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Wanderjahre in Italien

Ferdinand Gregorovius: Wanderjahre in Italien - Kapitel 139
Quellenangabe
typetractate
booktitleWanderjahre in Italien
authorFerdinand Gregorovius
year1997
publisherC. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung
addressMünchen
isbn3-406-42803-7
titleWanderjahre in Italien
created19990121
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1856
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Am folgenden Morgen besuchten wir die Steinbrüche Selinunts, die nicht weit von Castelvetrano in der Nähe der Station Campobello an der Straße nach Trapani gelegen sind. Diese Latomien kommen denen von Syrakus nicht gleich, sie erschienen mir nur wie ein Spielwerk im Vergleich zu den Felsengalerien bei Heluan am Nil, aus denen die Steinblöcke für die Pyramiden gehauen worden sind; allein nirgends in Italien findet sich noch ein anderes Atelier wie dieses hier, wo die Urstoffe für die Tempel Selinunts in der ersten rohen Arbeit des Bruchs und der Ausmeißelung zutage liegen. Eine plötzliche Katastrophe hat, vor mehr als 2000 Jahren, diese Arbeiten für die noch zu vollendenden oder für neu geplante Tempel der Götter abgebrochen, und das Material blieb hier verlassen, wie die Marmorblöcke auf dem Tiberemporium in Rom oder die Säulen von Granit in der ägyptischen Wüstenstadt des Mons Claudianus, welche Schweinfurth besucht hat. Jene Katastrophe aber war die Belagerung und Zerstörung Selinunts durch Hannibal. Dies kunstliebende Dorervolk wurde von den Säbeln der Afrikaner zusammengehauen oder zu Tausenden in die Sklaverei fortgeschleppt, und an einem einzigen Tage versank hier eine ganze herrliche Kultur. Ein ähnliches Schicksal haben in späteren Jahrhunderten Mongolen und Türken den blühenden Griechenstädten in Kleinasien bereitet.

Hittorf hat die Steinbrüche zu einem Teil gekannt; vor zwei Jahren fanden Scalea und Patricolo noch andere auf. Die italienische Regierung hat sie angekauft, und der Ingenieur Rau, welcher in Selinunt beschäftigt ist, macht davon einen Plan. Die Brüche liegen in weiter Ausdehnung auf einem öden von Palmengestrüpp bedeckten Felde in größern und kleinern Vertiefungen, wo man senkrecht abgehauene Kalktuffwände sieht und viele Säulenstücke, erst zur Hälfte aus dem Fels gearbeitet oder schon völlig von ihm abgetrennt, so daß sie nur noch umzuwerfen sind. An manchen Stellen sieht man sogar nur die ersten Kreislinien vertieft, und so die auszuhauende Säule erst angedeutet. Einige Stücke haben bis zehn Meter Umfang. Man steht auf grauen Säulentambours, worauf Kaktus, wilde Feigen und Oleaster emporgewachsen sind. Da die Brüche zehn Kilometer von Selinunt entfernt liegen, muß der Transport so ungeheurer Blöcke schwierig genug gewesen sein. Auch hier haben wohl Tausende von gefangenen Kriegssklaven Frondienste leisten müssen.

Die Bahn geht von Campobello in einer Kurve der Küste entlang nach Trapani fort, und deshalb ist die Fahrt auf ihr höchst angenehm. Die Westküsten des Mittelmeeres sind meist zerrissener und daher malerischer als die Ostküsten; nur in Sizilien ist das nicht der Fall; denn hier senkt sich gerade im Westen eine meilenweite Ebene zur lybischen See hinab, an deren Saum vom Vorgebirge Lilybäum bis zum Drepanum ein Kranz aus dem Meer aufblühender Eilande, die ägadischen Inseln, sich vom Festland abgesondert hat. Diese Niederung mit ihren Gärten, Saatfeldern und Herden dickwolliger Schafe und roter Rinder scheint unermeßlich reich zu sein. Allein auch hier sind die Ortschaften selten; die Bevölkerung hat sich ans Meer gezogen, wo die Hafenstädte in langen weißen Linien aufgereiht stehen und seit uralten Zeiten den Verkehr der Insel mit Afrika vermitteln.

