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Was will das werden? Erster Theil

Friedrich Spielhagen: Was will das werden? Erster Theil - Kapitel 32
Quellenangabe
typefiction
authorFriedrich Spielhagen
titleWas will das werden? Erster Theil
publisherVerlag von L. Staackmann
printrun6. Auflage
year1895
firstpub1885
correctorreuters@abc.de
senderbruce.welch@gmx.de
created20151204
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IX.

Gab es etwas, das den Grimm, der in mir kochte, noch höher sieden machen konnte, so war es das leidvolle Geständnis, dessen mich eben die Freundin gewürdigt hatte. Ich war stolz auf ihr Vertrauen und wußte nun wieder, wie teuer sie mir war. Ihre Sache war auch die meinige, und unsre Sache war die gute. Und die einst triumphieren würde über die jener, die anders und besser zu sein glaubten, als wir, während doch ihr Anders- und ihr Bessersein nur in den Vorteilen bestand, die sie vor uns voraus hatten, und in den Vorurteilen, mit denen sie sich gegenseitig fütterten, und die ihnen von der sklavischen Menge sanktioniert wurden. Maria hatte recht, von diesem Standeshochmut und dieser Standesborniertheit würde sich auch Ulrich niemals frei machen können, so brav er sonst war und wie sehr er sie lieben mochte. Und auch darin, was sie nicht ausgesprochen hatte, ich aber jetzt wohl empfand: daß mein Unglück sich mit dem ihrigen nicht messen ließ. Was war denn schließlich an mir gelegen? und hatte ich nicht von vornherein meinen Fall für hoffnungslos gehalten? ja, in meiner Verzweiflung geschwelgt? Aber sie war ein Mädchen, das der Zukunft ganz anders gegenüberstand als ich, und an Möglichkeiten denken durfte, welche für mich noch in Siriusferne lagen, während wiederum Ulrich, als der ältere von uns beiden und als Sohn reicher und vornehmer Eltern, viel eher die kecke Hand danach ausstrecken mochte. Aber er war ja ein Vogtriz! Das heißt: ein Gefolgsmann, das heißt: ein Mensch, der sich des höchsten Gutes des Menschen, der Freiheit seines Denkens und Handelns, begeben hat, um der Vasall seines Lehnsherrn zu sein, das heißt: der Schatten eines Schattens!

In mein zorniges Grübeln verloren, hatte ich des Weges nicht geachtet und befand mich, während ich noch in der Tiefe des Parkes zu sein glaubte, plötzlich vor der kleinen Kapelle, die, unter mächtigen Platanen und von Buschwerk dicht umringt, bereits in der Nähe des Schlosses lag. Ich hatte den versteckten Ort kaum je betreten und nie die Kapelle selbst. Seit meiner Sache mit Pastor Renner betrachtete ich mich als ausgeschlossen von der kirchlichen Gemeinschaft und sprach mir die Berechtigung ab, meinen Fuß in eines ihrer Gotteshäuser zu setzen. So blieb ich denn auch jetzt, trotzdem mich, den Erhitzten und Ermüdeten, die Aussicht auf Ruhe und Kühle in dem Innern des Gebäudes lockte, draußen stehen und starrte düsteren Blickes durch die weit offene Thür in den schattigen Raum. Es dauerte einige Zeit, bis ich, der ich aus dem blendenden Sonnenschein kam, die Einzelheiten in dem Halbdunkel unterscheiden konnte: Den Altar mit dem Kruzifix und einem großen Gemälde, wie es schien; im Hintergrunde die kleine, reichgeschnitzte Kanzel; eine mit Glasfenstern versehene Empore – natürlich für die Herrschaften – und die schmalen hölzernen Bänke für das Dienstvolk.

