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Weltmusik

Karl Henckell: Weltmusik - Kapitel 38
Quellenangabe
typepoem
booktitleWeltmusik
authorKarl Henckell
year1918
publisherVerlag von Franz Hanfstaengl
addressMünchen
titleWeltmusik
created20040117
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1918
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Eduard Mörike

              Bist wie der morgenkeusche
Garten für Gotteskinder,
Tropfend vom Nachttau.
Goldregen überhängend;
Weiße Akazientrauben
Springen auf und hauchen
Kräftigen Wohlduft.
Zwischen Beet und Gebüsch,
Anmutschwebend,
Blütenzärtlich,
Summt ein liebereifes Mädchen
Heimlich für sich hin ein Lied.
Schelmisch lächelnd
Ob keck geträumten
Küssen der ahnungquellenden Nacht,
Vom Zweige bricht sie
Die volle Dolde
Dunkelblauen Flieders
Und kühlt am feuchten
Kelchsternengewimmel
Ihrer lieblich glühenden Wangen
Seltsame Sehnsucht,
Frühlingschauernd . . .
Sie lauscht versonnen und schaut:
Hoch oben,
Wo das blaue Band durch die Lüfte weht,
Langsam schwimmen vorüber,
Behutsam geborgen auf silberhellem Gewölk,
Die singenden, spielenden, ruhenden,
Sonnennackten Engelsbübchen
Der unsichtbar schirmenden Mutter
Ewigkeit . . .
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