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Wien Sleef, der Knecht

Felicitas Rose: Wien Sleef, der Knecht - Kapitel 32
Quellenangabe
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typefiction
authorFelicitas Rose
titleWien Sleef, der Knecht
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co
printrun15. ? 19. Tausend
year1933
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Sleeflamp, den 5. Mai 19 ..

Ja, das hat denn doch länger gedauert, daß wir uns richtig sahen und sprachen, die Muhme und ich. Und von »ausschütten« keine Rede. Die Frühjahrsarbeiten sind hilde. Haferhacken, Kartoffeln, Runkeln. Alles ruft nach unseren Händen. Und in keiner Nacht Schlaf. Die Stute Miete hat arg ausgehalten in vorletzter Nacht, da mußte der Strick anbei. Aber das Fohlen ist kregel und freut sich, daß es endlich Luft schnappen kann. Wie es daher steht so hochbeinig und tapsig, beinahe wie der Wien Sleef in jung. Und die Kuh Tyra hat gekalbt. Nicht zu glauben rasch. Und ohne Laut. Ich saß im Pesel neben dem Stall. Hörte plötzlich eine Unruhe. Kuckt doch weiß Gott das Neugeborene schon durch die angelehnte Tür. Na, denk' ich, du hast's eilig auszukundschaften, was oben und was unten ist am Firmament. Wenn du wüßtest, Kalb, was ich weiß, du gingst wieder zurück in die Dunkelheit.

So philosophiert man, ohne doch gleich Dr. phil. zu werden. Und der richtige Dr. phil. kommt nicht. Ob das »Herzausschütten« von der Muhme mit ihm zusammenhängt? Aber es ist keine Zeit zu reden. Alles Menschenerleben ist nicht so wichtig wie die Bauernarbeit. Und wenn der preußische Schulmeister Schuld dran hat, daß wir 1866 den Krieg gewonnen haben, so kann der Bauer auf sein »Voll« nehmen, daß die Städte nicht verhungern. Schulmeister, wir sind quitt.– – –

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