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Wien Sleef, der Knecht

Felicitas Rose: Wien Sleef, der Knecht - Kapitel 80
Quellenangabe
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typefiction
authorFelicitas Rose
titleWien Sleef, der Knecht
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co
printrun15. ? 19. Tausend
year1933
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Sleefkamp, an dem einzigen sonnigen Dezember-Tag 19 ..

Ich liege in der braunen Heide. Aber mir ist, ich sehe sie in roter Blust. Der Sleefkamp wird auch blühen – Muhme Kordula und ich haben hineingesteckt, was wir hatten. Herzgute Muhme Kordula. Freunde und getreue Nachbarn haben geholfen. Nicht mit Geld, aber mit Kredit und Rat und Vertrauen. Sie wissen, daß der Wien schaffen kann ...

Ich liege in der Heide. Wie sagt der Heidjer, der echte alte Ode Sleef im »Fullianten«?

»De Heide kann allstunds nur ganz Glückliche, or nur ganz Unglückliche bruken, de Lauen verwirft se allehrdag, wies auch de lewe Herrgott tut in der Bibel.«

Wohl, – ich bin wunschlos glücklich. Jochen schickte zu mir. »Wien,« sagte er, halb froh, halb verlegen: »laß mir Zeit, mich richtig zusammenzuklauben. Dr. Kraatz meint, Wärme und Ruhe könnten Körper und Seele gut tun. Für mein Seelenheil habt ihr Zwei schon durch Eure Fürsorge gearbeitet, nun soll Italiens Sonne das Ihrige tun.«

»Deutschlands Sonne ist besser«, sagte ich dagegen mit rechter Überzeugung.

»Freilich, für dich Mammut. Aber sieh mich Wrack an ...«

Ja, ich sah es. Er war ein Wrack. Aber ich meint' doch, daß Deutschland der best' Schiffsbaumeister sei, um ein Wrack aufzutakeln.

»Außerdem ...« sagte Dr. Jochen und griff nach meiner Hand ... »außerdem brauch ich das Ausland, um ohne Schererei vom Sleefkamp loszukommen. Wien, – sieh mich nicht böse an! Grad weil ich den Sleefkamp wie meine Mutter lieb – will ich fort. Denn du, du mußt ihn haben, Wien, alter Geselle. Deine Kraft langt für Sleefkamp und Dierkhof. Meine Kraft, Wien, langt noch für die Freude und die armselige Hoffnung, daß ich wiederkommen darf – – später als Gast zu dir, – du – du mien olen Wien ....«

Ich kann es nicht schildern, wie er das alles sagte, wo blieb der aufrechte, spöttische Jochen?

Ich habe nichts erwidert. Arbeiten will ich für ihn. Kommt er wieder – Ehrengast ist er allstunds. Wunschloses Glück brachte mir der alte Spezi. Weil er mir einen lüttgen Brief zusteckte, der kam aus Italien.

Mein Weib verleugnet sich nicht. Wie mit einem Besenstiel waren die Worte geschrieben: Wien! Ich hab so Heimweh nach Deutschland! Nach meiner Heide! Wien, nimm mich! 's Amei.«


So hab ich mein Leben gelebt in diesem Folianten. Und leben und sterben will ich für meinen Sleefkamp.

Wien Sleef, der Knecht.

Ende

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