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Wanderjahre in Italien

Ferdinand Gregorovius: Wanderjahre in Italien - Kapitel 39
Quellenangabe
typetractate
booktitleWanderjahre in Italien
authorFerdinand Gregorovius
year1997
publisherC. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung
addressMünchen
isbn3-406-42803-7
titleWanderjahre in Italien
created19990121
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1856
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Heute, wo die alten Mißhandlungen aus dem Tageslichte geschwunden sind, hat man gleichwohl den althergebrachten öffentlichen Akt einer feierlichen Juden- und Türkentaufe als Form beibehalten. Sie findet in jedem Jahr am Ostersonnabend in der Taufkapelle des Lateran statt; und man weiß zu sagen, daß dieses Schauspiel um jeden Preis vollzogen werden muß, selbst wenn man im Fall, daß ein bekehrten Täufling mangele, einen Juden oder Türken von auswärts holen müßte. Im Jahr 1853 taufte man eine Jüdin vor großer Menschenmenge und mit höchst feierlichen Zeremonien. Die Tochter Judas, nicht schön wie Rebekka, sondern von einer ausgesuchten Häßlichkeit, stand in weiße Schleier gehüllt am Taufbecken, eine brennende Kerze, das Symbol der Erleuchtung, in der Hand, und nach vollzogener Salbung des Hauptes und Nackens und empfangener Wasserweihe in jenem Becken Konstantins, in welchem einst Cola di Rienzo sich in Rosenwasser gebadet hatte, ward sie in Prozession nach dem Lateran zurückgeführt. Der Kardinal, der sie getauft hatte, segnete sie vor dem Altar ein, und nach geendigter Zeremonie sprach er, auf den Täufling hindeutend, vor dem Volk seine Freude aus, daß hier ein so erhabenes und göttliches Wunder sich vollzogen habe, da ein Mensch, eben noch von den Dämonen besessen und eine Beute der Hölle, urplötzlich in die reine Unschuld des Kindes und in das reine Licht Gottes sich gekleidet habe.

Ehemals drückte man sich kräftiger aus, denn der Jesuit Stephan Menochio sagt in seinem Buch «Stuore» (Venedig 1662), die Juden stänken am Leibe, verlören aber diesen Gestank gleich nach der Taufe. Sehr naiv erzählt er, daß sich schon der Kaiser Marc Aurel über den Judengestank beklagt habe. Dies sei eine ausgemachte Sache; und so liegen sich die Agarener taufen, um nicht übel zu riechen wie die Hunde.

Leo XII., von dem wir wissen, daß er den Juden nicht freundlich gesinnt war, gab ihnen gleichwohl das Recht, Häuser zu erwerben, wenn sie schon das Jus Gazzagà hatten. Er erweiterte auch den Umfang des Ghetto, indem er ihm die Via Reginella und einen Teil der Pescaria hinzufügte, so daß er im ganzen acht Tore hatte, die überwacht und allnächtlich geschlossen wurden. Während der französischen Herrschaft in Rom war, wie man leicht begreifen wird, die Ghettosperrung aufgehoben und den Juden alle Freiheit, in der Stadt zu wohnen und Gewerbe zu treiben, gestattet worden. Aber Pius VII. schloß im Jahre 1814 den Ghetto von neuem, und er blieb in der alten Verfassung bis auf den heute regierenden Papst.

