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Vergils Äneide

Vergil: Vergils Äneide - Kapitel 24
Quellenangabe
typeepos
titleÄneis
authorPublius Vergilius Maro
translatorJohann Heinrich Voß
year1875
publisherPhilipp Reclam jun.
addressLeipzig
pages1
created20020906
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1799
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Zwölfter Gesang

Turnus, durch die Mutlosigkeit der Latiner bewogen, dringt auf den Zweikampf, wie sehr auch Latinus und Amata ihn zurückhalten. Äneas willigt ein, der Kampfraum wird geordnet, und der Vertrag von Äneas und Latinus beschworen. Juturna, des Turnus Schwester, erregt die Rutuler zu Feindseligkeit; Äneas wird, da er besänftigen will, verwundet und weggeführt; Turnus nimmt teil am Gefecht. Äneas, durch Venus geheilt, kehrt in die Schlacht zurück und sucht den Turnus, welchen Juturna in Gestalt des Wagenlenkers ihm entzieht. Müde des Aufsuchens, bestürmt Äneas die Stadt. Amata erhenkt sich. Dies erfahrend, stellt sich Turnus zum Zweikampf. Der Sieger Äneas, schon zum Mitleid bewegt, erblickt das dem Pallas entrissene Gehenk und tötet ihn.

            Turnus, sobald er bemerkt, daß Mavors Groll der Latiner
Kräfte geknickt und erschöpft, daß man jetzt sein Wort von ihm fordre,
Jeglicher Blick ihn suche, da flammt unversöhnlich er selber
Kühneren Mutes empor, wie der Leu auf punischen Fluren,
5   Wenn ihm der Jäger die Brust durchbohrt mit schwerer Verwundung,
Dann erst schreitet zum Kampf, frohlockend die mähnenumwallten
Muskeln am Hals aufsträubt und des Landsknechts haftenden Speerschaft
Trotzig in Splitter zerbricht und brüllt mit blutigem Rachen:
So wird heftiger noch dem entflammeten Turnus der Unmut.
10   Jetzo redet den König er an und stürmisch beginnt er:

Keinen Verzug beut Turnus; und nicht ihr Wort mir zurückziehn
Darf die äneische Schar, noch das eigne Versprechen zurückziehn.
Vater, ich gehe zum Kampf; bring' Heiliges, ordne das Bündnis.
Sende den Dardaner nun mein Arm in des Tartarus Abgrund,

15   Asias Landflüchtling, weil sitzen und schaun die Latiner;
Und ich allein mit dem Stahl sei Tilger gemeinsamen Vorwurfs;
Oder er herrsch' als Sieger; die Braut Lavinia folg' ihm.

Jenem darob antwortet mit ruhigem Geiste Latinus:
Biederherziger Jüngling, so weit du selbst an erhabner

20   Tapferkeit ragst, so weit sorgfältiger deiner zu warten
Ziemt mir und zu erwägen mit Ängstlichkeit jeglichen Ausgang.
Dein ist von Daunus dem Vater ein Erbreich, dein durch Erobrung
Manche Stadt; Latinus hat Gold und will es dir geben.
Doch hat Latium Bräute genug und das Land der Laurenter,
25   Nicht unedlen Geschlechts. Laß dies unschmeichelnde Wort mich
Ferne von List dir eröffnen. Zugleich beherzige dieses.
Keinem der vorigen Freier als Braut zu geben die Tochter
War mir vergönnt: so warnten die Götter und Sterblichen alle.
Aber besiegt durch Liebe zu dir und des Blutes Verwandtschaft,
30   Und durch Thränen der Gattin, zerriß ich die heiligen Bande,
Nahm die Verlobte dem Eidam und hob unrechtliche Waffen.
Welch ein Geschick seitdem, was, Turnus, für Streit mich verfolge,
Siehest du selbst, und wie viel du zuerst ausstehest der Drangsal.
Zweimal besiegt in der Schlacht, kaum schützen der Italer Hoffnung
35   Wir in der Stadt, warm sind von unserem Blute des Thybris
Strömungen noch, und weiß von Gebein unermeßliche Felder.
Wohin schwank' ich so oft? was lenkt mir den irren Verstand um?
Wenn nach Turnus Vertilgung den Bund zu ernenn ich bereit bin,
Warum nicht, da er lebet vielmehr, sie geendet, die Feindschaft?
40   Was wird ein Blutsfreund sagen, ein Rutuler? was die gesamten
Italer? wenn ich zum Tode (vereitle das Wort doch der Ausgang!)
Dich verriet, der die Tochter und unsre Vermählungen suchte?
Schaue die mancherlei Wechsel des Kriegs und erbarm' dich des Vaters,
Welcher betagt nunmehr in der heimischen Ardea trauert,
45   Ferne von dir! Nicht mochte das Wort den gewaltsamen Turnus
Beugen; mehr noch flammt' er empor und erkrankte durch Heilung.
Jetzt, da zuerst ihm die Sprache gekehrt war, redet' er also:

Welche Sorge für mich du hegst, die, Teuerster, lege
Nieder für mich und laß mit Tode den Ruhm mich erwerben.

