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Winternächte

Arthur Fitger: Winternächte - Kapitel 8
Quellenangabe
authorArthur Fitger
titleWinternächte
publisherSchulzesche Hof-Buchhandlung und Hof-Buchdruckerei
yearo.J.
printrunVierte Auflage
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20180828
projectid886d2abe
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Gelegentliches.

Buchschmuck

Faust's Schatten.

An Charles Darwin.
12. Februar 1879.

»Geheimnißvoll am lichten Tag
Läßt sich Natur des Schleiers nicht berauben,
Und was sie Deinem Geist nicht offenbaren mag,
Das zwingst Du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben.«

Wen hat durchbebt wie mich das Wort,
Das hoffnungslose, da den Hort
Der Weisheit und der Wissenschaft zu heben,
Ich hingeopfert Glück und Ruh und Leben!
Vor meiner Seele glomm ein Dämmerschein
Geahnter Wahrheit, blaß wie Nebelstreifen;
Doch frommte nicht Krystall, noch Todtenbein,
Noch Bücherwust, das Traumbild zu ergreifen.
In Herzensqualen, tief um Mitternacht,
Bannt' ich herauf den Geist der Erde,
Den Geist des ew'gen Stirb und Werde;
Doch in den Staub sank ich vor seiner Macht.
Geblendet von der unermeßnen Fülle
Der Creaturen stürzt' ich hin;
Je mehr ich sucht', je dichter ward die Hülle,
Je mehr ich gab, je karger der Gewinn.
So ist dem Wandrer, dem der Wüstensand
Betrüglich spiegelt das ersehnte Land:
Die Kuppel strahlt, die Zinne silberhell,
Die Palme schwankt, in's Becken springt der Quell;
Er schaut und schaut, bis sich sein Blick umnachtet,
Bis einsam durstend er im Sand verschmachtet.
Da hab' ich mir, da hab' ich Gott geflucht,
Und hab' den Bund der Finsterniß gesucht;
Im frevelhaften Taumel des Genusses
Hab' ich mein brennend Herz berauscht
Und schwelgend an dem Born des Ueberflusses
Für Geistesqual mir Sinnenlust ertauscht.
O frage Keiner, welches Leid ich litt,
Wohin ich floh, trug ich die Sehnsucht mit!
Umsonst Gelag und Jagd und Spiel und Wein,
Treu wie mein Schatten folgte mir die Pein;
Umsonst der Schwanerzeugten Liebesarm,
Treu wie mein Schatten folgte mir der Harm.

Geendet hab' ich längst. Die Seele floß
Hinab zur Wiese voll Asphodelos,
Wo unbeseligt, aber schmerzenleer
Ich branden seh des Erdenlebens Meer.
Dort sah ich ihn, der Ruh', der Sonn', und Flucht
Der Erde gab, und ihn, der im Getriebe
Der Welten wie im Fall der reifen Frucht
Die allanziehende erkannt, die Liebe,
Und ihn, den Jud und Christ verstieß, den Denker
Der Gott-Natur, und ihn, den Geisteslenker,
Den Führer, der das Banner der Vernunft
Zum Sieg getragen ob der dunklen Zunft.
Ich sah den Dichter, der mit Feuerzungen
Und Engelsstimmen mein Geschick besungen,
Der, wie einst ich gerungen, glühend rang
Und rein'ren Geist's den Höllengeist bezwang;
Propheten all' des ewig Einen Lichts,
Ziehn sie dahin verklärten Angesichts.

