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Waldwinter

Paul Keller: Waldwinter - Kapitel 13
Quellenangabe
typefiction
authorPaul Keller
titleWaldwinter
illustratorProf. Wilh. Poetter
publisherBergstadtverlag
series284. - 293. Auflage
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senderwww.gaga.net
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Wintersport

Der kleine See im Wolfsgrunde bot eine vorzügliche Eisbahn. Baumann, der Unermüdliche, der überall Tätige, hielt ihn schneefrei. Er sorgte auch dafür, daß die wenigen Uferbänke immer gebrauchsfähig waren.

Es ist eines der unseligsten Vorurteile, daß die Menschen die Natur im Winter fliehen. Da sitzen sie in ihren überheizten Stuben und schlucken eine jämmerliche Luft monatelang, von keinem frischen Hauch berührt, von keinem Sonnenstrahl geküßt, immer bei der anstrengenden Arbeit oder bei den noch anstrengenderen Vergnügungen. Draußen verwehen indes ungenutzt Milliarden Kubikmeilen gesündester Atmosphäre, draußen liegen Diamantenfelder, draußen wartet der Winterwald mit tausend Wundern. Es kommt niemand. Die Menschen haben keine Zeit.

Manchmal tritt ein Naturfreund als Prediger in der Wüste in die winterlichen Wohnstätten und Tanzsäle, hält eine Bußermahnung und ruft und lockt hinaus in den kristallenen Dom. Einige wenige hören ihn, und die sind glücklich. –

Zurück zu Baumann! Er tat seine Pflicht. Wir auch! Er fegte den Schnee vom Teiche, und wir fuhren Schlittschuh auf dem blanken Eise. Das war gesund für beide Teile. Ich glaube allerdings, daß Baumann, dieser Egoist, den gesundheitlichen Löwenanteil für sich in Anspruch nahm. Und mißgünstig, wie ich geartet bin, habe ich ihm ein paarmal beim Kehren geholfen. Sehr zu seinem Verdruß! »Wenn der Herr Doktor den Besen nicht besser anpacken, dann kriegen der Herr Doktor noch viel mehr Blasen an die Handteller.«

»Aber Muskeln krieg' ich auch, lieber Baumann!«

Er schüttelte sein Haupt.

»Das paßt sich gar nicht für den Herrn Doktor.«

»Die Muskeln? Oho, Herr Ober – da fühlen Sie mal!«

Ich zog den Rock zur Hälfte aus und streifte vom rechten Arm das Hemd zurück.

»Na los, fühlen Sie mal!« Er tippte vorsichtig auf meinen Oberarm.

»Es fängt schon ein bißchen an,« sagte er; »aber ziehen sich nur der Herr Doktor wieder an; denn erstens können sich der Herr Doktor leicht verkälten, und zweitens kommt dort drüben das gnädige Fräulein.«

Ich hatte den Rock eher in Ordnung wie ein Rekrut, der's verschlafen hat. Mit der Schneeschaufel in der Hand eilte ich ans Ufer.

Marianne war guter Laune.

»Es war wohl Schneeschaufler-Musterung?« fragte sie.

»Ja,« erwiderte ich lachend; »leider bin ich zur Reserve zurückgestellt, 8a, §1! Allgemeine Körperschwäche!«

»Nun, als Einjährig-Freiwilliger könnten Sie bei den Schneeschauflern ja sowieso nicht eingestellt werden,« sagte sie und kam herunter auf den Teich. Gleich darauf kam der Assessor mit Ingeborg. Ich begrüßte das Brautpaar und wandte mich dann wieder an Marianne.

Sie war freundlich.

»Ich bin glücklich, daß Sie lustig sind und so lachen können,« sagte sie. – – »Sie können doch mein Freund sein.« Ich nickte fröhlich.

»Das ist ganz selbstverständlich,« sagte ich, und sie war zufrieden.

Ein Gefühl der Freude lohte mir im Herzen auf. Ich würde siegen! Jawohl, siegen über das starke, schöne Mädchen, deshalb, weil ich sie verstand.

Nachdem ich nach dem Weihnachtsabend all das getan hatte, was vermutlich meine meisten Altersgenossen unter solchen Umständen tun würden: meiner inneren Qual Ausdruck verliehen durch tausend verzweiflungsvolle, einsame Gebärden, saß ich müde in einem meiner großen Stühle und schaute hinauf zur Decke nach dem Gralstempel, ob wohl von da eine Erleuchtung kommen würde.

Sie kam! Sie kam in ruhiger, reiflicher Überlegung.

Marianne hatte meine Liebe erraten. Sie war davor so erschrocken, daß sie mir sogar die Freundschaft kündigte, die sie doch selbst gesucht hatte. Sie fürchtete sich vor mir und vor ihrem eigenen Herzen. Sie ahnte, daß eine Resonanz in ihrer Brust entstehen könnte für meine Gefühle. Und sie wollte aus irgendeinem Grunde der Liebe nie im Leben eine Macht einräumen über ihr Herz, sie haßte, sie fürchtete die Liebe. Deshalb rang sie sich los von mir.

