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Wildanger

Franz von Kobell: Wildanger - Kapitel 13
Quellenangabe
typetractate
authorFranz von Kobell
firstpub1859
year1859
publisherJ. G. Cotta'scher Verlag
addressStuttgart
titleWildanger
created20050711
sendergerd.bouillon
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Spruchreime.

                Stahlfedern sonst und jetzt,
Wie seyd verschieden ihr,
Bei Keilern sonst im Dienst,
Und jetzt beim Schreibpapier!

Mit Baumwoll' schießen sie,
Granat und Feuerstein
Sind auch schon längst besiegt
Von zarten Pülverlein.

Es ändert sich die Welt,
Daß einem wahrlich graust,
Die Finger verlernen's noch
Zu machen eine Faust.

———
Lernst wohl auch beim Jagen
Für das Leben viel,
Ist mit Welt und Menschen
Oft dasselbe Spiel.

Thu' dann wie der Jäger
Draußen im Gefild,
Aber auch zu Zeiten
Mach' es wie das Wild.

———
Ei wie mag die Welt so fein
Und so seltsam herrlich seyn,
Wenn dereinst was kreucht und fleucht
Alles von der Cultur erreicht,
Wenn wir Hirsche mit den Rehen
Wie die Rinder mästen sehen,
Wenn die Gems gemolken werden,
Zahme Schweine nur auf Erden,
Füchse nur die Maus genießen,
Achtungsvoll den Hasen grüßen,
Der nach Vorschrift auch dinirt,
Kraut und Rüben respectirt,
Wenn du selbst an Damwilds Wedeln
Deutlich schauest ein Veredeln,
Fortschritt rings in der Natur
Und Dressur und Politur,
O ich armer, armer Mann,
Daß ich's nicht erleben kann!
———
Am Rehbock nicht die Farbe
Als Zeichen gilt, wie alt er sey,
Wohl geht's vom Braun in's Graue,
Doch wechselt's immer neu;
Stellt aber das Verfärben
Beim Waidmann mit dem Grau sich ein,
Dann wär' es wohl ein Wunder,
Sollt' der ein Spießer seyn.
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