50   Wir auch streuen Geschoß aus der Hand, o Vater, und fehllos
Treffenden Stahl; Blut pflegt auch unserer Wunde zu folgen.
Fern wird die göttliche Mutter ihm sein, die mit weibischem Nebel
Deckt den Flüchtling und selbst in nichtige Schatten sich einhüllt.

Aber die Königin, innig erschreckt vom befremdenden Kampfe,

55   Weint, und, zu sterben gefaßt, umarmt sie den heftigen Eidam:

Turnus, o hier bei den Thränen, und rührt dir noch für Amata
Einige Ehre das Herz! (du einige Hoffnung, du einzig
Trost dem bekümmerten Alter! ja Glanz und Gewalt des Latinus
Trägst du; auf dir ruht alles, der mächtigen Stütze des Hauses!

60   Dies nur fleh' ich, entsage mit Kampf zu begegnen den Teucrern!
Welche Gefahr dein harret in jener grausen Entscheidung,
Harret, o Turnus, auch mein. Ich lasse zugleich das verhaßte
Licht, um nie als Gefangne zu schaun Äneas den Eidam!

Doch Lavinia hörte der Mutter Stimme, mit Thränen

65   Ganz die brennenden Wangen umströmt: ihr loderte glutreich
Fliegende Röte der Scham und durchlief ihr entflammetes Antlitz.
Wie wenn indischen Zahn mit blutiger Beize des Purpurs
Einer gefälscht, wie rötlich der Lilien Weiße von vielen
Rosen erglüht: so zeigte die Jungfrau Farben im Antlitz.
70   Jenen durchschauert die Lieb', und er heftet den Blick auf die Jungfrau.
Mehr noch entbrennt er für Kampf; kurz nun zur Amata beginnt er:

Nein doch, nicht mir mit Thränen und nicht so trauriger Ahnung
Sollst du begleiten den Gang zu dem streng' entscheidenden Mavors,
Mutter; denn nicht ist frei der Verzug des Todes dem Turnus.

75   Idmon, melde von mir dem phrygischen Könige dieses
Nicht willkommene Wort. Sobald am morgenden Himmel
Schwebend im purpurhellen Gespann Aurora errötet;
Dann nicht Teucrer geführt auf Rutuler! Raste mit Teucrern
Rutulerwehr! Wir schlichten mit unserem Blute die Fehde!
80   Dort laß uns im Gefilde die Gattin Lavinia suchen!

Als er die Worte gesagt und hinweg in die Wohnung geeilt war,
Fordert er Ross' und betrachtet die wiehernden froh vor dem Antlitz,
Die dem Pilumnus zur Pracht selbst sendete Orithyia,
Sie, die an Helle dem Schnee vorstrebeten, Winden im Wettlauf.

85   Rüstige Wagenlenker umstehen sie, klopfen mit hohler
Hand die klatschende Brust und striegeln die wallenden Hälse.
Selber hüllt er sodann von Gold und weißlichem Bergerz
Starrendes Panzergeflecht um die Schulter sich; dann zum Gebrauche
Füget er Schwert sich und Schild und des Helms rotbüschige Kegel:
90   Jenes Schwert, das dem Daunus der göttliche Mulciber selber
Schuf und die glühende Kling' eintaucht' in stygische Kühlung.
Drauf den Speer, der mitten im Saal an die ragende Säule
Angelehnt sich erhob, mit Gewalt den gewaltigen faßt er,
Actorn einst, dem Auruncer, geraubt, und den zitternden schwenkend,
95   Rufet er aus: Nun, o der du nie mir täuschtest den Anruf,
Wackerer Speer, nun gilt's! Dich trug der erhabene Actor,
Dich trägt Turnus anjetzt! O gieb, daß ich strecke den Leichnam,
Daß ich mit mächtiger Hand abreiß' und zerraufe den Harnisch
Jenem entmanneten Phryger, und schänd' im Staube das Haupthaar,
100   Kraus von gewärmetem Eisen gelockt und von Myrrhen gefeuchtet.

Also empört ihn der Grimm; und ganz von des Brennenden Antlitz
Sprühen die Funken umher, und den hitzigen Augen entzuckt Glut.
Wie wenn laut aufbrüllend der Stier zum Beginne des Kampfes
Drohungen schrecklich erhebt und versucht in die Hörner zu wüten,

105   Gegen den Stamm anstrebend des Baums und trotzet den Winden,
Stoß auf Stoß, vorspielend der Schlacht mit geschleudertem Sande.

