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Was da kriecht und fliegt!

Ernst Ludwig Taschenberg: Was da kriecht und fliegt! - Kapitel 46
Quellenangabe
typereport
authorErnst Ludwig Taschenberg
titleWas da kriecht und fliegt!
publisherVerlag von Wiegandt, Hempel & Parey
printrunZweite, neu bearbeitete Auflage
year1878
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20150506
projectidb063374f
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Die Hautflügler als Insekten-Ordnung.

Die von S. 121 an vorgeführten Kerfe gehören der Ordnung der Hautflügler, Aderflügler (Immen, Hymenoptera) an und werden wegen folgender gemeinsamer Merkmale mit einander vereinigt. Wie bei den Käfern finden sich auch hier beißende Mundtheile, jedoch gelangt die Zunge zum Auflecken von Flüssigkeiten zu ganz besonderer Entwicklung. Während die Käfer eine freie Vorderbrust kennzeichnet, sind hier alle drei Ringe des Mittelleibes innig mit einander verwachsen, und die beiden hintersten von ihnen tragen vier gleichartige, dünnhäutige Flügel, welche von verhältnißmäßig nur wenigen Adern in sehr charakteristischer Weise durchzogen werden. Es kommen jedoch bei den verschiedensten Abtheilungen nicht selten Fälle vor, in denen die Flügel gänzlich fehlen. Der Hinterleib bietet hinsichtlich seiner Anheftung an den Mittelleib die bei Insekten überhaupt nur vorkommenden Möglichkeiten dar und birgt bei den Weibchen ein zum Legen nothwendiges Werkzeug, welches als »Legbohrer« bezeichnet werden kann, wenn man nicht auf seine besondere Beschaffenheit näher eingehen will. Die ganze Körperbedeckung ist eine verhältnißmäßig harte, die Verwandlung eine vollkommene.

Der Kopf aller Hautflügler steht frei vor dem Thorax, ist also nicht, wie so häufig bei den Käfern, in den Vordertheil dieses eingelassen, daher auch allseitig beweglich. Auf seinem Scheitel trägt er immer drei Nebenaugen und im Verhältnisse zu den Käfern sehr einförmige Fühler. Dieselben sind entweder gerade oder gekniet, im ersten Falle meist faden- oder borstenförmig, seltener keulenförmig, dasselbe gilt von der Geißel der knieförmig gebrochenen Fühler. Gewisse Auszeichnungen der männlichen Fühler, wie wir sie bei der Kiefern-Blattwespe kennen gelernt haben, kommen nur vereinzelt vor. Die Mundtheile, nach dem Urbilde derselben Werkzeuge, bei den Käfern gebildet und also zum Beißen eingerichtet, erfreuen sich einer vorherrschenden Entwickelung der Zunge, weil die Nahrung fast ausnahmslos in flüssigen Stoffen besteht und mit der Zunge aufgeleckt wird. Dieselbe ist länger oder kürzer, wird in der Ruhelage der Kehle angelegt und in ihrem untern Theile von den mehr häutigen, aber gleichfalls stark verlängerten Kinnladenhälften scheidenartig umschlossen. Sie spaltet sich entweder in drei ziemlich gleiche Zipfel, oder der mittelste bekommt über die seitlichen das Uebergewicht, oder nur ihr Spitzentheil theilt sich auf die eine oder die andere Weise in jene drei Zipfel. Auf die Vielgestaltigkeit im Baue der Mundtheile können wir hier jedoch nicht weiter eingehen.

