Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Ferdinand Gregorovius >

Wanderjahre in Italien

Ferdinand Gregorovius: Wanderjahre in Italien - Kapitel 35
Quellenangabe
typetractate
booktitleWanderjahre in Italien
authorFerdinand Gregorovius
year1997
publisherC. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung
addressMünchen
isbn3-406-42803-7
titleWanderjahre in Italien
created19990121
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1856
Schließen

Navigation:

Seitdem die christlichen Mysterien in Rom eindrangen, wurden Juden und Christen als gemeinschaftliche Sekte begriffen, was um so leichter geschehen konnte, als die damaligen Christen größtenteils Judenchristen waren. Sie erlitten daher dieselben Verfolgungen. Im Jahre 51 jagte sie Claudius allesamt aus der Stadt, nachdem sie schon Tiberius auf den Rat Sejans einmal nach Sardinien vertrieben hatte, um ihrem schmählichen Wucher Einhalt zu tun; dies beweist, daß sie schon damals in Anleihegeschäften ihren Lebensberuf begriffen. Immer kehrten sie wieder und wußten sie sich zu behaupten; ihre Anzahl wuchs, so daß man sie unter den ersten Kaisern auf 8000 angibt, was also die heutige Judenzahl um mehr als das Doppelte übersteigen würde.

Nun kam der Fall des jüdischen Landes und die Zerstörung Jerusalems durch Titus, welcher eine Menge jüdischer Kriegssklaven nach Rom schleppte, von denen ein Teil hingerichtet wurde, der größere aber in der Stadt blieb. Ich halte es für lohnend genug, die Darstellung des Triumphes fortzusetzen, damit der Leser, welchem Flavius Josephus unbekannt ist, dieses merkwürdige Schauspiel gegenwärtig habe.