Wenn mir nun die Wahrheit aus trüben, sehnenden Augen brannte, würde ihre Furcht vor mir und vor sich selbst immer größer werden, und ich traue es ihr zu, daß sie nicht nur innerlich vor mir fliehen, sondern daß sie überhaupt die Burg verlassen würde. Das mußte ich verhüten – um meines eigenen Heiles willen!

Lustig mußte ich sein! Harmlos! Wenn's hoch kam einmal ein bißchen begeistert, einmal ein bißchen verliebt! Nur nichts Ernstes! So würde ich Zeit gewinnen. Das war kein Weib der »Liebe auf den ersten Blick«. Auch meine Liebe zu ihr war langsam, ohne daß ich es ahnte, entstanden. Wenn ein Sieg möglich war, so war's ein Sieg dessen, was sonnig in mir war über die kranke Kälte ihrer irregeleiteten Seele.

Daran glaubte ich, und wenn ein Zweifel in mir blieb, so war es der, ob sie wohl meine Taktik durchschauen und dann mir desto sicherer entschlüpfen würde.

Nein, sie durchschaute mich nicht. Mein Komödiantengeschick war groß genug. Sie glaubte an meine ruhig-frohe Laune, sie wollte wieder Freundschaft mit mir halten.

Nun freute ich mich und fürchtete nicht, daß in meinen Schlüssen etwas Falsches sein könnte.

Marianne ließ sich von Baumann die Schlittschuhe anschrauben, und ich zeigte keine Miene, als hätte ich mich nach dem mir nicht verliehenen Amte gesehnt. Ich schlug indes ein paar Bogen und ging noch einmal meine Gedankenreihe von der Weihnachtsnacht durch. Nur nicht den Toggenburger spielen!

Schließlich reichte sie mir die Hand zur gemeinsamen Fahrt.

»Glauben Sie, daß mir alles Heitere und Lustige sehr sympathisch ist?« fragte sie.

Ja, natürlich glaubte ich das. Aber ich wich aus.

»Es hat nicht den Anschein, mein gnädiges Fräulein.«

»Warum sagen Sie wieder ›gnädiges Fräulein‹ zu mir?«

»Verzeihung –! Also, es hat nicht den Anschein, Fräulein Marianne!«

»Sie meinen, ich sei selbst ein rechter Trübsalsmensch – ungesellig – unfroh –« »Es ist kein Schade, wenn man nicht sozusagen amüsant ist.«

»Sie weichen mir aus! Lassen wir es!«

Sie schwieg. Aber ich blieb bei bester Laune. Unterdessen trieben der Assessor und Ingeborg Allotria wie die Kinder. Sie »fingen« sich.

Es war ergötzlich anzuschauen, wie der langbeinige Assessor hinter seiner kleinen, flinken Braut einherstelzte. Wie der Storch hinter dem Fröschlein. Was sie mit drei Schritten zuwege brachte, machte er mit einem, aber wenn sie in schneller Wendung rechts oder links blitzschnell auswich, fuhr er in langer Kurve rettungslos ins Leere hinaus. Schließlich, als er doch eine raschere Drehung wagte, fiel er seiner ganzen respektablen Lange nach hin, und Ingeborg setzte sich in einem Anfall von Lachkrampf drei Schritte entfernt daneben. Da kroch er auf Händen und Füßen zu ihr hin und »fing« sie.

»Können Sie sich die beiden als Eheleute vorstellen?« fragte mich Marianne.

»Vortrefflich,« sagte ich. »Sie werden kostbar ›Verheiratetsein‹ spielen. Es ist doch glückselig, so von Herzen kindisch zu sein.«

Sie senkte die Augen.

Ich betrachtete sie. Kam ihr eine Ahnung von dem süßen Glück der Liebe. Sie erschien mir jetzt wieder – ach – so schön! – Scheußlich, daß man so jung ist!

Da krochen mir zwei winzig kleine Frauenfäuste unter den Armen durch und schlossen sich auf meiner Brust.

»Gefangen! Gefangen! Sie sind verloren!«

Ingeborg! Nie ein jauchzendes Kind! Ich machte mich – anscheinend mit furchtbarer Mühe – frei und konnte kaum einen Seufzer unterdrücken.

Dieser Assessor hatte doch verzweifelt viel Glück.