Wie der Ostrand Siziliens am Ionischen Meer die stärkste hellenische Kolonisation aufnehmen mußte, ebenso naturgemäß hat der Westrand die nahen Phönizier von Afrika und später die Sarazenen an sich gezogen. Hier gründeten die Karthager bis nach Panormus und Soluntum im Norden hin ihre ansehnlichsten Emporien: Lilybäum, Motye, Drepana und Eryx. Hier mußte auch der heftigste Zusammenstoß zwischen Puniern und Römern stattfinden und die Frage entschieden werden, welche dieser Nationen den Welthandel beherrschen sollte. Auch im Mittelalter wiederholten sich dieselben Verhältnisse; denn der semitische Stamm kämpfte nochmals mit Griechen und Lateinern um den Besitz der wichtigsten Insel des Mittelmeeres, welches in alten Zeiten ein phönizischer See gewesen war. Auf eben dieser Westküste landeten im Jahre 827 von Afrika her die Araber bei Mazzara, um sich dann erobernd und kolonisierend über das byzantinische Sizilien auszubreiten.

Wegen so vieler geschichtlicher Beziehungen ist die Fahrt nach Trapani in hohem Maße anregend; allein nur im Fluge betrachtete ich diese schönen Gefilde, ihre sanften Strandlinien und die in smaragdnen Lichteffekten strahlenden Meeresweiten. So bin ich Mazzara vorbeigefahren, welches sich mit seinem Hafen, der grauen Burg, den Türmen und Mauern als eine sehr ansehnliche Stadt darstellt. So sah ich nur als flüchtige Erscheinung Marsala, das alte vielumkämpfte Lilybäum, seinen von Schiffen belebten Hafen, die dort den Feuerwein holen, und die im Meeresduft emporragenden ägadischen Inseln. Die kühne, von einem geradezu fabelhaften Glück begünstigte Landung Garibaldis sollte man dort durch einen kolossalen Löwen aus Stein verewigen, welcher im Begriff ist, aus dem Meer auf das Land zu springen.

Trapani zeigt sich mit seinem sichelförmigen Hafen weit in die See hinausgreifend, neben dem Drepanum, der Nordwestspitze Siziliens. Weiße Salinen und Dünen sind an diesem flachen Strande hingebreitet, welchen Virgil freudenlos (illaetabilis) genannt hat. Auch die zahlreichen Windmühlen erwecken die Vorstellung, daß dies Drepanum sehr stürmisch und zumal dem Mistral ausgesetzt ist. Landwärts ragt über einem langen Aquädukt ein hoher Berg, welchen eine graue Stadt krönt; es ist der Eryx, das Ziel unserer Reise.

Jeder weiß aus dem Virgil, daß Drepanum neben Segesta der wichtigste Schauplatz der «Aeneide» ist, und zwar wegen des uralten Kultus der Aphrodite, der göttlichen Mutter des trojanischen Heros. Anchises stirbt in Drepanum; Aeneas bestattet ihn und segelt nach Afrika. Der Stammvater Roms bringt die künftige Gebieterin der Welt mit Karthago in Verbindung, und die Punier haben die Schmach der verlassenen Dido einst an den Enkeln des Frevlers in furchtbaren Kriegen zu rächen. Von Afrika kehrt Aeneas nach Drepanum zurück, wo er das Andenken seines Vaters mit Leichenspielen ehrt.