Am Mittelleibe ist im Gegensatze zu den Käfern der vorderste Brustring verkürzt und wenig entwickelt, so daß er auf der Rückenseite meist nur als sogenannter »Halskragen« auftritt und nach unten den Raum liefert, der eben zur Einlenkung des vordersten Paares der Beine ausreicht. Der Mittelbrustring ist am meisten entwickelt und bedarf der Erweiterung, weil er im Innern den kräftigen Flugmuskeln die nöthigen Anheftungs- und Stützpunkte gewähren muß. Die Immen sind nämlich so recht eigentlich Luftbewohner und fliegen viel, wenn auch noch nicht so gewandt, wie viele Fliegen und Schmetterlinge. Den Flügeln, namentlich den vordersten, hat man meist ganz besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden, wenn es sich um Auffindung guter Unterscheidungsmerkmale handelt. Die vordern sind wesentlich länger und adernreicher als die hintern, alle vier dünnhäutig, glasartig oder in verschiedenen Tönen getrübt, bisweilen von sehr lebhaften Farben bunt und dann stets mit eigenthümlichem Metallglanze versehen. Diese Färbung liegt aber in ihrer Haut und rührt von keiner Bekleidung her, die höchstens aus mikroskopischen Härchen besteht, wenn sie überhaupt vorhanden ist. Hinter der Mitte seines Vorderrandes zeigt der Vorderflügel in den meisten Fällen ein Chitinplättchen, das Flügelmal, von welchem eine Ader nach der Spitze hinläuft, die Randader ( radius) genannt, die mehr oder weniger vollständig die Randzelle abschließt. Die nächste Zellenreihe unter dieser, vom Vorderrande bis zum Saume sich erstreckend, bildet die Unterrandzellen (Cubitalzellen), höchstens vier an der Zahl und vom Vorderrande her als erste, zweite u. s. w. gezählt. Die zwei bis drei mitten in der Fläche durch Adern vollkommen geschlossenen Zellen heißen Mittelzellen (Diskoidalzellen), die mehr wurzelwärts am Vorderrande liegenden langgestreckten haben zum Theil verschiedene Namen von den verschiedenen Schriftstellern erhalten und kommen weniger allgemein in Betracht, während die sogenannte » lanzettförmige Zelle« am Innenrande, aber nur bei den Blattwespen vorhanden, für die Unterscheidung eine bedeutende Rolle spielt. Die queren Adern, welche von der Flügelfläche her nach den Unterrandzellen gehen, zwei oder eine der Zahl nach, heißen »rücklaufende« und können gleichfalls ihrer Lage nach von Bedeutung werden. Der Hinterflügel, dessen einfacherer Adernverlauf auf den der vorderen zurückgeführt wird, trägt meist am Wurzeltheile seines Vorderrandes eine Reihe feiner Häkchen, um ihn entsprechenden Stellen am Innenrande des Vorderflügels beim Fliegen anheften zu können. Die äußerste Wurzel des Vorderflügels deckt ein Chitinplättchen, das sogenannte Flügelschüppchen.

Die Beine sind bei den meisten Aderflüglern schlank und fünfzehig, die hintersten bei den Blumenwespen verbreitert und sonst eigenthümlich gebildet, weil sie zu Werkzeugen umgeformt sind, welche den Blütenstaub einsammeln, bei wenigen andern durch Verdickung der Schenkel zu Springfüßen geworden. Da kein Aderflügler im Wasser lebt, kommen Schwimmbeine unter ihnen nicht vor, und obgleich manche in sandiger Erde graben, so finden sich hier doch keine Grabbeine, wie sie bei Mist- und anderen Käfern so entwickelt auftreten.

In keiner andern Insektenordnung gestaltet sich die Anheftungsweise des Hinterleibes an den Mittelleib so verschiedenartig, wie bei den Hautflüglern. Nur bei den Blattwespen setzt er sich in seinem vollen Umfange an die Hinterwand des Hinterbrustringes an und ist angewachsen, wie bei den Käfern, bei allen übrigen ist der eben genannte Ring auch hinten mit fester Chitinhaut überzogen und entweder nur in einem punktartigen winzigen Kreise oder in einer Querlinie mit dem Hinterleibe verbunden. Ersteren Falles bezeichnet man den Hinterleib als anhangend, wenn er sich jedoch merklich an seiner Wurzel stielartig verengt, als gestielt, schärft er sich aber nur von oben nach unten zu, während seine Breitenverhältnisse nicht verändert werden, so nennt man ihn sitzend. So haben beispielsweise unsere Wespen, Hummeln, Bienen einen anhangenden, die rothbeinige Pimpla einen sitzenden, der große gelbleibige Ichneumon und die gemeine Sandwespe einen gestielten Hinterleib. Die Länge und Form des Stieles so wie der Uebergang von ihm zum sitzenden Hinterleibe können sich außerordentlich verschiedenartig abstufen. Die Wespen-Taille einer schlanken und in den Hüften schmächtigen Menschengestalt ist entschieden diesen Verhältnissen entlehnt.

