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Was will das werden? Erster Theil

Friedrich Spielhagen: Was will das werden? Erster Theil - Kapitel 41
Quellenangabe
typefiction
authorFriedrich Spielhagen
titleWas will das werden? Erster Theil
publisherVerlag von L. Staackmann
printrun6. Auflage
year1895
firstpub1885
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20151204
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VII.

Nein, keine Ewigkeit: vierzehn Tage nur und etwas darüber, eine kurze Spanne Zeit, die mir aber doch die Folterqualen der Ungeduld zu einer Ewigkeit machten. Und die ich deshalb, trotzdem mir bis zur Katastrophe, mit welcher sie endeten, kein direktes Leid geschah, zu den qualvollsten meines Lebens rechnen muß. Auch habe ich von ihnen nur eine verworrene Erinnerung, wie an die wüst wechselnden Träume einer Fiebernacht: ja, mir ist, als sei es während der ganzen Zeit Nacht gewesen. Und ich saß aufgestemmt im Bette, die schauderhaften Möglichkeiten des bei Metz entbrannten Kampfes im Geiste wälzend, oder irrte, wie ein ruheloses Gespenst, in den öden Straßen umher, ob ich nicht doch vielleicht jemand begegnete, der mir sagen könnte, »wie es bei Metz stand?« Ach, der Nachtwächter wußte es nicht; und der malle Heinrich, der sich mir willig auf diesen sinnlosen Streifzügen anschloß, wußte es auch nicht. Er wußte nur, daß sie die schöne Musik begraben hatten draußen auf dem Kirchhof vor dem Schwedenthor!

Großer Gott, sie wollen kein Ende nehmen, diese vierzehn Tage! Man kämpft noch immer um Metz. Wird es Bazaine gelingen, den eisernen Ring zu sprengen? sich zu Mac Mahon durchzuschlagen, der zu seinem Ersatz heranzieht? Aber wir sind ihm auf den Fersen, nicht mit dem Gros der Armee – natürlich! wie könnte die gewaltige Masse so schnell die nötige Schwenkung vollziehen! Aber ein paar Korps: Sachsen, Bayern. Sie würden den Löwen zu stellen haben! Werden sie es können? wird der Rasende sie nicht mit seinen Tatzen zermalmen? Und da soll man wieder zur Schule gehen! Morgen! Schlagododro und Adalbert sind jedenfalls schon zurück, oder müssen doch heute spätestens eintreffen. Was schert mich Schlagododro, was Adalbert – »ich trage weit besseres Verlangen«!

Aus dem Morgen ist – nach einer abermals fast schlaflosen Nacht – ein Heute geworden. Die Schule soll mit einem Rede-Aktus in der Aula eröffnet werden – der Herr Direktor wird die Rede halten. Mir ist nicht gut zu Mute. Die neueste Nummer der »Undine«, die gestern abend ausgegeben ist, hat auf der ersten Seite in großer Schrift meine Sonette gebracht, und darunter in sehr kleiner, aber für mich fürchterlich lesbarer – meinen vollen Namen! Jetzt erst empfand ich die Pietätlosigkeit meiner poetischen Exkursion. Mochte ich immerhin die Auffassung des Professors Willy von dem Charakter unsrer Nation und den Zielen, welche sie zu erstreben habe, für einseitig und verkehrt halten, – ich hatte nicht das Recht, ihm darüber eine Lektion zu erteilen und noch dazu öffentlich, denn die Veröffentlichung der Verse hatte ich doch unbedingt zugegeben. Und was die Anonymität betraf, – für ihn konnte sie nicht bestehen, nach dessen eigensten Angaben ich, sozusagen, den Avers der Medaille: Goethes Bild geformt hatte, zu welchem ich nur noch als Revers den mächtigen Bismarckkopf fügte.