Ein Enthusiast des Virgil wird demnach am Fuße des Eryx mit derselben Andacht umherwandern wie in Ardea, Lavinium und Albalonga. Nun aber ertappte ich mich auf einer ganz ketzerischen Gleichgültigkeit gegenüber diesem merkwürdigen Lokal, soweit es nämlich virgilisch ist. Und doch habe ich manche ionische Küsten und Eilande und selbst das sagenhafte Kap der Circe mit fast gläubiger Andacht begrüßt, weil auf ihnen der Zauber der homerischen Dichtung liegt. Diese Verschiedenheit der Stimmung ist leicht zu erklären. Das homerische Epos ist alt und urwüchsig; es ist das Zeugnis eines untergegangenen Heroenalters und einer im Dämmer erst beginnender Geschichte emporsteigenden Religion und Kultur. Seine Schauplätze liegen mehr oder minder in einer dem Abendlande entrückten zaubervollen Welt, und sie sind noch heute geheimnisvoll. All dieser Reize entbehrt die Dichtung Virgils. Sie ist jung und sekundär, ein Werk der Schule und Reflexion, oft erkältend als Nachahmung Homers. Sie ist am hellen Tage des römischen Staates in einer schon philologisch ausgebildeten Literatur entstanden, und so wenig volkstümlich, daß man sie sogar das Produkt des beginnenden Cäsarentums nennen kann; denn die Spitze der «Aeneide» ist die Verherrlichung der Julier, die vom Aeneas und der Venus abstammen. Freilich hat Virgil die Aeneassage nicht erfunden, welche griechischen Ursprungs ist. Er hat sie mit genialem Instinkt aufgegriffen und künstlerisch gestaltet; er hat Troja mit Rom, die homerische Welt mit der lateinischen verknüpft, ja eine dritte Kulturwelt, die semitische Karthagos, in diesen ethnographischen Kreis gezogen, und so das größte Denkmal der römischen Literatur geschaffen, welches zugleich der Abschluß des antiken Epos überhaupt ist. Also möge mir der Schatten des unsterblichen Dichters meine Ketzerei verzeihen.

Von dem Bahnhofe Trapanis führten uns Wagen ohne Verzug in wenig mehr als zwei Stunden nach dem Eryx hinauf. Der Eryx lehnt sich an keinen Höhenzug an, er steigt allein und inselartig auf, in der schönsten Pyramidenform. Ich halte ihn geradezu für das Ideal eines Berges, für das Meisterwerk der Natur in der Bergbildung. Dort mußte eine hehre Göttin, die schönste des Himmels, ihren Sitz nehmen. Nicht nur die im Zickzack sich an den Felswänden fortwindende Straße, sondern der Eryx selbst erinnerte mich lebhaft an den Monte Gargano, das östliche Kap Apuliens. Auf beiden Berggipfeln liegt hoch über dem Meere eine seltsame Stadt mit einem himmlischen Heiligtum von weitverbreitetem Ruf. Dort pilgerten das Mittelalter hindurch und wallfahrten noch heute die Christen zur Grotte des Erzengels Michael; hier zogen die Gläubigen des Altertums zum Tempel der Venus Urania. Aus Asien stammen beide Kulte.

Der Eryx war die westliche Station Europas für den von dort fortwandernden Dienst der Aphrodite. Hier stand ihr Tempel, gleich berühmt wie der zu Paphos und Kythera. Nachdem die Karthager die elymeische Stadt Eryx auf der Ostseite des Berges zerstört und ihre Bewohner nach Drepanum verpflanzt hatten, verehrten sie die phönizische Venus oder Astarte, die große Schutzgöttin des Mittelmeeres, in einem Prachttempel auf dem Berge droben, und ihr Kultus wurde dann auch von den Römern fortgesetzt. Die Schiffer von Afrika, von Spanien, Gallien, Italien, Griechenland, alle huldigten ihr, legten Opfer in dem Tempel nieder und feierten Bacchanale mit den Hierodulen. Tausend üppige Tempeldienerinnen machten hier ihrer Gebieterin Ehre.

