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Wildefüer

Paul Schreckenbach: Wildefüer - Kapitel 2
Quellenangabe
typefiction
authorPaul Schreckenbach
titleWildefüer
publisherL. Staackmann Verlag
printrun54.-58. Tausend
year1936
firstpub1919
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20071206
projectid3d5b6a27
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Über Goslar, die alte Kaiserstadt am Harz, war schweres Leid hereingebrochen. Seit fast einer Woche bimmelte Tag für Tag unaufhörlich das Totenglöcklein, um in die Weite zu rufen, daß wieder jemand des Todes verblichen sei. Ein zugereister Schuhmachergeselle aus Braunschweig hatte die Pest in die Mauern eingeschleppt. Er selbst war gestorben, und mit unheimlicher Schnelligkeit hatte die Krankheit um sich gegriffen. Am ersten Tage waren der Seuche zehn Menschen erlegen, am zweiten schon die doppelte Zahl, und seitdem waren der täglichen Opfer noch mehr geworden. Eine furchtbare Angst hatte die Gemüter erfaßt. Die sonst so belebten Straßen der reichen Stadt waren fast verödet, niemand wagte sich aus seinem Hause heraus, weil alle die Ansteckung fürchteten. Die meisten Läden waren geschlossen, viele Handwerker feierten mit ihren Gesellen, nur die Sargtischler hatten schwere Arbeit Tag und Nacht.

»Das ist ja, als ob man über einen Kirchhof ritte«, sagte ein großer, ganz in Eisen gekleideter Mann, der vom Vititore her sein schweres Roß dem Markte zulenkte. »Es scheint eine sonderliche Furcht über die Leute hier gekommen zu sein. Bei uns in Hildesheim ist ja auch, Gott sei's geklagt, die Seuche, aber auf den Gassen merkt man nichts davon.«

Der Mann im Priestergewande, der neben ihm ritt, nickte. »Bei uns sind noch nicht viele gestorben, und ich denke, es wird auch so schlimm nicht werden.« Nach einer Weile setzte er mit einem finsteren Blick hinzu: »Mir kann's nur recht sein, daß die Gassen hier so leer sind. Dieses Kleid« – er schlug sich mit der flachen Hand gegen die Brust – »stand vor kaum zehn Jahren hier noch in hohen Ehren. Aber seitdem die vermaledeite Lutherei ihren Einzug in Goslar gehalten, ist es beinahe gefährlich geworden, sich damit zu zeigen. In Braunschweig haben mich die Buben mit Kot und Dreck geworfen, und ich mußte in ein Haus flüchten, wo ich aber auch nur Hohn und Spott fand. Damals gelobte ich mir: Du gehst sobald nicht wieder in eine Stadt, wo die Martinsche Sekte regiert. Ich hätte wohl auch den Ritt für keinen anderen denn für Euch getan, Herr Bürgermeister Wildefüer, für Euch und Euren Schwäher, den ich hochachte.«

»Ich rechne es Euch hoch an, Herr Oldecop, und werde es Euch nimmer vergessen. Aber seid getrost, wenn ich dabei bin, krümmt Euch kein Mensch ein Haar.«

»Das meine ich auch. Zwanzig Meilen um Hildesheim herum kennt Euch ja wohl jedes Kind, und wer Euch kennt, der bindet lieber mit dem Teufel an als mit Euch. Unter Eurem Schutze fährt man sicher seine Straße dahin. Ich wäre aber auch hierhergeritten, wenn Ihr mich nicht in eigener Person hättet geleiten können, allein mit denen da.« Er wies über die Schulter zurück auf die beiden Knechte, die in einiger Entfernung hinter ihnen auf mageren Kleppern folgten. »Ich hätte Herrn Klaus von Hary nicht sterben lassen ohne den Trost unserer heiligen christkatholischen Religion, nach dem er verlangt. Ich denke, Ihr glaubt mir das.«