Unter dem Druck dieser zu späten Reue betrete ich unsere Klasse, in welcher sich (zum erstenmale nach den Ferien) die Kommilitonen versammelt haben, um dann den Marsch zur Aula gemeinschaftlich anzutreten; und sehe mich sofort von einem Schwarm umringt, aus dem mir Willkommrufe entgegenschallen und eifrige Hände nach meinen Händen greifen. Es sind dieselben von -ows und von -itz, die mir in schweigender Verachtung den Rücken wandten, als Professor Willy meinen Nathan-Aufsatz so über Gebühr gelobt. Heute, da ich ihren Helden gefeiert, ihren Bismarck, bin ich ihr Mann. Man reißt sich um die Exemplare, der »Undine«, von denen einer gleich ein halbes Dutzend gekauft und mitgebracht hat. Zwar den »alten Goethe« hätte ich aus dem Spiel lassen müssen! Wenn schon einer neben Bismarck stehen solle, so dürfe es nur Moltke sein. Indessen gut habe ich es auf alle Fälle gemeint; um Bismarcks willen solle mir meine Goethe-Sünde vergeben werden. Und nun: Vorlesen, vorlesen! Autor selber vorlesen! vom Katheder! 'rauf aufs Katheder!

Man bittet, man lacht, man drängt, man schiebt, man trägt – ich stehe auf dem Katheder, beschämt und stolz. Man hat mir ein Exemplar der »Undine« in die Hand gedrückt; die Lettern schwimmen mir vor den Augen, als wären sie sämtlich in der Nixe feuchtes Element getaucht – wozu bedarf ich der Lettern! es steht ja so fest in meinem Kopf und Herzen! Ich recitiere meine Verse aus vollem Herzen und voller Brust; und Hoch und abermals Hoch! und Händeklatschen und Stampfen mit den Füßen, daß der Herr Direktor, der eben mit dem Lehrer-Kollegium an der Klasse vorüber sich zur Aula begeben will, entrüstet die Thür öffnet und nun ob der Scene, die sich seinem Auge bietet: – mich, den Verhaßten, als Triumphator auf den Händen seiner Primaner ihm entgegengetragen – erstaunt dasteht, wie der Ritter im Märchen auf der Schwelle von Undinens geheimnisvollem Turm.

Der Anblick hat ihm den Text verdorben zu seiner großen Aula-Rede. Wenn man genau hinhört, ist es eigentlich nur eine Periphrase meine Verse, verwässert und verschwätzt zum Nutzen und Frommen der Jugend; ja zuletzt schiffte der originelle Redner an meiner erborgten Phrase »vom Sänger und Helden« nur so knapp vorüber, daß in den Reihen der Primaner ein hörbares Kichern entstand und selbst auf einem und dem andern ernsten Lehrergesicht sich ein humoristisches Fältchen bildete.

Auf dem des Professors Willy nicht. Er hat heute, trotzdem ich ihm gerade gegenübersitze, keinen Blick für mich. Und ich weiß, daß seine schönen schwärmerischen Augen nie wieder, wie sonst, die meinen suchen werden, und daß ich einen liebenden Freund für immer verloren habe.

Der gräßliche Artus ist vorbei, und vorbei ist's heute auch mit der aufgeregten Schule – Gott sei Dank! – So eile ich denn zu meinem guten Karl Brinkmann, der Soldat gewesen ist, und mit dem ich in aller Heimlichkeit hinten in einem leeren Hoppschen Schuppen, so oft er abkommen kann – und er kann es jetzt oft – auf Tod und Leben exerziere. Eigentlich hatte ich noch vorher dem Herrn Ernst Streben meine Meinung sagen wollen, um so deutlicher, als ich nun nachträglich doch einen Druckfehler – Fortuno statt Fortuna! – entdeckt hatte; aber dazu fand sich wohl gelegenere Zeit.