Jetzt stehen graue Türme des Mittelalters und verwitterte hohe Mauern um den Eingang der sonderbaren Stadt, welche sich über der steilen Kante des Felsenberges mit kyklopisch aussehenden Straßen emporzieht. Sie heißt San Giuliano und so steckt wenigstens in diesem Namen noch die Erinnerung an das Geschlecht der Julier. Gleich zur Linken liegt der Dom, ein Bau vom Anfange des 14. Jahrhunderts mit krenelierten Zinnen und einem Turm aus schwärzlichem Stein und mit einer schönen Vorhalle von Spitzbogen. Neun byzantinische Kreuze sind an der Seitenwand der Kathedrale eingemauert, und eine lateinische Inschrift vom Jahre 1685 sagt, daß diese Kreuze vom Kaiser Konstantin in dem «vaterländischen Venustempel» der ehrwürdigen Muttergottes geweiht gewesen und von dort hierher gebracht worden sind. So hat die Jungfrau Maria die Astarte vom Eryx verdrängt und der Kultus dieser sich in den Dienst jener verwandelt. Nach dem Venusideal der Antike hat die Kunst nichts Schöneres geschaffen, als die Madonna der Renaissance; der Eryx aber würde das herrlichste irdische Piedestal sein für die Assunta Tizians, die sich zur Glorie des Himmels emporschwingt. Ich sah in jener Kirche ein altes Madonnenbild und da es die Osterwoche war, hatte man das Grab Christi in einer Kapelle dargestellt und mit reichem Blumenflor geschmückt. So schmückte man im Tempel der Aphrodite einst auch deren altes heiliges Kultusbild, wenn im Lenzmonat April ihre Blumenfeste oder der Tod und die Auferstehung des Adonis gefeiert wurden. Es gibt in Wahrheit nichts Neues in der Welt, denn alles ist schon einmal dagewesen.

Wir gingen links von der Kathedrale fort zu den berühmten Stadtmauern, die sich hier auf der Meeresseite in langen Linien hinziehen und meist noch wohl erhalten sind. Obwohl sie im Mittelalter erneuert wurden, erkennt man doch streckenweise noch die kyklopischen Reste grauen Altertums an ihren gewaltigen Kalksteinblöcken; noch 14 viereckige Türme sind übrig. Herr Salinas, welcher bisweilen die Sommerzeit in der frischen Luft San Giulianos zubringt, hat diese Mauern untersucht und auf ihnen phönizische Schriftzeichen entdeckt. Er machte mich auf sie aufmerksam, doch mein ungeübtes Auge hatte Mühe, sie als solche wahrzunehmen. Von seiner Entdeckung hat er einen lesenswerten Bericht veröffentlicht.

Auf entsetzlichen Pfaden bergauf und bergab sind wir an diesen ehrwürdigen Mauern fortgeschritten, bis wir durch ein Tor wieder die Stadt betraten. Ihre niedrigen Häuser aus grauem Stein mit wenigen Fenstern und mit roh aufgemauerten dunkeln Höfen bieten den Anblick wahrhaft primitiver Zustände dar. Im Grunde wohnen die Menschen hier, wie sie vor Jahrtausenden gewohnt haben. Freilich gibt es auch modern eingerichtete, oft sogar malerische Häuser mit steinernen Freitreppen. Die kleine Eryx-Stadt ist eine unerschöpfliche Fundgrube für Malerei der seltsamsten Architekturstücke, die man sich vorstellen mag. Sie hat Raum für etwa 4000 Einwohner. Die Männer tragen hier wie auf dem Gargano aus denselben klimatischen Ursachen dunkle Kapuzenmäntel, und die Frauen, welche noch heutigentags, wie in den Zeiten der Aphrodite, mit seltner Schönheit begabt sein sollen, hüllen sich in lange schwarze Schleier. Die Stadt war übrigens auffallend menschenleer. Da immer mehr Einwohner von dem unwirtlichen Berge in die Ebene hinabziehen, ihr Land zu bebauen, so wird mit der Zeit San Giuliano ganz entvölkert sein, wie andre auf hohen Bergen gelegene Ortschaften Siziliens und Italiens, die der Efeu zugedeckt hat.

