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Vierzehn Jahr' und sieben Wochen

Else Ury: Vierzehn Jahr' und sieben Wochen - Kapitel 8
Quellenangabe
typefiction
authorElse Ury
titleVierzehn Jahr' und sieben Wochen
publisherUnion Deutsche Verlagsgesellschaft
yearo.J.
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20160201
projectid0053f79c
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Schulmädel.

Die Schülerinnen aus der ersten Klasse der Smithschen Schule standen zu sechs an der Straßenecke. Eigentlich war es streng untersagt, auf der Straße stehen zu bleiben, aber der alte bucklige Bettler, der dort an der Ecke mit bunter Kreide schaurig schöne Bilder auf den Straßensteinen entwarf und mit marktschreierischer Stimme erläuterte, war stets ein starker Anziehungspunkt für die Jugend.

Der dröhnende Schlag der Big-Ben-Turmuhr in Westminster verkündete die neunte Stunde und sprengte die kleine Schar auseinander. Im Sturmschritt ging es in das rote Ziegelsteingebäude auf der anderen Seite, das mit seinem großen lindenbestandenen Hof einen freundlichen Eindruck machte.

Das war die höhere Töchterschule der Mrs. Smith, eine der besten in ganz London.

»Da kommt the new one,« rief plötzlich Gerty Newton.

Leni war, trotzdem sie nun schon vier Wochen lang die Smithsche Schule besuchte, immer noch »die Neue«. Das machte wohl, weil sie sich ungemein schwer in die Schulordnung fügen lernte. Stundenlang stillzusitzen und vor allem nur zu sprechen, wenn sie gefragt wurde, war für die quecksilberige Leni eine wahre Pein.

Beim Herrn Kantor daheim hatte sie ja eigentlich auch nur reden dürfen, was zur Sache gehörte; aber wenn ihr mal irgend etwas anderes durch den übermütigen Kopf zuckte, war der gütige alte Herr nicht gleich böse gewesen.

Hier dagegen – es war schrecklich! »Ellen Sursen, sitze still – Ellen, drehe dich nicht um – was gibt's denn da wieder zu lachen – Ellen, ich werde dich doch noch nach vorn setzen müssen« – so hieß es in einem fort. Das Schönste aber war, daß Leni immer völlig vergaß, daß sie damit gemeint war; sie wandte stets neugierig nach allen Seiten den Kopf, wem wohl die Rüge galt. Der Name Ellen klang ihr für ihre Person noch ganz fremd ans Ohr, was die erzürnte Lehrerin stets noch mehr aufbrachte.

Ihre Kenntnisse allerdings waren denen ihrer gleichaltrigen Kameradinnen überlegen, wenigstens in jenen Fächern, worin der Herr Kantor sie unterrichtet hatte. Englisch und Französisch ließen sehr viel zu wünschen übrig, und auch in Latein – es wurde in London an der Mädchenschule Lateinisch gelehrt – war sie nicht so weit wie die anderen. Sie hatte ja nur mit Karl Heinz, wie sie alles mit ihm zu teilen pflegte, auch seine lateinischen Studien zum bloßen Vergnügen mitgetrieben, denn Karl Heinz fand immer, es lerne sich noch einmal so leicht, wenn Leni half. Die Schulvorsteherin hatte sie aber trotz der Lücken in den Sprachen doch in die erste Klasse aufnehmen müssen, und Leni war stolz, daß sie nicht unter »die Lütten« gesetzt wurde.

Mit den Schulkameradinnen stand sie von Anfang an ausgezeichnet. Ihr frisches, lustiges Wesen, ihre freundliche, gutherzige Art gewann die jungen Mädchen im Fluge. Sie hatte schon many friends. Es imponierte auch den Backfischlein, daß die junge Deutsche in vielen Fächern mehr wußte, als sie alle. Professor Wilkens, der in Geschichte und Geographie unterrichtete, sagte stets, wenn er vergeblich in der Klasse nach der richtigen Antwort geforscht hatte: » Oh, I have to ask our little German,« und Leni gab dann meist mit heller Stimme die gewünschte Antwort.

