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Was da kriecht und fliegt!

Ernst Ludwig Taschenberg: Was da kriecht und fliegt! - Kapitel 68
Quellenangabe
typereport
authorErnst Ludwig Taschenberg
titleWas da kriecht und fliegt!
publisherVerlag von Wiegandt, Hempel & Parey
printrunZweite, neu bearbeitete Auflage
year1878
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150506
projectidb063374f
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Die Schmetterlingsraupe.

Es liegt außer unserem Plane, hier alles das mitzutheilen, was sich von den Raupen der Schmetterlinge sagen läßt; es genüge nur auf die ihnen allen gemeinsamen Merkmale hinzuweisen und sodann die Hauptpunkte zu bezeichnen, auf denen ihre große Mannigfaltigkeit beruht.

Jede Raupe besteht außer dem hornigen Kopfe aus zwölf fleischigen Leibesgliedern, von denen die drei vordersten je ein chitinhartes Paar gegliederter, sogenannter Brust- oder Halsfüße tragen und der letzte ein Paar ungegliederter, fleischiger, mehr nach hinten gestreckter, welche man Nachschieber genannt hat, die aber in einzelnen Fällen abweichend gebildet und dadurch ihrer ursprünglichen Bestimmung entzogen sind. Zwischen diesen und jenen befinden sich nun noch ein bis vier Paare fleischiger, saugnapfartiger Füße am Bauche, in seltenen Fällen gar keine mehr, so daß also eine Schmetterlingsraupe wenigstens acht und höchstens sechzehn Beine aufzuweisen hat, und alle Raupen, welche mehr als die genannte Zahl haben, sind Larven von den Blattwespen, deren schon früher gedacht worden ist. Die Mehrzahl der Schmetterlingsraupen hat vier Paar Bauchfüße, welche so gestellt sind, daß vorn bis zu den hintersten der Halsfüße zwei Glieder und ebenso viele hinten bis zu den Nachschiebern frei bleiben. Bei einer geringeren Menge von Beinen sind die vorderen Bauchfüße bis auf das letzte, oder die beiden letzten Paare verschwunden, bezüglich verkümmert. Solche Raupen haben einen abweichenden Gang, sie durch spannen ihren Weg, indem sie das vordere Bauchfußpaar hinter die hintersten Halsfüße setzen, dabei die zwischenliegenden fußlosen Glieder schlingenartig zusammenbiegen, mit den Halsfüßen los lassen, den Körper lang ausstrecken und abermals in Schlingenform nachziehen und so weiter. Man hat sie deswegen Spannraupen und die ihnen entsprossenen Falter »Spanner« genannt.

Der Kopf trägt zwischen einer Ober- und Unterlippe zwei scharf gezähnte Zangen (Oberkiefer), die Werkzeuge, mit welchen die Nahrung in erstaunenswürdiger Schnelligkeit abgenagt und gekaut wird, und die mehr fleischigen Unterkiefer, mithin beißende Mundtheile. An der Unterlippe befindet sich außerdem der Ausgang der Spinndrüse im Leibesinnern, da jede Raupe spinnen kann, wenngleich wir es bei vielen nicht wahrnehmen. Am augenfälligsten wird bei den Spinnern diese Fähigkeit vor der Verpuppung, wenn sich die Raupe ein Gehäuse bereitet, in welchem später die Puppe ruht, und am wichtigsten für uns bei der Seidenraupe, denn der einzige Faden, der in tausendfachen Lagen die äußere, lose Umkleidung dieses Gehäuses bildet und eine Länge von beinahe l000 Fuß erreichen kann, ist eben die rohe Seide. Andere Raupen benutzen dieses Vermögen weniger und ziehen nur etwas das Blatt zusammen, welches sie gerade bewohnen, oder leimen ihre eigenen Haare damit aneinander, wenn sie sich verpuppen wollen, oder die Wände der Erdhöhle, in der sie sich einsargen u. dgl.; in Zeiten der Noth lassen sie sich an einem Faden von den Bäumen herabfallen; ja sie benutzen es, um der Gefangenschaft zu entgehen, wovon folgende Beobachtung den Beweis liefert. Die im Holze lebende Weidenbohrerraupe (S. 316) zernagt, wie den Raupenzüchtern allbekannt, jedes Holzgefäß, es wurde deshalb eine in eine Glasbüchse eingeschlossen, diese mit Papier oben zugebunden, und man glaubte nun alles gethan zu haben, um sich der Raupe zu versichern, da sie am Glase nicht in die Höhe zu kriechen vermag. Was that aber das schlaue Thier in seinem Drange nach Freiheit? Sie spann einzelne Fäden über einander an die Wand des Gefäßes, hielt sich an dieser Leiter fest, spann weiter bis sie allmählich oben am Papiere anlangte, das natürlich ohne Mühe durchnagt wurde. Was blieb am Ende weiter übrig, als dem armen Thiere die so schlau und mühsam errungene Freiheit zu gönnen und es einer alten Weide einzuverleiben?

