Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Victor Hugo >

Victor Hugo's sämmtliche poetische Werke. Zweiter Band

Victor Hugo: Victor Hugo's sämmtliche poetische Werke. Zweiter Band - Kapitel 50
Quellenangabe
typepoem
authorVictor Hugo
titleVictor Hugo's sämmtliche poetische Werke. Zweiter Band
publisherRieger'sche Verlagsbuchhandlung. (Adolf Benedict.)
seriesVictor Hugo's sämmtliche Werke
volumeZwanzigster Band
printrunDritte revidirte Auflage
year1860
firstpub1822
translatorLudwig Seeger
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20071129
projectid17f45d6e
Schließen

Navigation:

Jehovah.

Domini enim sunt cardines terrae et
posuit super eos orbem.
Cant. Annae. I.

Jehovah ist der Herr der beiden Pole,
und auf ihnen läßt er die Welt sich drehn.

Joseph de Maistre,
Soiréen von St. Petersburg.

Achtzehnte Ode.

Dem Herrn allein sei Ehr'! Ihn preisen seine Werke!
Er hält die Ewigkeit hoch über'm Erdentraum,
Er trägt in seiner Hand das All, der Gott der Stärke,
Und unermeßlich dehnt er aus des Himmels Raum.

Dem Chaos rief er zu sein donnergleiches: »Werde!«
Er schuf mit Einem Wort den Himmel und die Erde!
Die Völker alle zählt ein Engel dienstbereit,
Wenn die Geschlechter Er, dem Raum und Zeit verschwinden,
  Läßt jedes sein Jahrhundert finden,
Und zumißt jedem der Geschlechter seine Zeit.

Nichts kann ihm in den Weg, dem Allgewalt'gen, treten,
Sei's, daß sein Odem durch den weiten Himmelsraum
Hinjagt, wie ein Orkan, den flammenden Kometen,
Daß eine alte Sonn' erlöscht am Weltensaum;

Sei's, daß er unterm Meer Vulkane läßt sich heben,
Wie Wellen, beugt die Stirn des Bergs, der trotzig ragt,
Sei's, daß der Hölle Schlund er zittern macht und beben,
Und in ein Feuermeer die schwarzen Schaaren jagt.

Die Schöpfung lebt und webt allein durch den Gedanken
Des Herrn, und Alles regt sich inner seiner Schranken.
Dein Aug', o Herr, ist's, das die Winternacht erhellt,
Die Wittwe schirmst Du, die der Zöllner aus will pfänden,
Und im Vorbeigehn schaffst Du an den fernsten Enden
  Des Himmels eine neue Welt.

Der Mensch ist ohne Dich ein Nichts, des Unglücks Beute,
Der mit dem Tod um ihn sich zankt, er kann nicht fliehn,
Gabst Du ihm gestern Lust, gibst Du ihm Trauer heute,
Und von der Wiege bis zum Grab bewachst Du ihn.

Dein Name, dessen Preis die Auserwählten singen,
Hallt wieder durch die Welt, erlöst durch Deinen Sohn,
Und wenn zur Hölle tief des Himmels Töne dringen,
Dann ihrem König flucht sie auf dem schwarzen Thron.

Ja, Engel, Heilige, und alle Sternenheere,
Die sel'gen Seelen all verkünden Deine Ehre,
O Herr, und mächtig hallt der Chöre Harmonie.
Du gönnst dem Sterblichen, dem armen, gern die Gnade,
  Daß Nachts auf seinem Wüstenpfade
Er in die ewge mengt die ird'sche Melodie.

Dem Herrn allein sei Ehr'! Ihn preisen seine Werke!
Er hält die Ewigkeit hoch über'm Erdentraum,
Er trägt in seiner Hand das All, der Gott der Stärke,
Und unermeßlich dehnt er aus des Himmels Raum.

Dezember, 1822.

 << Kapitel 49  Kapitel 51 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.