Es gereicht Pius IX. zur Ehre, daß er, menschenfreundlich und liberaler als seine Vorgänger, die Ghettoschranken niederriß; dies geschah, wie es mir Juden ausdrücklich selbst bemerkten, nicht durch die jüngste Revolution in Rom, sondern ein Jahr zuvor, da die öffentliche Meinung und der reformierende Sinn des Papsts dieses Zugeständnis an die Moral des Jahrhunderts verlangten. Es fielen alle Mauern und Tore, welche den Ghetto sperrten. Der Umschwung der öffentlichen Grundsätze hatte auch die erfreuliche Folge, daß den Juden erlaubt wurde, überall in Rom zu wohnen, und nicht minder das Recht, Gewerbe und Handwerke zu treiben. Der Ghetto ist also als Zwinger aufgehoben, doch besteht er faktisch fort als das traurigste Quartier Roms, ein Winkel des Schmutzes und der Armut, und nicht leicht macht der Jude von seinem Recht Gebrauch, in die Mitte der Stadt zu ziehen, weil, wie man mir sagte, was nun das Gesetz freistellt, doch durch das unausrottbare Vorurteil unendlich erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht wird. Als ich eines Tages (es war Sonnabend) am Brunnen der Navona stand, kamen festlich gekleidete Judenfrauen herzu und betrachteten das Brunnenwerk. Ein römisches Weib beschaute sie mit Verachtung und sagte darauf zu mir: «Seht, seht, sie sind jetzt wie die Christen.»

Die politische Reform des Jahres 1847 bezeichnet also das Ende jener Sklaverei der Juden Roms, welche so viele Jahrhunderte hindurch gedauert hat; so wenigstens hoffen wir, daß die Macht der öffentlichen Meinung sich stärker zeigen werde als ein willkürliches Vorurteil, wenn es sich in späterer Zeit erneuern sollte, und daß die geringen Freiheiten, welche nunmehr die Hebräer errungen haben, sich auch so weit ausdehnen werden, daß ihnen ein ungeschmälerter Anteil an allen Gütern der Kultur und Zivilisation gegeben wird. Die Aussichten stehen freilich in der Ferne, aber sie sind nähergerückt.

Gegenwärtig berechnet man die Gesamtzahl der Ghettobevölkerung auf 3800 Menschen, eine unverhältnismäßig große Menge, überblickt man den kleinen Raum des Ghetto, welcher an Flächenausdehnung weniger beträgt als der fünfte Teil irgendeines Städtchens von 3000 Seelen. Die ganze Judenschaft (Università degli Ebrei) steht unter der obersten Kongregation der Inquisition, und ihr Spezialmagistrat für alle zivilen und kriminellen Vorkommenheiten ist das Kardinalvikariat, das Tribunal, welches sie richtet, besteht aus dem Kardinalvikar, aus dem Prelato Vicegerente, dem Prelato Luogotenente Civile und dem Kriminalleutnant. In polizeilichen Angelegenheiten übt die örtliche Magistratur der Präsident der Region von Sant Angelo und Campitelli. Die jüdische Gemeinschaft selbst hat das Recht, ihre innere Ordnung durch drei sogenannte Fattori del Ghetto zu regeln, welche auf ein halbes Jahr gewählt werden. Diese sorgen für Erhaltung der Straßenordnung, für Erleuchtung und Brunnen, verteilen die Abgaben auf die einzelnen, taxieren sie nach dem Vermögen, handhaben Krankenpflege, Almosenspende und dergleichen. Im ganzen beträgt die jährliche Abgabe des Ghetto an den Staat und an verschiedene religiöse Körperschaften gegen 13 000 Francs.

Wir haben die Geschichte der Juden in Rom zu Ende geführt, doch soll sich damit, die Betrachtung noch nicht schließen. Denn aus eigener Anschauung wollen wir nun den römischen Ghetto in seinem gegenwärtigen Zustand kennenlernen.

Man gelangt zu ihm entweder von der Stadt her am Marcellustheater und der Oktavia-Halle durch die Straße Savelli, oder von Trastevere über die Tiberinsel und die Brücke Quattro Capi. Von ihr übersieht man das originellste Bild des antiken und mittelalterlichen Rom, ein Gemälde, das fremdartig und hinreißend ist, wie kaum ein zweites in dieser Stadt der Erinnerungen. Dort sieht man das malerische Trastevere mit seinen alten Architekturen und zersplitterten Türmen, sieht über den Fluß die Bogen des Ponte rotto und darüber den schönen Vestatempel, den alten Turm der Santa Maria in Cosmedin, die riesigen Trümmer der Kaiserpaläste mit ihren schwarzen Zypressen, und in der Ferne die Gipfel des Albanergebirges; vor sich aber die Häuserreihe des Ghetto, turmartige Massen, bizarr gebaut, mit vielen Blumenscherben an den Fenstern und zahllosem, an die Wände gehängtem Hausrat, der Reihe nach aus dem Flug aufsteigend, dessen trübe Wellen an den Mauern hinrollen. Mit wenigen Schritten ist man von der Brücke in den Ghetto getreten, der sich tief absenkt.