Ebenso wie zu der Aussprache mit den beiden Freunden, Als ich vom Katheder herab meine Verse recitierte, hatte ich sie zum erstenmale, etwas abseits von den andern und durch die Breite der Klasse voneinander getrennt, wiedergesehen, aber in meiner momentanen Aufregung wie durch einen Nebel. Und sie hatten sich mir auch nachher nicht genähert. Wollte einer dem andern den Vortritt lassen? hatten sie beide endgiltig mit mir gebrochen? Schlagododro – es ließ sich verstehen; aber Adalbert hatte keine Veranlassung dazu, nicht einmal einen aufweisbaren Vorwand – er hätte denn meine Sonette vorschützen müssen. Nun, es würde sich morgen zeigen.

Aber auch der nächste Tag brachte keine Entscheidung, nicht einmal den Versuch einer Verständigung, wenngleich der eine wie der andere Freund mich nun begrüßte – Schlagododro mit wildrollenden Augen, aber mir dabei die Hand drückend, als wollte er sie zerquetschen; Adalbert kühlen prüfenden Blickes, und nur eben seine schmale elastische Hand in die meine legend.

Nein, eine Verständigung war es nicht, und doch glaubte ich, Schlagododro wenigstens verstanden zu haben: es liegt da ein mächtiger Haufen böser Dinge zwischen uns; aber ich bin dir gut geblieben, und wenn ich sprechen könnte, oder du sprechen wolltest –

Und deswegen kam es auch wirklich zur Aussprache zwischen uns an einem der folgenden Tage. Mein Vorgefühl hatte mich nicht getäuscht: er war mir gut geblieben mit seinem ganzen großen treuen Herzen und hoffte, daß ich auch ihm noch gut sei; aber die bösen, bösen Dinge! Nicht, daß ich damals davongelaufen! Wenn er sich in meine Lage versetzte, er hätt' es auch gethan! Natürlich war die Kirchgang-Geschichte nur ein Vorwand; der eigentliche Grund war, daß ich die Liebelei zwischen Astolf und Ellinor nicht länger hatte mit ansehen wollen. War ja auch ein Graus, um so mehr, als er seinen Kopf fressen wolle, wenn Ellinor seinen Bruder wirklich liebe. Spiegelfechterei zur Uebung der hübschen Grimassen, die noch auf manchem andern Schauplatz ihre gute Wirkung thun sollen! Zum Exempel jetzt in Berlin, wohin sie mit Fräulein Drechsler gegangen zu Tante Isabella, verwitweten Generalin von Westen, seiner (Schlagododros) Mutter Schwester, die ein großes Haus mache, obgleich sie halb taub und beinahe ganz blind sei. Würden eine schöne Seide zusammen spinnen! Ein Glück, daß die Herren von der Garde jetzt im Felde stünden! Uebrigens habe es auch Astolf schon zum Fähnrich gebracht, sich famos bei Mars la Tour geschlagen – nun, an Mut habe es ihm nie gefehlt; wäre auch noch schöner bei einem Vogtriz! Von Onkel Egbert hätten sie nur spärliche Nachrichten auf Nonnendorf gehabt; nach der letzten gehe es ihm gut, trotz einer leichten bei Gravelotte erhaltenen Blessur.

Bis hierher hatte Schlagododro alles in seiner Weise heruntergerasselt; nun aber kamen die wirklich bösen Dinge. Armer Schlagododro! Maria hatte ihm mit aller Entschiedenheit erklärt, daß eine Verbindung zwischen ihnen, ganz abgesehen von ihrer beiderseitigen Jugend (sie meint natürlich nur meine, sagte Schlagododro, als ob ich nicht mit jedem Tage älter würde!) schon um deshalb unmöglich sei, weil – Himmel und Hölle! sie ihn nicht liebe, wie er geliebt zu werden verdiene. Die wahre Liebe rechne nicht, frage nicht; das thue aber ihre Liebe; und die Rechnung stimme nicht; und die Frage: kann ich das Weib eines Mannes werden, der sich nicht zu meinen Grundsätzen, zu meinem Glauben, vielmehr Unglauben bekennt? müsse sie nach ihrem Gewissen verneinen.

