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Ut mine Stromtid

Fritz Reuter: Ut mine Stromtid - Kapitel 12
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authorFritz Reuter
titleUt mine Stromtid
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firstpub1862
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Kapittel 11.

Worüm Fritz Triddelfitz sick den Puckel utkäuhlen let, un worüm Marie Möllers em de Waschschöttel aewer den Kopp göt. – Palmsünndag. – Franz süht wat Anners, as wat hei süs seihn hett, un Braesig smitt wegen de grote Waterfrag' en Daler in den Kling'büdel un schenkt Mining en Dutzend bunte Taschendäuk, – Dat de Weg von de Kirch ut bet an den Trualtor rendlicher is, as von den Ballsaal ut. – Wo Mining abslut 'ne Erzieherin warden sall, bet de Paster de Sak wedder in de Richt bringt.

De drei Johr, de Axel nah sines Vaders Dod' in sine Garnison mit Landwirthschaft, Heldendahten un Leiw'sangelegenheiten henbröchte, würden in Pümpelhagen un Ümgegend justement grad' so mit eben dese drei Ding' nützlich verwendt. Von de Landwirthschaft verstunn sick dat von sülwst; aewer de Heldendahten un de Leiw'sangelegenheiten wiren hellschen tau Schaden kamen, wenn sick Fritz Triddelfitz in sine Fierabendstunden dor nich en beten mit bemengt hadd. Sin Verhältniß mit Marie Möllers was ut dat mütterliche ganz bi lütten in dat swester= un bräuderliche, un von dor, von ehre Sid wenigstens, ganz in dat zärtliche aewergahn, un obschonst dat noch ümmer up Schinken un Mettwust sine reellen Grundlagen hadd, so mengten sick bi Marie Möllers doch allmählich allerlei unsekere, himmelblage Hoffnungen von Preister un Köster, Brutkranz, Pachtung und Sülwstherrschaft dor mang, dat de Sak mit de Wil 'ne bedenkliche Wendung kreg, un bi Fritzen steg allmählich de Furcht up, dat Hawermann em achter dat Viktualien=Geheimniß kamen künn, un dat sin Tanten un sin Mudding un sin Vadding em mal in 'ne gaude Stunn' vörkrigen künnen, wat hei för dumme Ding' bedrew', un dat denn sin Sak ok 'ne ekliche Wendung nemen künn. – Korti mit de Leiw'sgeschichten was 't man so so, un obschonst hei sick dat gor nich aewelnamm, sinen verleiwten Haken uterdem hir un dor antauslahn, tau 'm Bispill bi de lütten Druwäppel un ok, wenn sin Tanten em nich up den Deinst paßte, bi Lowise Hawermann, so müßt hei sick, wull hei ihrlich gegen sick handeln, doch ingestahn, dat all sin Leiw'sglück doch mutterseelen allein up Marie Möllers henutlep. Ok de Pümpelhäger Heldendahten legen gänzlich in sin Rebeit; hei hadd sei anfangs blot gegen de Haw'jungs utäuwf un ok man heimlich, denn wenn Hawermann dat hadd tau weiten kregen, hadd de grote Ruhm, den hei sick mit sinen Handstock an de Jungs ehren Puckel verdeint hadd, woll en häßlichen Lack kregen; nu aewer, as Allens gaud aflopen was, würd hei drister un wagte sick in 'ne böse Stunn' ok mal an en Pird'knecht, un de verdammte Kirl was so utverschamt, dat hei em gor nich as Respektsperson estimiren würd un em den Puckel all tau Lüttmiddag'stid, un tworst an den heiligen Palm=Sünndagmorgen, so mör slog, dat Marie Möllers em den ganzen Sünndagnahmiddag de Schullerbläder käuhlen müßt. Un dat Fitalste bi den ganzen Kram was noch, dat Marie Möllers bi jeden kollen Ümslag, den sei em up den Puckel läd, em ok einen üm sin Gewissen slog, indem dat sei em all ehr Wolldahten vörhöll, un em ganz drist un ut den stiwen Arm nah sine endlichen Afsichten un taukünftigen Utsichten frog un em tauversichtlich versekern ded: sei glöwte an sine Leiw', un sine Utsichten wull sei tru