ist, hat die reitenden Scharen der Feinde angegriffen, geschlagen und zerstreut, zwischen manchem kleinen Manne und den Fähnlein der Mährer kömmt es zu Kämpfen, und die Streifer, die von Prag ausgesendet wurden, befehden den Feind, wo sie ihn finden. So ist ein zerstückter Krieg schon in großen Strichen des Landes. Und Tagediebe, die zu keinem Herzoge gehören, und nur Beute suchen, ziehen herum, und greifen jede Schar an, der sie überlegen sind, und erklären sich als Freunde jeder, der sie nicht gewachsen sind. Die Felder zwischen den Feinden und Prag sind verödet und die Ortschaften meistens verlassen.«

Ipoch, ein anderer Mann, wurde vorgerufen, und er sagte das nämliche.

Und ein dritter sprach auch so.

Darauf sagte der Herzog: »Es gefalle euch, Herren, morgen, da der siebenzehnte Tag des Monates Mai gekommen ist, mit dem frühesten Tage in dem großen Saale euch zur Beratung zu versammeln. Alle, die da eine Führerschaft haben, sind geladen.«

Da der Morgen des nächsten Tages anbrach, kamen alle, die geladen worden waren. Sie reihten sich um den langen Tisch. Da sie geordnet waren, kam der Herzog in einem braunen Gewande und einer dunkelbraunen Haube herein. Seinen Oberkörper zierte ein Waffenhemd, und an seiner Seite hing ein Schwert. Neben ihm ging sein Bruder Diepold. Hinter ihm war das Hofgeleite seiner Krieger. Als die Männer eingetreten waren, schloß sich hinter ihnen die Tür, und das Geleite blieb an derselben stehen. Der Herzog aber ging mit seinem Bruder an das obere Ende des Tisches, und sie setzten sich. Nach einem Augenblicke stand Wladislaw auf, und alle Versammelten erhoben sich. Wladislaw entblößte sein Haupt, grüßte und sprach: »Seid willkommen, Herren des Landes, du, Diepold, der einzige von den Sprossen des Stammes Premysl, welcher hier ist, ihr, Bischöfe, Äbte, Pröpste und Priester, ihr, Lechen, Zupane, Führer, und ihr, meine Kmeten meiner Burgflecken! Ich bitte, setzet euch nieder!«

Die Männer setzten sich.

