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Wien Sleef, der Knecht

Felicitas Rose: Wien Sleef, der Knecht - Kapitel 21
Quellenangabe
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typefiction
authorFelicitas Rose
titleWien Sleef, der Knecht
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co
printrun15. ? 19. Tausend
year1933
correctorreuters@abc.de
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Den 1. April 19 ..

Man kann auch Heimweh nach einem »Fullianten« kriegen. Ich hab's gespürt.

Aber Frühjahrsbestellung und das Großreinemachen im Gewese im ganzen Sleefkamp, soweit er rings reicht – diese Dinge gingen vor. Und im Bauernhause besorgten die Säuberung die Frauen und Mägde, und die Muhme Kordula hatte das Regiment. Wir sahen uns kaum noch. Ich aß mit den Knechten auf der großen Diele im »Ausgedinge«, das ganz leer steht, aber nur leer von Insassen, denn Urväterhausrat füllt es bis zum Dachgiebel. Später zieht Muhme Kordula hinein, wenn der Doktor phil. et rer. pol. heiratet – – –

Wien Sleef – es kann nicht angehen, daß du schlappmachst, sobald dieser Gedanke in dir aufsteht...

Der Doktor hat ein einzig Mal an mich geschrieben in all der langen Zeit. Heute traf der Brief ein. An Längen leidet das Schreiben nicht.

»Alter Wien! Du, der Du's am wenigsten verdienst, darfst im Sleefkamp hausen. Ich hoffe, Du bist Dir Deiner Unwürdigkeit bewußt. Du wurdest ohne Grund fahnenflüchtig, während ich... Na, adschüs ok. Tante Kordula hatte den Teufel im Leibe. Wohnt er noch bei ihr? In Treue fest, Dein Jürgen-Jochen – –«

Das menschliche Herz ist verrückt. Man kann das sicher besser und schwungvoller ausdrücken, aber dazu hab' ich keine Zeit. Ich bin Knecht.

Und so spricht mein verrücktes Herz:

» Ich bin dem Doktorvetter über die Maßen gut

Mit Dieben pflegt man sonst nicht so zu verfahren. Merkst du nun, Wien Sleef, wie blöde du schnackst? Wer hat denn gestohlen, und was? Du selbst hast dir den Katteiker angeeignet ohne seine Erlaubnis. Und schleppst auch noch sieben Zähnchen von ihm als schöne, weiße Narben mit dir herum. So recht preislich auf deiner braunen, arbeitsharten Pranke. Willst denn noch mehr? Mach Schluß! Willst etwa gar, daß die Amei was merkt? Sieh, wie dir bei der Möglichkeit die linke Hand zur Faust wird und der Jähzorn gach zu Kopf steigt. Das Schicksal hat ja schon allerhand Bubulum mit dir getrieben. Aber eins hat es doch noch nicht vermocht – – dich lächerlich zu machen.

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