»Ja, das glaube ich Euch«, erwiderte der Bürgermeister. »Furcht ist nicht Eure Sache, und Ihr seid ein treuer Priester unserer Kirche, wie es deren jetzt nicht allzu viele gibt. Gott gebe nur, daß wir nicht zu spät kommen!«

Sie waren während dieser Reden auf dem Markt angelangt, der im grellen Sonnenschein, aber vollkommen tot und menschenleer vor ihnen lag. An dem stattlichen Gildehause ritten sie vorüber und machten halt vor einem alten, hohen Steinhause, schräg gegenüber. Wildefüer schwang sich rüstig aus dem Sattel und half auch dem Priester beim Absteigen, noch ehe die Knechte heran waren. Er ließ ihm auch den Vortritt, als sie nun das Haus betraten, das unverschlossen war, aber in tiefem Schweigen dalag, als sei es unbewohnt.

»Holla!« rief Wildefüer, aber es regte sich nichts. »Er wird oben liegen in seiner Kammer, kommt, Herr Oldecop«, sagte er und schickte sich an, die Diele zu durchschreiten. Da kam ein leichter Schritt die Stufen herab, die im Hintergrunde des großen Gemaches zu dem oberen Stockwerke hinaufführten, und ein Mädchenkopf bog sich über das Holzgeländer der Treppe. Von oben herab fiel ein verirrter Sonnenstrahl gerade auf ihr Haar, so daß es aufleuchtete wie gesponnenes Gold. Ihr Antlitz aber war totenbleich, die großen rehbraunen Augen vom Weinen gerötet.

»Lebt dein Vater noch, Lucke?« rief Wildefüer ihr hastig entgegen.

Das Mädchen flog die letzten Stufen herab und klammerte sich an ihn an wie eine Tochter an ihren Vater. Ihre Antwort war ein Strom von Tränen.

»Er ist tot?« fragte er nach einer Weile.

»Er liegt seit einer Stunde still und starr. Ich weiß nicht, ob er tot ist oder noch lebt.«

»Ist niemand bei dir, Kind? Wo sind Hinnerk und Marthe?«

»Sie sind schon gestern fortgelaufen, wollten nicht in dem Pesthause bleiben. Ich bin allein beim Vater.«

»Die Bande!« sagte Wildefüer grimmig. Dann legte er ihr sanft die schwere Hand aufs Haupt.

»Hättest mich schon ehegestern rufen sollen, Kind! Dann wärest du nicht so lange allein gewesen« sagte er mit weicher Stimme. »Aber du dachtest wohl nicht, daß es so schlimm sollte werden. Es genesen ja auch viele von der Seuche. Doch nun führe uns zu ihm! Kommt, Herr Oldecop! Hoffentlich ist's noch nicht zu spät.«

Das Mädchen ließ seine Hand nicht los, während sie die Treppe emporschritten. Droben öffnete sie eine Tür und ließ die beiden Männer zuerst eintreten.

Herr Klaus von Hary lag in einem nicht hohen, aber weiten Gemach auf seinem breiten Ehebette, in dem er seit Jahren einsam schlummern mußte, da seine Gattin ihm schon längst hinweggestorben war. Sein hagerer Leib war unter der dünnen Federdecke lang ausgestreckt, die linke Hand hing schlaff neben der Bettstatt herunter, so daß sie fast den Boden berührte, seine Augen waren geschlossen. Er glich einem bereits Verstorbenen.

Oldecop trat rasch an ihn heran, ergriff die herabhängende Hand und suchte den Puls. »Es ist noch Leben in ihm,« sagte er nach einer Weile mit einem Seufzer, »aber es geht wohl bald zu Ende. Die heilige Kommunion kann er nicht mehr empfangen, aber die letzte Ölung will ich ihm geben, auf daß er doch nicht ganz ohne die heiligen Sterbesakramente hinübergehe.«

Er entnahm hastig die heiligen Gefäße dem Beutel, den er mitgebracht hatte, stellte sich dann neben dem Todkranken auf und begann die vorgeschriebenen Gebete. Wildefüer sank sogleich auf die Knie nieder und faltete die Hände, und die junge Lucke folgte seinem Beispiele.