Auch nicht minder indes in den Rüstungen tobend der Mutter,
Schärft Äneas des Streites Begier und regt sich in Zorn auf,
Froh zu enden den Krieg durch dargebotenes Bündnis.

110   Mut dann spricht er den Freunden und Trost dem bangen Iulus,
Lehrend des Schicksals Rat, und gebeut, daß dem König Latinus
Männer bestimmten Entschluß und Bedingungen melden des Friedens.

Kaum mit dem morgenden Lichte bestrahlt die obersten Berghöhn
Steigend der Tag: da zuerst aus der Flut aufstrebt Hyperions

115   Helles Gespann, und Glanz aus erhobenen Nüstern emporsprüht,
Ebenes Feld zu dem Kampf vor der mächtigen Veste des Königs
Maßen umher und beschickten die Rutuler und die Trojaner,
Dann in die Mitt' auch Herd' und Altäre gemeinsamer Götter,
Grasige. Andere trugen das Wasser daher und das Feuer,
120   Festlich verbrämet den Schurz, und heiliges Grün um die Schläfen.
Vorwärts gehn die Ausonen geschart, und mit Spießen umschimmert
Drängt aus den Thoren Gewühl. Dorther stürzt troische Kriegsmacht
Und tyrrhenische Völker in mannigfaltiger Rüstung;
Anders nicht mit Stahle bewehrt, als riefe des Mavors
125   Grauliche Schlacht. In der Mitte der Tausende fliegen sie selber
Hell von Gold die Führer einher und köstlichem Purpur,
Auch Assaracus Sproß, Mnestheus, und der tapfre Asilas,
Auch Messapus der Held, der neptunische Rossebezähmer.
Als auf gegebenes Zeichen den Raum ein jeglicher einnahm,
130   Stehn sie, die Speer' in die Erde gebohrt und die Schilde gelehnet.
Jetzo entströmt neugierig der Stadt wehrloses Getümmel
Mütter und schwächliche Greis', auch Türm' und Dächer der Häuser
Deckt ein Schwarm, und der Thor' erhabene Zinnen umstehn sie.

Juno indes von der Höhe, die nun die albanische heißet,

135   (Damals war nicht Name, noch Ruhm und Ehre des Berges)
Dorther schauete jene das Blachfeld rings, und in Schlachtreihn
Dardaner und Laurenter geschart, und die Stadt des Latinus.
Schleunig nunmehr zu der Schwester des Königes Turnus begann sie,
Göttin sie, zur Göttin, die Seen und rauschenden Bächen
140   Vorsteht; denn das hatt' ihr der obere Herrscher des Äthers
Juppiter ehrend geweiht zum Lohn der entrissenen Keuschheit:

Nymphe, du Zierde der Ström', o geliebteste unserem Herzen,
Siehe, du weißt, wie dich eine vor allen latinischen Jungfraun,
Die des gewaltigen Zeus undankbares Lager bestiegen,

145   Ich mir erkor, und willig ein Teil dir gönnte des Himmels.
Lern', und verklage mich nicht, welch Leid dir, Juturna, bevorsteht.
Als noch schien zu verstatten das Glück, und die Parzen gewährten
Latiums Heil, da hielt ich dein Reich und den Turnus in Obhut,
Jetzt ungleichem Geschicke begegnet er, seh' ich, der Jüngling,
150   Und schon naht von den Parzen der Tag voll feindlichen Schreckens.
Nicht den Kampf mit den Augen zu schaun, noch das Bündnis vermag ich.
Du, wenn noch für den Bruder du was Hilfreicheres wagest,
Auf, es geziemt. Vielleicht, daß dem Elend Milderung nachfolgt.

Kaum gesagt; da zerfloß in Wehmutsthränen Juturna,

155   Und mit verdoppeltem Schlage zerschlug sie den lieblichen Busen.
Nicht ist Zeit für Thränen, beginnt die saturnische Juno:
Eil' und entreiße den Bruder, wofern noch möglich, dem Tode,
Oder errege du Krieg und zerrütte den Bund des Vertrages;
Mutig zum Werk. Ich rat' es. – Die so Ermahnte verließ sie
160   Ungewiß und verwirrt von trauriger Wunde des Herzens.