Als ich ihn zum erstenmal besuchte, war der Tiberfluß gerade ausgetreten und seine gelbe Flut strömte durch die Fiumara, die unterste Ghettostraße, deren Häuserfundamente unmittelbar als Kai den Strom einfassen; es strömte der Fluß auch am Bogen der Oktavia, und das Wasser bedeckte die unteren Räume der am tiefsten stehenden Häuser. Welch ein melancholischer Anblick, das elende Judenviertel in den trüben Tiberfluten versunken zu sehen! Alljährlich muß Israel in Rom die Sündflut an sich erleben, und der Ghetto schwimmt in den Wellen wie die Arche Noah mit Menschen und Getier. Es steigt die Not, wenn der Tiber, vom Schnee der Berge und der Regenflut schwellend, noch durch den Westwind vom Meer zurückgetrieben, überströmt. Dann flüchtet sich, was zuunterst wohnt, in die oberen Stocke, welche sich unerträglich anfüllen und von erstickender Atmosphäre sich durchpesten. Das Unglück ist größer, weil Nahrung und Erwerb stockt, und die Flut verwüstet, was nicht rettbar ist. Man zeigte mir im Ghetto die Marke, welche den Wasserstand während der Überschwemmung des Jahres 1846 bemerkt; die Flut hatte damals alle unteren Zimmer bis zur Decke angefüllt. Im verwichnen Herbst und in diesem Frühjahr war der Tiber nur für kurze Zeit ausgetreten, doch dünkte mich auch diese Not höchst empfindlich und ihre Folge äußerst traurig bei so großer Enge und so großer Armut. Gleichwohl soll die Sterblichkeit während des Cholerajahres 1837 im Ghetto nur gering gewesen sein, mißt man sie nach den Leichensteinen der Juden, so erscheint die Zahl ihrer Toten sehr klein. Diese weißen Steine mit ihren Inschriften stehen vereinzelt und wie ein ärmliches Häuflein von Verstoßenen beisammen, auf einer klassischen Stelle Roms, in einem Winkel des alten Circus maximus, mitten im wilden Gras und unter giftblumigem Schierling. Denn dort in der ältesten, von Tarquinius Priscus gebauten Rennbahn Roms liegt heute der Judenfriedhof, «Orto degli Ebrei» genannt. So wandeln sich die Zeiten!