«Es ist unmöglich», so fährt Josephus fort, «die Mannigfaltigkeit dieses Schauspiels und die Pracht in jeder Hinsicht, sei es in bezug auf die Kunst der Werke oder auf Reichtum und Seltenheiten, zu beschreiben. Alles, was je Menschen einzeln besaßen, und was nur selten und kostbar ist, schien an jenem Tage vereinigt, um die Größe des römischen Reichs zu zeigen. Schmuck von Gold, Silber und Elfenbein sah man hier in allen Gestalten, nicht bloß etwa als einzelne Prunkstücke des Festzuges, sondern wie in einem Strom daherfließend. Gewänder, teils mit dem feinsten Purpur getränkt, teils mit babylonischer Kunst aufs sorgfältigste ausgestickt, schimmernde Edelsteine in goldene Kronen gefügt oder in anderen Fassungen, daß man es für Irrtum ansah, solche Dinge noch für selten zu halten. Es folgten Götterbilder, an Größe außerordentlich und an Kunst unnachahmlich – alles aus den kostbarsten Stoffen. Auch Tiere verschiedener Art und in den seltensten Verzierungen wurden vorbeigeführt. Sämtliche Träger dieser Kostbarkeiten erschienen in purpurner und vergoldeter Kleidung. Besonders herrlich waren die Soldaten geschmückt, die an der Ehre des Triumphes teilnehmen durften. Selbst die Schar der Gefangenen zog die Aufmerksamkeit auf sich. Ihre bunte Kleidung entzog den Augen der Zuschauer den widerlichen Ausdruck dieser ausgemergelten Gestalten. Das größte Erstaunen erregten die prachtvollen Baldachine. Man mußte unwillkürlich für die Kräfte der Träger fürchten. Einige hatten drei und vier Wölbungen übereinander, und die Kunst der Ausführung war ebenso erstaunlich als angenehm. Viele waren noch mit goldgestickten Teppichen überhangen, an allen funkelten kunstreiche Arbeiten aus Gold und Elfenbein. In allen möglichen Formen und Wendungen stellte sich der Krieg dar. Da sah man eine verheerte Gegend, ganze Reihen gefallener Feinde, Fliehende, Gefangene, unermeßlich hohe Mauern unter dem Stoß der Maschinen stürzen, feste Burgen zertrümmert, die Mauern volkreicher Städte erstiegen, ein in das Innere hereinstürmendes Heer, Blutbad, Hilfeflehende, Wehrlose, brennende Tempel, Häuser, die über ihren Bewohnern zusammenstürzen, endlich nach einer weiten wilden Verheerung hereinströmende Flüsse, nicht um Felder zu wässern oder Menschen und Herden zu tränken, sondern um den allgemeinen Brand zu löschen. Dies alles, erzählten die Juden, hätten sie im Krieg erduldet. Die prächtige Ausführung stellte selbst dem Unkundigen alles gegenwärtig dar. Bei jedem der Baldachine standen die feindlichen Befehlshaber in der Haltung, wie sie gefangen wurden. Nun folgte eine Menge Schiffe. Andere Kriegsbeute ward haufenweise getragen, doch alles mußte erbleichen vor den Tempelgefäßen von Jerusalem: ein goldener Tisch von mehreren Talenten an Gewicht, ein Kronleuchter, ebenfalls aus Gold, aber in der Form von dem zum Alltagsgebrauch dienenden verschieden; der Schaft in der Mitte war in dem Fuß befestigt, und dünne Äste erstreckten sich auswärts, nach Art eines Dreizacks; oben an jedem befand sich eine eherne Lampe. Deren waren es sieben, ein Symbol der Heiligkeit des siebenten Tages bei den Juden. Hinter diesem wurde das Gesetz Gottes als Schluß der Beute hergetragen. Hierauf kamen Männer, welche Bildsäulen der Viktoria trugen, sämtlich aus Gold und Elfenbein. Zunächst an ihnen ritt Vespasian; ihm folgte Titus; Domitian ritt neben ihm in prachtvollem Gewande auf herrlichem Roß. Das Ziel des Triumphzuges war der Tempel des Jupiter Capitolinus; vor diesem angekommen, machten sie halt. Denn es ist eine alte Sitte, dort zu warten, bis der Herold den Tod des feindlichen Heerführers verkündigt. Simon Bar Giora war es, der auch im Triumphzug mit aufgeführt wurde. Mit einem Strick um den Hals wurde er auf den Felsenrand gegen das Forum gezogen und von seinen Führern mit Ruten gestrichen. Dort werden nach römischem Gesetz verurteilte Verbrecher hingerichtet. Als verkündet war, daß er dahin sei, erscholl allgemeiner Jubelruf, und nun begann das Opfer. Nach den Gebeten und den Spenden kehrten die Kaiser zum Palast zurück. Viele zogen sie selbst zur Tafel, für andere waren zu Hause reiche Mahle bereitet. Die ganze Stadt Rom feierte diesen Tag als Dankfest für den glücklich beendeten Feldzug, für das Ende der Bürgerkriege und für die schönsten Hoffnungen auf künftiges Glück.»

Vespasian erbaute hierauf dem Frieden einen herrlichen Tempel. In ihn stiftete er die Tempelgeräte Jerusalems; die Bundeslade aber und ihre purpurnen Vorhänge ließ er im Cäsarenpalast niederlegen. Jener Triumphbogen nun, in dessen innerer Wölbung die heiligen Geräte und der feindliche Umzug mit so hoher Kunstvollendung dargestellt sind, wurde erst nach Titus' Tode vollendet. Im Mittelalter hieß er wegen seiner Bildwerke der Bogen der sieben Leuchter oder, wie das Buch der Mirabilien der Stadt Rom sagt: «Arcus septem lucernarum Titi et Vespasiani, ubi est candelabrum Moysi cum arca.» Seine römische Gestalt wurde im Mittelalter verändert, denn die mächtigen Frangipani, welche das Forum und das Kolosseum beherrschten, hatten ihn zu einem Kastell umgestaltet und einen Turm darangebaut, Turris Cartularia genannt. Erst unter Pius VII., im Jahre 1822, wurde der Triumphbogen so wiederhergestellt, wie er nun heute dasteht, eine der merkwürdigsten Antiken der Stadt, doch die modernste Restauration.