Es wurde oben gesagt, daß jedes Weibchen der Aderflügler einen »Legbohrer« habe, d. h. daß die Eier durch ein mehr weniger stachelartiges Werkzeug gleiten, wenn sie abgelegt werden. Dieser Bohrer ist von zweierlei Natur, entweder wirkt er nur wie ein stechendes, sägendes oder raspelndes Werkzeug, um in irgend einen Körper von Pflanzen oder andern Thieren einzudringen, und dann nennt man ihn Legbohrer, Legröhre etc. ( terebra), oder er sticht und dient gleichzeitig als Verteidigungswaffe oder als Werkzeug, mit welchem für die Brut eingetragene andere Kerfe gelähmt werden; dann hat er an seiner Wurzel eine Giftblase, die einen Theil ihres Inhaltes in die von ihm verursachte Wunde fließen läßt. Einen solchen nennt man einen Wehrstachel ( aculeus), und hat diesen Verhältnissen gemäß wohl auch die ganze Ordnung in zwei Gruppen, in die Hymenoptera terebrantia und aculeata eingetheilt. Der giftige Wehrstachel ist immer im Leibe verborgen und kommt nur beim Gebrauche aus demselben zum Vorscheine. Der Legbohrer wird von einem zweiklappigen Futterale eingeschlossen und sammt diesem gleichfalls im Innern des Bauches verborgen, oder aber dieses Futteral, welches ihn ganz, oder nur an seinem Ende aufnimmt, ragt in Form eines kürzeren oder längeren Schwänzchens über die Leibesspitze hinaus und kann sogar in einzelnen Fällen länger sein als das ganze Thier. Immen mit dergleichen langen Legbohrern sind darauf angewiesen, ihre Eier tief, sehr tief in fremdartige Körper abzusetzen.

Alle die hier angedeuteten Verhältnisse ergeben bei sonstiger Gleichförmigkeit im Körperbaue der Hautflügler immerhin noch große Abwechselung und Mannigfaltigkeit in der äußern Erscheinung, dies in höherem Grade allerdings bei den Weibchen, als bei den Männchen, deren Arten daher auch häufig schwer von einander unterschieden werden können.

Die Hymenopteren, wurde vorher gesagt, bestehen eine vollkommene Verwandlung: aus den von den Weibchen abgelegten Eiern entstehen Larven, aus diesen eine ruhende Puppe und aus dieser erst der geschlechtsreife Kerf. Die wurmartigen Larven sind in den weitaus meisten Fällen fußlos, daher »Maden«, weich, mit hornigem Köpfchen versehen und leben im Verborgenen, in den Leibern anderer Insekten, in von den Weibchen bereiteten Nestern verschiedenster Art, in Pflanzentheilen oder in durch sie erzeugten krankhaften Auswüchsen von Pflanzen, sind daher auch, weil vom Sonnenlichte abgeschlossen, bleich gefärbt.

Nur ein kleiner Theil, aus denen Blattwespen werden, lebt frei an Blättern, ist mit zahlreichen Beinen (18-22) ausgerüstet und bunter gefärbt, so daß sie an die Raupen der Schmetterlinge erinnern und deshalb auch »Afterraupen« genannt worden sind. Diese entwickeln dieselbe Selbstständigkeit anderer Larven und müssen sich ihre Nahrung aufsuchen, jenen wird sie durch die Brutpflege der Mutter auf die eine oder andere Weise geliefert. Nach erlangter Reife verwandeln sich alle in eine sogenannte »gemeißelte Puppe«, wie die Käferlarven, sind aber meistentheils in ein von ihnen gefertigtes Gehäuse eingeschlossen, wenn ihnen der umschließende Pflanzentheil nicht schon den nöthigen Schutz gewährt.

Die etwa auf 15 000 Arten geschätzten, ohne Zweifel jedoch weit zahlreicheren Aderflügler sind von den verschiedenen Schriftstellern nach verschiedenen Gesichtspunkten eingetheilt werden. Ohne diesen Gegenstand bis in die Einzelheiten hinein zu verfolgen, geben wir eine kurze Uebersicht der 14 (16) Familien, welche man aufstellen kann.