Aber die Könige nah'n: voll Herrlichkeit schwebet Latinus
Auf vierspännigem Wagen daher, da die Schläfen ihm ringsum
Zweimal sechs aus Gold' hellblitzende Strahlen umringen,
Zeugnis des Ahnherrn Sol; hier lenkt sein schimmerndes Zweispann

165   Turnus und schwenkt in der Hand zwei breit vorblinkende Speere:
Dort Äneas der Held, Ursprung des romanischen Volkes,
Brennend im sternigen Glanze des Schilds und der himmlischen Waffen,
Nächst ihm Ascanius auch, dir, Roma, die andere Hoffnung,
Beide sie gehn aus dem Lager. Der hellgekleidete Priester,
170   Der ein borstiges Ferkel und ungeschorenes Schäflein
Hertrug, stellt zum Opfer das Vieh den entflammten Altären.
Jene, den Blick hinwendend, wo früh ansteiget die Sonne,
Streuen gesalzenes Schrot aus der Hand, dann zeichnen mit Stahl sie
Über den Schläfen das Vieh, und weihn die Altäre mit Schalen.
175   Aber der fromme Äneas, das Schwert entblößt er und betet:

Zeuge du, Sol, mir jetzo, dem rufenden, zeuge, du Erd' hier,
Derenthalb ich vermocht so viel zu erdulden der Drangsal!
Und allmächtiger Zeus, und du saturnische Gattin,
Gütiger nun, nun, Hohe, doch einst! auch herrlicher Mavors,

180   Der du die Kriege gesamt durch Obmacht lenkest, o Vater!
Seid auch, Quellen und Ströme, gegrüßt! und des oberen Äthers
Heiliges und Gewalten des dunkelwogenden Abgrunds!
Wenn nun etwa der Sieg zufällt dem Ausonier Turnus,
Ordnen wir, daß die Besiegten zur Stadt des Euander hinweggehn;
185   Räum' Iulus das Land, und nimmer erneun die empörten
Äneaden den Krieg, dies Reich mit dem Stahle bedrohend.
Doch wenn uns die Entscheidung des Kampfs Viktoria zuwinkt,
(Was ich vielmehr vorahn', und vielmehr vollende die Gottheit!)
Nicht, daß teucrischer Macht die Italer dienen, verlang' ich,
190   Noch mir fordr' ich das Reich. Nein, beid' unbezwungene Völker
Sein durch gleiches Gesetz in ewigem Bunde vereinigt.
Heiliges geb' ich und Götter; die Wehr sei dem Schwäher Latinus,
Obergewalt sei dem Schwäher geweiht. Mir werden die Teucrer
Wohnungen baun, und der Stadt wird Lavinia geben den Namen.

195  

Also zuerst Äneas; darauf folgt also Latinus,
Schauend zum Himmel empor, und streckt zu den Sternen die Rechte:

Dies auch, Äneas, bei Erd' und Meer und Gestirnen beschwör' ich,
Bei dem latonischen Zwillingsgeschlecht, und dem doppelten Janus,
Bei den Gewalten der Tief', und des grausamen Pluto Behausung!

200   Höre der Vater zugleich, der mit Blitz die Bündnisse heiligt!
Hier die Altär' anrührend, bezeug' ich die Glut und die Götter!
Nie soll Frieden und Bund der Italer brechen die Zukunft,
Wie auch falle das Los; nie soll mich wollenden abziehn
Einige Macht; nein, ob sie die Erd' in der tobenden Sintflut
205   Wogen verschwemm', und hinab in den Tartarus schmettre der Himmel!
So wie das Scepter allhier (denn er trug in der Rechten ein Scepter)
Nie mit keimendem Laub' in Sprößlinge grünet und Schatten,
Seit es im Wald einmal, von dem unteren Stamme gerissen,
Mutterlos, hinsenkte das Haar und die Arme dem Eisen;
210   Vormals Baum, nun hat es mit zierlichem Erze der Künstler
Schön umlegt und zu tragen gewährt den latinischen Vätern.

So mit beteuernden Worten bekräftigten jene das Bündnis,
Mitten im Anschaun rings der Gewaltigen. Dann nach der Weihung
Würgt man die Tier' in die Flamm', und der lebenden Innerstes reißt man

215   Schleunig hervor und erhöht den Altären beladene Schüsseln.

Aber es schien ungleich dem Rutulervolke der Zweikampf
Schon vorlängst, und die Herzen durchdrang vielfache Bewegung.
Heftiger jetzt, da näher sie schaun, wie verschieden die Kraft warm
Dies noch mehrt der mit leiserem Tritt vorwandelnde Turnus,

220   Der den Altar demütig, gesenkt sein Auge, verehret,
Und die verfallende Wang', und im Jünglingeswuchse die Blässe.
Aber sobald anschwellen sie sah, die Schwester Juturna,
Solches Gespräch, und wanken des Volks unruhige Herzen,
Mitten hinein in das Heer, die Gestalt nachahmend des Camers,
225   Welchem der Ahnen Geschlecht ruhmvoll, und gepriesen des Vaters
Nam' an Tapferkeit war, und er selbst der verwegenste Kämpfer;
Mitten hinein trat jen' in das Heer, wohlkundig der Thaten,
Streuete rings vielfaches Gerücht und also begann sie:

Schämt ihr euch, Rutuler, nicht, für all' und solcherlei Männer

230   Einen zu bieten dem Tod'? ist ungleich etwa die Zahl uns
Oder die Kraft? Seht, alle, so Troer, wie Arkader, sind hier,
Und des Geschicks Heerschar, Etruria wütend auf Turnus.
Kaum ist jedem ein Feind, wenn wir um einander sie angehn.
Er zwar wird zu den Göttern, an deren Altar er sich opfert,
235   Steigen durch Ruhm, er wird fortleben im Munde des Volkes,
Wir, als Heimatlose, gehorsam stolzen Gebietern,
Leisten wir Frohn, weil lässig wir jetzt dasaßen im Felde.

Solcherlei Worte entflammten der Jünglinge Herzen mit Ingrimm.
Mehr schon immer und mehr; und die Scharen durchläuft ein Gemurmel.

240   Selbst, mit verändertem Sinn, die Laurentier, selbst die Latiner.
Die sich Ruhe vom Streit jüngsthin und des Reiches Erhaltung
Sehnlich erharrt, nun wollen sie Krieg und wünschen das Bündnis
Unvollbracht, und bedauern des Turnus trauriges Schicksal.

Noch ein größeres füget dazu Juturna und hochher

245   Giebt sie ein Zeichen vom Himmel, wie nie in entscheidender Klarheit
Eines der Italer Seelen verwirrt' und täuschte durch Vorschau.
Denn ein gelblicher Adler des Juppiter, schwebend im Frührot,
Jagete Vögel des Strandes umher, und die rauschende Menge
Jenes geflügelten Zugs; da herab zum Gewässer sich stürzend
250   Rasch er den herrlichen Schwan mit gekrümmeten Klauen emporrafft.
Eiferig schaun die Latiner gespannt; und die sämtlichen Vögel
Wenden die Flucht mit lautem Geschrei, ein befremdender Anblick.
Ganz von den Fittigen dunkelt die Luft, und den Feind durch den Äther
Drängt ihr dichtes Gewölk; bis von Macht er besieget, und selber
255   Durch das Gewicht, nachgab, und den Raub aus den Krallen der Adler
Niederwarf in den Strom und fern in die Wolken sich fortschwang.

Aber die Rutuler grüßen mit Ruf und Freude die Vorschau,
Rüsten die Hände zum Kampf, und der Seher Tolumnius eilig:
Das war's, das! so ruft er, was oft mit Gelübden ich ausbat,

260   Seid mir, Götter, empfahn und erkannt! Mir, mir euch vertrauend,
Faßt, Elende, den Stahl, die mit Krieg der entsetzliche Fremdling,
Wie ohnmächtige Vögel, erschreckt, und eure Gestade
Feindlich verheert. Bald wählt er die Flucht, und fern in die Meerflut
Segelt er. Ihr einmütig in dicht andrängender Heerschar
265   Eilet zum Kampf, und den König verteidiget, der euch geraubt ward!

Rief's und schwang das Geschoß gradaus in die Reihen der Feinde,
Rennend hervor; laut schwirrt der kornellene Schaft und durchschneidet
Sicher die Luft. Schnell dieses, und schnell auf schrein sie, und alle
Ordnungen werden gewirrt, und entflammt die Herzen in Aufruhr.

270   Aber der fliegende Speer, da neun dort standen der Brüder,
Groß und schön an Gestalt, die die treue tyrrhenische Gattin,
So viel eine, gebar dem arkadischen Gatten Gylippus:
Einen davon in die Mitte, wo goldgenäht sich der Gürtel
Reibt, und die haftende Schnall' einfugende Seiten verbindet,
275   Ihm dem herrlichsten Jüngling' an Wuchs und leuchtender Rüstung,
Stürmt er die Rippen hindurch und streckt in den gelblichen Sand ihn.

Doch die verbrüderte Schar voll Muts und entflammt von der Trauer,
Zückt zum Teil mit den Händen das Schwert, teils blinkenden Wurfstahl
Raffen sie auf, und rennen wie blind. Dort ihnen entgegen

280   Läuft der Laurenter Gewühl; und gedrängt dort wogen von neuem
Troer und Agylliner, und Arkader, bunt von Bewaffnung.
Also erfüllt all' eine Begier, mit dem Stahle zu kämpfen.
Schnell sind zerrafft die Altär', und ganz durchstürmet den Himmel
Ungestüm der Geschoss', und dicht rauscht eiserner Regen.
285   Mischkrüg' hebt man und Herde hinweg. Selbst flüchtet Latinus,
Tragend vertriebene Götter vom unvollendeten Bündnis.
Andere zäumen die Wagengespann', und andere schwingen
Hurtig den Leib auf die Ross' und nahn mit gezogenen Schwertern.