»Es ist schrecklich,« sagte ich, »so heimtückisch und meuchlings um die Ecke gebracht zu werden. Aber daran sind Sie schuld, Fräulein Marianne, und nun müssen Sie's büßen. Ich sage ›gardez‹ an.«

»Das ist nicht nötig; die Dame ist gesichert!«

Pfeilschnell flog sie davon. Ich ließ ihr einen Vorsprung, und dann jagte ich ihr nach. O, das war eine Fahrt! Die Sonne so mild und golden, die Berge und Wälder so weiß und glänzend, die Luft so rein und würzig, und vor mir die biegsame Frauengestalt. Der weiße Schleier flatterte leicht um ihre dunklen Haare, und wenn sie den Kopf einmal kurz nach mir wandte, sah ich ihr schönes Profil, dessen Strenge nun gemildert war durch den erregten Glanz auf ihrer Wange. Ich wollte ihr immer etwas Lustiges nachrufen, aber ich konnte es nicht; ich war zu glücklich.

Der See wurde schmaler und bog nach links rechtwinklig ab. Da wandte sie sich jäh um, ob sie an mir vorüber zurück könne. Das war schwer möglich.

»Gardez!« rief ich mit sieghaftem Lachen und blieb mitten auf dem Eise halten.

Sie sah, daß kein Ausweg mehr war und wandte sich rasch entschlossen nach dem Seitenarm des Sees. Aber der war erst recht schmal und gar nicht lang. Ich kam ihr näher, immer näher und hörte ein feines Ächzen. Sie wollte sich auf keinen Fall »einfangen« lassen.

Nun war die Bahn beinahe zu Ende. Wie sie sich nur hier noch retten wollte! Ich vermutete, daß sie mich im entscheidenden Augenblick würde täuschen wollen. Sie würde scheinbar nach der einen Seite abbiegen und sich dann unvermutet nach der anderen schlagen wollen. Richtig, jetzt bog sie nach links – ich hielt ohne weiteres nach rechts – eine scharfe Kurve – ein Aufschrei – ein Anprall – ich hielt sie in meinen Armen.

Ächzend, auf einen Moment ihrer Sinne beraubt, lehnte sie an meiner Brust. Eine Glutwelle brach aus meinem Herzen, und es erfaßte mich ein Wirbel.

Sie jetzt küssen können – maßlos küssen! Und sie so in den Armen halten!

Aber ich ließ sie frei; mit Gewalt zwang ich mein Gesicht zu einem lachenden Ausdruck. Und ich ahmte Ingeborg nach: »Gefangen! Gefangen! Sie sind verloren!«

Sie war erschöpft und preßte das Taschentuch auf das Gesicht.

»Lassen Sie mich – kommen Sie – zurück zu den andern!« Sie konnte sich viel weniger beherrschen als ich. Ich wollte ihr die Hand reichen, aber sie lehnte es ab. – – –

Da änderte sich die Stimmung schon wieder. Wahrhaft kannibalische Töne schlugen an unser Ohr.

»Immer ran, immer ran, immer ran, immer ran! Stück for Stück 'n Groschen! Nur so lange der Vorrat reicht. Ist 'n Armer drunter, fünf Pfennige! Immer ran, immer ran, immer ran! Der billigste Mann auf der Welt! Immer ran, meine Herrschaften!«

In diese Marktschreiertöne, die offenbar aus des Assessors Kehle kamen, mischten sich schrille Laute Ingeborgs: »Warme Würstchen gefällig? Warme, warme, warme, warme, warme Würstchen gefällig?«

Genau wie die kleinen Rangen, die auf den Bahnhöfen die Personenzüge entlang laufen. Auf einer Uferbank brodelte über einer lodernden Spiritusflamme ein Kochtopf, und um dieses reizende Stilleben stand eine kleine Gruppe: der Assessor, Ingeborg, Baumann und der Oberförster. Als wir näher kamen, verdoppelten der Assessor und Ingeborg die Kraft ihrer Kehlen. Der Oberförster aber rief: »Glauben Sie's nicht! Alles Schwindel! Ist eine ganz miserable Würstelbude hier. Ich will schon immerfort sechs Paar haben und krieg' sie nich.«

Wir kamen lachend näher und sahen, daß wirklich »Wiener Würstchen« gekocht wurden. In einem Korbe, den Baumann gebracht hatte, befanden sich außerdem Semmeln, Tellerchen, Messer und eine Flasche Portwein mit den nötigen Gläsern.

Es dauerte nicht lange, so waren wir in bester Laune an der Mahlzeit. Der Oberförster, welcher die Würstchen aus der Hand aß, weil er behauptete, sonst »ginge der ganze gute Saft kaput«, machte plötzlich ein sehr wichtiges Gesicht.

»Also, Herrschaften – ich hab' einen Gedanken gehabt.«

»Nicht möglich!« sagte der kauende Assessor.

»Jawohl möglich!« fuhr Gerstenberger auf. »Sogar einen sehr feinen Gedanken! Wer von Ihnen war schon mal im Riesengebirge?«

Natürlich alle.

»Ja, aber wer war schon einmal im Winter dort?«

Keiner.

