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Wia der Schnabi g'wachsen is

Max Hofmann: Wia der Schnabi g'wachsen is - Kapitel 39
Quellenangabe
typepoem
booktitle»Wia der Schnabi g'wachsen is.«
authorMax Hofmann
year1898
publisherVerlagsbuchhandlung Seitz & Schauer
addressMünchen
titleWia der Schnabi g'wachsen is
created20040112
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1898
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Goaßenzucht.

      A Menschenfreund, drinn in der Stadt,
Die Bauern helfet gern;
Doch wia dös Ding wohl mögli waar,
Koo sag'n neamds dem Herrn.

Z'erst moant er mit der Bienazucht
Da schneibat's dene Geld;
Na hat's mit Obstbaam er probiert,
Doch überall hat's gefehlt.

Iatzt liest er wo: ganz b'sunders waar
A Goaß a nützli's Tier;
Glei schafft er si' na solche oo,
A Stuck a drei, a vier.

Zwoa bringt er auf sei Villa naus,
Und zwoa, dö schenkt er her;
Am Lehrer auf am Bauerndorf
Macht zum Präsent dö er.

Der soll mit dera Goaßenzucht
An Anfang macha drauß,
Weil mancher si' genieren thuat,
Daß er aa Goaß im Haus.

Um d' Weihnachtszeit so ummanand
An Lehra b'suacht der Moo;
Sei erste Frag die Goaß'n gilt,
Ob s' guat san wor'n scho.

»Dös glaab i« – sagt der Lehra drauf,
»Dö san scho wirkli fei!«
Na springt er schnell in d' Kuchi naus,
Bringt was am Teller rei.

»Verkosten sie's no selba glei,
A Goaßfleisch, g'selcht, is rar;
Zwölf Stückl san im Rauchfang g'hängt,
Iatzt is er scho bald laar.«

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