Ihn, der königlich prangt, den tyrrhenischen König Aulestes,

290   Schreckt Messapus hinweg, in Begier zu verstören das Bündnis,
Gegen ihn spornend das Roß. Ihm entweicht der gedrängete rückwärts,
Und die Altär' unglücklich, die hinter ihm standen, berührend,
Rollt er auf Schulter und Haupt. Doch es fliegt mit der Lanze Messapus
Stürmisch heran, und wie jener auch fleht, mit der stämmigen Waffe
295   Hoch von dem Rosse herab durchstößt er ihn, also beginnend:
Richtig, er hat's! hier blutet ein besseres Opfer den Göttern,
Italer rennen herbei und entwaffnen die laulichen Glieder.

Einen Brand vom Altar ergreift Corynäus begegnend,
Und wie daher mit dem Streich ihm Ebysus drohete, füllt er

300   Ganz sein Gesicht mit der Glut. Ihm flammte der mächtige Bart auf,
Und dem versengten entdampfte Geruch. Dann selber ihm folgend,
Faßt er behend' in der Linken den Schopf des verwirreten Feindes,
Und mit zwängendem Kniee gestemmt an den Boden ihn drückend,
Stößt er die starrende Kling' in die Brust. Podalirius folgt dir,
305   Alsus, o Hirt, der du vorn im Gewühl durch Waffen einherflogst,
Und mit gezogenem Schwert erhebt er sich; aber es schwingt ihm
Alsus entgegen die Axt, daß Stirn er und Kinn von einander
Spaltet, und weitum spritzend das Blut ihm die Rüstungen feuchtet.
Eiserner Schlaf drückt jenem das Aug' und starrende Ruhe
310   Fest, und auf ewig verschließt die leuchtenden Blicke das Dunkel.

Aber der fromme Äneas erhob unbewaffnet die Rechte
Und mit enthülletem Haupt machtvoll zu den Seinigen rief er:

Freunde, wohin? was dieses für rasch auffahrende Zwietracht?
Zähmt die Erbitterung doch! Der Vertrag ist geweihet, es stehn schon

315   Alle Bedingungen fest! Mir allein ist zu kämpfen verstattet!
Mich denn laßt, und verbannet die Furcht! Ich schaffe dem Bündnis
Kraft mit der Hand! mir bürget bereits dies Opfer den Turnus!

Unter dem Ausruf selbst und mitten in solcherlei Worten,
Siehe, da flog hellschwirrend dem Mann ein geflügelter Pfeil her:

320   Ungewiß, wes Hand ihn geschnellt, wem rasch er entstürmet;
Wer dem Rutulervolke so viel, ob ein Gott, ob ein Zufall,
Ehre geschafft. Nacht hüllet den Ruhm der großen Vollendung:
Und nie prangte hinfort mit Äneas Wunde der Thäter.

Turnus, sobald den Äneas er weggehn sah aus der Heerschar,

325   Und die Gebieter bestürzt, da entbrennt er von plötzlicher Hoffnung:
Rosse verlangt er und Waffen zugleich, und im Sprunge, der Trotzer,
Zuckt er empor in den Wagen und hält mit den Händen die Zügel.
Viel' und tapfere Männer, der fliegende, streckt in den Tod er,
Viel halblebende wälzt er umher, bald Scharen im Sturmlauf
330   Malmet er, bald dann rafft er und Fliehenden sendet er Speere.
So wie der blutige Mars an dem Strom des frostigen Hebrus
Heftig mit donnerndem Schild' aufruft, und, die Treffen empörend,
Wütige Ross' anspornt; jen' jetzt im offenen Blachfeld
Fliegen dem Süd' und dem Weste voran; weil fern von dem Hufschlag
335   Thracia hallt, und umher die dunkle Gestalt des Entsetzens,
Zorn, Nachstellung und Grimm, des Gottes Geleit, ihn umstürmen:
So der feurige Turnus, durch würgende Schlachten erregt er
Rosse, von Schweiß aufdampfend, und fährt auf kläglich erschlagnen
Leichnamen trotzig einher; es entspritzt den reißenden Hufen
340   Blutiger Tau, und sie stampfen mit Mord durchkneteten Sand auf.