»Selbstverständlich,« höhnte der Oberförster. »Da könnten Sie sich ja die Nasen erfrieren. Und doch sage ich Ihnen, gegen das Gebirge im Winter is das Gebirge im Sommer einfach Mumpitz.« »Oho,« sagte der Assessor; »waren Sie denn schon mal im Winter oben?«

»Nee, noch nich!« antwortete der brave Mann ein wenig zögernd.

»Waren Sie überhaupt schon einmal im Riesengebirge?« setzte der Jurist sein Verhör fort.

Da wurde der Oberförster wütend.

»Ach was,« schnauzte er, »oben bin ich noch nicht gewesen. Aber ich will ja eben jetzt mal hin!«

Eine Lachsalve bestrafte ihn. Da wandte er sich erbost ab. »Na, wenn's Ihnen nu partout nicht paßt, mitzufahren, so fahr' ich eben alleine.«

»Da hören Sie doch erst! Wir wissen ja noch gar nichts von Ihren Plänen! Machen Sie uns erst mal die Geschichte klar.«

Nun folgte eine Lobrede auf die Wintertouristik, die mir wegen ihres sonderbaren Aufbaues und ihrer ganz rätselhaften Behauptungen und Schlußfolgerungen nicht gegenwärtig geblieben ist. Soviel hatte ich aber am Schlusse begriffen, daß ein gemeinsamer Ausflug nach dem Riesengebirge unternommen werden sollte, dessen Hauptzweck einige Hörnerschlittenfahrten sein sollten, und daß Waldhofer sich bereits zu dem Plane zustimmend geäußert habe. »Na, was sagen Sie nu? Lachen Sie mich jetzt auch noch aus?« sagte der Oberförster triumphierend am Schlüsse.

»Es wäre himmlisch,« meinte Ingeborg.

»Mir wäre es auch angenehm,« sagte Marianne. »Ich möchte doch sehr gern einige Schneeschuhtouren oben machen.«

»Bravo!« applaudierte der Oberförster; »wenn die Damens wollen, so is die Geschichte abgemacht; denn die Männer müssen einfach. Und morgen früh geht's ab.«

»Morgen früh schon?«

»Morgen früh!« sagte der Reisemarschall mit einem Nachdruck, der jeden Widerspruch unmöglich machte.

Eine Erregung ergriff uns, und es wurde beschlossen, sofort nach der Burg aufzubrechen, um alles Nötige zu besprechen und vorzubereiten.

Mit Marianne stieg ich den beschneiten Burgweg hinauf. »Es ist schade, daß ich noch keine Schneeschuhe habe,« sagte ich.

»Können Sie denn Ski laufen? Es ist gar nicht so schnell zu erlernen.«

»Ich kann es. Ich war zweimal im Winter in Norwegen.«

»Da haben Sie wohl allerdings vorzügliche Lehrer gehabt.«

»Ja, dort läuft ja alles auf dem Ski: Mann und Weib, jung und alt. Das ist ja auch die Heimat von Fridjof Nansen, der gesagt hat: ›Der Skilauf ist aller Sportarten König.‹ Es ist schade, daß dieser herrliche Sport bei uns bisher so wenig in Aufnahme gekommen ist.«

Sie nickte.

»Mir scheint es auch der beste Sport zu sein. Der Reiter, der Radler, der Schwimmer, der Ruderer, der Schlittschuhläufer – sie sind alle an bestimmte, ganz eng begrenzte Bahnen gebunden. Der Skiläufer hat wenig Grenzen. Ich fahre über steile Hänge und durch ziemlich dichten Wald.«

»Ja,« pflichtete ich bei, »und der Skiläufer wird von keinem Staube und keinem Lärm belästigt. Er braucht keinem Wagen auszuweichen –«

»Und er ist meist allein, das ist die Hauptsache,« ergänzte sie.

»Da dürft' ich mir wohl wenig Hoffnung machen, Sie begleiten zu dürfen, wenn ich mir im Gebirge ein Paar Schneeschuhe kaufte?«

Sie sann eine Sekunde nach.

»O doch,« sagte sie dann.

Unter lebhaften Reisevorbereitungen verging der Tag. Am Abend erschien noch einmal der Oberförster. Er meldete, daß die Schlitten morgen früh bereit sein würden und fragte, ob auch alle mit einfacher, warmer Kleidung versehen seien. Unsere festen Schuhe unterzog er einer sorgfältigen Musterung. Er fand sie den Bedürfnissen entsprechend und behauptete aus der Zeitung zu wissen, daß die Anschaffung von Lodengamaschen und von Bergstöcken unbedingt nötig sei. Das bekämen wir alles in Hirschberg. Überhaupt sollten wir uns nur ganz auf ihn verlassen.

»Es wird doch auch wirklich keine Gefahr dabei sein?« fragte Baumann mit Besorgnis. Der Oberförster sah ihn mitleidig an.