Daß sich am Kopfe der Raupen auch Augen vorfinden, wird nicht bezweifelt, obgleich es seine Schwierigkeiten hat, dieselben als solche zu erkennen; sie stehen meistens als glänzende erhabene Pünktchen zu sechs in zwei senkrechten Reihen unmittelbar hinter den stummelhaften, immerhin aber bei nicht allzu kleinen Raupen kenntlichen, mehrgliedrigen (4) Fühlern am Grunde der Kinnbacken.

Die Raupe hat ferner an jeder Seite ihres Leibes, wenig über den Füßen eine Reihe kleiner, bei den «leisten deutlich wahrnehmbarer, öfter durch ihre andere Färbung ausgezeichneter Hautspalten, und zwar an jedem Gliede mit Ausnahme des zweiten, dritten und letzten eine, so daß ihre Gesammtzahl mithin achtzehn beträgt. Sie heißen Luftlöcher, weil sie zum Athmen des Thieres dienen, indem von jedem ein Büschel ungemein feiner Luftröhrchen nach allen Körpertheilen im Innern ausläuft und je eine stärkere sie unter einander unmittelbar unter der Haut verbindet; von den vordersten Luftlöchern jederseits gehen auch noch zwei solche Seitenröhren nach vorn, die sich an der Speiseröhre vereinigen. Bestreicht man diese Luftlöcher mit Fett, so muß die Raupe ersticken, während man sie unter der Luftpumpe nicht tödten kann, wie andere Thiere; sie liegt zwar träge, wie todt da, erholt sich aber wieder, selbst nach mehreren Tagen, wenn die Luft wieder zutritt. Durch eine hornige Umsäumung, welche bei vielen Raupen der Form nach sich am besten mit einem Knopfloche vergleichen läßt, und durch sonstige Vorkehrungen ist ein Verschluß derselben nach dem Belieben der Raupe möglich.

Thun wir nun noch einen flüchtigen Blick in das Innere einer Raupe, so finden wir mitten durchgehend, mehr nach oben gelegen, daher bei vielen nackten Raupen als dunkleren Rückenstreifen durchscheinend, den Darmkanal; darüber liegt das sogenannte Herz, ein langes auf jedem Gliede erweitertes »Rückengefäß«, von welchem aus zahlreiche Muskelfasern die Erweiterung und Verengung und so eine Bewegung des klaren weißgelben Saftes von hinten nach vorn bewirken, wie man bei vielen Raupen äußerlich beobachten kann. Neben dem Darme befindet sich ferner jederseits eine in der Unterlippe mündende lange, unter vielfachen Windungen zunächst bis zu den hintersten Bauchfüßen gehende, dann wieder bis zum Halse umkehrende und von da nochmals zurück bis zum Ende des Leibes sich erstreckende Röhre, welche den Stoff zum Spinnen enthält. Der ganze übrige Raum ist mit Fettmasse umgeben, die den Nahrungs- und Bildungsstoff für die weitere Entwicklung des ganzen Insektes enthält. Längs des Bauches endlich zieht ein mehrfach knotig erweiterter und von diesen Knoten Strahlen aussendender Nervenstrang, das sogenannte »Bauchmark« durch die Länge der Raupe, der am Kopfe einen oberen und unteren Knoten bildet, beide zusammen als »Schlundring« bezeichnet, welcher die Nerven nach den Sinneswerkzeugen abgiebt.