Schon den Sthenelus tilgt' er, den Thamyris schon, und den Pholus:
Den angreifend und den, doch fernher jenen, und fernher
Glaucus und Lades zugleich, die in Lycia selber der Vater
Imbrasus aufgenährt und mit ähnlichen Waffen gerüstet,

345   So zu erheben die Hand, wie ein Roß vor dem Sturme zu flügeln.
Anderswo rennt Eumedes hinein in das Schlachtengetümmel,
Jener streitbare Sprößling des altgepriesenen Dolon,
Gleich an Namen dem Ahn, doch an Mut und Kräften dem Vater:
Welcher vordem, als Späher zum Danaerlager zu wandern,
350   Kühn des Peliden Gespann als Ehrengeschenk sich gefordert;
Aber ihm gab der Tydide zum Lohn für solcherlei Kühnheit
Andres Geschenk; nicht strebt' er hinfort nach den Rossen Achilles.
Als den fern nun Turnus im offenen Felde geschauet,
Jetzt mit dem fliegenden Speer durch lange Räum' ihn ereilend,
355   Hemmt' er das Doppelgespann und sprang von dem Wagen und eilig
Naht' er dem Hingesunknen und Sterbenden; dann mit der Ferse
Tretend den Hals, entdreht' er das Schwert der Rechten und tief ihm
Taucht' er den blinkenden Stahl in die Kehl' und redete solches:

Da nun liegst und, was du mit Krieg, Trojaner, verlangtest,

360   Nimm von Hesperia liegend das Maß! Dies tragen zum Lohn sie,
Die mir keck mit Stahle genaht; so gründen sie Mauern!

Diesem gesellt er Asbytes mit nachgeschwungener Spitze,
Chloreus und Sybaris dann, den Thersilochus dann und den Dares;
Auch, der dem schüttelnden Rosse vom Hals' abglitt, den Thymötes.

365   Und wie mit nördlichem Hauch der edonische Boreas brausend
Hebt das ägäische Meer, und die Flut zum Gestade sich wälzet,
Dort wo die Wind' andrängen, in Flucht ziehn Wolken am Himmel:
Also, wohin auch Turnus sich Bahn bricht, fliehen die Scharen,
Und der geschlagene Haufe entflieht, fort trägt ihn der Schwung selbst,
370   Und in dem Luftzug weht auf begegnendem Wagen der Helmbusch.

Nicht den Drohenden trug, der so stolz herbrausete, Phegeus;
Nein, er verlegte dem Wagen die Bahn und den jagenden Rossen
Dreht' er am Zaum mit der Hand seitwärts die schäumenden Mäuler.
Weil er gezogen am Joch fortschwebt, da ereilt den Entblößten

375   Schnell ein breites Geschoß, und den doppeltmaschigen Panzer
Schmettert es durch, und kostet mit streifender Wunde den Leib ihm.
Er gleichwohl, vorwerfend den Schild, ging trotzig dem Feinde
Zugewandt und erhob die gezogene Klinge zum Angriff:
Als hauptüber das Rad und in rollendem Schwunge die Ax' ihn
380   Stieß und lang hinstreckt' auf den Grund. Dann folgete Turnus,
Der, wo unten der Helm angrenzt dem oberen Harnisch,
Mähte das Haupt mit dem Schwert und den Rumpf im Sande zurückließ.

Während so die Gefilde mit Mord durchschaltete Turnus,
Wird Äneas von Mnestheus indes und dem treuen Achates

385   Blutig zum Lager geführt, in Ascanius stiller Begleitung,
Stützend mit langem Speer den mühsam wechselnden Fußtritt.
Schmerzvoll tobt er und ringt am gebrochenen Rohr das Geschoß sich
Auszureißen, und Hilfe des näheren Weges verlangt er:
Daß mit dem Schwerte die Wunde man aufschneid', und bis zum Innern
390   Ganz nachgrabe dem Pfeil, und zurück ihn send' in die Feldschlacht.

An nun langte des Phöbus erkorener Liebling Iapyx,
Jasus Sohn, dem Apoll, von inniger Liebe gefesselt,
Froh einst jegliche Kunst anbot, die er selber verleihn kann,
Citharaspiel, weissagende Kraft und flüchtige Pfeile.

395   Jener, damit er die Tag' aufhielte des scheidenden Vaters,
Wollte vielmehr der Kräuter Gewalt und die Wege der Heilung
Einsehn, und ungerühmt die stilleren Künste betreiben.
Brausend vor bitterem Schmerz, auf die mächtige Lanze gestützet,
Stand der Held, in der Jüngling' umher und des bangen Iulus
400   Großem Gedräng', unerweicht von den Thränenden. Aber der Greis dort,
Der das Gewand rückwärts nach päonischer Weise gegürtet,
Viel mit heilender Hand und des Phöbus gewaltigen Kräutern
Schafft er umsonst eilfertig, umsonst an dem spitzigen Pfeile
Rüttelt er oft und fasset mit kneipender Zange das Eisen.
405   Keinem Versuch antwortet das Glück, kein Helfer Apollo
Nahet ihm. Und graunvoller, ja noch graunvoller im Schlachtfeld
Wächst das Getös'; an dringt das Verderb. Schon sehn sie den Himmel
Stehen in Staub; her sprengen die Reisigen, und in das Lager
Fallen Geschosse gedrängt. In die Luft steigt grauses Geschrei auf,
410   Kämpfender Jünglinge dort, dort fallender unter des Mars Wut.