I. Zwischen Hüfte und Schenkel zwei Glieder ( Hym. ditrocha), fallen im allgemeinen zusammen mit denen, welche einen Legstachel haben ( H. terebrantia)

1. Pflanzenwespen ( H. phytophaga), deren Weibchen einen sägeartigen Legstachel haben. Familie 1.

2. Schlupf- und Gallwespen ( H. entomophaga) mit stechendem Legestachel. Fam. 2-7.

II. Zwischen Hüfte und Schenkel ein Glied ( Hym. monotrocha), fallen mit denjenigen wesentlich zusammen, deren Weibchen einen Wehrstachel besitzen ( H. aculeata).

1. Raubwespen ( H. rapientia).

a. mit fernrohrartigem Stachel. Fam. 8.

b. mit Wehrstachel. Fam. 9-13.

2. Blumenwespen ( H. anthophila), deren Honig eintragende Weibchen gleichfalls einen Wehrstachel haben. Fam. 14.

1. Familie: Sägewespen, Blatt- und Holzwespen ( Tenthredinidae). Der Hinterleib ist angewachsen, die Vorderflügel haben eine lanzettförmige Zelle, der sägeartige Legestachel ist verborgen oder tritt bei den Holzwespen als Schwänzchen hervor. Die Larven haben zahlreiche Beine, leben meist frei an Pflanzen, seltener bohrend, einige haben nur sechs gegliederte Brustfüße oder auch diese verkümmern in seltenen Fällen zu warzenartigen Falten. Hierher unsere fünf ersten Bilder.

2. Familie: Aechte Schlupfwespen ( Ichneumonidae). Hinterleib kurz gestielt oder sitzend, mit verborgenem oder sichtbarem Legestachel bei den Weibchen. Vorderflügel mit einer Rand- drei Unterrandzellen, deren mittelste auch fehlschlagen kann, mit verschmolzener erster Unterrand- und erster Mittelzelle, aber mit zwei rücklaufenden Adern. Bisweilen verkümmern die Flügel oder fehlen ganz. Die Maden leben als Schmarotzer in anderen Insekten. Hierher die Sichelwespe, die rothbeinige Pimpla, und der gelbleibige Ichneumon.

3. Familie: Schlupfwespenverwandte ( Braconidae), sonst wie vorher, nur mit dem Unterschiede, daß die Vorderflügel blos eine rücklaufende Ader haben, also höchstens zwei geschlossene Unterrandzellen vorkommen können, von denen die erste nicht mit der ersten Mittelzelle verschmolzen zu sein pflegt. Hierher der gelbbeinige Mikrogaster.

4. Familie: Hungerwespen ( Evaniadae), gleichfalls Schmarotzer bei andern Insekten, von verschiedenartiger Flügelbildung; ihr Hinterleib ist aber nicht, wie bei allen andern Hautflüglern am Unterrande des Hinterbrustringes, sondern bedeutend höher eingelenkt. Hierher die beiläufig (S. 191) erwähnte Gichtwespe.

5. Familie: Zehrwespen ( Chalcidiae, Pteromalidae), Flügel ohne Zellen, Fühler wenigstens bei den Männchen gebrochen und zwischen dem Schafte und der Geißel mit außerordentlich kleinem Gliede, dem sogenannten Ringel versehen. Legstachel beim Weibchen aus einer Bauchspalte heraustretend. Entwickeln sich gleichfalls und zugleich in Mehrzahl in den Leibern anderer Insekten und sind die kleinsten aller Aderflügler. Hierher die königliche Pteromaline.

6. Familie: Proctotrupier ( Proctotrupidae). Flügel verschieden geädert, jedoch ohne rücklaufende Ader, Fühler beim Männchen nicht gekniet oder, wenn gebrochen, kein Ringel zwischen Geißel und Schaft eingeschoben; weiblicher Bohrer aus der Hinterleibsspitze kommend. Gleichfalls Schlupfwespen.

7. Familie: Gallwespen ( Cynipidae). Vorderflügel ohne Mal, nur mit wenigen, von sehr kräftigen Adern gebildeten Zellen, Fühler gerade, höchstens sechszehngliederig, Hinterleib mehr oder weniger von der Seite zusammengedrückt. Entwickeln sich in Pflanzengallen (einige als Schmarotzer). Hierher die Rosengallwespe.