Der Herzog legte seine Haube auf den Tisch, blieb stehen, und sprach: »Es ist endlich dahin gediehen, daß wir über den Entscheid der Sache, die sich in diesen Reichen erhoben hat, beraten, und zu einem Schlusse kommen, der allen lieb ist, und den alle gerne ausführen werden. Ihr habet die Nachrichten vernommen, die über das Land und über die Feinde eingegangen sind, und werdet über dieselben nachgedacht haben. Ich habe den allmächtigen Gott angefleht, daß er mich erleuchte, das vorschlagen zu können, was am sichersten fromme. Ich habe auch mit vielen der weisen einsichtsvollen und guten Männer, die hier versammelt sind, gesprochen. Ihr werdet ebenfalls euer Gemüt zu Gott erhoben, und mit einander geredet haben. Wir wollen nun zum Ende gelangen. Im Hornung des Jahres 1140 bin ich von einer Versammlung der Herren der Länder Böhmen und Mähren auf dem Wyšehrad zum Herzoge dieser Länder erwählt worden. Einige der anwesenden Männer haben mich gewählt, andere nicht, weil sie ihres Versprechens an Sobeslaw gedachten. Sie haben mich aber später anerkannt, und mir gedient. Auch Sobeslaw hat auf seinem Sterbebette seinem Sohne Wladislaw geraten, sich mir zu unterwerfen. So ist das Recht geworden, und so habe ich zwei Jahre ohne Widerrede als Herzog gehandelt. Da hat ein Teil jener Männer, die mich gewählt haben, wieder einen neuen Herzog gewählt. Sie haben eine Kriegsmacht zusammen gebracht, und sind heran gezogen. Wir sind ihnen entgegen gegangen. Auf dem Berge Wysoka konnte es nicht zur Entscheidung kommen, weil sie der Verrat in unseren eigenen Gliedern gehindert hat. Wir sind nach Prag gegangen, und haben uns vor den heiligen Stuhl Premysls gestellt. Sie bauen Geräte aller Art, den Stuhl zu gewinnen. Ich habe gesagt, daß wir mit allen Mitteln, und mit unserer Einsicht und Herzhaftigkeit kämpfen werden, und ihr habt auf dem Berge Wysoka gesagt, daß für das Land der Weg der größten Sicherheit und schnellsten Entscheidung gewählt werden müsse. Ich habe in dieser Stadt gesprochen, daß wir die Mittel beraten werden, wenn wir alles genau wissen. Heute ist nun der Tag, die Mittel zu beraten, und den Weg der größten Sicherheit und schnellsten Entscheidung zu suchen. Schon auf dem Berge Wysoka ist vieles Blut unglücklicher und unschuldiger Leute vergossen worden, jetzt wird vieles Blut in leichtfertigen, freventlichen, unnützen und heftigen Kämpfen vergossen, bis zur Schlacht ist vieles Eigentum vernichtet worden, und wird noch vernichtet. Und es ist gar nicht zu ergründen, was für Elend Wildheit und Zuchtlosigkeit noch kommen kann. Die tapferen und starken Herzen in diesen Mauern werden auf lange Zeit widerstehen, ehe die Feinde in die Stadt kommen. Ja vielleicht müssen die Feinde durch Zeit und Leiden aufgerieben von der Belagerung abstehen, und die Stadt verlassen. Aber der Krieg ist dann nicht beendet, und der Weg der schnellsten Entscheidung ist nicht betreten. Die Zahl der Feinde ist weit größer als die unsrige. Und wie streitbar unsere Schar auch ist, und wenn sie im offenen Felde auch immer siegte, so kann sie schnelle Entscheidung nicht bringen. Mit meinem Bruder Heinrich werden Männer aus dem Lande Budissin kommen; aber ihre Zahl wird nicht hinreichend sein. Wir können in dem Lande werben; aber die Feinde werben auch, und die Zeit des Unheils geht indessen immer fort, weil die Werbezeit lange sein muß. Da ist nun mein Gedanke, daß jetzt Hilfe von außen notwendig ist. Mein Schwager Leopold, der Sohn Leopolds, des Markgrafen von Österreich, würde sie bringen, aber ihr wißt, daß er zu Altaich in Bayern nach dem Kriege, den er gegen den Wittelsbacher so herrlich geführt hat, gestorben ist. Sein Bruder Heinrich, mein anderer Schwager, ist wieder im Kriege um das Herzogtum Bayern. Aber da ist mein Nebenschwager, Konrad, der König der Deutschen, der Stiefbruder meiner Gemahlin Gertrud, die mit ihm von Agnes der Tochter des unglücklichen Kaisers Heinrich abstammt. Diesem Kaiser Heinrich ist auch mein Oheim Boriwoy gegen seinen aufrührerischen Sohn Heinrich zu Hilfe gezogen. Ich habe an den König Konrad gesendet. Er will aus Liebe zu seiner Mutter Agnes, aus Liebe zu seiner Schwester Gertrud, aus Liebe zu seinem Großvater, dem gestorbenen Kaiser Heinrich, und aus Dankbarkeit gegen Böhmen Scharen gewähren, die ergiebig sein sollen. Ihr, geliebten Freunde und Kampfgenossen, bleibt in der Stadt, und haltet den Feind von ihren Mauern zurück; ich gehe mit wenigem Geleite, daß ihr nicht geschwächt werdet, zu Konrad, werbe auf dem Zuge, kehre mit seinen Kriegern und mit denen, die ich aus unserem Lande gezogen habe, zurück, und schlage vor den Mauern hier die Schlacht. Die Feinde können in einigen Tagen vor diesem Berge sein, und unsere Handlungen dürfen nicht zögern. Ich habe gesprochen, und fordere die Herren aus den Ländern auf, ihre Meinung zu sagen.«

Nach diesen Worten blieb der Herzog noch einige Augenblicke stehen, dann setzte er seine Haube auf, und ließ sich auf seinen Stuhl nieder.

Es war eine kleine Zeit stille.

Da erhob sich der Bischof von Prag von seinem Stuhle, und sprach: »Hoher Herr, treuer Sohn der Kirche! Ich glaube, du hast den kürzesten Weg zum Heile und zur Sicherheit angedeutet, wie wir auf dem Berge nach der Schlacht gesagt haben, daß es der kürzeste sein müsse; ich glaube, du sollst diesen Weg wandeln, und Gott segne dich, und seine Himmelsscharen geleiten dich.«

Und der Bischof setzte sich wieder auf seinen Stuhl nieder.

Dann erhob sich Zdik der Bischof von Olmütz, und sprach: »Ich glaube, damit das Unheil vermieden werde, das die früheren Nachfolgekämpfe gebracht haben, sei kein anderes Mittel möglich, als welches der erlauchte Herzog ausgesprochen hat.«

Dann setzte er sich wieder nieder.

Der Abt von Kladrau sprach: »Möge deine gute Absicht, hoher Herr, eine gedeihliche Vollendung finden.«

Der Abt Gezo von Strahow sagte: »Wir hoffen, daß der Freund im hinreichenden Maße eintreten wird.«

Der Abt von Brewnow sagte: »Er wird es tun, wie wir ihm ja auch vor drei Jahren gegen die Sachsen Zuzug geleistet haben.«

Hierauf sprach kein Priester mehr.

»Und was sagt mein Bruder Diepold?« fragte der Herzog.

Diepold erhob sich, und sprach: »Du bist das Haupt unseres Geschlechtes, der Wladyk unseres Stammes, ich unterwerfe mich deinem Willen.«

Dann setzte er sich wieder nieder.

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