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Wia der Schnabi g'wachsen is

Max Hofmann: Wia der Schnabi g'wachsen is - Kapitel 6
Quellenangabe
typepoem
booktitle»Wia der Schnabi g'wachsen is.«
authorMax Hofmann
year1898
publisherVerlagsbuchhandlung Seitz & Schauer
addressMünchen
titleWia der Schnabi g'wachsen is
created20040112
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1898
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Grad grausen.

        Im Achtz'ger drinn is Müattei scho,
Drum siecht's und hört's so schlecht;
Sei Gehwerk laßt scho sakrisch aus,
Gar nix mehr is eam recht.
Und was aa g'schiecht iatzt draußen,
Am Müattei thuat – grad grausen.

Beim Haferl Bier, do schmatzt s' no gern,
Erzählt von alter Zeit;
Viel besser sagt s', war's früher g'wen,
Weil ehrli waren d' Leut.
Iatzt macht a jeder Flausen;
Geh weiter sagt's – grad grausen.

Selm is no gespart wor'n, drum war aa
Zur rechten Zeit was do;
Iatzt rutscht in etli Jahrl scho
Der größte Bauer noo.
Koa Mensch mog heut mehr hausen;
Do baldst net gehst – grad grausen.

Sei Schwiegertochter mag's gar net,
Weil's in der Stadt hat dient;
Do segn's z' viel und wer'n z' fei,
Und z'ruck koa Wasser rinnt.
A Katz, dö laßt net 's Mausen;
O pfüat die Gott – grad grausen.

»Geh, Müattei,« sagt der Wirt dazua,
»Du bist halt iatzt scho alt.
Es is so schö, wia's früher war,
Wenn's Dir aa nimmer g'fallt!«
Doch kaam macht er a Pausen,
Sagt's Müattei drauf: »Grad grausen!«

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