8. Familie: Goldwespen ( Chrysidae). Hinterleib anhangend, gleich breit, nur drei- bis viergliederig, am Bauche gehöhlt, beim Weibchen in eine fernrohrartige Legröhre auslaufend, wie der übrige Körper bunt gefärbt und metallisch glänzend. Fühler gebrochen mit gewundener Geißel, dicht über dem Munde eingelenkt. Flügel mit wenigen, sehr starken Adern und mehr angedeuteten als wirklich geschlossenen Zellen versehen. Die Eier werden in die Nester anderer Immen gelegt. Hierher die gemeine Goldwespe.

9. Familie: Grabwespen, Mordwespen ( Sphegidae, Crabronidae). Stechimmen, bei denen der Hinterrand des Vorderrückens die Flügelwurzel nicht erreicht, der anhangende oder gestielte Hinterleib nach hinten spitz verläuft und nicht behaart ist; tragen andere Insekten in kunstlose Nester, die sich in der Erde oder in trocknen Pflanzentheilen befinden, und legen je ein Ei an diese Vorräthe. Hierher die gemeine Sandwespe.

10. Familie: Wegwespen ( Pompilidae). Schlankbeinige Stechimmen vom Baue und der Lebensweise der vorigen, bei denen jedoch der Hinterrand des Vorderrückens die Flügelwurzel erreicht und die Randzelle des Vorderflügels meist weit vor der Spitze geschlossen ist. Die geraden Fühler sind zwölf- bis dreizehngliederig. Hierher die gemeine Wegwespe.

11. Familie: Heterogynen ( Heterogyna). Mehr weniger behaarte Stechimmen mit gedrungenen, kurzen Beinen, bei denen der anhangende Hinterleib meist zwischen dem ersten und zweiten Bauchgliede eine tiefe Querfurche zeigt. Bei vielen sind die Weibchen flügellos. Sie leben wie die vorigen oder schmarotzend wie die Goldwespen. Zu dieser sehr unnatürlichen Familie gehören die Spinnenameisen ( Mutillidae), die Dolchwespen ( Scoliadae) und die Sapygiden ( Sapygidae), vorherrschend Bewohner wärmerer Erdstriche, die man bei eingehenderen Betrachtungen besser in drei verschiedene Familien zerlegt.

12. Familie: Ameisen ( Formicidae). In Staaten lebende und daher in drei Formen (Männchen, Weibchen, geschlechtlich unentwickelte, immer flügellose Weibchen) vorkommende, nicht immer stechende Immen, deren Hinterleib durch einen zweiknotigen, oder mit einer aufgerichteten Schuppe versehenen Stiel mit dem Mittelleibe in Verbindung steht. Ihre Fühler sind gebrochen, peitschenförmig, der Körper nur einzeln behaart. Sie leben in Nestern und füttern ihre Brut, verproviantiren sie also nicht.

13. Familie: Faltenwespen ( Diplotera, Vesparia). Stechimmen, deren Vorderflügel in der Ruhe der Länge nach eingefaltet sind, also schmäler erscheinen, als sie wirklich sind. Fühler meist deutlich gebrochen, Hinterleib anhangend oder gestielt und nackt. Einige schmarotzen, andere leben wie die Mordwespen, noch andere (Papierwespen) sind zu Staaten vereinigt, bauen künstliche Nester und füttern ihre Brut mit von, ihnen zerkauten Stoffen. Hierher die Hornisse und gemeine Wespe.

14. Familie: Blumenwespen, Bienen ( Anthophila). Stechimmen mit mehr weniger behaartem Körper, anhangendem Hinterleibe und breitgedrückten Hinterbeinen, deren Schiene und Ferse bei vielen zum Eintragen von Blütenstaub dient, wenn dies nicht am Bauche geschieht. Die Fühler sind gebrochen. Es giebt unter ihnen Schmarotzer, welche wie die Goldwespen ihre Eier in fremde Nester tragen, einsame Kunstbienen, die Blütenstaub und Honig in Zellen tragen und je ein Ei daran legen, also die Brut verproviantiren, aber mit den angeführten Pflanzenstoffen, nicht mit andern Insekten, wie die Mordwespen. Hierher die Mauerbiene, der gemeine Blattschneider; endlich giebt es unter ihnen in Staaten lebende gesellige Bienen, die wie die Hummeln verproviantiren mit den genannten Stoffen, oder wie die Honigbienen füttern.

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