mit em deilen. – Dit was em denn nu sihr eklich, denn hei glöwte sülwst mihr an sinen Apptit tau Schinken un Wust, as an sine Leiw', un sin beten Utsichten wull hei leiwerst för sick allein behollen. Hei stamerte denn allerlei taurecht, wat sei nich för vull annehmen wull, ok nich kunn; un je käuhler sin Puckel würd, desto käuhler würd ok ehr Verhältniß; hei wull sei up anner Gedanken bringen, sei let sick up nicks in, sei makte em noch ümmer Ümsläg', aewer ümmer unsachter würd ehre Hand. "Triddelfitz," säd sei endlich, as hei dörchut nich Hals gewen wull, "wat sall ick eigentlich von sei denken?" Un dorbi stellte sei, de süs achter sinen Rücken handtirt un red't hadd, sick prall vör em hen un sett'te de Hänn' in de Ribben un namm em sick tau sinen Schrecken nu von vören vör. – "Meriken," säd hei bestutzt, "wo so?" – "Wat, wo so? – Sall ick sei dat noch dütlicher seggen?" rep sei, un ehre Ogen verluren ganz den säuten, zärtlichen Utdruck von vördem, "bün ick 'ne Perßohn, de sick an de Näs 'rümmer trecken lett?" Un dorbi gung sei nah achterwarts un smet em den kollen Ümslag in dat Gnick, dat dat man so knallen ded. "Auh! Dunnerwetter!" rep hei, "dat deiht jo weih!" – "So? dat deiht Sei weih? Glöwen Sei, dat mi dat nich weih deiht, wenn ick seih, dat en Minsch, de so vel Gauddahten von mi kregen hett, mi bedreigen will?" – "Meriken, ick bidd' Sei, wo meinen Sei dat?" – "Wo ick dat mein'? So mein' ick dat!" – Swabb! smet sei em wedder so 'n Ding up den Puckel – "will'n Sei mi seggen, woran ick bün?" – "Gotts ein Dunner! dat brennt ja as dat helle Füer!" – "Dat sall dat ok! – Un brennt Sei dat nich in 't Gewissen, wenn sei en arm Mäten mit allerlei Verspreken un Utsichten unner de Ogen gahn un nahsten taurügg trecken willen?" – "Herre Gott doch, Meriken, ick bün doch nu irst negenteihn Johr olt." – "Na, un wat denn –" – "Je, un denn möt ick doch irst annerswo deinen un denn –" – "Na, un denn?" – Swabb! kamm wedder eins in't Gnick. – "Gotts ein Himmeldunnerwetter, so nemen S' sick doch bi mi in Acht!" – "Nemen Sei sick man vör mi in Acht! – Na, un denn?" –"Je, denn möt ick doch irst 'ne Pachtung hewwen, un dat kann All noch gaud en teihn Johr wohren." – "Na, un denn?" frog Marie Möllers mit 'ne ganz infamtige Utdrücklichkeit wider. – "Je, un denn," stamerte Fritz Triddelfitz endlich in Angst herute "denn warden Sei mi denn doch tau olt." – Sin Meriken Möllers stunn irst as angedunnert stiw dor – dat helle Gift schot ehr ut de Ogen – bögte dunn sick so vör em aewer, namm den Water=Ümslag, den sei grad' in de Hand hadd, un slog em den grad' up dat Mul, dat em de Sauß üm de Uhren spritzte: Tau olt? Du Näs'water! Tau olt, seggst Du?" un langte nah de Waschschöttel mit Water, stülpte em de noch tau 'm Aewerfluß aewer den Kopp un lep ut de Dör 'rute. Un as Fritz nu dor stunn un pruste un snöw, ret sei de Dör wedder up un rep herinne: "Kumm Du mi man wedder in de Spiskamer!" – De Leiw' hadd hirmit nu, wenigstens vörlöpig, ehre Endschaft kregen un dormit tauglik ok dat Viktualien=Vergnäugen, un as Fritz Triddelfitz klatschennatt dor stunn un in sine bedräuwten Nahgedanken dat befunn, dat de ganze Geschicht nich mit sine Ansichten von Leiw' un ok nich mit en einzigstes von sine Romanenbäuker tausamenstimmen ded, säd hei in gerechte Verdreitlichkeifi de sülwigen Würd', de hei bi sinen Amtsantritt seggt hadd, as hei in 'n November=Regen Weg' betern let: "Dat heww ick mi ganz anners dacht! – Man gaud," sett'te hei hentau, "dat de Oll nich tau Hus is, de hadd süs woll den Larm hürt." – –