Venus anjetzt, von des Sohns unwürdigen Schmerzen erschüttert,
Pflückt, sie selbst mit der Hand, vom dictäischen Ida, die Mutter,
Einen mit saftigem Blatt und purpurfarbener Blume
Sprossenden Schaft; nicht ist das Gewächs der wildernden Berggeis

415   Unbekannt, wann im Rücken ein fliegender Pfeil ihr gehaftet.
Dieses trug, da in dunkles Gewölk sie gehüllet das Antlitz,
Venus daher; dann heimlich dem Strom in der schimmernden Wanne
Mischt sie das würzige Kraut, und darein, zu verstärken das Labsal,
Tropft sie Ambrosiasäft', und den Heilbalsam Panacea.
420   Sorgsam wäschst nun die Wund' in der Flut du, greiser Iapyx,
Unbewußt, und sogleich war all aus dem Leibe geflohen,
Siehe, der Schmerz, all stockte das Blut in der Tiefe der Wunde.
Jetzo folgte der Hand das Geschoß freiwillig, und zwanglos
Glitt es heraus; um kehrten die vorigen Kräfte verjünget.

425  

Waffen, gebt schnell Waffen dem Mann! Was steht ihr? Iapyx
Rief's und entflammte zuerst des Genesenen Mut auf die Feinde.
Nicht aus menschlicher Macht, nicht stammt aus dem Rate der Heilkunst
Dieser Erfolg, noch gewährt mein Arm dir Rettung, Äneas.
Groß ist der Gott, der dich treibt und zu großen Vollendungen sendet.

430  

Jener begierig des Kampfs umschloß sich das Schienbein mit Golde
Ringsumher, und er haßt den Verzug und er schwinget die Lanze.
Als sich der Seit' anfügte der Schild und dem Rücken der Harnisch,
Jetzt den Ascanius herzt er in rings umschwebenden Waffen,
Und ihm sanft durch den Helm den Kuß darreichend, beginnt er:

435  

Mannheit lerne, o Knabe, von mir, und redlichen Eifer,
Doch von anderen Glück. Nun soll mein Arm in der Schlacht dich
Wohl verteidigen, Sohn, und zu großen Belohnungen führen,
Bleibe mir du, wann bald dich reiferes Alter gestärket,
Eingedenk, und, richtend das Herz auf der Deinigen Vorbild,

440   Laß dich den Vater Äneas und Hektor reizen den Oheim!

Als er die Worte gesagt, ging aus den Pforten er machtvoll,
Schwenkend die furchtbare Lanz' in der Hand. Dicht stürzen in Heerschar
Antheus auch und Mnestheus hervor; und ganz dem verlassnen
Lager entströmt das Gewühl. Jetzt voll blindnachtenden Staubes

445   Wirbelt das Feld und vom Gang Fußwandelnder bebet die Erd' auf.
Aber es sah die gerade vom Wall Ankommenden Turnus,
Auch die Ausonier sahn's; und kalt durch Mark und Gebein hin
Bebte das Graun. Juturna zuerst vor allen Latinern
Hört' und erkannte das grause Getön und erschrocken entfloh sie.
450   Jener durchfliegt das Gefild' und rafft den dunkelen Heerzug.
Wie wenn ein regnichter Sturm landwärts vor dem jählichen Unstern
Geht durch die Mitte des Meers, ach schon vorahnend von ferne
Bebt den armen Bestellern das Herz, bald streckt der Verwüster
Fallende Bäum' und Saaten dahin, weit schädigt er alles;
455   Vor ihm fliegen die Wind' und tragen Geräusch an das Ufer:
So der rhöteische Führer, der dort auf begegnende Feinde
Treibet den Zug; und dicht in geschlossenen Keilen ein jeder
Gehn sie geschart. Thymbräus zerhaut den starken Osiris,
Mnestheus, Archetius, dich, den Epulo mordet Achates,
460   Ufens sinkt vor Gyas; der Seher Tolumnius sinkt auch,
Welcher zuerst ein Geschoß hinübergeschnellt in die Feinde.
Laut auf tönt zu dem Himmel Geschrei; und geschlagen von neuem,
Wenden die Rutuler sich staubwirbelnd zur Flucht durch die Felder.
Doch nicht würdiget jener Gewendete niederzustrecken,
465   Noch die gerad' hertrugen den Fuß, noch die Schwinger des Wurfstahls
Jagt er umher; ihn allein im nächtlichen Dunkel, den Turnus
Forscht er mit spähendem Blick, ihn allein zur Entscheidung verlangt er.
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