Titus hatte es übrigens verschmäht, nach dem Triumph sich den Namen «Judaicus» beizulegen – ein Beweis, wie sehr er die Juden verachtete. Aber er, wie Vespasian, duldete die Hebräer in Rom, welche sich natürlich durch den Zuzug von Sklaven und Freigelassenen bedeutend vermehrt hatten. Vespasian hatte ihnen freie Religionsübung gestattet, doch mußten sie das Kopfgeld von einem halben Sekel, das sie früher an den Tempelschatz zahlten, an den Kapitolinischen Jupiter entrichten. Die Juden zahlen ihren Tribut noch heute an das Kapitol, an die Camera capitolina.

Unter Domitian wurde dieser Fiscus judaicus, wie Sueton erzählt, mit großer Strenge eingetrieben. Die Juden wohnten damals offenbar zumeist in Trastevere, wurden aber von dem hartherzigen Kaiser ganz aus der Stadt gejagt. Er wies ihnen merkwürdigerweise das Tal der Egeria an, wofür sie ein Pachtgeld erlegen mußten. Dies sagt Juvenal in der dritten Satire:

Hier, wo Numa pflog Umgang mit der nächtlichen Freundin,
Wo nun des heiligen Quells Laubhain und die Stätte der Gottheit
Juden man leiht, die mit sich führen das Heu und den Tragkorb;
Muß doch jeglicher Baum nun Steuer entrichten dem Volke,
Und weil alle Camenen verjagt sind, bettelt der Wald selbst,
Hier nun stiegen wir ab zu Egerias Tal und den Grotten,
Welche den echten ungleich; wohl ehrte man besser des Springquells
Gottheit, säumte mit grünendem Rand Wildkraut noch die Wellen,
Kränkte der Marmor nicht unziemlich den örtlichen Tuffstein.

Juvenal sah demnach, wenn er durch das Capenische Tor nach dem Tal der Egeria ging, die Juden, ziemlich bettelhaft, wie es scheint, mit Heubündeln und Körben ein und aus gehen und dort Zigeunerwirtschaft treiben. Die Heubündel dienten ihnen zur Lagerstatt, und in den Körben schleppten sie Handelsplunder und Mundvorrat mit sich. Aus den römischen Nachrichten geht hervor, daß sie zu jener Zeit in Art und Geschäft den Juden von heute so ziemlich gleich waren. Die Verachtung der Römer gegen diese unglücklichen Menschen war groß, und es galt für eine Beschimpfung, in einem jüdischen Bethaus gewesen zu sein, während die Teilnahme am Kultus der Isis, des Mithras, des Priap keineswegs als Entehrung galt. Und so ist es merkwürdig genug, denjenigen Gottesdienst, welcher in Rom von allen Idolen und aller Bilder- und Tierverehrung zu allen Zeiten frei war, mit schimpflicher Verachtung behandelt zu sehen.

In der vierzehnten Satire beklagt sich Juvenal einmal über den Aberglauben, welcher Römer antreibe, sich ins Judentum einweihen zu lassen:

Einige, denen der Zufall gab zum Vater des Sabbaths
Ehrer, beten die Wolken nur an und das himmlische Wesen,
Und sie achten des Schweins Fettfleisch gleich menschlichem heilig,
Des sich der Vater enthielt, ablegen sie bald auch die Vorhaut.
Aber das Römergesetz zu verachten, sie selber, gewohnt nun,
Lernen sie Judengesetz und befolgen mit heiliger Ehrfurcht,
Was nur immer die Bücher, die mystischen, lehren des Moses.

