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Wia der Schnabi g'wachsen is

Max Hofmann: Wia der Schnabi g'wachsen is - Kapitel 61
Quellenangabe
typepoem
booktitle»Wia der Schnabi g'wachsen is.«
authorMax Hofmann
year1898
publisherVerlagsbuchhandlung Seitz & Schauer
addressMünchen
titleWia der Schnabi g'wachsen is
created20040112
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1898
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Traut si' net z' frag'n.

            Der Oberbräu a wen'g was baut,
Sei'm Nachbarn is net recht;
»Ja – moant der Bräu – Di' geht's nix oo,
Da kennst Du 's G'setz fei schlecht.

Net wahr?« sagt er zum Rechtsanwalt,
Der grad vorbeispaziert,
»I koo doch thoa da, was i will?«,
»»Ja,«« sagt der, »»ungeniert.««

So nach Neujahr, da kummt zum Bräu
A Anwaltsrechnung nei;
Der schüttelt mit'm Kopf a so,
Moant: »Muaß a Irrtum sei.«

Na liest er erst den »Kunda« durch:
Für Auskunft bei sei'm Bau
Der Advokat zehn Mark verlangt;
»Is gar net übi – schau.«

Der Bräu, der zahlt, sagt weiter nix,
Und denkt nur so bei si':
»Koost warten, bis i wieder frag;
I kriag Di' scho no, Di'!«

Am Oberbräu sei Keller is
Der schönste weit und breit;
Drum find't ma dort im Summer aa
Auf d' Nacht die meisten Leut.

Der Advokat kummt aa 'mal naus,
Hätt' Durst heut auf a Glas;
Ganz freundli grüaßt der Bräuer ean
Und sagt zur Kellnerin was.

A Viertelstund – a halbe Stund
Is seitdem scho fast rum;
Der Advokat hat no koa Bier,
Dös wird dem Herrn iatzt z' dumm.

Er schreit am Bräu: »»Ja, Saprament,
Muaß i verdürsten leicht?««
»Ja,« moant der, »wenn a Bier Sie woll'n,
Mir doch zur Ehr dös g'reicht.

I hab mir nur net z' fragen traut,«
Sagt er und streicht si' d' Haar,
»Hab denkt, i kriagat wieder z' letzt
A Rechnung auf Neujahr.«

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