Als die heilige Handlung vorüber war, erhob sich der Bürgermeister, setzte sich auf das Bett und legte seine Hand auf die Stirn des Kranken. Er zog sie aber sofort zurück, denn die Stirn fühlte sich eiskalt an. »Er ist wohl schon tot«, murmelte er, und eine tiefe Traurigkeit breitete sich über seine Züge.

»Erlaubet, daß ich Euch warne, Herr«, sagte der Priester. »Daß ich ihn berührte, war nötig; daß Ihr ihn berührt, ist unnötig und setzt Euch der Gefahr aus.«

»Ach was!« entgegnete Wildefüer gleichmütig. »Habt Ihr Angst, Oldecop? Ihr? Das nähme mich wunder!«

»Angst habe ich nicht, aber man soll Gott nicht versuchen. Auch sollte ein Mann wie Ihr allezeit bedenken, daß er nicht sich allein lebt, sondern anderen, und daß sein Tod ein großes Unglück wäre für alle, die auf ihn bauen!«

»Bin ich wirklich so nötig, wie Ihr meint, so wird Gott mich schon zu bewahren wissen«, erwiderte Wildefüer. »Zudem, Herr Oldecop, habe ich immer die Regel bestätigt gefunden: Die Seuche geht dem aus dem Wege, der ihr mannlich standhält und nicht vor ihr flieht. Habt Ihr nicht gehört, was der Wittenberger getan hat, als die Pest war in seiner Stadt? Er hat sie alle angerührt, einer soll in seinen Armen gestorben sein. Soll ich weniger Mut zeigen als der Erzfeind unserer Kirche?«

Der Priester schüttelte unwillig sein großes Haupt. »Mit dem, Herr, vergleicht Euch nicht, richtet Euch nicht nach ihm und ahmt ihm nichts nach. Dem kann nichts etwas schaden, denn er steht unter einem besonderen Schutze. Es gelingt ihm alles, bis dann das bestimmte Stündlein kommt, da sein Schutzpatron mit ihm abfährt.«

Wildefüer nickte. »Ihr möget recht haben. Wenn aber ein Mann so viel Mut beweist, weil er sich unter dem Schutze des Teufels weiß, so müssen wir dreimal so viel Mut beweisen, da wir uns unter dem Schutze Gottes wissen. Ihr und ich« – er hielt plötzlich inne und fuhr nach dem Lager des Sterbenden herum, denn ein schwacher Laut war von dort an sein Ohr gedrungen.

»Klaus! Mein alter Klaus!« rief er voller Freude. »Lebst du noch? Erkennst du mich?«

Der Kranke hatte die Augen aufgeschlagen und richtete auf ihn einen Blick, der erkennen ließ, daß er bei Bewußtsein war und ihn erkannte. Aber vergebens bemühte er sich, das Haupt aus den Kissen zu erheben und zu sprechen. Nur einzelne abgerissene Silben drangen an das Ohr Wildefüers, der sich tief auf ihn herniederbeugte und angestrengt lauschte.

»Ich weiß nicht, was er will«, sagte er nach einer Weile bekümmert. »Mich dünkt, er redet von einem Kasten.«

»Ach, Ohm Wildefüer, dann weiß ich, was er meint«, rief Lucke und trat von dem Türpfosten, an dem sie bisher gelehnt hatte, mit schnellem Schritt auf einen Wandschrank zu. Dem entnahm sie einen kleinen Kasten, dem der Schlüssel ansteckte, und bot ihn dem Bürgermeister dar. »Er hat etwas aufgeschrieben vor drei Tagen, das sollte ich Euch zu lesen geben. Es ist wohl sein letzter Wille.«

Als der Kranke das Kästchen in Wildefüers Hand erblickte, glänzte sein Auge hell auf. Nach vielen vergeblichen Anstrengungen, sich verständlich zu machen, gelang es ihm schließlich, das Wort »Lies!« deutlich über die Lippen zu bringen.