Hawermann was desen Morgen mit Franzen nah Gürlitz tau Kirchen gahn, un wenn hei süs all ümmer desen Gang in stillen, framen Gedanken antreden ded, so was hüt sin Hart bet baben vull von Dank för unsern Herrgott sine truge Vadershand, de em sin Kind so wid führt hadd, denn an desen Palm=Sünndagmorgen süll sin Döchting insegent warden. Hei gung still un för sick hen den drögen Fautstig entlang, denn 't hadd de Nacht en beten röst't; sin Og' lagg up de smucke Gegend, wo de Snei noch in witten Stripen an de Grabenburten un in den Schatten von de düstern Fichten lagg, un wo de gräune Roggensaat in den hellen Sünnenschin all vörweg von Ostern red'te un von Uperstahn predigte. De Schorstein=Rok lagg up de lütten Dörper, un de Sünn drückte em dal, as süll dit Teiken von Minschen=Mäuh un Sorg' de helle Welt nich verdüstern, as wir süs nich Platz naug för all dat fierliche Klingen von de Kirchenklocken, dat von sid un wid aewer Feld un Wald klung. – "Ach, wenn sei doch desen Dag erlewt hadd!" säd de oll Mann lud', as glöwte hei sick allein. – "Wer?" frog Franz en beten zag, as fürcht hei unbescheiden tau sin. – "Mine arme Fru, de Mudder von min leiwes Kind," säd de oll Mann sacht, un kek den jungen Mann mit so 'ne fründlichen, uprichtigen Ogen an, as wull'n sei seggen: Les Du man ümmer tau in uns un wider nah binnen in 't Hart, wi willen Di Antwurt gewen, un de mag jo woll lang' naug in Di wedderklingen. – "Ja," säd hei, "mine gaude Fru! Aewer, wat segg ick? Sei süht hüt mihr, as ick, an ehr Kind, un sei deiht hüt mihr, as ick, för ehr Kind, un ehre Gedanken sünd höger as de blage Hewen, un ehre Freud' quellt reiner as de goldene Sünn." – Franz gung still neben em, hei schug'te sick, den Inspekter tau stüren; de oll Mann, den hei leiw hadd, kamm em hüt so ihrwürdig vör, sine witten Hor läden sick so rein üm de breide Stirn, as de witte Snei up de Ird'; von sin frisches Angesicht un ut sine hellen Ogen sprok so 'ne Tauversicht, ok von Uperstahn, as ut de junge Roggensaat, un dat Allens glänzte in eine Sünn von Leiw', dat de junge Mann sick nah 'ne Wil' nich länger hollen kunn, hei fot den Ollen sine Hand: "Hawermann, min leiw' Hawermann, Sei hewwen gewiß vel Truriges erlewt." – "Nich mihr," was de Antwurt, "as anner Lüd' ok, aewer naug, üm tidlewens doran tau denken." – "Willen sei 't mi nich vertellen? 'T is kein Niglichkeit, de mi driwwt." – "Worüm nich?" un hei vertellte em sine Geschicht; aewer Pomuchelskoppen sinen Namen näumte hei nich dorbi, un slot sine Vertellung, indem dat hei von sin Kind red'te: "Ja, so as sei einmal min einzigste Trost was, so is sei nu mine einzigste Freud'!" –

