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Wia der Schnabi g'wachsen is

Max Hofmann: Wia der Schnabi g'wachsen is - Kapitel 46
Quellenangabe
typepoem
booktitle»Wia der Schnabi g'wachsen is.«
authorMax Hofmann
year1898
publisherVerlagsbuchhandlung Seitz & Schauer
addressMünchen
titleWia der Schnabi g'wachsen is
created20040112
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1898
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Der Schneidersepp als Veteran.

                Der Schneidersepp hat siebazgi
An Feldzug aa mitg'macht;
Drum is er iatzt als Veteran,
Wo nur a Böller kracht.

Er bringt sogar no an Verein
In seiner Gmoa z'letzt z'samm;
Der feiert heut sei Fahnaweih –
An Sepp koost nimma ham.

A broate Schloapfa an sei'm Frack,
Neunz'g Zoacha auf der Brust,
So saust als Vorstand er iatzt rum;
Koan bessern hätt' i g'wußt.

Beim Marsch in d' Kircha steigt er grad
Als wia a General;
Schreit bei der Wandlung. »Zum Gebet!«
So g'hört si's überall.

Beim Oberwirt is nacha 's Mahl,
Da halt' die Festred er;
Grad zwoamal is er stecken blieb'n,
Koo neamds verlanga mehr.

Auf d' Nacht beim Ball der Schneidersepp
Springt wia a Junger rum;
Na schmatzt er von die Feldzugsjahr,
Macht oam an Kopf ganz dumm.

Wia viel als der derschossen hat –
In lauter Bluat er schwimmt –;
Um halbi zwoa so, in der Fruah,
Zum Hoamgeh' er na kimmt.

Kaam wackelt er zum Wirtshaus naus,
Siagt er aa scho an Feind;
Fest packt er glei sei Paraplui,
Weil dös sei G'wehr eam scheint.

»Halt! Wer da?« schreit er; »g'fanga bist,
Ob Turkos, ob Zuav« –
»»Geh – sagt der Hias, der d' Nachtwacht hat –
Trag hoam Dein' Rausch und schlaf.««

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