*

Nun schau ich Dich! Von Allen, die ich sah,
Erhabner Greis, o, fühl ich Dir mich nah!
Was ich geahnt, Dir ward es klar;
Was ich geträumt, Dir ward es wahr;
Du hast gleich mir des Erdgeists Licht gesehn;
Ich brach zusammen, aber Du bliebst stehn,
Und fest im Sturm der wechselnden Erscheinung
Sahst das Gesetz Du, sahst Du die Vereinung.
O wärst Du, da des Lebens warmer Zug
Die Brust mir hob, da heiß der Puls noch schlug,
O wärst du tröstend damals mir genaht,
Nicht in Verzweiflung führte mich mein Pfad
Dem Abgrund zu, nicht in das Garn des Bösen.
»Wie wirr sich auch der Knoten schlingt,
Der Rätselknoten ist zu lösen,
Der Riegel fällt, die Pforte springt.
Und wenn der Geist in engen Erdenschranken
Des eignen Ichs Geheimniß nimmer faßt,
Wälz' ab unmutigen Grübelns Last,
Hinaus in's Leben richte die Gedanken!
Da ringt die Creatur auf tausend Wegen
Vollkommnerem, Vollkommenstem entgegen,
Da ringe mit! Ob dunklem Ziele zu,
Ob sonder Ziel – ob ew'ge Tat, ob Ruh
Das Loos ist des Lebendigen – genug!
Die Welt hat Raum auch für den höchsten Flug!«

Hell aus des Orcus ödem Schattental
Schwingt sich mein Gruß hinauf zum Sonnenstrahl:
Heil Dir, erhabner Greis! Auf neuer Bahn
Zu neuen Höh'n führst Du die Menschheit an;
Du darfst zum Augenblicke sagen;
Verweile doch, du bist so schön!
Es kann die Spur von Deinen Erdentagen
Nicht in Aeonen untergehn.

*

Zur Enthüllung des Scheffel-Bildes im Bremer Ratskeller.

Die Luft ist so dunkel und kühle
Und ruhig fließt der Wein,
Da stellen die höchsten Gefühle,
Die blühendsten Träume sich ein.
Es gährt in den Fässern verdächtig,
Schon drückt der Philister sich sacht;
Heut ist die Geisterwelt mächtig,
Heut in der Walpurgisnacht.

Es regt sich und raunt in den Mauern
Als grollt' ein alter Granit,
Als jodelten Ichthyosauren
Ein petrefactisches Lied.
Mir ist', ich säß in der Schenke
Zum feurigen Tazzelwurm
Mit den Varussiegern und tränke
Mir 'nen altassyrischen Sturm.

Halloh! Perkeo, du kleiner,
Im Dunklen erkenn ich dich wohl!
Du trinkst mit dem Rodensteiner
Im Untercamisol,
Indessen der Knapp' mit dem Sohne
Perusias schwiemelt und lumpt,
Der vom letzten Postillone
Die letzte Hose gepumpt.

'S is halt ein verflucht feiner Troppen –
Herr Spazzo, der Kämmerer, lacht –
Zum Wohlsein! Es kommt euch ein Schoppen,
Ihr beiden auf Numero acht!
Kapuzen an Fässern und Tischen
Psalliren den feuchten Choral,
Und grüßend flattert dazwischen
Säckinger Trompetenschall.

Da ruft Heidigeigei, der Kater:
»Silentium, ihr Geister, und seht,
Dort schaut von der Wand unser Vater
Als lebensgroßes Porträt.
Schmollirend trinkt er mit Flacco
Elysiums edelsten Most;
Nun ruft dem Erzeuger – Per Bacco! –
Ein fernhindonnerndes Prost!«

Da jubeln die lust'gen Gesellen,
Da jauchzt das phantastische Heer;
Das donnert, als grüßten die Wellen
Der Nordsee das schwäbische Meer,
Als rieben zehntausend Giganten
Einen Ursalamander darein; –
Wir staubgeborne Kneipanten –
Per Bacco! – wir stimmen mit ein.

*

Zur Enthüllung des Anakreon-Bildes im Bremer Ratskeller.

Es sang der Greis Anakreon
Vor ziemlich vielen Jahren schon:
»Zum Teufel scheer' sich, wer beim Wein
Mir kommt mit Kannegießerein.

Wer aber wie das Grillchen singt
Und ohne Grillen tapfer trinkt,
Den liebt, und wär' er alt und grau,
Aus Lesbos noch die schönste Frau.