Und diese Grundsätze, schrie Schlagododro, von wem hat sie sie, als von dem Neunmalweisen, dem ungläubigen Judas Ischariot, der auch im stande gewesen wäre, den Herrn ans Kreuz zu schlagen, nicht für dreißig Silberlinge, sondern aus purem Hochmut und Besserwissen. Aber der Kerl wird auch noch einmal baumeln, und ich wollte mit Freuden den Strick dazu liefern und sollte ich ihn stehlen. Mit den Hunden hätte ich ihn vom Hof hetzen sollen, als er kam, sie abzuholen. Du weißt doch, er war da, natürlich, ohne während der zwei Stunden, daß Maria ihre Sachen packte – denn er kam ganz unerwartet – einen Bissen anzunehmen, als steinerner Gast, bloß daß so manchmal ein höhnisches Lächeln über seine verdammte eiskalte Fratze zuckte. Und das mir galt, mir! Heiliger Gott, mir war so erbärmlich zu Mute – und er konnte lächeln! Ich will nicht selig werden, wenn ich ihm das Lächeln vergesse, dem fischblütigen Satan! Und nun hat er die arme Dirn, der denn doch auch das Herz schwer genug war, trotz alledem Hals über Kopf mit der verrückten Mutter – sie muß verrückt sein, das lasse ich mir nicht ausreden – nach Berlin geschickt, um sie von mir zu trennen. Denn das ist der wahre Grund, und nicht, weil Freund Satan, wenn er nun nach Berlin geht, ohne die Frauen nicht fertig werden könne. Der, und nicht fertig werden! lächerlich! Auf eine wüste Insel mit dem Verräter! denn das ist er. Wer nicht an Gott glaubt, ehrt auch nicht seinen König; und ein Preuße, der seinen König nicht ehrt, ist ein Schuft und Verräter, den man totschießen sollte, wie einen tollen Hund, obgleich er den Schuß Pulver nicht wert ist.

Ich kannte meinen Schlagododro und wußte, daß er sich auch bei verhältnismäßig gleichgültigen Veranlassungen in Worten übernahm; und jetzt war des armen Jungen Herz von Jammer über sein zertrümmertes Liebesglück so voll, und er war fest überzeugt, daß Adalbert, und Adalbert allein ihm Marias Liebe geraubt und sein Glück zertrümmert habe. So mochte ich ihm wohl sein Rasen zu gute halten und thun, als ob ich seine Schmähungen gegen den, der doch wenigstens mein Freund gewesen war, nicht hörte.

Und, gestehe ich es nur: so recht hörte ich das alles nicht einmal; oder doch nur mit den Ohren, mit dem Herzen nicht. Das war taub gegen diesen Jammer, dieses Toben, als ginge es von einem thörichten Knaben aus, dem man sein Spielzeug zerbrochen. Aber seltsamerweise schien für ihn, was für mich zu Einem und Allem geworden war, kaum zu existieren; und ich hütete mich, die Rede auf dies Eine zu bringen, aus Sorge, ich könnte doch in einem schwachen Augenblick den Schwur brechen, den ich mir gegeben, und mein Geheimnis verplaudern.

Und jetzt war Schweigen doppelt Pflicht, da nun der Schatz so bald gehoben werden sollte. Wenn auch zum Verzweifeln langsam, so waren die trägen Stunden denn doch beinahe schon durch diese grausamen vierzehn Tage gerollt. Sie würden ja ebenfalls hingehen, die letzten vierundzwanzig. Im Israelschen Lager war alles sorgsam vorbereitet. Der sehr Brünette arbeitete schon seit acht Tagen in Berlin, von wo unsre Expedition den Ausgang nehmen sollte, an dem Rangieren des Zuges. Es klappte alles ganz vortrefflich, schrieb er; er würde auf die Minute fertig werden. Das war gestern gewesen. Und heute morgen: er sei fertig; ich müsse morgen abreisen, um übermorgen spätestens zu ihm zu stoßen.