Gar nicht leiden mochte sie aber »Monsieur«. Das war ein geschniegelter, eleganter Herr aus Paris, den Lenis derbfrisches, ungeschminktes Wesen und die barbarische Art und Weise, womit sie seine melodische Sprache mißhandelte, wie ein körperlicher Schmerz berührte. Er war der einzige, der in der Konferenz gegen Lenis Aufnahme in die erste Klasse gestimmt hatte, und Leni erwiderte diese Abneigung aufs innigste.

Heute war die erste Stunde bei Monsieur.

Leni schüttelte Anny, Milly, Eveline und Vicky, die in voller Pension bei Mrs. Smith waren – die Schule war gleichzeitig eine » boarding school« – die Hände und begann ihre Mappe auszukramen.

» Oh, Ellen, thank you – so viel Bonbons! Wieviel Pence hast du für mich ausgelegt?« fragte die schlanke Eveline, ihren Anteil in Empfang nehmend.

»Hast du mir die Nußschokolade mitgebracht, Ellen?« Anny half Leni mit hungrigen Augen beim Auspacken der heimlich eingeschmuggelten Schätze.

»Du bist die Netteste von all den Externen,« schmeichelte Vicky, eifrig an ihrem Bonbon lutschend, »du hast wenigstens keine Angst vor dem › policeman‹.«

Mit diesem wenig schmeichelhaften Titel benannten die boshaften Mädel die Oberlehrerin Miß White, die stets, mit einer langen Lorgnette bewaffnet, die Klassen wie ein Gendarm revidierte und auf ihrem Streifzug fast immer irgend eine Regelwidrigkeit entdeckte.

»Kinder, heute war's wirklich schwer, mit meiner geliebten Miß auszukommen!« Lenis Englisch hatte sich in den paar Wochen schon bedeutend verbessert, »Tante erlaubt durchaus nicht, daß ich allein zur Schule fahre; immer marschiert deshalb die Miß Brown neben mir her. Als ob ich in Deutschland nicht immer allein gegangen wäre!« Leni schüttelte die Haare sehr energisch zurück. »Auch heute ging sie mir nicht von der Seite. Ich wollte doch unbedingt in den Konfitürenladen entwischen, aber sie ließ kein Auge von mir. Da stand an der einen Ecke zum Glück ein Straßenprediger, und dem mußte die Miß zuhören. Ich kratzte natürlich schleunigst aus, und als ich aus dem Laden wieder herauskam, war die Miß schreckensbleich; sie glaubte nicht anders, als ich sei unter einen Autoomnibus gekommen. Sie war so froh, mich wieder heil vor sich zu sehen, daß sie ganz vergaß › shocking‹ zu rufen.«

Die Freundinnen hatten Lenis Mecklenburger Englisch so belustigt angehört und waren so in ihre Näschereien vertieft, daß sie den eintretenden Monsieur, der stets pünktlich mit dem akademischen Viertel den Klassenraum betrat, gänzlich überhörten. Erst seine befehlende Stimme: »Aber, mesdemoiselles, ich bitte, die Konferenz dort hinten zu beendigen – natürlich wieder der Mittelpunkt Ellen Sürsen!« ließ jedes der jungen Mädchen hastig ihren Platz aufsuchen.

Monsieur wandte sich dem ersten Akt von Athalie zu, Leni nagte verärgert an ihrer frischen Lippe.

Es war ihr recht unangenehm, daß sie wieder der »Mittelpunkt« gewesen sein sollte.

Dem Chorgesang aus Athalie, den Monsieur gerade vortrug, schenkte sie sehr wenig Aufmerksamkeit. Gelangweilt ließ sie ihre Augen von ihrem Buch in der Klasse herumwandern. Alle die dunklen und lichten Mädchenscheitel waren andächtig über Racines Verse geneigt, Leni kräuselte die Lippen.