Am phrygischen Gestad, o weh!
Zum Felsen ward Frau Niobe;
Ach Gott, würd' ich Pomade nur,
Mein Schatz, in deiner Haarfrisur.

Mein Schatz, wenn du mir's Küssen wehrst,
Besinne dich und trink mal erst,
Denn meistens stellet sich beim Wein
Courage auch zur Liebe ein.

Ich liebe rechts, ich liebe links,
Und wo's was Gutes giebt, ich trink's,
Und esse Taubenbraten gern,
Und sterb' an einem Traubenkern.«

So sang der Greis Anakreon;
Man hört' hier im Senat davon,
Man hört' es in der Bürgerschaft
Und hat sein Bild sich angeschafft.

Drum liebe Söhne Bremas hört
Die Weisheit, die der Graukopf lehrt;
Sonst wär das Bild umsonst gemalt,
Und all das Geld umsonst bezahlt.

*

Die Erfindung des Pinsels.

Wie ist das Deutsch oft so gemein!
Statt »Glück« zum Beispiel sagt's auch »Schwein«;
Doch wer erkennt den Samen,
Den mythisch tief verhüllten Keim,
Zu diesem schnöden Namen?

Drum hört, der Mythus lautet so:
Als Zeus in dulci jubilo
Die ganze Welt beglückte,
Da dient' ein Schwein ihm zum Symbol,
Das er geschickt zerstückte.

Der Schinken ward von Fürstenfaust
Und Pfaffenfinger gleich gemaust;
Die Ritter hoher Orden,
Sie griffen gierig nach der Wurst; –
Sind selber Wurst geworden.

Der Bau'r und Bürger nahm den Speck;
Olympus' Räucherbodeneck
Darf der Poet behorsten;
Dem Maler aber blieben nur
Die abgeschabten Borsten.

Der Aermste zog ein lang Gesicht:
»Die alten Borsten mag ich nicht,
Doch soll mich's nicht geniren;
Ich binde mir 'nen Pinsel draus
Und will mein Glück probiren.

Grüß Gott, Frau Musa, tritt herein,
Mit deinem lichten Glorienschein
Mich freundlich anzustrahlen.
Und gab die Welt die Borsten mir,
Will ich der Welt was malen.«

*

Waldfrieden.

Sei mir gepriesen,
Kühles Waldesrauschen;
Laß von dir des Lebens
Weisheit mich erlauschen.
Frühling betört nicht,
Winter zerstört nicht
Deine heil'ge Ruhe.

Was ich begehre,
Leidenschaftdurchlodert –
Einst kommt die Stunde,
Da es ruhig modert;
Blumen verwehen,
Früchte vergehen,
Schmucklos starrt der Winter.

Was ich besessen,
Was ich, ach! verloren,
Fern wie ein Echo
Schwebt mir's vor den Ohren.
Wirbelt zu Staube
Laub auch mit Laube,
Lenz bringt alles wieder.

Das ist ein Ringen,
Sieggewaltig Schaffen,
Das ist ein müdes
Sinken und Erschlaffen.
Herz, o mein Herze,
Zwischen Lust und Schmerze
Göttlich wohnt der Frieden.

*

Herbstlied.

Im dunklen Purpurkleide
Auf Wald und Feld und Haide,
Wie prangst du, goldner Herbst,
Der du mit vollen Händen
In jauchzendem Verschwenden
Die weiten Lande färbst!
Durch Busch und Wald, durch Busch und Wald
Zu Deinem Preis mein Lied erschallt;
Durch Busch und Wald, durch Busch und Wald
Mein preisend Lied erschallt.

Die Vögel sind entwichen,
Die Blumen sind verblichen,
Gespeichert ist das Korn;
Schon ahnen rings die Blätter
Im fernen Groll der Wetter
Des Winters eis'gen Zorn.
Doch todestrotzig schmücken nur
Sich reich und reicher Wald und Flur;
Doch todestrotzig schmücken nur
Sich reicher Wald und Flur.