Also morgen! Nun da die Entscheidung vor der Thür stand, war plötzlich die Unruhe von mir gewichen, welche mich diese ganze Zeit bis zur Verzweiflung geplagt hatte. Ruhig traf ich meine letzten Vorbereitungen und zeigte jedem ein heiteres Antlitz: den guten Hopps, die auf mich einschalten, daß ich sie in letzter Zeit so vernachlässigt habe und ja nun wohl ganz in das Israelsche Lager übergegangen sei; den Israelschen Frauen, die freilich so weit in das Geheimnis eingeweiht waren, aber nur wußten, daß ich fort wollte, nicht, daß ich morgen in der Frühe (auf den Wunsch I. I.'s, der auch der meine war,) ohne Abschied von ihnen gehen würde.

Auch empfand ich in der festen Ueberzeugung von der Gerechtigkeit und Heiligkeit meiner Sache diese zur Schau getragene Heiterkeit keineswegs als Heuchelei, am wenigsten in der Schule meinen Kommilitonen von Sylow und von Poldewitz gegenüber, die in der Zwischenviertelstunde auf mich zutraten, mich im Namen der übrigen zu dem Kommers einzuladen, welchen heute abend die Abiturienten uns, den Zurückbleibenden, in dem Ratskeller geben wollten.

Das Examen aber hatte gestern stattgefunden, »in anbetracht der Zeitumstände« fast unmittelbar nach den Ferien und beinahe drei Wochen früher als sonst. Zu nicht geringer Freude von einem halben Dutzend -ows und -itz', die sich zum Examen gemeldet hatten, um, wenn sie durchkämen, (vielleicht auch wenn sie nicht durchkämen,) sofort als Rekruten in die betreffenden (meistens Kavallerie-) Regimenter einzutreten. Ach, bei den Glücklichen ging das alles so glatt und schier! die lieben Eltern und Verwandten hatten für alles gesorgt – für das nötige Alter und weit darüber hinaus sie selbst: ich glaube, der jüngste von ihnen hatte schon das zwanzigste Lebensjahr hinter sich. Und nun war zuguterletzt das Examen, wohl auch »in anbetracht der Zeitumstände«, glatt und schier gegangen: keiner von den -ows und -itz' war zu leicht befunden worden. Blieb nur zu wünschen, daß der Tornister sie nie schwerer drücken möchte, als sie der Schulsack je gedrückt hatte! Den von Adalbert hatte man nur soweit untersucht, um sich zu überzeugen, daß nichts mehr hineingehe, und man den Inhaber vom mündlichen Examen entbinden könne; wie denn schon das schriftliche für ihn eine bloße Form gewesen war.

Wird Werin auch dabei sein? fragte ich den von Sylow.

Wir wissen es nicht; war die Antwort; glaube kaum. Jedenfalls hat er seinen Beitrag bezahlt. Nun, und Du?

Ich werde mit Vergnügen erscheinen.

Also auf Wiedersehen heute abend, Punkt neun Uhr!

Ich hätte nicht nein sagen können. Es galt, bis zum letzten Augenblick die Maske des völlig Unbefangenen festzuhalten. Und dann, daß ich's gestehe: den Abend vor meiner heimlichen Flucht von der Schule beim Becherklang mit denen zuzubringen, die mich hier in Banden zurückzulassen glaubten, welche sie selbst frohen Mutes abgestreift hatten und die auf einem weiten Wege eben dahin strebten, wohin ich auf einem so viel kürzeren gelangen würde – das übte einen seltsamen Reiz auf mich aus. Schließlich: ich konnte so die Nacht, in welcher doch kein Schlaf in meine Augen kommen würde, um ein paar Stunden betrügen. Auch für Schlagododro, der da eben, in jetzt gewohnter Weise melancholisch abseits stehend, zum Fenster hinaus ins Leere starrte, würde ich, der Hochbeglückte, in der letzten Stunde tröstliche Worte finden, ohne durch Adalberts Gegenwart gestört zu werden. Er sich einstellen, um mit den -ows und -itz' zu pokulieren! Da mochte sich eher ein Sperber freiwillig auf eine Baumkrone niederlassen, in der es von lärmenden Krähen schwärmte!

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