Jede Raupe häutet sich mehrmals bis sie erwachsen ist und ändert dabei häufig ihre Färbung, aber nur in sehr seltenen Fällen ihre Gestalt, so z. B. verliert die des Nagelflecks ( Agila Tau) später die wenigen Dornen, die sie in der Jugend hatte.

Die Mannigfaltigkeit der Raupen ist so groß, daß sie eben nur angedeutet werden kann. Größe, Form, Bekleidung, Farbe und Lebensweise kommen hierbei vorherrschend in Betracht und liefern in ihren mannigfachen Zusammenstellungen dafür den Beweis, wie unerschöpflich der Schöpfer bei seinen Wunderwerken gewesen ist.

Die Größe wechselt von den wenig über 2 mm. langen, zwischen der Ober- und Unterfläche eines Eichen-, Birken- oder andern Blattes im Innern lebenden Minirräupchen bis zu den, bei einer Stärke von einem kräftigen Daumen reichlich 10,5 cm. lang werdenden Raupen unserer größten Schwärmer, der Larven jener Riesenschmetterlinge Brasiliens und anderer heißer Länder gar nicht zu gedenken. Man verbinde alle zwischenliegenden Längen mit allen den Querdurchmessern, die zulässig sind, um immer noch die Wurmform zu erhalten, die aber nicht an allen Körperteilen dieselben zu sein brauchen, und es wird sich eine stattliche Reihe wieder und wieder anders aussehender Geschöpfe ergeben. Das ist aber noch das Geringste. Nehmen wir hiezu die schon oben erwähnte Verschiedenheit in der Anzahl der Füße, den Umstand, daß die Haut glatt und glänzend oder matt, runzelig oder körnig, mit Warzen, Fleischzapfen verschiedenster Formen, einzelnen Haaren oder stellenweise pinsel- oder bürstenartig vereinten besetzt sein kann, daß diese wieder in Form, Länge, Menge, Färbung und Vereinigungsweise unendliche Abwechslungen darbieten, gedenken wir der verschiedensten Farbenvertheilungen und bunten Zeichnungen, die wir bei den wenigen Raupen bemerkt haben, die uns in unserm Leben schon begegnet sind: so können wir uns ein schwaches Bild von dem entwerfen, was hier die Natur geleistet hat, und der Musterzeichner würde da sicher lohnende Studien machen und seine Anschauung für Farbenstellung und Zeichnungszusammenstellungen bereichern und mit Vortheil für seine Zwecke verwenden können.

Man hat versucht, nach gewissen vorwiegenden Bildungsformen die Raupen einzutheilen, ohne jedoch alle dabei erschöpfen zu können, und spricht von Dornenraupen, wie sie u. a. dem Pfauenauge (S. 267) und sehr vielen Tagschmetterlingen der Gattungen Vanessa, Argynnis Melitaea u. a. angehören, die mit Fleischzapfen reichlich besetzt sind, und wo diese wieder stachelspitzige Seitenästchen tragen; von Bärenraupen mit langen, ziemlich gleichmäßig über den ganzen Körper vertheilten Haaren, Bürstenraupen, bei denen der Rücken einiger vorderen Glieder kürzere, dicht gedrängte und an ihrer Spitze eine Fläche darstellende Haare trägt, die an eine Bürste erinnern, während an anderen Stellen, besonders zu den Seiten des Kopfes, an den Seiten einiger Leibesglieder und auf dem Rücken des vorletzten lange Haare, wie zu einem Pinsel vereinigt, aus dem übrigen Haarkleide heraustreten. Der Aprikosenspinner ( Orgya antiqua) Rothschwanz ( Dasychira pudibunda) u. a. aus nächster Verwandtschaft gehören hierher.