Auf einer der letzteren saß, wie ich jetzt erst bemerkte, eine männliche Gestalt, vornübergebeugt, das Gesicht in den Händen, schlafend oder im Gebet. Wohl im Gebet, denn der Mann hob den Kopf, um nach oben zu blicken, und ließ ihn dann wieder auf die Hände sinken. Es war der Major. Ich wollte mich ungehört entfernen; aber, knirschte ein Sandkorn unter meinem Fuß, hatte er sein Gebet beendet, er richtete sich empor und kam, sich wendend, langsamen Schrittes auf mich zu, der ich nun so gezwungen war zu bleiben.

Ich hatte den Major während dieser Wochen nicht so gefunden, wie ich es nach den wenigen Begegnungen mit ihm und Schlagododros enthusiastischen Schilderungen erwarten mußte. Er war immer freundlich und gütig gewesen, aber wenig mitteilsam bis zur völligen Schweigsamkeit, und, selbst wenn er lächelte, war der Ernst nicht aus seinen schönen Augen gewichen. Daß sein Blick manchmal länger auf mir ruhte, befremdete mich jetzt nicht mehr, seitdem ich die Ursache kannte; fühlte mich aber durch diese Bevorzugung auch nicht gerade geschmeichelt, da er sich sehr selten und dann immer nur über ganz gleichgültige Dinge mit mir unterhalten hatte, und ich also annehmen konnte, daß sein Interesse an mir nur eben ein rein äußerliches sei. So war ich denn erstaunt, als er jetzt vor mir, der ich grüßend auf die Seite getreten war, stehen blieb, und, mir die Hand reichend, sagte: Ich habe mich eben auch mit Ihnen beschäftigt. Es ist mir lieb, daß ich Sie noch einmal vor meiner Abreise ungestört sprechen kann.

Sie wollen abreisen, Herr Major? fragte ich, vergessend, daß Schlagododro es mir eben mitgeteilt hatte.

Der Wagen wird, glaube ich, schon angespannt sein.

Und Sie werden nicht wiederkommen?

Eure Vorstellung zu sehen? Ich fürchte, ich werde darauf verzichten müssen. Vielleicht, daß ich noch einmal auf eine Stunde herüber kommen kann, aber ich glaube es kaum.

Ich war, seiner Aufforderung folgend, ihm zur Seite geblieben. Er ging langsam und ich bemerkte, daß er nicht den nächsten Weg zu dem Schlosse einschlug.

Sie wissen nicht, warum ich abreise? hob er wieder an.

Nein, Herr Major.

Ihr jungen Leute habt auch mehr in den Kopf zu nehmen, als die hohe Politik. Kümmern sich doch auch die, die es näher angeht, nur um ihre Kirchturminteressen! Und wer weiß, ob ich die Angelegenheiten mit solcher Aufmerksamkeit verfolgt hätte, wenn mir nicht – Sie erinnern sich des Abends im Werinschen Hause, als ich die Damen hierher einzuladen kam? Nun, an jenem Abend wurde mir vorausgesagt, was kommen würde, bereits schon zum Teil gekommen ist und, wie ich jetzt überzeugt bin, ganz kommen wird. Wir werden in kurzem, vielleicht schon in wenigen Tagen im Krieg mit Frankreich sein.

Im Krieg mit Frankreich! Ich schreibe es schamerrötend: das furchtbare Wort ließ mich ganz kalt. Ich hatte wohl die Herren von einer Kriegsmöglichkeit reden hören, von Kriegsbereitschaft hüben und drüben, von Oberst Stoffel, Benedetti, französischen Kammersitzungen, spanischer Thronfolge, Kandidatur des Prinzen Hohenzollern – alles mit halbem Ohr und kaum das. Was ging es mich an? »Es scheint, sie wollen einander mal wieder die Hälse abschneiden; nun, Glück auf!« hatte der Kammerherr gelegentlich in seiner cynischen Weise gesagt. Damit war die Sache für ihn erledigt gewesen und für mich auch. Und damals hätte ich noch verhältnismäßig die Ruhe zum Nachdenken gehabt, während jetzt meine Seele voll von ihren eigenen Angelegenheiten war, und mein Herz in egoistischen Schmerzen zuckte.