»Sind Sie schon mal im Riesengebirge gewesen, Baumann?«

»Noch nicht, Herr Oberförster.«

»Na, dann reden Sie nich! Gefahr is nich die Spur!«

Trotzdem stand der Alte mit besorgter Miene bei den Schlitten, als wir am nächsten Morgen zur Bahn aufbrachen. Der Oberförster und Waldhofer fuhren zusammen, und wir vier jungen Leute füllten den zweiten Schlitten. Pfeilschnell ging die Fahrt dahin, die Glöcklein läuteten, und in der Ferne verschwand der hohe Turm des Waldhofes.

In der sehr freundlichen Stadt Hirschberg benutzten wir einen längeren Aufenthalt zur Vervollständigung unserer Touristenausstattung, und dann fuhren wir weiter über das liebliche Warmbrunn nach dem Gebirgsdorfe Hain.

Unterwegs lag der Riesengebirgskamm vor unseren in Wahrheit entzückten Augen. Am Fuße die verträumte Burgruine Kynast, dann die meilenweiten, verschneiten Wälder, und oben der glänzende Kamm, dessen reines Weiß in den blauen Himmel hineintauchte. Als ich die schimmernden Kegel und Bergkämme so aufragen sah, dachte ich an den Märchenglauben meiner Kindheit zurück, wo ich von Demantbergen träumte und von silbernen Wäldern.

Rechts drüben im Westen hoch aus der Luft grüßte die Schneegrubenbaude. Mit ihrem Turme und in ihrer Schneebekleidung sah sie aus wie ein Fabelschlößlein in stolzer Höhe oder wie eine vereinsamte, verschneite Bergkirche.

Ein Ewigkeitshauch wehte herüber von den reinen Höhen. Mitten in die laute, lärmende Welt mit ihrem Kohlendunst, mit ihren Sünden und Sorgen hat Gott solche stille Weihnachtsberge gesetzt. Dahin kann sich alles retten, was müde, traurig und bedrückt ist.

In Hain rasteten wir, und dann ging die Fahrt bergauf. Fünf Hörnerschlitten wurden gemietet, die Mädchen fuhren zusammen. Der Fahrgast sitzt auf einem bequemen Sessel, gut in Decken verpackt, das Gesicht dem Tale zugewandt. Ein wegesicheres Gebirgspferd zieht den leichten Schlitten bergauf. Nebenher geht der Führer des Pferdes. – Langsam setzte sich unsere Schneekarawane in Bewegung. Die Spitze bildete der Oberförster, dann kam ich, dann die beiden Mädchen, zuletzt der Assessor und Waldhofer.

Mit einer jauchzenden Freude im Herzen bin ich da hinaufgefahren. Melodisch läuteten die Glocken der Pferde, unhörbar glitt der Schlitten langsam und ruhig bergauf. Nach kurzer Zeit empfing uns prachtvoller Hochwald. Die Nacht zuvor hatte der Nebel sich ums Gebirge gehüllt, und nun stand der Wald im glitzernden Kleide des Rauhfrostes.

Was ist menschliche Kunst gegen diese überfeinen Gebilde? Milliarden von Kunstwerken siehst du um dich, an jedem Baume sind tausend, und Pferd und Führer gehen wie auf einem Teppich aus Spitzen und weißer Seide, in den Feenhände wunderbare Muster gewebt haben. Hin und wieder ragt ein Felsblock, ein windbrüchiger Baumstumpf auf. Der Winter hat sie maskiert mit tollphantastischen Gewändern. Hier Harlekinsformen, und dort wieder erschütternde, majestätische Gigantik. Es kann's keiner beschreiben und keiner zeichnen – es ist gewaltig und immer wieder anders. Und so frei alles von der Einförmigkeit. Es findet sich im Winterwalde dieselbe Form nicht zweimal.

Überall tiefer Friede! Nur der Bach murmelt unter der Eisdecke. Er ist der einzige, der noch wacht, und ist doch auch selber halb im Traume wie die Großmutter, die in tiefer Stille der Mitternacht ihren schlafenden Lieblingen ein Wiegenlied summt.

Da ist der Laubwald zu Ende. Der Kamm liegt leuchtend weiß in unmittelbarer Nähe vor uns. Die Mannsteine ragen auf und weiter nach Westen kraftvoll trotzig der Gipfel des Hohen Rades.

Ich wende mich zurück nach dem folgenden Schlitten. »Marianne!«

Ich sehe, wie ihr Gesicht leuchtet vor Begeisterung. Das ist keine gewöhnliche Freude, das sind die Schauer der Bewunderung, die durch eine tiefe Seele fluten, wenn sie die Wunder der Schöpfung so nahe berühren.

»Ha – a – a – alt!«

Erschrocken wende ich mich nach oben. Da sehe ich, wie sich der Oberförster mit fieberhaftem Eifer aus seinen Decken wurstelt, vom Schlitten springt und nach dem Wegrande läuft. Es ist eben eine ziemlich gerade Strecke des Weges und alles dicht hintereinander. Sämtliche Schlitten bleiben halten.