Wohlan, o Seele, kränze
Dich reicher denn im Lenze,
Weil Sturm und Schnee dir dräut;
Stimm' an den schönsten Psalter,
Denn morgen kommt das Alter
Und jung bist du noch heut.
Stimm' an, stimm' an aus vollster Brust
Das Lied der ew'gen Lebenslust;
Stimm' an, stimm' an aus voller Brust
Das Lied der Lebenslust.

*

Waldmärchen.

War einst ein jung, jung Königssohn,
Der zog in den grünen Wald.
Was trieb er auf aus Busch und Dorn?
Ein Weib, und das war alt.

»Gott grüß, Gott grüß dich Königssohn!
Ich hex' dich in einen Hund;
Es sei denn, daß du mich küssen willst,
Ja küssen auf meinen Mund.«

Sie sah ihn an mit Zauberblick;
Er konnte nicht widerstehn;
Er hat das alte Weib geküßt –
Da war's um ihn geschehn.

»Schau her, schau her, jung Königssohn,
Schau mir in's Angesicht;
Ich bin so alt wie Fels und Wald
Und altre dennoch nicht.«

O rosige Wangen, nachtblaues Aug'!
O strahlend goldnes Haar!
O süßer, liedersüßer Mund,
Berauschend wunderbar!

Im Dickicht spielt der Sonnenschein,
Da girren der Tauben zwei;
Da sank er trunken an das Herz
Der Waldespoesei.

*

Hymnus auf das goldene Kalb.

Auf! In Feierchören
Singt ein Lied zu Ehren
Dem erhabnen, großen, gold'nen Kalb!
Heil dir großer Götze!
Mosis zehn Gesetze
Liegen längst im Staube deinethalb.
Schmückt den Altar!
Das gold'ne Kalb beherrscht die Welt,
Schmückt den Altar! –
Das gute, gelbe Geld.
Und wenn das gold'ne Kalb nicht wär',
Wo käme so viel Rindvieh her?
Schmückt den Altar!
Das Kalb beherrscht die Welt.

Göttern zu Gerichte
Sitzt die Weltgeschichte;
Einen nach dem andern dankt sie ab:
Baal ward marode,
Zeus ist aus der Mode,
Wodan und noch mancher ward schabab.
Schwingt euch im Tanz!
Doch unser Kälbchen ist von Gold;
Schwingt euch im Tanz! –
Darum sind wir ihm hold.
Die Götter kommen und vergehn,
Doch ewig wird das Kalb bestehn;
Schwingt euch im Tanz!
Dieweil es ist von Gold.

Längst bei Kauf und Tausche
Hat der weise Mausche
Dieses Kalb zum Schutzgott sich erkürt;
Aber jetzo ahnen
Auch Indogermanen,
Daß ein hoher Cultus ihm gebührt.
Rosen herbei!
Denn heute soll die Hochzeit sein;
Rosen herbei!
Das gold'ne Kalb soll frein.
Wir geben ihm zur Gattin mit
Den Märchen-Esel Bricklabrit;
Rosen herbei!
Heut' soll die Hochzeit sein.

Jetzo, großer Darwin,
Zeig mit deinem Scharfsinn,
Welch ein Junges diesem Paar gelingt;
Ob vielleicht in Zukunft
Eine Esel-Kuh-Zunft
Sich die Herrschaft dieser Welt erringt.
Singt ihm Triumph!
Am Ende zeugt der Ehebund –
Singt ihm Triumph! –
Noch gar den großen Hund,
Auf den, da doch kein Sträuben frommt,
Der Genius der Menschheit kommt –
Singt ihm Triumph! –
Den großen, bösen Hund.

*

Schnadahüpfeln.

O Herberg' »Zur Erde«, wie Gall' ist dein Wein,
Dein Fisch ist wie Schlange, dein Brot ist wie Stein!
Das Bett nur, das Bett ist geruhig und kühl;
Da weckt mich kein Hausknecht vom Hobelspanpfühl.