Das sollte ihr fehlen, sich mit dem ihr gänzlich uninteressanten Gedicht abzugeben, während durch das geöffnete Fenster so süßer Lindenduft in das Schulzimmer strömte!

Ach, daheim vor dem Gutshaus blühten jetzt auch die Linden, vor allem die große Linde, um deren dicken Stamm der runde Tisch gefügt war, an dem man im Sommer den Kaffee trank. Da saß Vating mit der Zeitung – vielleicht las er auch den letzten Brief seiner Leni – und Mutting nähte, denn ihre fleißigen Hände ruhten nie. Im Schatten des herrlichen Lindenbaumes aber stand der Wagen mit klein Suschen, und ihre rosigen Patschhändchen griffen unter Jauchzen nach dem duftenden Blütenregen, den die alte Linde auf die Kleine herabrieselte. Ach, wer doch auch dort sein könnte!

Leni hatte unbewußt die Arme weit ausgebreitet, und auch ihre Lippen öffneten sich durstig dem schweren süßen Blütenhauch, der ihr die ferne Heimat vorzauberte.

» Tout l'univers est plein de sa magnificence – Ellen Sürsen, begeistert Sie Athalie so sehr, daß Sie die Absicht haben, nach Jerusalem zu fliegen, oder wozu sonst entfalten Sie die Arme so graziös? Wir brauchen keine dramatische Mimik bei unserer Übersetzung; es genügt, wenn Sie aufmerksam sind!«

Monsieur hatte das Wort »graziös« stark betont; die Klasse begann pflichtgemäß über den Witz des Lehrers zu kichern. Es war ja allgemein bekannt, daß Leni sich in den Sportstunden, die in der Schule erteilt wurden, ungewöhnlich ungeschickt anstellte.

Lenis Heimatstraum war zerflattert; sie steckte wieder das Näschen in das französische Buch, und die schwarzen Lettern grinsten sie schadenfroh an. Aber auch jetzt war ihre Aufmerksamkeit nicht von langer Dauer.

Es war gräßlich – die neuen braunen Stiefel, die Tante Jane gekauft hatte, waren entschieden zu klein!

»So plumpes Schuhwerk wie das von deinem Dorfschuster ist es natürlich nicht!« Damit hatte die Tante jede Einwendung Lenis, daß die Stiefel drückten, niedergeschlagen.

»Sie werden sich wohl austreten,« hatte auch Leni gehofft, aber die Hoffnung hatte getrogen. Trotzdem sie nun schon vier Wochen in den Dingern herumlief, preßten sie noch ebenso arg wie am ersten Tage.

»Dat hält keen Minsch nich ut,« dachte sie mit schmerzverzogenem Gesicht in ihrem Heimatsdialekt und begann die Schnüre zu lösen. Wenigstens den linken Stiefel mußte sie ausziehen; Monsieur würde es ja nicht merken.

Erleichtert atmete sie dann auf und streckte den Fuß, der in einem grünkarierten Strumpf steckte, nach allen Seiten.

»Du, Ellen, was machst du denn bloß?« flüsterte erstaunt ihre Nachbarin, die blonde May.

»Mein Stiefel drückte mich, da habe ich ihn ausgezogen,« war die Antwort.

May preßte das Taschentuch gegen den Mund, um nicht laut herauszulachen. Leise tuschelte sie dann mit ihrer Nachbarin zur Rechten, und bald wußte es die ganze Bank: Ellen Sürsen hat ihren Stiefel ausgezogen.

Monsieur wurde aufmerksam. Er äugte angelegentlich über sein schwarzgerändertes Pincenez, das die ganze Klasse » very interesting indeed« fand, zu der fidelen Ecke hinüber.

