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Victor Hugo's sämmtliche poetische Werke. Zweiter Band

Victor Hugo: Victor Hugo's sämmtliche poetische Werke. Zweiter Band - Kapitel 116
Quellenangabe
typepoem
authorVictor Hugo
titleVictor Hugo's sämmtliche poetische Werke. Zweiter Band
publisherRieger'sche Verlagsbuchhandlung. (Adolf Benedict.)
seriesVictor Hugo's sämmtliche Werke
volumeZwanzigster Band
printrunDritte revidirte Auflage
year1860
firstpub1822
translatorLudwig Seeger
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20071129
projectid17f45d6e
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XXIII.

Die eroberte Stadt.

Feuer, Feuer, Blut und Trümmer!

Corte Real, die Belagerung von Diu .

Du sprichst, o Herr, da schlägt, so laut Dein Volk auch wimmert,
Das Feuer hell empor und wilde Funken ziehn,
Ein düstres Morgenroth, das auf den Dächern schimmert,
Und über Trümmer fliegt die Flamme tanzend hin.

Mit tausend Armen tobt der Mord, das Ungeheuer,
Zu Gräbern werden die Paläste, glühend heiß.
Und Männer kommen um und Frau'n durch Schwert und Feuer,
Und Raben krächzen um die Mauern rings im Kreis.

Der Mütter, o Kalif, der Jungfrau'n Stimmen gellten,
Sie schrie'n und jammerten, man warf sie auf den Grund,
Und stolze Rosse ziehn hervor sie aus den Zelten
Lebendig, zuckend noch, geschändet, todeswund.

Ein weites Leichentuch siehst Du die Stadt umwallen,
Ausstreckst Du Deinen Arm, und öd ist das Gefild.
Der Priester betend am Altar, er mußte fallen,
Umsonst sein heil'ges Buch hielt er vor sich als Schild.

Säuglinge liegen todt, es klebt am heißen Stahle
Ihr Blut, in wilder Gier fortwüthet Mord und Brand ...
Dein Volk, o König, küßt den Staub von der Sandale,
Die an den stolzen Fuß Dir knüpft ein goldnes Band.

April, 1825.

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