»Was ist denn los?« brüllte der Assessor von unten. Der Oberförster sagte nichts, er beugte sich bloß tief über den Schnee.

»Was ist denn los?« ruft der Assessor wieder. »Sind Sie verunglückt oder haben Sie was verloren?«

»Nö – ö – ö!« schreit da endlich der Oberförster hinunter. »Verloren nischt, aber was Großartiges gefunden. Fuchsfährte!« Und er tunkt wieder mit der Nase beinahe in den Schnee und ist ganz aufgeregt.

Eine Fuchsfährte! Das also war es, was den Forstmann hier mitten in dieser Ewigkeitsschönheit interessierte. In allen Schlitten wurde die Weiterfahrt gewünscht. Gerstenberger ließ sich nicht stören.

»Was wollen die Beesters hier oben, wo man beinahe in den Himmel guckt?« fragte er den Führer.

Der Führer sagte, das wisse er nicht; aber sie liefen immer den Wegemarkierungen nach und lungerten um die Gebirgsbauden nach Küchenabfällen.

»Schade, daß das nich mein Revier is –« sagte Gerstenberger und stieg endlich wieder ein. Ich hörte aber, daß er sich mit dem Führer bis zu unserer Ankunft auf dem Mädelkamme von den Füchsen unterhielt, und auch, daß er ihm erzählte, er habe schon mal einen Bären geschossen, einen richtigen Bären. Schwarzbraun! Das sei keine Flunkerei, sondern »lediglich Tatsache«.

Der Mädelkamm ist die tiefste Einsenkung des Riesenkammes, die einzige Stelle, an welcher der Wald ihn zu überklettern vermag. Die Grenzpfähle stiegen auf, das erste böhmische Haus wurde sichtbar – die Spindlerbaude. Gerstenberger nahm vor dem preußischen Adler, der aus seiner verschneiten Umrahmung herausschaute, die Mütze ab. Das war kein Ulk. Der Oberförster war ein leidenschaftlicher Patriot, und es rührte ihn, wie er nachher sagte, tief, daß er hier oben, »wo doch eigentlich schon gar keine richtige Welt mehr sei«, so tief im Schnee ein Wahrzeichen seines Vaterlandes fand. Eine solche Grenze zwischen Deutschland und Österreich sei ihm rührend, das sehe hier viel eher aus, als ob hüben Grönland und drüben Rußland sei. Deutschland sei doch ein kolossal großes und mächtiges Land.

Diese patriotische Begeisterung, wuchs noch, als er in der böhmischen Gebirgsbaude die Bilder des deutschen Kaiserpaares sah, und als wir uns ein bißchen erwärmt hatten, stand der Oberförster auf und brachte einen patriotischen Trinkspruch aus.

Also stießen wir mit dem ersten Glase böhmischen Weines auf unser liebes, deutsches Vaterland und seinen begeisterten Führer an, und da war kein unehrlicher Tropfen dabei.

Im übrigen gab der Oberförster zu, daß auch das »Ausland« seine Vorzüge habe, und diese Überzeugung wuchs, je mehr er sich für die tatsächlich gute Bewirtung der Böhmen erwärmte.

Inzwischen war die Hälfte der Führer mit den ledigen Pferden nach der anderen Seite des Riesengebirgskammes, ins Elbtal hinunter, weitergezogen, während die Schlittenlenker auf uns warteten und im Nebenraume rauchten und tranken.

Endlich ging's weiter. In der Reihenfolge, in der wir gekommen, bestiegen wir die Schlitten. In sausender Fahrt sollte es nun auf Hörnerschlitten hinabgehen vom hohen Kamm ins tiefe böhmische Tal. Jeder war nur auf die Zuverlässigkeit seines Führers angewiesen. Trotzdem hatte außer der kleinen Ingeborg niemand Angst. Und nun ging's los.

Vorn sitzt der Führer, hinter ihm der Fahrgast. In schwindelnder Eile fliegt der Schlitten bergab, Bäume tauchen auf, Schneeschanzen, freie Plätze. Kaum geschaut, schon vorüber. Alles wechselt kaleidoskopartig, blitzschnell. Zuweilen fliegt der Schlitten buchstäblich in der Luft. Der Wind pfeift um die Nase, das Herz pocht, die Augen leuchten. Eine Seligkeit ist es, eine Wonne zum Aufjauchzen! Der Führer ist ganz sicher, er jongliert mit dem Schlitten, seine Tätigkeit scheint ihm eine Spielerei. Den Hals brechen? – Lächerlich!