»Ich habe für heute die ersten acht Verse auswendig zu lernen aufgegeben; fahren Sie fort, Ellen Sürsen!«

Leni erhob sich. Sie stützte sich dabei mit den Händen auf den Tisch, da ihr linker Fuß nicht ganz auf die Erde reichte, und sah hilfeflehend auf May, die stets ihr Retter in der Not war.

Auch diesmal begann May den Anfang des vierten Verses, den Leni durchaus nicht behalten konnte, ihrer deutschen Schulfreundin zuzuflüstern. Aber Monsieur hatte ein besseres Ohr als Leni; er hörte, daß May vorsagte, während Leni achselzuckend auf Mays immer lautere Versuche, sich verständlich zu machen, antwortete.

»Ellen, kommen Sie nach vorn auf das Katheder und sprechen Sie die Verse von hier aus; ich will wissen, was Sie gelernt haben, nicht aber ob Ihre Nachbarin lesen kann.«

Leni ließ in tödlicher Verlegenheit ihren Federkasten unter die Bank fallen, um im Aufnehmen gleichzeitig den abgestreiften Stiefel wieder anzuziehen.

Aber, o weh, der Stiefel war verschwunden! May hatte sich den Ulk gemacht, ihn unter dem Tisch in der Klasse herumzugeben.

»Meinen Stiefel – my bootpleasegive it back!« flehte Leni in heller Verzweiflung mit angstgepreßter, gedämpfter Stimme aus der Versenkung.

Ihre Hände streckten sich tastend nach allen Himmelsrichtungen aus. Aber es dauerte eine Ewigkeit, bis der Stiefel die Rückreise gemacht hatte.

»Na, Ellen, soll ich den Federkasten suchen helfen?« fragte Monsieur ungeduldig, als Leni gar nicht wieder zum Vorschein kam. » My bootmy boot« – ertönte Lenis ängstliches Stimmchen wieder aus der Unterwelt, zum höchsten Gaudium der Klasse.

Endlich hielt sie den Unglücksstiefel in der Hand. Nur 'rein, ob er preßte oder nicht! Aber zuschnüren konnte sie ihn nicht mehr.

Noch krebsrot im Gesicht vom Bücken, humpelte sie mit ihrem offenen Schuh und fest zusammengekniffenen Lippen zum Katheder. Aber als sie jetzt vorn stand, den Blicken aller preisgegeben, brachen die Mädchen in schallendes Gelächter aus.

Monsieur putzte die Gläser seines Pincenez, Leni zupfte in tödlicher Verlegenheit an ihrem Kleide. Warum hatte es die Tante auch so kurz machen lassen! Muttings Regenmantel hätte besser gedeckt.

Wenn sie nur erst den Anfang des vierten Verses gewußt hätte! Sie konnte eigentlich nur die ersten drei fließend; der Brief gestern an Karl Heinz war ihr wichtiger gewesen als das französische Gedicht. Aber Leni ließ sich nicht leicht ins Bockshorn jagen; dreist begann sie statt des vierten Verses, Athalie wieder von Anfang an herzusagen, in der Hoffnung, daß Monsieur die kleine Mogelei nicht merken würde. Sie hatte sich nicht getäuscht. Monsieur war so erstaunt über Lenis eigentümliches Schuhzeug, um das sich die offenen Schnüre wie dünne lange Regenwürmer wanden, daß er trotz des unterdrückten Gekichers der Mädchenschar, nachdem Leni ihre drei ersten Verse wie geschmiert heruntergeschnurrt hatte, ein vernehmliches » bien« hören ließ.

Ein tiefer Atemzug hob Lenis Brust; sie war für diesmal nicht in der Patsche stecken geblieben.

Aber als sie jetzt an Monsieur vorüber wieder zu ihrem Platz hinkte, ereilte sie das Verderben.

»Man garniert die Kleider in Deutschland doch recht merkwürdig,« sagte Monsieur mit Lächeln und starrte auf Lenis Matrosenkragen.