Wildefüer öffnete den Kasten, der mit Papieren gefüllt war. Obenauf lag ein zusammengefalteter Zettel. »Das ist es, was der Vater geschrieben hat«, sagte Lucke.

»Lies! lies!« tönte es noch einmal gurgelnd, aber wohlvernehmbar von dem Lager her.

Wildefüer entfaltete das Papier und folgte dem Wunsche seines sterbenden Freundes. Er las laut und langsam, was da geschrieben stand. Manchmal stockte er, denn die Hand, die diese Schriftzeichen aufs Papier gebracht hatte, war wohl schon sehr unsicher gewesen, und so war manches Wort kaum zu entziffern. Auch übermannte ihn hie und da die Bewegung, und seine Stimme zitterte merklich.

Der letzte Wille des Herrn Klaus von Hary war sehr kurz gefaßt. Er lautete: »Meinem lieben Schwager, dem ehrbaren, fürsichtigen, weisen und gestrengen Bürgermeister zu Hildesheim Hans Wildefüer, dem Gott gnade. Sonderlich lieber Schwager und Freund! Die böse Krankheit hat mich ergriffen, und ich fühl's, ich werde nicht wieder aufkommen, sondern sterben. Darum so befehle ich Deiner Huld, Güte und Treue meine liebe Tochter, die als Waise in dieser Welt wird bleiben, und bitte Dich und Deine Frau, meine liebe Schwägerin Mette, Ihr wollet sie in Euer Haus aufnehmen und sie halten als Euer eigen Kind. Ich bestalle Dich auch zu ihrem Pfleger und Vormund an meiner Statt, bitte Dich auch höchlichst um Gottes willen, Du wollest das Amt annehmen und Dir lassen meine Tochter befohlen sein. Dir lasse ich all mein Gewaffen und meine Rosse als Angedenken an mich, denn Du bist jederzeit mein liebster Freund gewesen. Mein Haus und Hof und Geld und Gut lasse ich meiner Tochter Lucke, die mir ein gutes und gehorsames Kind gewesen ist. Siehe zu, daß sie in allen Dingen zu ihrem Recht komme. Wenn Christofer von Hagen wieder heimkehrt nach Hildesheim, so will ich nichts mehr dawider haben, daß sie ihn zum Manne nimmt, denn ich erkenne wohl, daß sie ihm von Herzen zugetan ist. Aber er soll Dir zuvor einen leiblichen Eid in die Hand schwören, daß er sich der Lutherei und aller anderen Ketzerei für ewige Zeit will enthalten und fest bleiben will bei unserer alten, heil'gen christkatholischen Religion, der wir beide, ich und Du, zu aller Zeit sind treu gewesen. Dazu ermahne ich Dich mit allem Fleiße und bitte Dich, Du wollest nimmermehr dulden und zulassen, daß meine Tochter in Gefahr komme, ihrer Seelen Seligkeit zu verlieren. Du wollest auch tausend Gulden nehmen von ihrem Erbteil und sie geben an das Kloster Sankt Michaelis in Hildesheim, auf daß die heilige Messe gelesen werde für meine arme Seele in jedem Jahre am Tage meines Todes und am Tage Sankt Nikolaus, da ich geboren bin. Und nun befehle ich Euch alle der Gnade Gottes und seiner Heiligen. Ich kann nicht mehr schreiben. Es zieht mir die Finger zusammen. Gott sei mir gnädig. Amen.«

Als Wildefüer das Blatt sinken ließ und seinem Freunde ins Antlitz schaute, erkannte er an dem klaren Blick seiner Augen, daß der Kranke völlig bei Bewußtsein war. Aber mit Staunen und voller Ergriffenheit sah er, daß eine große Angst aus seinem Blicke sprach, als zweifle der Sterbende, daß ihm seine letzten Wünsche auch erfüllt werden würden.