Da – ein Schrei, ein Ruck – wir halten! Ein Stück vor mir ist weißer Schnee aufgewirbelt, ein Mensch ist drin verschwunden – der Oberförster! Ich schreie auf vor Schreck. Da pudelt er sich aus dem Schnee heraus. Er prustet, schnaubt, schüttelt sich. Endlich findet er die Sprache. »Schweinerei!« brüllt er. Dann schüttelt er sich wieder und befühlt seine Glieder. Dabei schimpft er grausig. Es ist unmöglich, alles wiederzugeben, was er schimpft.

Inzwischen sind die anderen alle nachgekommen.

Der Führer lehnt jede Schuld ab. Das käme bei tausend Fahrten kaum einmal vor, sagt er – der Herr da müsse sich furchtbar weit über den Schlitten herausgelehnt haben. Das leugnet der Oberförster nicht. Die Erklärung findet sich auch bald. Drüben auf einer Waldwiese liegt ein Einkehrhaus – die Leierbaude.

»Schweinerei!« nimmt der Oberförster wieder das Wort. »Ich wollte bloß mal fix das Schild lesen, und da lag ich auch schon. Wenn ich nicht sehr geschickt gefallen wäre, hätte ich den Hals gebrochen. Das Hörnerschlittenfahren ist polizeiwidrig! Und nun rin in die Bude.«

Wir kehrten alle ein, ich um so lieber, als ich einmal lange, schöne Sommerwochen in der Leierbaude mitten im Gebiet der »Siebengründe« verlebt hatte. Der Wirt, ein freundliches, gelenkiges Männlein, kannte mich noch wieder, ebenso seine kleine Frau, und beide freuten sich. Die gesamte Zeche aber übernahm der Oberförster, weil von ihm die erste »Anregung« zum Einkehren ausgegangen sei. Er selbst trank oft und inbrünstig auf seine »wunderbare Errettung«.

Mit Marianne ging ich einmal auf einen kleinen, hölzernen Vorbau hinaus, von dem man einen herrlichen Ausblick genießt. Der beschneite böhmische Krokonosch grüßte herüber, das tiefe Weißwassertal dehnte sich hinunter nach Spindelmühl zu, und links stieg der wilde Ziegenrückenkamm auf, dessen weiße Abhänge und leuchtende Spitzen die rote Sonne glänzen ließ wie flammendes Gold. Schweigend standen wir im Anblick dieser Schönheit dicht beieinander. Und da legte sie – wie traumverloren – ihre Hand in meinen leichtgekrümmten linken Arm. Ein Glutstrom durchrieselte mich mitten im Wintereis; fest drückte ich die weiche Hand gegen mein pochendes Herz. Ich sah sie an. Ihre Augen hingen an den rosig-weißen Firnen. Ich bewegte mich nicht – ich hätte ihn sonst stören können, diesen heiligen Zauber eines Wintermärchens.

Da ging eine Tür drinnen und Schritte näherten sich. Sie machte ihre Hand frei. »O Gott, was tu ich denn?«

Da kam Waldhofer. Er stand ein Weilchen stumm neben uns. Dann zeigte ich ihm drüben auf einer Waldwiese das kleine Schulhaus.

»Ach, dieses ist es?« fragte er. »Das interessiert mich! Ich habe einmal einen Bericht gelesen. Die Schule ist im Winter von 90 bis 95 Prozent ihrer Schüler besucht. Sie kommen alle auf Schneeschuhen.«

»Ja,« sagte ich, »und woher kommen die Kinder? Hoch vom Abhange der Sturmhaube her und bis von der Teufelswiese herunter. Das ist eine abgehärtete Jugend.«

Da fuhren unten die Hörnerschlitten vor, und nun ging's vollends hinab durch den Weißwassergrund nach Spindelmühl.

Spindelmühl, mitten im Herzen des Riesengebirges gelegen, ist einer der beliebtesten Punkte für den Sommerverkehr, und nun auch eine der hervorragendsten »Winterfrischen« des Gebirges. Seine Bedeutung wird wachsen, je mehr sich die Erkenntnis Bahn brechen wird, wie gesund, wie reizvoll, wie vergnügt ein Aufenthalt zur Winterzeit im Gebirge ist. Das große Hotel »Deutscher Kaiser« bot uns gute Aufnahme, und dort sahen wir auch eine ganze Reihe von »Winterfrischlern«, die hier einquartiert waren und ihre Erholungszeit dem Wintersport widmeten. Im Nu waren sie mit uns bekannt, saßen bei uns, rauchten, tranken, lachten, plauderten mit uns so gemütlich, als hätten wir uns schon seit Jahren gekannt.

Ich saß in dem wohlig durchwärmten Raume neben Marianne hinter einem Tisch und fühlte mich glücklich. Ich sprach nicht viel, ich genoß nur immerfort das Glück ihrer Nähe. Das sind die Stunden, wo Wunsch und Wille schweigt und nur die geheime Sehnsucht das Herz bewegt, so möchte es bleiben. Auch Marianne war so stillvergnügt, wie sie nie zuvor gewesen war. Da oben in der Höhe fällt vieles von dem konventionellen Zwange, der uns in der grauen Niederung beengt, quält und entfremdet. Bei der Natur sind auch die Menschen endlich einmal »natürlich«.