Wir traten auf einen Felsenvorsprung am östlichen Ende der Stadt, wo durch alte Untermauerungen eine künstliche Fläche hergestellt und vom Munizipium des Orts zu einem kleinen öffentlichen Garten mit Ruhesitzen eingerichtet ist. Von hier blickt man auf das tief unten glänzende Meer und hat rechts vor sich das mächtige, in zwei Gruppen gegliederte Kastell des Eryx. Hohe steinerne und stumpfe Türme bilden den vordern Teil der Burg; dann setzt sich dieselbe noch auf den äußersten Felsgipfel fort, welchen sie bekrönt. Der Anblick der Turmkolosse, die sich in dieser Höhe vom blauen Himmel finster abheben, ist ganz unvergleichlich schön. Vom Kastell überblickt man ein Meer- und Küstenpanorama, dessen farbenreiche Pracht nicht mit Worten zu sagen ist. Neben jenem von Taormina ist es sicher das großartigste Siziliens.

Die Burg steht auf der Stelle, wo einst der Venustempel lag. Dies Heiligtum war demnach schon in meilenweiter Ferne dem sehnsüchtigen Schiffer sichtbar. Welche Gestalt der Tempel gehabt hat, und wann er unterging, melden keine Kunden. Die mittelalterliche Burg hat seine letzten Reste begraben. In dem vordern Teile des Kastells hat sich der Marchese Pepoli einige Räume zum Sommeraufenthalt eingerichtet. Seine Familie gehört zu dem bekannten Bologneser Geschlecht, von welchem ein Zweig im 16. Jahrhundert nach Trapani übersiedelte. Herr Pepoli führte uns in seine romantische Wohnung, die mit modernem Komfort, mit Gemälden, Antiquitäten und Büchern ausgestattet ist. Sie erschien mir als das interessanteste Heim, welches ein lebensfroher Signor wählen kann, wenn er sich zuzeiten aus der großen Welt in die Einsamkeit zurückziehen will. Auf der geheimnisvollen Stätte des Astartetempels kann er hier, wie Byrons Manfred, diese Göttin und andere Geister versunkener Religionen heraufbeschwören, wenn der Mond die alten Türme, die bleichen Mauern der Phönizier, die wilden Felsenufer und das endlose Meer bescheint. Auf allen meinen Reisen habe ich nichts so schauerlich Phantastisches und zugleich Bezauberndes gesehen wie den Gipfel des Eryx.

Durch die lange Wanderung in den steinigen Labyrinthen erschöpft, beschlossen wir den seltenen Tag mit einem Festmahl, welches der Marchese und die erycinische Munizipalität ihren Gästen darboten. Auf der reichbesetzten Tafel erregten meine besondere Aufmerksamkeit zwei Osterlämmer aus Konfekt von beträchtlicher Größe, die mit bunten Fähnchen und Goldfäden geschmückt und umsponnen waren. In der Osterzeit sieht man solche zierliche Bildwerke der Marzipanplastik in allen Konfitürläden Palermos massenhaft ausgestellt. Man verschickt sie weit und breit, auch nach dem Festlande. Ich gestehe freilich, daß sie mehr mein Auge als meinen Gaumen reizten; denn innen sind diese Figuren mit Ricotta angefüllt. Ähnliches Backwerk mögen auch die alten Eryciner an ihren Adonisostern genossen haben.

Trapani sah ich nur beim Schein der Gasflammen. Wir durchwanderten den Hafen und mehrere Straßen, so daß ich bedauerte, so viel Merkwürdiges nicht am Tage sehen zu können. Wir besuchten auch eine Kunstindustrieschule und fanden in später Stunde die Ateliers mit emsigen Künstlern gefüllt, welche hier in Marmor und Alabaster, in bunten Muscheln und schwarzen Korallen die traditionelle Kunst eifrig fortsetzen, durch welche Trapani seit der Renaissance berühmt geworden ist.

Am folgenden Morgen traten wir unsere Rückreise nach Palermo an, und so verdanke ich der Liebenswürdigkeit meiner ausgezeichneten Gefährten eine der genußreichsten Fahrten, die ich in diesem schönsten Lande Europas gemacht habe.

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