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Verirrt in den Zeiten

Oswald Levett: Verirrt in den Zeiten - Kapitel 17
Quellenangabe
pfad/levett/verirrt/verirrt.xml
typefiction
authorOswald Levett
titleVerirrt in den Zeiten
publisherVerlag Das Neue Berlin
year1984
firstpub1933
correctorreuters@abc.de
senderJens Sadowski
created20130612
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Sechzehntes Kapitel

Nein, nein, ich träume nicht, ich bin nicht irre. Ich habe es nur vergessen. Nur dieses eine habe ich vergessen, was mit meinem großen Plane, mit meinem kühnen Unternehmen in Verbindung stand. Alles andre weiß ich, all mein andres Wissen ist getreulich aufbewahrt.

Soll ich dafür Beweise liefern? Gut. Aufs Geratewohl irgendeine Formel aus der höhern Mathematik. Zum Beispiel: Es ist die Rektifikation (Längenberechnung) einer Parabel durchzuführen. Die Gleichung ist: s (die gesuchte Länge)

Nun, dieses Integral rechne ich im Kopfe aus. Hier die Lösung:

Oder etwas aus dem Gebiete der Physik. Man kennt die Schwierigkeit der Kreiselgleichungen. Ich mache mich erbötig, für einen Ozeandampfer die Kreiselmasse aus dem Kopfe zu berechnen, um die Schiffsbewegungen des Rollens und des Schlingerns auszugleichen.

Derlei gibt es ja, die Ärzte nennen’s Amnesie. Ein Schlag, ein Sturz, ein schwerer Seelenschmerz, und wir verlieren das Gedächtnis. Oft wird nur das vergessen, was jenem Schmerze, jenem Sturze voranging, ihn verursachte. Und oft kehrt das Erinnern wieder. Ein Wort, ein Bild, ein Ton, und das Vergessen weicht wie Nebel vor der Sonne.

So ist es wohl mit mir. Ein Wort, ein Bild, ein Ton – die Nebel werden reißen, ich werde mich besinnen, ich werde auferwachen.

Doch mein Bericht verlangt nach Fortsetzung. Was aus dem Nebelmeere aufragt, will ich schildern.

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