Der Oberförster war in seinem Elemente. Sämtliche »Winterfrischler« schienen sich in ihn schnell zu verlieben. Seine »Bonmots« überstürzten sich nur so, und wenn er sich selbst ironisierte, lachte alles hell auf. Nach einer Stunde schon behauptete ein Herr aus Prag, einen gemütlicheren Herrn, als den Oberförster, habe er nie im Leben gesehen, und eine muntere junge Dame machte ihm das Kompliment, daß er ein »riesig netter, stattlicher Mann« sei. Da zwinkerte er sie verliebt an.

»Ich bin noch zu haben,« sagte er verschämt.

»Ei, wie reizend!«

»Ja – und ich habe Geld! Fünftausend Mark in vierprozentigen Pfandbriefen. Später mehr!« »Nicht möglich – so schön zu sein und so reich!«

»Ja, und ich bin sehr häuslich erzogen. Ich kann kochen, flicken, Knöpfe annähen und die Stube aufräumen.«

»Sie sind ein Engel, mein Herr!«

»O, mein Fräulein, Sie machen mich rot! Ich bin so – so schämig! – Aber musikalisch bin ich auch!«

»Auch das noch! Das ist ja geradezu wunderbar. Ach, mein Herr, Sie oder keinen!«

Da schlug er die Augen nieder und steckte den Daumen zwischen die Zähne.

»Sprechen Sie mit meiner Wirtin!« hauchte er. –

Mit Bedauern wurden wir am Nachmittage aus dem »Deutschen Kaiser« entlassen, und nun ging es bergauf, aus dem Tale hinauf, zurück nach dem Kamme. Unser Ziel war die Peterbaude.

Die Schleier des Abends begannen sich bereits ins Tal zu senken; nur der Kamm war noch ganz hell. Die Temperatur war gegen den Mittag bedeutend gesunken. Von Zeit zu Zeit wandte ich mich nach Marianne um, die jetzt vor mir fuhr. Mit stillem Gesichte schaute sie mich an.

Es war kein Zweifel mehr, daß auch sie mich liebte. Was sie selbst noch nicht wußte und unten im Tale meisterlich verbarg, hier oben im lichten Gebirge war mir's klar geworden. Maßloser Jubel erfüllte mich. Mit Mühe hielt ich mich auf meinem schmalen Sitze, am liebsten wäre ich mit meinen brennenden Sinnen in den kühlen Wald hineingelaufen oder zu Berge gestürmt oder hingeeilt zu ihr.

Die Sterne gingen auf und der Mond. Große heilige Sabbatruhe lag auf den Fluren. Blauer Schimmer hüllte die Berge ein und ruhte auf ihren Wäldern. Dort hinauf sah ich unverwandt. Wenn ich im Maienwalde gestanden hätte, schöner und erhabener wäre die Flur nicht gewesen, durch die ich meine junge Liebe tragen konnte, als diese.

Ein dunkles Holzhaus tauchte aus dicker Schneebekleidung auf – die Peterbaude. Nun waren wir wieder oben auf dem Gebirgskamme und beschlossen in der Baude zu übernachten. Die Führer mit den Pferden und Schlitten zogen noch nach Hain zurück. Diese Leute ertragen viel Strapazen; sie sind genügsam und nicht teuer.

Es war ein wohliges Gefühl, als wir nach der abendlichen Winterfahrt in die Wirtsstube kamen, und es waren auch da einige fröhliche Winterwanderer. Zu seinem Entzücken fand Gerstenberger dort oben einen einheimischen Forstmann. Dem legte er tausend berufliche Fragen vor, und der andere versprach ihm, ihn morgen einmal durch sein Revier zu führen. Da hatte unser alter Freund für nichts anderes mehr Interesse.

Lange saßen wir beisammen, ehe wir die gut geheizten Schlafstuben aufsuchten. Ich schlief mit dem Assessor zusammen in einem Zimmer.

Er war bald entschlummert; aber ich fand lange keine Ruhe. Es war ein glücklicher Tag gewesen. Mein ganzer Feldzugsplan, den ich im Tale geschmiedet hatte, fiel in sich zusammen vor der süßen Gewißheit, daß sie mich liebe. Morgen, was würde morgen sein? Wir wollten alle noch einen Tag auf dem Kamme bleiben. Der Oberförster wollte eine Tour mit seinem neuen Freunde machen, Waldhofer, der Assessor und Ingeborg würden auf Schneereifen zur Prinz-Heinrich-Baude hinüber wandern, und Marianne und ich wollten zusammen Ski laufen, weithin bis zur Schneekoppe.

Ganz allein würde ich mit ihr sein in menschenentrückten Regionen.

Was würde morgen sein? >

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