Zu jener Zeit gaben sich die Juden, wie bei uns die Zigeuner, auch mit Wahrsagerei, mit geheimen Liebeskünsten, Zaubertränken und dunklen Heilmitteln ab. Auch dies sagt Juvenal in seiner sechsten Satire:

                                Lassend das Heu und den Tragkorb,
Bettelt die Jüdin, die zitternde, leis in das heimliche Ohr nun,
Die das Gesetz auslegt von Jerusalem, heiligen Waldes
Priesterin sie, die erhab'ne, des Himmels vertrauliche Zeugin.
Sie auch füllet die Hand, doch billig für kleineres Geldstück
Bieten die Juden dir feil, was immer von Träumen du wünschest.

In diesen Versen zeichnet der Satiriker ein so deutliches Bild vom jüdischen Wesen, daß wir ein zigeunerndes Weib, eine Vettel, wie wir sagen, leibhaftig vor uns zu sehen glauben. Und wie damals zu Domitians Zeit Judenweiber scheu und nächtlicherweile aus dem Egeriatal hervorkamen, sich in das Haus einer wollüstigen römischen Dame zu schleichen, so geschah es auch bis auf die neueste Zeit in Rom. Denn viele Judenweiber aus dem Ghetto schlichen als Wahrsagerinnen in der Stadt umher, vornehmen Damen Träume zu deuten, Liebestränke zu verkaufen und Lustmittel anzubieten. Ausdrücklich bezieht sich darauf die Bulle Pius' V. von 1569, welche beginnt: «Hebraeorum gens sola quondam a Domino electa.» Dies merkwürdige Dekret, wodurch die Juden aus allen Städten des Kirchenstaats, mit Ausnahme von Rom und Ancona, verbannt wurden, ist ein wichtiges historisches Denkmal; ich führe, so große Zeiträume überspringend, Stellen daraus an, um sie sofort mit jenen Versen des Juvenal zu vergleichen. Es heißt darin: «Nachdem dies Volk sein Priestertum verloren, nachdem die Autorität des Gesetzes ihm genommen, ist es aus seinem eigenen Wohnsitz zerstreut, den ihm der milde und gütige Gott einst seit dem Ursprung eben dieses Volkes bereitet hatte, als ein Land, wo Milch und Honig fließt; nun irrt es seit so vielen Jahrhunderten über den Erdkreis; verhaßt, mit jeglichem Schimpf und Makel bedeckt, treibt es jegliche infame und schändliche Kunst, auf welche Weise es immer den Hunger stillen mag, nicht anders als die verworrenste Sklavenschaft.» Nun werden diese Künste angegeben: «Denn um von so vielerlei Art Wucher zu schweigen, mit dem die Juden das Vermögen bedürftiger Christen gänzlich aufzehren, so glauben wir, es sei offenbar genug, wie sie Hehler der Räuber und Diebe sind und Helfershelfer, die allerlei gestohlenes und gerafftes Gut, nicht allein profanes, sondern auch dem göttlichen Kultus zugehöriges, entweder für eine Weile zu verbergen, oder an einen anderen Ort zu bringen, oder ganz umzugestalten wagen, damit es nicht mehr erkannt werde; sehr viele auch stehlen sich, unter dem Scheine, ein ihnen zukommendes Geschäft zu treiben, in die Häuser anständiger Frauen, wo sie viele in den Abgrund schändlicher Unzucht stürzen, und was das Allerverderblichste ist, sie verführen gar viele Unvorsichtige und Schwache mit Satansblendwerk, mit Wahrsagerei, Zaubermitteln, mit magischen Künsten und Hexereien und machen jene glauben, daß die Zukunft vorausgesagt, daß Diebstähle, Schätze, verborgene Dinge enthüllt und außerdem vieles offenbart werden könne, von welchem nicht einmal die Fähigkeit der Ahnung irgendeinem Sterblichen jemals erlaubt worden ist.» Also die Bulle Pius' V.

Ich zweifle übrigens nicht daran, daß noch heute Judenweiber solche Zauberkünste und Liebestränke heimlich in die Häuser tragen.