Der Major erklärte sich sicher mein Schweigen aus dem Staunen und Schrecken, die mich ergriffen hätten, denn er sagte nach einer kleinen Pause:

Wir werden siegen – in hartem Kampf, aber wir werden siegen. Daran hätte ich freilich nun nicht gezweifelt, auch wenn die Prophetin es nicht ebenfalls verkündigt hätte.

Ich sah den Major fragend an, indem ich den Namen der Frau von Werin murmelte.

Ich muß sie wohl so nennen, sagte der Major, unendlich viel lieber, als wie sie andere nennen möchten, und auch ich in jenem Augenblick geneigt war. Unsre Altvordern freilich wußten das Ahnungsvermögen und die Prophetengabe ihrer weisen Frauen besser zu schätzen.

Er lächelte ein melancholisches Lächeln: Ja, ja, fuhr er fort, die wunderbare Frau hat alles vorausgesagt, was damals für den Verstand der Verständigsten in undurchdringliches Dunkel gehüllt war: daß sich aus der kleinen Wolke, welche bereits wieder zu zerflattern schien, der Sturm entwickeln und unsrer Idylle hier ein jähes Ende bereiten würde. Die neuesten Nachrichten machen es mir unzweifelhaft. Ich gehe, mein Haus zu bestellen, noch bevor ich die Ordre habe, sicher, daß dieselbe kommen muß; vielleicht mir schon unterwegs begegnet.

Er schwieg, ich ging still an seiner Seite, während meine Phantasie den Stoff, der ihr geboten war, zu bearbeiten anfing in ihrer schmachvoll egoistischen Weise: der Major war gefallen; Ellinor in der weiten Welt nun völlig verwaist, allein, hilflos, verzweifelt nach dem Retter ausschauend – eine Andromeda, als deren Perseus ich herbeieilte. Ein Perseus, ich, der ich mich in diesem Augenblick viel eher mit dem giftgeschwollenen Drachen hätte vergleichen sollen – dem Drachen schnöder, nachtgeborener Selbstsucht, die im Kampfe liegt mit dem Kosmos, der Welt der Ordnung und des Lichts!

Wohl mir, daß der Herrliche nichts ahnte von dem, was da Abscheuliches in meiner Seele vorging, und so in dem herzlichen Ton seiner sanften Stimme weiter sprechen konnte:

Es ist leider bald bestellt, mein Haus; ja es gäbe nichts zu bestellen, wäre es nicht um meine Tochter. Und einer Tochter Zukunft ist ja etwas, das sich jeglicher Berechnung entzieht. So berechne und rechne ich denn nicht, was auch sonst nicht meine Sache ist, sondern stelle es Gott anheim, der besser weiß als ich, was ihrem beweglichen Herzen frommen wird. Vielleicht, daß er sie zum Heil auf einem rauheren Pfade leiten will, als ihr beschieden schien, solange ich lebte; vielleicht – nun, des Herrn Wille geschehe! Er weiß auch, weshalb er uns Deutsche auf diesen blutigen Kriegspfad führen muß, damit wir ein einiges starkes Volk werden, das der Welt fortan den Frieden diktieren kann, nach welchem sich das Herz unseres königlichen Herrn sehnt. Großer Gott, was er leiden muß in diesen Stunden, wo er über Tod und Leben von Tausenden und aber Tausenden zu entscheiden hat und doch nichts anderes entscheiden kann, als was ihm seine Königspflicht befiehlt, ob sein warmes Menschenherz schier darüber breche! Brich nicht, Du armes reiches Herz! Deine Sache ist unsre! Wir stehen alle zu ihr, alle! Und wenn ich zehn Söhne hätte, Du solltest sie haben mit Gott für Dich und Vaterland!