Rom: Portikus der Oktavia

Rom: Portikus der Oktavia

Gibt es nicht eine wunderbare Ironie, welche auch das Örtliche in die Physiognomie von Menschen oder Dingen hineinzieht, daß sie von jenem wie von einer charakteristischen Luft umgeben werden? Ich habe dieses Gesetz zu oft wahrgenommen, als daß ich es nicht aussprechen sollte. So fiel mir auch die Physiognomie der Ghettoumgebung als eine solche auf, welche die Atmosphäre mit traurigen Vorstellungen durchdringt. Ich meine nicht einmal jenen judengeschichtlichen Portikus der Oktavia, der nun verfallen im Kot starrt, den schwarzen Trümmerbogen öffnend auf die stinkende Pescaria, den ganz engen dunklen Fischmarkt, wo auf steinernen Platten Fische aufliegen, Judenfastenspeise; noch meine ich die schwarzen Reste vom Theater des Marcellus, in dessen Trümmer die Savelli, einst weit ins Land hin schreckende Raubritter, ihren Palast gebaut haben, und wo in Kerkern manch Unglücklicher endete; auch nicht die Erinnerung an Cola di Rienzo. Lesen wir nun die Namen dort auf der an den Judenplatz hart anstoßenden Piazza: «Platz des Weines», so heißt er von der Kirche Santa Maria del Pianto; ein passender Name, ins Ghettoviertel zu dem jeremiadischen Volk zu geleiten, dem das Klagelied Nationaleigenschaft ist, und nie hat wohl ein Volk mehr geweint als diese Juden hier in Rom. Am Platz der Tränen steht ein alter Palast zwischen zwei Kirchen. Auf der einen sagt die Inschrift, daß sie der Maria des Weinens geweiht sei, auf der anderen steht der grausenerregende Name des Erbauers, Francesco Cenci. Es ist der Palast der Cenci – hier erfaßt den Betrachter Grauen, gedenkt er der schönen Beatrice Cenci, des Francesco unglücklicher Tochter, der Mörderin eines ungeheuerlichen Vaters. Der Palast blickt über den Judenplatz hinweg gerade auf die Synagoge, in der an Festtagen die Psalmen und die Klagelieder der Hebräer sich hören lassen.

Noch mehr – in diesem Palast wohnt der Maler Overbeck; freilich die Ironie ist wunderbar. Sie nötigte mir ein Lächeln ab, als ich in das Atelier trat, welches stille Menschen still betreten wie ein Allerheiligstes, und wo ein blasser Mann mit langem gescheiteltem Haar, liebenswürdig, sanft, kaum hörbar, nicht sprechend, sondern leise Worte aushauchend, die Heiligenbilder auf den Staffeln erklärt. Auch diese sind still und tonlos; ein entschlafener Joseph in den Armen des Heilands, eine schattenhafte weinende Madonna, ein Christus, den Verfolgern entschwebend und auf luftige Wolken tretend, geflügelte Kinderengelköpfe, leiblos; entleibte Menschen, entleibte Kunst, Rede ohne Worte, Bilder ohne Farbe, die Madonna dolorosa, die Passion an der Wand, das Trauerspiel Cenci, drüben der überschwemmte Ghetto, hier die heilige Maria vom Weinen, mitten inne der Beato Angelico der modernen Malerei.

Ich wollte sagen, daß in diesem Palast Cenci, wenige Schritte vom Ghetto und von der Judensynagoge, Overbeck wohnt und seine christlichen Bilder malt wie gleichsam unter der Inspiration des Geistes Jehovas und der Propheten. Es ist also hier beisammen, wie sich gebührt, Altes Testament und Neues Testament, und wenn ich zwischen dem Cencipalast und der Judensynagoge stehe, so ist es mir immer, als liege beides vor mir aufgeschlagen: Alter Bund und Neuer Bund, Judentum und Christentum.

Vor dem Jahre 1847 trennte noch eine hohe Mauer den Platz Cenci von jenem der Juden, welcher auch Piazza delle Scuole heißt. Hier befand sich das Haupttor des Ghetto, Mauer und Tor sind nun niedergerissen, und der Schutt liegt noch zum Teil umher.