Leni griff mit der Hand auf ihren Rücken. O Schrecken, sie hatte dort noch die Übersetzung hängen, welche die hinter ihr sitzende Eveline ihr an den Kragen gesteckt hatte, um besser ablesen zu können!

Monsieur belegte das Papier mit Beschlag, setzte Leni ganz nach vorn in die erste Reihe, um sie besser vor Augen zu haben, und drohte, im Wiederholungsfalle bei der allgemein verehrten Mrs. Smith Beschwerde zu erheben.

Es war heute kein Glückstag für Leni. Die nächste Stunde war schwedisch-orthopädische Gymnastik, eine Einrichtung, mit der sich Leni ganz und gar nicht befreunden konnte.

Wie die Sträflinge sahen die Mädel dabei in ihren grauen Leinenkitteln aus! Die Körperverrenkungen und eidechsenartigen Biegungen kamen ihr geradezu »snacksch« vor, und bei den Atemübungen mußte Leni in einem fort lachen, denn das krabbelte so eigentümlich!

Auch in der darauffolgenden »Graziestunde« erging es ihr nicht besser.

Tante Jane hatte die Lehrerin, Miß Gay, gebeten, auf Leni ein Hauptaugenmerk zu haben, was die Dame denn auch tat.

»Ellen, setze die Füße aufwärts,« sagte Miß Gay nun wohl schon zum zehnten Male.

Leni bekam ihre Nücken.

»Wenn die Hühneraugen drücken, kann man nicht auswärts gehen!« Kaltblütig warf sie der entsetzten Dame diese wenig ladyliken Worte an den Kopf, und wenn sich Miß Gay auch nicht der Richtigkeit dieser Behauptung verschließen konnte, wurde Leni doch wegen des ungehörigen Ausdrucks, der durchaus nicht in die Graziestunde hineinpaßte, von dem Tennisspiel ausgeschlossen, das sich immer an diese Stunde anreihte.

Das war übrigens gar keine Strafe für Leni. Sie beherrschte das Spiel, in dem ihre Kameradinnen alle eine glänzende Fertigkeit zeigten, so mangelhaft, daß sie nur den Lachmuskeln der anderen Anregung gab. Mit dem Rakett schlug sie in der Luft umher, als ob sie Fliegen fangen wolle, und traf alles andere, nur nicht den vorüberfliegenden Ball. Außerdem bereitete es ihr Schmerz, daß sie in den absatzlosen Tennisschuhen noch kleiner aussah als gewöhnlich.

Wenn die Graziestunde nur erst zu Ende wäre!

Leni wurde von all den Aussetzungen der Miß Gay an ihrer kleinen Person so kopfscheu, daß sie schon nicht mehr wußte, wie weit es ladylike sei, den Mund zum Sprechen aufzumachen.

Sie sollte zeigen, wie ein junges Mädchen in den Besuchsraum zu treten und fremde Gäste zu begrüßen habe.

Als sie die Tür öffnete, war der Ausdruck ihres Gesichts zu gelangweilt; er zeigte durchaus nichts von liebenswürdiger Verbindlichkeit. Als sie dann mit jugendlicher Kraft die Tür hinter sich zuschmetterte, fiel Miß Gay fast in Ohnmacht. Beim Nähertreten watschelte Leni zu sehr, die Verbeugung war nicht tief genug, und Miß Gay, die den Besuch vorstellte, die kalte Hand zu küssen, das brachte Leni mit Aufbietung aller Willenskraft nicht über sich. Immer wieder machte die Miß es ihr vor, aber anstatt die Lippen ein wenig zu spitzen und den Kopf anmutig über die gebotene Hand zu neigen, streckte Leni schließlich rekelnd den Oberkörper nach hinten, riß den Mund auf, so weit es nur ging, und gähnte vernehmlich. Da ließ Miß Gay sie empört stehen: lieber wollte sie einem jungen Bären Grazie beibringen als diesem ungelenken Naturkind und verzichtete auf weitere Versuche.

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