So kemen sei nah den Pasterhus'. De lütte Fru Pasturin was mit de Tid en beten öller un en beten kumpletter worden, un so fix, as vördem, gung dat mit dat Küseln un Dreihn nu ok nich mihr, un hüt lep sei nu irst recht Keinen in den Weg, un ehr Handwarkstüg, de Wischdauk, lagg unbeacht't in sine Eck un langwilte sick up sine eigene Hand, as en Mops in 'n Dischkasten; denn hüt kamm noch de anstahnde, geistliche Fierlichkeit dortau, de ehr dat Herümburren verbeiden ded, denn dortau was sei as Pasterfru denn doch de Neg'ste. Aewer ganz kunn sei 't denn doch ehre lütten Bein' nich schenken, sei müßt tau 'm wenigsten, wenn ok nich in 'n Küsel herüm, doch en beten hirhen un dorhen grad'ut lopen, denn mal nah ehren Paster, üm em de Böffkens ümtaubinnen un em en Glas Win tau bringen, denn mal nah Lowise, üm ehr de Halskrus' en beten in de Richt tau bringen un ehr en herzlich Wurt tautauflustern; un as nu gor Jung'=Jochen mit Fru Nüßlem un de beiden lütten Druwäppel un Braesig ankemen, wir sei binah wedder in den Küsel 'rinne geraden, wenn de Köster nich en Inseihn brukt un tau 'm letzten Mal lüdd'f hadd. De beiden lütten Druwäppel würden hüt ok insegent' un as de Gesellschaft nu tau Kirch gung, un as Fru Pastern de drei leiwlichen Kinner vörup, Lowise in de Midd, en Koppsdeil höger as ehre beiden lütten Mäumen, den Stig aewer 'n Kirchhof gahn sach, säd sei tau Hawermannen, un de runnen Thranen lepen ehr ut de fründlichen Ogen: "Hawermann, unser Kind hat keine goldenen Ketten und Broschen um und an sich, wie das heut zu Tage thörichter Brauch ist; und das Schwarzseidene Kleid, lieber Hawermann, ist auch schon dreißig Jahre alt, ich hab's zuletzt auf meinem Kirchgang getragen, und ein glücklich Herz hat einst darin geschlagen, denn in dem Herzen wohnte mein Paster – es ist mir nachher zu eng geworden, denn, sehn sie, ich wurde schon damals etwas stark, aber es ist so gut wie neu, und daß unten etwas angesetzt ist, ist gar nicht mal zu sehn. Und, Hawermann, das Geld, was Sie mir zum Kleide geschickt haben, habe ich in Luisens Sparbüchse gethan! Sie nehmen 's doch nicht übel? Ich wollte doch so gerne mein altes Kleid einst wieder in seinem vollen Glücke sehn." – Un Braesig treckte Hawermannen vör de Kirchdör an den Rock, un as de sick ümkihrte, säd hei un sach ganz rührsam ut: "Korl, 's is doch markwürdig, 's ganz markwürdig mit so 'ner Konfirmatschon! Süh, as ich die drei kleinen Mätens da so vor mir hingehen sah, fiel mich meine eigene ein, un daß das entfamtige Schafhüten bei meinen seligen Vater damit seine Endschaft kriegte, und ich in die Wirthschaft kam. Just so as die drei kleinen Mätens gung ich damals mit zwei Mitkollegen, Korl Brandten un Krischan Guhlen, in die Kirche, bloß daß wir keine swarzseidenen Kleider anhatten, ne, Krischan hatt en gräunen, Korl en braunen, un ich en grisen Rock an, un stats daß die kleinen Mätens en Blaumenstruz in der Hand haben, hatten wir en bitschen was Grünes in die Ärmelaufsläg' stechen, un stats daß sie in eine Reih gingen, gingen wir Ein achter 'n Annern, as de Gäus' in Gasten. – Ja, 's war just so." –