»Klaus Hary«, sagte er und legte seine Hand wieder auf des Freundes eiskalte Stirn, »wenn es denn Gott oder der Teufel will, daß du schon sterben mußt, so stirb in Frieden. Sorge dich nicht um Christof Hagen. Er ist in meinem Hause erzogen, und ich kenne ihn. Sein Blut ist wild, aber sein christkatholischer Glaube ist wohlgegründet. Ich möchte mich für ihn verbürgen. Wie es aber auch komme, ich will deinen Willen heilighalten und danach tun in allen Stücken, so wahr mir Gott helfe und seine Heiligen in meiner letzten Stunde! Wir haben uns im Leben einander immer Wort gehalten, mein alter Klaus. Ich halte dir auch nach deinem Tode Wort. Des kannst du gewiß sein.«

In den Augen Harys leuchtete es auf, aber gleich darauf trat wieder der frühere Ausdruck der Angst in seine Züge. Seine Blicke irrten wie suchend umher, und seine Lippen bewegten sich, als wolle er noch etwas sagen. Aber er war nicht mehr imstande, auch nur einen Laut hervorzubringen. Mit ungeheurer Raschheit kam nun der Tod über ihn.

Wildefüer erriet, was ihn bewegte. Er beugte sich tief auf ihn herab und rief laut: »Du hast die heilige Ölung empfangen. Hier, Herr Oldecop hat sie dir erteilt, als du deiner Sinne nicht mächtig warst. Du ziehst mit dem Segen der Kirche hinüber.«

Da trat ein wunderbar heller Schein in die Augen des Sterbenden. Es war, als flackere ein Licht noch einmal glänzend empor, das eben verlöschen will. Einen Augenblick sah er mit diesem übernatürlichen seligen Ausdruck seinem Freunde ins Gesicht. Dann mit einem Male sanken seine Wimpern herab, Totenblässe breitete sich über sein Antlitz, und seine Züge verfielen zusehends. Er röchelte eine Weile leise, dann stieß er einen tiefen Seufzer aus und lag regungslos.

»Er ist tot«, sagte Oldecop und ergriff sein Buch, um das Gebet für die abgeschiedene Seele zu lesen.

Lucke schrie laut auf und wollte sich über ihren Vater hinwerfen. Aber Wildefüer umfaßte sie und führte sie mit sanfter Gewalt zur Seite. »Nicht, Kind! Das kann dir den Tod bringen«, warnte er.

Das Mädchen glitt auf eine Truhe nieder, die an der Wand aufgestellt war. Dort blieb sie sitzen und weinte heiß und unaufhaltsam in ihre Schürze hinein. Wildefüer stand zwischen ihr und dem Toten mit gefalteten Händen und gesenktem Haupte und ohne ein Glied zu regen, bis die Stimme des Priesters verklungen war. Dann trat er an das Lager heran und machte das Zeichen des Kreuzes über dem Entschlafenen. »Du bist eines schönen, schnellen Todes gestorben, Klaus«, sagte er. »Von uns fünfen, die wir einstmals die Burg zu Peine entsetzt haben in der großen Fehde und Freunde waren unser Leben lang, bin ich nun der letzte. Nun gebe dir Gott fröhliche Urständ und mir einen Tod so schnell wie den deinen, wenn ich einmal von hinnen muß! – Aber wer kennt sein Ende?« Er stand eine Weile in düsteres Sinnen verloren. Dann schlug er noch einmal das Kreuz über dem Toten und wandte sich nach Lucke um und sagte: »Ich gehe jetzt, deinem Vater ein Begräbnis zu verschaffen. Vor morgen früh wird das nicht möglich sein. Dann übergeben wir das Haus deiner Muhme Bröcker, und du ziehst mit mir nach Hildesheim. Da dort die Seuche schon ist, darf ich dich ohne Unrecht hinüberbringen. Dann bleibst du bei uns als unsere Tochter, bis Christof von Hagen heimkehrt und ich deine Hand in seine Hand lege.«

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