Ich möchte behaupten, daß die Schuld jener in allen Zeiten gleich großen Judenverachtung in dem Naturell der Hebräer selbst lag, welche den Römern durch eine an die Karikatur streifende Persönlichkeit lächerlich sein mußten. Denn es ist eigentümlich, und wir sagen es, ohne weder so viele treffliche und würdige Menschen unter den Juden noch überhaupt den ganzen Stamm kränken zu wollen es liegt für den Europäer im echt jüdischen Wesen oftmals etwas Karikiertes, das so lächerlich wirkt, wie jener possenreißerische Tanz des Königs David vor der Bundeslade höchst lächerlich war und selbst Michal mit Verachtung erfüllte. Dazu kam der Stolz, das auserwählte Volk Gottes zu sein, eine große und bewunderungswerte Bestimmung, wozu die Geschichte der so wunderbar, ja einzig in der Welt dastehenden Judennation das volle Recht gegeben; endlich die Verachtung gegen jeden andern Glauben und die Scheu vor der Berührung jedes andern Menschen; so begann dieses Volk den Fluch seines Nationalstolzes und die Strafe seiner kastenhaften Absonderung zu tragen, bis es von den Christen endlich in die Menagerie eines Ghetto schimpflich gesperrt ward.

Die Verhältnisse der Juden in Rom unter den späteren Kaisern sind dunkel. Eine Notiz erzählt, daß Alexander Severus ihnen gestattete, in Trastevere zu verbleiben, welches bis in das späteste Mittelalter von Juden bevölkert gewesen sein muß. Hadrian hatte Jerusalem zum zweitenmal und gänzlich zerstört, und zahllose Juden waren auf den Märkten Syriens zum Preise von Pferden verkauft worden. Ohne Zweifel vermehrte sich seitdem die Judenschaft in Rom beträchtlich.

Sobald nun das Christentum römische Staatsreligion geworden war, mußten die Juden in eine neue und weit gefährlichere Stellung zu den Herrschern und Magistraten Roms geraten, weil sich nun zur altrömischen Verachtung auch der neue Haß gegen die Feinde Christi gesellte. Schon Konstantin erließ ein Verbot wider die Hebräer, christliche Diener zu halten, woraus man erkennt, daß die Scheidung der Juden von der Gemeinschaft der Christen anfing, religiöse Vorstellung zu werden. Noch strengere Vorschriften erließ der Theodosianische Kodex gegen ihre Vermischung mit den Christen; er verbot auch den Juden in allen Provinzen, ein gewisses Fest zu feiern, wobei sie ihren versteckten Haß gegen den gekreuzigten Heiland sehr schlau auszulassen pflegten. Es war dies ein Fest zum Andenken an den Sturz ihres Feindes Haman; denn eben diesen stellten sie als Gekreuzigten dar und verbrannten ihn an jenem Tage unter großem Schreien und Toben, gleich als wäre es Christus.

Solange nach dem Untergang der römischen Herrschaft noch der Senat, also eine bloß bürgerliche Behörde, das Regiment der Stadt führte, mochten die Hebräer sich eines besseren Loses zu erfreuen haben; aber mit der Herrschaft der Päpste waren sie dem Fanatismus preisgegeben, welcher sich nach und nach bis zu einer durch das Gesetz geregelten Barbarei steigerte. Doch war in den ersten Jahrhunderten des Mittelalters der Judenhaß noch nicht so groß, daß man die Hebräer als den Auswurf der Menschheit hätte betrachten und behandeln mögen. Auch gab es manchen Papst, der sie menschenfreundlich in Schutz nahm. Selbst noch zur Zeit Alexanders III. (1159-1185) lebten in Rom freie und angesehene Juden, zumal reiche Ärzte von großem Ruf. Benjamin von Tudela erzählt, daß er damals gegen 200 Juden in Rom gefunden habe, angesehene Männer, und keinem tributbar, worunter der Papst seine Diener habe. «Dort findet man», so sagt er, «sehr weise Leute, von denen der erste der große Rabbi Daniel, und Rabbi Dehiel des Papstes Minister sei, ein schöner Jüngling, klug und weise, der am Hof Alexanders aus und ein geht.»

 << Kapitel 34  Kapitel 36 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.