As de Gemein' de Gesäng' sungen hadd, höll Paster Behrens sine Predigt. Hei was vel öller worden in sinen Utseihn, aewer sine Bost was kräftig, sine Gedanken wiren klor, un ut sine Würd' red'te en mildes, nahsichtiges Gemäuth; un uterdem is dat gewiß, dat dat Öller keinen Stand weniger schaden deiht, as den Preisterstand, wenn de Mann, de in em steiht, em rechtschaffen verwacht hett. De Gemein' hürt nich blot up sine Würd', sei süllt ok up sinen langen, trugen, ihrenwirthen Lewenslop, un för dat, wat heiseggt, steiht hei vör ehr as en Bispill dor. – So was 't denn ok mit desen Paster. –

Nu würd dat Examen losgahn; de jungen Mätens läden ehre Umslageldäuk af, Lowise slog mit weinende Ogen den Arm üm ehren Vader un ehre Pleg'mudder, Fru Nüßlern küßte so leiw un tru ehre beiden lütten Twäschen, Jung'=Jochen wull wat seggen, säd aewer nicks, un de drei Kinner treden ut den Pasterstaul an den Altor. – "Mich soll doch wunnern," säd Braesig tau Franzen, de bi em stunn, "was das Kropzeug seine Lex woll weiß; ich glaub', was mein Päth is, Mining, bleibt hacken." Un dorbi snow hei sick de Näs' un wischte sei sick, stats unnen, baben tüschen de Ogen.

Franz antwurte em nich; för em was allens üm em 'rümmer unnergahn, hei sach blot ein Gesicht, dat Gesicht kennte hei, aewer em was, as hadd hei 't seindag' nich seihn; hei sach blot eine Gestalt, un dese Gestalt was süs munter herümmer sprungen, aewer nu flog dörch ehr en lisen, wunnersamen, fierlichen Schudder; hei sach blot ein Por Hänn', un de hadden sick süs fröhlich em entgegen reckt, aewer nu reckten sei sick nah baben, nah en Högeren 'rup, un em was 't, as wenn uns' Herrgott sick hadd 'runne winken laten un stunn nu bi de bewernde Gestalt un dat einfache swarte Kled, in dat mal en glücklich Hart slagen hadd, un wis'te em en reines Minschenhart un sprok: sorg' Du för Din, dat dat mit dit tausam stimmt. Em was 't, as hadd hei vör lange Tid eine wunderschöne Gegend in hellen Sünnenschin seihn, un wir dorin herümmer sprungen, un hadd an nicks dorbi dacht, as an sin lustig Behagen, un wir nu nah de lange Tid wedder kamen un seg' de Gegend in stillen Man'schin, un sei wir em nich einkennig, un aewer Holt un aewer Barg, aewer Strohdack un Kirchthurn leg' de dichte Sleuer von den Abenddak, up den de stille Man'schin sick weigte, dat hei blot desen sach un nich de lustige Gegend von vördem; em was 't, as wenn 'ne lise Luft dörch de baewelsten Telgen von de Böm schudderte un wundersame Würd' tau em red'te; em was 't, as wenn sine Seel ut deipen Grund de Hänn' nah baben utreckte üm Erbarmen, as wenn dat deipste Mitled mit sick sülwst aewer em kem', dat sin Hart tau arm wir, üm 't tau verschenken. Un dit deipe Mitled mit sick sülwst, dit heimliche sehnen nah en beteres Hart, dat as en Man'schinstrahl, ut Ahnung un Schummerlicht wewt, in uns föllt, näumen wi Minschenkinner 'Leiw'.

Braesig stunn bi em un flusterte em af un an en por Würd' tau, de Franz nich hürte, un de hei, wenn hei s' hürt hadd, för dummes Tüg erkennt hadd, un woraewer hei sick maeglich argert hewwen würd; un doch hadden den ollen Entspekter sine Würd' ehren Grund in dat sülwige Gefäuhl, wat aewer em sülwen kamen was, blot dat dit nich so himmelblag un rosenroth mihr was, as sin, un dat dat Öller dit en beten gris farwt hadd. – Braesig stunn Judas=Martern ut, dat sin Päth Mining hacken bliwen kunn; bi jede Antwurt, de Mining richtig gaww, kamm en dicken Süfzer ut den Pasterstaul achter her, dat Paster Behrens, wenn hei von de nimod'che Ort Preisters west wir, hadd up den Gedanken kamen künnt, hei hadd en utbannigen Sünner in Buß' un in Asch bröcht. – "Gott sei Lob un Dank!" säd dese Sünner halwlud', "Mining weiß ihr;" un stödd nah 'ne Wil Franzen an: "Nu kommt's, passen Sie Achtung, nu kommt's;" un stödd Hawermannen up de anner Sid an: "Korl, Du sollst sehen, Mining kriegt sie. – Mining kriegt die große Wasserfrag'. – Ich hab' sie gewußt, Krischan Guhl konnt sie nich, un ich mußt sie sagen; nu hab' ich sie abersten auch vergessen un weiß bloß den Anfang:

Wasser thut's freilich nicht, sondern der Geist Gottes..." Un as Mining de Antwurt, ahn tau hacken, hersäd, bed'te de Oll de ganze Waterfrag' nah, un as de Köster grad' mit den Kling'büdel kamm, smet hei en harten Daler 'rinne, as wull hei sick dormit von sine Angst losköpen. Un dreihte sick üm un drückte Fru Nüßlern de Hand un rep binah lud': "Madam Nüßlern, haben Sie woll uns' klein Kropzeug gehört?" un snow so drist an de Näs 'rümmer, dat Fru Pastern em in ehren Sinn för de Stürung von de heilige Handlung 'ne gehürige Kapp tausned.

Un wenn nu Einer dat Band, wat Braesigen an lütt Mining anknüppen ded, en beten up jensid von lütt Mining nahgahn wir, denn hadd hei sin Enn' woll an Fru Nüßlern ehren Harten anschört't funnen wo 't mit en groten Krüzknuppen anbunnen was, de för ümmer hollen süll, un frilich ganz anners un vel ruwweriger utsach, as de rosenrode, sidene Sleuf, de Franz an Lowise Hawermannen ehr lütt Hart anknüppen wull, un de em för dit schöne Hart noch vel tau slicht un tau hart düchte, – De Leiw' is allentwegen in de Welt, aewer sei nimmt snurrige Gestalten an; sei flüggt as Engel up Rosenflüchten, un krüppt mit en Puckel hinn'n un vör up höltern Tüffeln 'rümmer; sei red't mit 'Zungen', as de Apostel an den irsten Pingstdag, un sitt dor, as en unmünnig Kind, wat de Schaulmeister mit de Fibel up 't Mul slagen hett; sei verschenkt Demanten un Kronen, un oll Entspekter Schecker würw üm min Tanten Schaening ehre Hand mit en fetten Kuhnhahn.

As de Insegnung vör sick gahn un an de jungen Christen dat Abendmal utdeilt was, gung Paster Behrens in sinen Bichtstaul, un an den Pasterstaul pust'te in sinen blagen Liwrock Zamel Pomuchelskopp vörbi, de hüt ok sinen Gustäwing hadd insegen laten, un gung den Paster nah un ret de Dör tau den Bichtstaul up un stellte sick dorvör, stats 'rinne tau gahn – "daß 's doch alle Leut sehen, was er for en Schafskopp is," säd Braesig tau Hawermannen – un nödigte den Paster tau 'n Lepel vull Rindfleischsupp un en Stück Braden un 'ne Buddel Rothspohn so lud', as wir hei up en Johrmark – "daß 's doch alle Leut hören, was er for ein abgesagter Jesuwiter is," säd Braesig – aewer de Paster bedankte sick un säd, hei wir för hüt tau sihr angrepen, un uterdem hadd hei sülwst Besäuk. Pomuchelskopp gung af un smet aewer de linke Schuller en Blick nah den Pasterstaul un makte ganz uterwählte Anstalten, recht vömehm uttauseihn, aewer de gungen all in de Kratz, as hei Braesigen sin venynsches Gesicht tau seihn kreg; denn Braesig was en tau slichten Christ – as de Fru Pastern seggt hewwen würd, wenn sei 't seihn hadd – dat hei nich sogor in unsern Herrgott sinen eigenen Hus' sine bösen Gedanken ut sin Gesicht herute lüchten let. Ach, wo würd aewerst sin oll Gesicht ganz anners utseihn, as de lütten Mätens in ehre seligen Thranen nu ok nah em henkemen, üm em ok de Hand tau gewen un den Mund tau 'm Küssen tau beiden, as sei 't bi ehr Öllern un Pleg'öllern dahn hadden! Wo hoch treckte hei de Ogenbranen in de Höcht un de Stirn in Schrumpeln, dat hei sick en recht väterlichen Anstrich gew'! Aewer 't gelung em man bi Lowising un Lining; denn as sin lütt Kind, Mining kamm, dunn würd em so snurrig, as wir hei sülwst noch en Kind, un hei föt sei rundting üm un flustert ehr in de Uhren: "Laß man sin, Mining, laß man sinning, ich schenk Dich auch was!" Un wil hei nu up en Sturz nich wüßt, wat, un hei grad' sin Snuwdauk tau Hand nemen müßt, säd hei: "Ich schenk Dich auch en Dutzend Snuwdäuk – rechte bunte;" denn hei wull sin Sak sihr gaud maken. –