Als Peitschraupen bezeichnet man die wenigen Arten der Gattung Harpyia » Gabelschwänze«, wo die Nachschieber in zwei hohle Gabelspitzen umgeformt sind, aus welchen sie je einen langen Faden vorstrecken, wenn sie gereizt werden; in ähnlicher Weise bringt die Schwalbenschwanzraupe im Nacken zwei fleischige, hornförmige Lappen hervor. Die Asselraupen sind am Bauche platt, über den Rücken gewölbt, wie die bekannten Kellerasseln; aus ihnen entstehen u. a. die kleinen prächtigen Bläulinge. Der Spannraupen wurde schon oben gedacht, und manche andere kommen noch hinzu, abgesehen von einzelnen höchst sonderbaren Formen, denen man keinen gemeinsamen Namen beigelegt hat.

In manchen Fällen kann man aus der allgemeinen Raupenabtheilung einen Schluß auf die daraus entstehende Schmetterlingsgruppe ziehen, indeß lassen sich in dieser Beziehung nur sehr allgemeine Gesichtspunkte aufstellen. So liefern z. B. die nackten, auf ihrem vorletzten Gliede mit einem Horne versehenen Raupen (S. 283 Todtenkopf) immer einen Schmetterling, welcher der kleinen, in ihrer Flugweise und Form eigenthümlichen Gruppe der sogenannten Schwärmer angehört. Aus Dornenraupen werden stets Puppen, welche sich frei aufhängen und nur Tagfalter liefern; die Spannraupen gehören der größern, durch gewisse Merkmale von den übrigen geschiedenen Abtheilung der » Spanner« an, aus den Bürsten- und Bärenraupen werden nur » Spinner« u. s. w.

Was endlich die Lebensweise und das Alter der Raupen anlangt, so tragen auch diese ihren Theil dazu bei, die Mannigfaltigkeit zu erhöhen. Die einen leben immer nur vereinzelt, weil die Eier vereinzelt gelegt worden waren, die andern auf kürzere oder längere Zeit ihrer Lebensdauer gesellschaftlich mit oder ohne gemeinsames Gespinst (Nest). Die meisten leben auf den Blättern der verschiedenartigsten Pflanzen, und da ist kaum eine, wenigstens von den Phanerogamen anzutreffen, an der nicht mindestens eine Raupe Geschmack fände, während manche, z. B. die Eichen, von vierzig und mehr verschiedenen Arten aufgesucht werden. Es giebt ferner Raupen, die eine ganz bestimmte Futterpflanze haben und lieber Hungers sterben, ehe sie eine andere berühren, die meisten sind weniger wählerisch und nähren sich von verschiedenen, aber verwandten Pflanzen, andere beschränken sich auf Bäume, machen aber keinen Unterschied zwischen dem harten Blatte der Eiche und dem zarteren der Birke, oder sie ernähren sich ausschließlich von Kräutern, in denen sie mehr oder weniger wählerisch sind, der Raupenzüchter kennt deren eine große Anzahl, mit welchen er bei vielen Raupen ankommen kann. Noch andere endlich (die sogenannten »polyphagen«) fragen nicht darnach, ob Kraut, Strauch oder Baum, in ihrer Gier verschlingen sie alles was Blatt heißt, doch haben auch diese ihre Leibgerichte, freilich groß an Zahl. Uebrigens kann man auch ihnen nicht gerade Schuld geben, daß sie die Abwechselung liebten, vielmehr bleiben sie gern bei dem Futter, mit welchem sie anfingen, und wechseln dasselbe in der Regel nur dann, wenn sie es aufgezehrt haben und etwa gezwungen wären, eben dasselbe erst wieder aufzusuchen.