Glaubte er noch in der Kapelle zu sein, während er mit einem schwärmerischen Blick ausschaute zu dem hohen Dach der Rieseneichen, das sich über den langsam Dahinschreitenden wölbte? Für ihn war Gott gegenwärtig, wo er ging und stand, und sein Herz zu voll, als daß es nicht zu dem Allgegenwärtigen hätte schreien sollen in dieser schweren Stunde, in welcher er sich im Geiste vom Leben loslöste zum Siege durch den Tod. Und mich durchschauerte die Ahnung der Heiligkeit in dem Geist und Herzen dieses Mannes; aber die Zeiten waren längst dahin, wo der Knabe gläubig zu ihm aufgeschaut hatte als zu seinem hochherrlichen Ideal. Zu tief schon hatte der Zweifel an meinem Herzen genagt und gefressen und fraß und nagte weiter und flüsterte mir höhnend zu: Jawohl, für das Vaterland, weil es einen König hat! Wär' es dir noch eines, Gefolgsmann du, wenn es eine Republik wäre mit einem Plebejer an der Spitze, dem du dann zu folgen hättest, Herr Egbert von Vogtriz?

Wieder schritten wir schweigend nebeneinander hin, und abermals begann er:

Ich habe keinen Sohn mehr, und doch ist mir manchmal, wenn ich Sie ansehe, als lebte er noch, oder wäre wieder auf die Welt gekommen in Ihrer Gestalt. Ich kann mir meinen Ernst nicht anders vorstellen, stünde er, wie es ja nun der Fall wäre, in Ihrem Alter. So müßte er aus den Augen schauen; so müßte der Ton seiner Stimme sein, und so könnte es ja auch in seinem Kopf und Herzen aussehen.

Ich fühlte, wie mir die Flammen aus den Wangen schlugen. Nein, dies durfte nicht sein! War er auch mein Widersacher, er war ein edler Mann, und auch vor einem Unedleren hätte ich mich der Lüge geschämt.

Herr Major, rief ich, Sie wissen nicht –

Mehr als Sie glauben, unterbrach er mich lächelnd. Ich habe Sie viel beobachtet und denke, ich weiß so ziemlich, wie es um Sie bestellt ist. Und gerade das ist es, weshalb ich mit Ihnen zu sprechen wünschte, da wir uns in diesem Leben vielleicht zum letztenmale sehen. Ich wollte, ich hätte Ihnen mehr zu hinterlassen als ein paar Lehren, die, hoffe ich, gut und ganz gewiß gut gemeint sind. Sie haben ein weiches, liebevolles und liebebedürftiges Herz. Sie haben eine bewegliche Phantasie, einen raschen, schnellfassenden Verstand; einen Geist, der sich nicht mit der Oberfläche der Dinge begnügt, sondern in die Tiefe zu dringen sucht. Herrliche Gaben, wie sie in dieser Vereinigung nicht vielen zu teil werden, welche aber auch eben darum die wenigen, die sie besitzen, mit einer ungeheuren Verantwortung belasten. Denn der Hochbegabte geht nie allein seinen Zielen entgegen; immer und überall hat er eine große Gefolgschaft hinter sich, für die er einstehen muß. Schweift er in die Irre, irren alle; strauchelt er, kommen jene ins Taumeln; geht er unter, verderben auch die anderen. Und nun lassen Sie sich das Wort eines Mannes gefallen, der, da er nun einmal nicht Ihr Vater ist, gern Ihr väterlicher Freund sein möchte: Sie sind, trotz Ihres guten Willens und edlen Strebens auf einem falschen Wege. Da, wo Sie Ihr höchstes Ideal, die Freiheit, suchen, liegt es nicht, weder für Sie persönlich, noch für die Nation. Wir Deutsche verstehen alles; uns selbst zu disziplinieren, verstehen wir nicht. Wir können alles, wenn wir die rechten Führer haben, denen wir folgen dürfen; wir sind die Beute von Nationen, die nicht so viel wert und nicht so stark sind, wie wir, sobald uns diese Führer fehlen. Unsere Geschichte beweist es von Anbeginn bis auf den heutigen Tag. Unser Fehler war von jeher und ist es noch, daß wir die Tugenden in der Abstraktion eines Menschheitsideals wollen, ohne zu bedenken, daß jede, sobald sie geübt wird, eine nationale Färbung annehmen muß. Darum war unser Weltbürgertum des vorigen Jahrhunderts freilich notwendig, weil wir eben Deutsche sind, aber eine – so wunderlich das klingt – ungeheure Einseitigkeit, die zu korrigieren, zu der das notwendige Korrelat zu liefern, die mühselige Arbeit dieses Jahrhunderts ist. Man muß ein Volk nehmen, wie es ist; Dinge von ihm verlangen, die es nicht leisten kann; ihm Institutionen zumuten, die nun und nimmer aus seinem Wesen hervorgehen, heißt einen Birnbaum haben, von dem man Aepfel pflücken will. Die Republik ist eine schöne Sache – für andere, nur nicht für uns Deutsche. Darum, wer an unser Königtum rührt, das Gottes Gnade uns gewährt hat, und das mit Gottes Gnade uns zu den höchsten Höhen der Bildung und Freiheit führen wird, versündigt sich an dem Geist und Leib der deutschen Nation. – Das hätte ich meinem Sohn gesagt, bevor ich in den Krieg ging, wo ich vielleicht den Tod finde, als ein Mahnwort für sein Leben. Nun sage ich es Ihnen, seinem Ebenbilde. Und daß ich es gesagt habe aus herzlicher Teilnahme, werden Sie mir glauben; sonst hätte ich es nicht gesagt.

