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Victor Hugo's sämmtliche poetische Werke. Zweiter Band

Victor Hugo: Victor Hugo's sämmtliche poetische Werke. Zweiter Band - Kapitel 79
Quellenangabe
typepoem
authorVictor Hugo
titleVictor Hugo's sämmtliche poetische Werke. Zweiter Band
publisherRieger'sche Verlagsbuchhandlung. (Adolf Benedict.)
seriesVictor Hugo's sämmtliche Werke
volumeZwanzigster Band
printrunDritte revidirte Auflage
year1860
firstpub1822
translatorLudwig Seeger
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20071129
projectid17f45d6e
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Balladen.

Renouvelons aussi
Toute vieille pensée.

Joachim du Bellay.

1823 – 1828.


Eine Fee.

Die Königin Mab hat mich besucht, Sie ist's,
Die meine Seele, die unsterbliche,
Im Schlafe wach erhält.

Emil Deschamps, Romeo und Julie.

Erste Ballade.

Gern wieg' ich mich in süßem Wahne,
Wenn eine Fee, mir hold geneigt,
Sei es Urgele, sei's Morgane,
Sich über mich vom Wolkenkahne,
Der Lilie gleich, hernieder beugt.

Von Rittern singt und Paladinen
Zur Leier sie mir manche Mähr'
Und Sagen, die unglaublich schienen,
Wenn die Geschichte nicht von ihnen
Erzählt' an Wundern noch viel mehr.

Sie ist's, die Muth ins Herz mir thaute,
Gerechten Zorn und heil'gen Groll,
Und die die Mahnung mir vertraute,
Daß ich des Minnesängers Laute
Zum Ritterhandschuh fügen soll.

Sie ruft mich, wenn ich still versunken,
Einsam verberge mein Gesicht,
Sie läßt mich träumen wonnetrunken,
Sie macht zum Strahle jeden Funken,
Macht jede Stimme zum Gedicht.

Sie heißt den Schaum des Bachs mir thauen
Den sie dem Fels entrinnen läßt
Und leise murmeln durch die Auen,
Sie gibt dem Storch, dem silbergrauen,
Aus schwarzem, hohem Thurm sein Nest.

Wenn traut im Herd die Flammen winken
Im Winter, bleibt sie mir gesellt,
Zeigt Sterne mir, die freundlich blinken
Am Himmel, strahlen und versinken,
Wie Augen, die der Schlaf befällt.

Und will ich unter Trümmern hausen,
Läßt aus der Vorwelt Wieg' und Gruft
Sie Bilder mir vorüber sausen,
Den Strom der Zeiten hör' ich brausen,
Streicht durch die Burg die Abendluft.

Und wirre Stimmen hör' ich munkeln
Und Töne, wie aus Geistermund,
Um einzuschläfern mich im Dunkeln,
Weckt sie, wenn matt die Steine funkeln,
Ein fernes Horn im Waldesgrund.

Gern wieg' ich mich in süßem Wahne,
Wenn eine Fee, mir hold geneigt,
Sei es Urgele, sei's Morgane,
Sich über mich vom Wolkenkahne,
Der Lilie gleich, hernieder beugt.

1824.

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