Gehen wir nun in eine der Ghettostraßen selbst hinein, so finden wir Israel vor seinen Hütten in voller rastloser Arbeit und in Mühsal begraben. Sie sitzen in den Türen oder draußen auf der Gasse, die kaum mehr Licht gewährt als die feuchte und dumpfige Kammer, und wüsten im Plunderkram oder nähen und flicken emsig. Es ist nicht zu sagen, welches Chaos von Flicken und Lappen («cenci» genannt im Italienischen) hier zusammengehäuft ist. Die ganze Welt scheint als Judenplunder in zahllosen Fetzen und Lappen zerzupft und zerrissen umherzuliegen. Haufenhoch liegen die Lappalien vor den Türen, und jeglicher Art und Farbe, goldiges Fransengeflitter, Stückchen Seidenbrokat, Sammetläppchen, rote Flickchen, blaue Fetzchen, orange, gelbe, schwarze, weiße, alte, zerschlissene, zerfaserte, abgeriebene Stücke und Stückchen. Ich habe nimmer ähnlichen Plunder gesehen. Die Juden könnten damit die ganze Schöpfung ausflicken und die ganze Erde so bunt belappen wie ein Arlechino bunt ist. Sie sitzen nun davor und wühlen in dem Meer von Flicken, als suchten sie nach Schätzen, wenigstens nach einem versunkenen Goldbrokätchen. Denn sie sind so gut römische Altertumsforscher als alle jene in Rom, welche den Schutt durchwühlen, um einen Säulenstumpf, ein Stück Relief, eine alte Inschrift, eine Münze und dergleichen Plunder ans Tageslicht zu fördern. Jener hebräische Winkelmann im Ghetto legt mit einem gewissen Stolz seine Lappen zum Verkauf aus wie der Händler mit Marmortrümmern. Dieser prahlt mit einem Stück Giallo antico – dagegen kann der Jude einen vortrefflichen Lappen gelber Seide halten; Porphyr – hier ist ein vortrefflich gemustertes Flickchen von tiefrotem Damast. Verde antico – hier ist ein schönes grünes Sammetflickchen von ausgesuchtester Antike. Und so gibt es weder Jaspis noch Alabaster, noch schwarzen und weißen Marmor oder Breccia, wogegen nicht der Antiquar des Ghetto seine Altertümer stellen könnte. Die Geschichte sämtlicher Moden von Herodes dem Großen bis auf den Erfinder des Paletots und sämtlicher Trachten der vornehmen wie der bürgerlichen Welt läßt sich aus diesen Lappen durch geistreiche Hypothesen kritisch herausstellen, und manche Flicken sind wahrscheinlich historisch und einst getragen worden von Romulus, von Scipio Africanus, Hannibal, Cornelia, von Karl dem Großen, Perikles, Kleopatra, Barbarossa, von Gregor VII., Columbus usw.

Es sitzen nun die Töchter Zions auf diesen Lappen und nähen, was nähbar ist. Groß ist ihre Kunst, so rühmt man, im Sticken, Stopfen, Vernähen, und man sagt, daß es keinen noch so fürchterlichen Riß in irgendeiner Draperie oder Gewandung gebe, welche diese Arachnen nicht unsichtbar und spurlos zu machen wüßten. In der Fiumara zumeist, der untersten, am Fluß gelegenen Gasse, und in den Winkelgassen, von denen eine delle Azzimelle, das heißt der ungesäuerten Brote, genannt wird, treibt man diese Plundergeschäfte. Ich sah ihnen manchmal mit peinlichem Gefühl zu, wenn sie, bleiche und verkommene Menschen, in sich gebeugt, mit der Nadel emsig arbeiteten – Männer so gut als Weiber, Mädchen und Kinder. Das Elend starrt gesträubt aus dem wirren Haar und klagt aus dem braungelben Angesicht, und keine Schönheit der Gesichtszüge erinnert an Rahel und Lea oder Mirjam; nur bisweilen begegnet der Blick einem tiefversunkenen, schwarzen, blitzenden Auge, das von der Nadel und dem Lappen aufblickt, als wollte es sagen: «Es ist von der Tochter Zion aller Schmuck dahin. Die eine Fürstin unter den Heiden und eine Königin in den Ländern war, muß nun dienen. Sie weint des Nachts, daß ihr die Tränen über die Backen laufen: es ist niemand unter allen ihren Freunden, der sie tröste; alle ihre Nächsten verachten sie und sind ihre Feinde geworden. Juda ist gefangen im Elend und schweren Dienst, sie wohnt unter den Heiden und findet keine Ruhe, alle ihre Verfolger halten sie übel. Wie hat der Herr die Tochter Zion mit seinem Zorn überschüttet!»

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