Wie sie sich nun aber auf ihren Blättern einrichten, ist eine weitere Frage, die bei verschiedenen Arten wieder die verschiedensten Antworten zuläßt, besonders wenn es sich um die Ruhezeit handelt; denn beim Fressen stimmen sie meist darin überein, daß sie die scharfe Blattkante vor sich haben und von oben nach unten immer die ganze Blattmasse (Fleisch und Rippen zugleich, wo die mittelste stark ist, bleibt sie auch wohl übrig) verschwinden lassen. Die einen ruhen auf dem Blatte selbst, entweder auf seiner Oberfläche an beliebiger Stelle oder lang auf der Mittelrippe ausgestreckt, oder ziehen die schattigere Unterseite vor; andere verlassen es und setzen sich auf den benachbarten Stengel oder bei Bäumen an den Stamm zwischen die Risse seiner Rinde, oder legen sich unter die Futterpflanze auf die Erde, von den Blättern jener bedeckt, wie besonders die an Gras und an niedern Pflanzen nur des Nachts fressenden Raupen der Nachtschmetterlinge. Diese ziehen mit wenigen Fäden einen Theil des Blattrandes über sich und sitzen in der dadurch gebildeten Höhlung, oder verwandeln das ganze Blatt in eine Röhre, in der sie flink rück- oder vorwärts kriechen und aus dem einen Ende herausschlüpfen, wenn man sich ihnen nähert, jene wieder kleben zwei Blätter mit ihren Flächen zusammen und betten sich zwischen dieselben, oder sie spinnen sich nur ein kleines seidenes Polster, auf dem sie frei liegen. In allen diesen Fällen kann man die verschiedensten Stellungen beobachten, die zum Theil die Arten sehr gut charakterisiren: Schlingen- und Kreisform, gerade und krumme Linie, Aehnlichkeit mit einem Aestchen und wer weiß was für Figuren man da noch entdecken kann. Diese Andeutungen mögen genügen für die Lebensart der auf Blättern hausenden, sogenannten »frei lebenden« Raupen. Nun giebt es aber andere, die sich unsern Blicken für immer verbergen, weil sie entweder an Wurzeln verschiedener Pflanzen leben und nicht an das Tageslicht kommen, oder in holzigen Stämmen, wie die Weidenbohrer- und Sesienraupen (S. 315, 273), oder in den Stengeln, besonders der Rohr- und Schilfgewächse, in Früchten, wie in unseren Obstarten, den Eicheln, dem Getreide, Hülsenfrüchten etc., in durch sie entstehenden krankhaften Auswüchsen gewisser Pflanzen, z. B. der Nadelhölzer, in Blättern ( Minirraupen) u. dergl. Die ersteren haben im allgemeinen die düstere Erdfarbe, während alle übrigen, mehr oder weniger wurmartigen, bleichgefärbt sind.

Zum Schlusse müssen wir noch der sogenannten Sackträger gedenken, ebenfalls wurmartiger Raupen, die in einem aus den verschiedenartigsten Blättern oder Seidenfäden bereiteten Futterale leben, das sie, wie die Schnecke ihr Haus, mit sich tragen, indem sie den Kopf und die sechs Halsfüße herausstecken und so besonders an Baumstämmen umher kriechen, in einem Gehäuse, welches ihnen später zugleich als Puppenhülle dient (S. 319 u. 359).

Wer einigermaßen gelernt hat, das wirklich zu sehen, was sich vor seinen Blicken ausbreitet, und Sinn für Naturbeobachtung hat, kann sich leicht davon überzeugen, daß obige Bemerkungen eben nur Andeutungen sind, und daß die Natur selbst uns in Form und Lebensart noch eine Menge von Unterschieden aufweist, deren hier nicht gedacht werden konnte.

Viele Raupen überwintern, einzeln und in Nestern, in jugendlichem, halb erwachsenem, oder fast erwachsenem Zustande, unter letzteren einige in der vollständig fertigen Puppenhülle. Die einzeln überwinternden gehören den Nachtschmetterlingen (Eulchen) und manchen Spinnern an und suchen unter dürrem Laube, Grase etc. einen Schutz, wenn sie nicht auf Wurzeln oder innere Pflanzentheile angewiesen sind, ein und die andere sogar frei an der Unterseite eines Astes, wie z. B. die der Kupferglucke ( Gastropacha quercifolia).

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