Er reichte mir die Hand, die ich heftig ergriff.

Ja, rief ich, und ich glaube es; und kein Mensch sollte mich an Königstreue übertreffen, wenn Sie mein König wären!

Er mußte, wie ernst ihm zu Sinnen war, über meine Leidenschaft lächeln:

Professor Willy hat recht: Sie sind ein Poet. Als Sie ein Kind waren, sagten Sie mir: ich will Soldat werden. Nun, das liegt nicht so weit auseinander. Ein Stratege, der keine Phantasie besäße, würde nicht viel Siege zu verzeichnen haben, und ich meine, in jedem großen Dichtwerke steckt ein gutes Stück Strategie. Und nun, mein junger Poet, leben Sie wohl, und, wenn Gott will, auf Wiedersehen!

Er reichte mir noch einmal die Hand, die ich an meine Lippen preßte, während mir die Thränen aus den Augen stürzten.

Nicht doch! nicht doch! sagte er abwehrend; leben Sie wohl!

Er schritt aus dem epheuumrankten Parkgartenthor, in welchem wir zuletzt gestanden hatten, dem nahen Portale des Schlosses zu. Ein offener angespannter Wagen hielt davor. Man schien bereits auf die Rückkehr des Majors gewartet zuhaben: sämtliche Damen standen in dem Portale; Ellinor, als sie den Vater erblickte, lief ihm entgegen und schien ihm etwas von Wichtigkeit mitzuteilen. Er beschleunigte seinen Schritt. Sie folgte ihm langsamer, während ihr Blick, wie ich deutlich bemerken konnte, auf das Portal geheftet war, aus dem jetzt rasch eine jugendliche männliche Gestalt hervor und, sich bückend, hinter die Damen trat, wie jemand, der nicht gleich erkannt sein will. Nun, als der Fuß des Majors die erste Stufe betrat, richtete er sich auf und sprang die Stufen hinab, dem Nahenden entgegen. Es war Astolf. Der Major schüttelte ihm die Hand, während die Damen ihn selbst umringten, und, lebhaft auf ihn einsprechend – die einzelnen Worte konnte ich nicht verstehen, nur die schrille Stimme der Gouvernante von den anderen unterscheiden – ihn um längeres Bleiben anzugehen schienen. Ellinor besonders eifrig. Sie gestikulierte dabei lebhaft mit der Hand, die jetzt ihr Vetter erhaschte und wiederholt stürmisch küßte.

Die Morgensonne schien hell genug, aber mir war, als hätte eine blutrote Abendwolke mir plötzlich die ganze Scene überdeckt.

Als sie verzogen war, fand ich mich wieder allein in der Einsamkeit des Parkes.

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