Jeder von de Gesellschaft hadd nu sinen Glückwunsch anbröcht, un Jeder hadd von de roden, frischen Lippen den framen Dank weg küßt; blot Twei wiren dorbi tau Schaden kamen; Jung'=Jochen hadd man ümmer en halwen Kuß kregen, un Franz gor keinen. Jung'=Jochen was dor natürlich sülwst Schuld an, un hei hadd dor recht gaud wat bi dauhn kunnt, denn worüm sett'te hei sick so dwatsch in de Eck, dat sin lange, linksche Mundsid in de Eck 'rinne stunn, un de lütten Mätens mit de korte, rechte, affunnen warden müßten, wat doch man för halw rekent warden kunn? Un Franz? De dacht nich doran, de was noch nich up de Ird', de was noch in den Himmel, un irst, as Allens ut de Kirch gung, un hei binnen in de Kirchendör mit Lowise tausamen drop, föll 't em in, ehr de Hand tau gewen un wat tau seggen, wat hei buten vör de Kirchendör nich mihr wüßt. – Ja, hei was in Leiw'! Dat schöne Gesicht in deipe Andacht hadd 't em andahn – un för ümmer andahn!

'T is maeglich, dat mi hir 'ne sihr frame Fru, oder 'ne sihr züchtige Jumfer – ick mein' hir nich blot de ollen, ick mein' ok de in de bedenklichen Johren – bi min Vertellen en Stein in den Weg smiten ward un mi fröggt: "Wo? Hadd de jung' Minsch sick nich en anner Flag utsäuken kunnt, wenn hei sick mit so 'n irdisches Geschäft, as dat Verleiwen is, bemengen wull?" – Un ick würd seggen: "Geehrte Madam und insonders geehrtes Fräulein, de jung' Minsch was noch so daemlich in so 'ne Saken, de Sei so schön genau all ut frühere Erfohrungen kennen, dat hei dat Verleiwen gor nich för en irdisches Geschäft höll. Un wo sall sick aewerall en jungen Minsch verleiwen? Blot Sommers in Schummern in 'ne Flederlauw', un Winters in en Kotteljon up en Ball? Dor führen vele Weg' nah Rom, aewer tau de Hochtid noch gor tau vel mihr, un de sine Brutfohrt antrett, deiht kläuker, hei fängt von de Kirch ut an, un nich von den Ballsaal ut, hei hett den Trualtor denn dicht in de Neg' un kann rendlich an den Altor treden; twischen Ballsaal aewer un Trualtor, dor liggt 'ne lange, smutzige, stöwige Strat, un männigein möt mit smutzige Schauh un Stäweln in den Ehstand treden. – Nicht wahr, geehrteste Madam? – Und 's ist viel sicherer, geehrtes Fräulein!"