*

Der Igel und die Iglin, die lieben sich sehr;
Ach wenn nur die Wonne so stachlig nicht wär!
O Liebe, ja Liebe, du göttliche Gunst;
Aber heil dabei bleiben, das ist halt die Kunst!

*

Die Kammer voll Mücken, das Bett voller Flöh,
Und das Herz voller Reue; nun schlafe Monsieur.

*

Ich weiß einen Walzer, den walzt man allein:
O schlafloses Wälzen auf dem Lager der Pein!

*

Sie bauen am Kloster, sie graben am Bronn,
Sie graben zu Tag ein' vermauerte Nonn'.
Lebendig begraben, lebendig verscharrt;
Grüß Gott, Bruder Schädel; ich kenn's, es ist hart.

*

Das Glück und den Sommer, ich merkte sie kaum,
Ich dehnte mich schläfrig auf Rosen und Flaum;
Doch nun kam der Winter, und ich bin erwacht:
Auf dornigem Lager, wie endlos die Nacht!

*

Den Pöbel zu bessern, wahrhaftig, tut Not;
Aber nöt'ger die Großen; am nötigsten Gott.

*

Ich bin schon so weiß und du blühst noch so rot;
O Jüngling, Titane, schier neid' ich mich todt;
Ich bin schon so weis' und du bist noch so grün;
Ich lache dich aus, junger Hans Harlekin.

*

Gieb hin, was dir lacht und die Tage dir würzt,
Denk', wie jenem Jagdhund den Schweif man gekürzt.
Nicht Alles mit Einem nimmt dir das Schicksal;
Bei Kleinem, bei Kleinem erneut es die Qual;
Wirf den Rest ihm des Glücks zu mit eigener Tat;
Wohl dem, der da Nix zu verlieren mehr hat.

*

Gern führ' ich ins Grab hin; nur Eins tut mir weh:
Ich klag', daß ich da bin, du klagst, wenn ich geh.

*

Ich will dich ja lieben, aber heirathen nicht;
Dieweilen man Kinder im Ehstande kriegt.
Eh man sich's versieht, in der Wiege was schreit;
Doch schon vor der Geburt tut das Kleine mir leid,
Und wüchs' es gar auf als verständ'ge Person,
Den Verstand zu verlieren, das hätt' es davon.

*

Was der Tod für'n Blumennarr ist! jedes Grab steht in Flor;
Wo das Glück eingescharrt ist, blühn Lieder hervor.

*

»Und scheinst du ein Held dir, der Thränen entwöhnt;
O weine, wenn's innen dir sehnet und dröhnt!«
Ja weinen, ja weinen, wer das einmal könnt'!
Ich kann nur noch lachen, wenn's Herz mir verbrennt.

*

Die Lärmtrommel donnert, das Querpfeiflein gellt;
Wer hört noch das Röcheln des Todes im Feld?
Schlagt Wirbel, ihr Reime, gellt auf, überdröhnt,
Wie mein sterbendes Herz auf dem Schlachtfelde stöhnt.

*

»Das Beste von Rom sollt dem Abgrund ihr weihn!
Und zur Rettung der Stadt sprang der Curtius hinein.
So war es; so ist's. Noch heißt's heute: »Bezahl,
Daß du fortexistirest, dein best's Ideal.«

*

»Nun fahr' ich zu Ball in dem zierlichsten Frack
Und poussire die Damen mit Witz und Geschmack,
Und eben noch wälzt' ich mich schluchzend im Sand;
Was ist doch der Mensch für ein Erzkomödiant!

*

O wie fein ist mein Scharfsinn, wie listig verspürt
Er die Tollheit, die heimlich ihn unterminirt!

*

Euch, die ihr mein Leben vergälltet so gern,
Euch will ich vergeben im Namen des Herrn.
Mir brodelt im Kelche so schwarzbittrer Gischt;
Ich spüre nicht, welche Gewürz' ihr drein mischt.

Buchschmuck
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