Ein einfach Middageten würd in den Pasterhus' tau sick namen; Braesig was sihr munter un sach ut, as Sünnenschin nah den Regen; ok de oll Paster was sihr upgerümt, denn hei wüßt mit Salomonen, dat Allens sine Tid hett, 'Steine sammeln und Steine zerstreuen'; aewer in den Ganzen klungen de Kirchenglocken noch mit herin, un irst de Koffedisch treckte bi Fru Pastern un Fru Nüßlern dat Mund= un Tungenregister an. De oll Herr Paster namm nah de Anstrengung von den Morgen glik nah Disch en por Ogen vull up sinen Sopha; Hawermann was mit sin Döchting un sin beiden Swester=Kinner en beten in de Luft gahn, dat dat heimliche Upwaken von dat Frühjohr sick as en sachtes, weikes Trostmiddel in de jungen, upgeregten Seelen leggen müggt, un Franz was mitgahn, ok wegen dat heimliche Upwaken von dat Frühjohr, aewer von dat, wat in sine eigene Bost gräunen un bläuhen wull. Jochen Nüßler hadd 'ne Eck funnen, de binah eben so bequem was, as sine Pachteck achter sinen eigenen Aben; Braesig gung mit korte Beinen un lange Pip in de Stuw' up un dal un stellte sine Fäut ganz unnatürlich utwarts, denn sörre de Tid, dat hei sine Pangschon kreg, hadd sine Gangort en ganz annern Swung kregen, un hei wis'te sine nüdlichen Fäut girn breitlings, dat de Lüd' doch segen, wo dat em kein Deuwel tau befehlen hadd, un dat hei in sine eigene Schauh stünn, un dat dat langjöhrige Klutenpedden em nich den Akkih namen hadd,as hei sick för en öllerhaften Herrn schickt, de von sine Inkünften lewt; Fru Pastern un Fru Nüßlern seten unner de Billergaleri up den Sopha.

"Ja, liebe Nüßlern," säd de Fru Pastern, "Gott Sei Dank! So weit wären wir nun mit den Kindern. Luise ist nun siebenzehntehalb Jahr alt, und Ihre beiden noch ein halb Jahr älter; mein Paster sagt 's, und ich weiß es auch, sie haben gut was gelernt, und wenn ihnen noch hie und da etwas nachgeholfen wird, so können sie alle Tage als Erzieherinnen ihr Brod verdienen." – Braesig blew stahn, treckte de Ogenbranen hoch in Enn' un puste 'ne Dampwolk gegen den Sopha ut, vör de sick sogor Jung'=Jochen verfirte. – "Ach Gott," rep Fru Nüßlem ut, "un dat verdanken de ollen Gören blot Sei un den Herrn Paster!" un fot de Fru Pasturin ehre Hand, "leiwer Gott, min Korl=Brauder seggt 't, un ick seggt 't ok, wi kaenen woll dortau dauhn, dat sei ehr däglich Brod hewwen, un dat sei orndlich un rendlich in Kledung gahn, un dat sei nich leigen warden un folgen, wenn ehr Einer wat heit, kortüm in so 'ne Saken, de sick von sülwst so för 't Hus hüren; aewer tau dat, wat en Minschen eigentlich tau 'm Minschen makt, dor sünd wi doch nich kumpawel. – Nich wohr, Jochen?" – Achter 'n Aben kamm en bistimmenden, behaglichen Ton herute, as kem' hei von en ollen, trugen Hushund, den de Puckel kratzt ward. – "Hüren Sei, Fru Pastern, Jochen segg 't ok." – "Ach, ich habe nichts dazu gethan," säd de lütt Fru Pastem, üm den Dank aftauwehren, "das heißt bei Ihren beiden; mit Luise war das allerdings anders, denn da war ich denn doch die Nächste dazu. – Aber – was ich sagen wollte – wir haben noch nie darüber gesprochen, sollen denn vielleicht Ihre Kinder, oder eine von den beiden, etwa Mining, Erzieherinnen werden?" –"Wat?" frog Fru Nüßlern un kek de Fru Pastern an, as hadd de ehr vertellt, Mining hadd Utsichten Pabst tau warden; un as de Fru Pastern ehre Ansicht widlüftiger utenanner setten wull, würden ehre Würd' unner 'n fürchterliches Lachen begrawen: "Hah – hah – hah! Schpaß! – Schpaß! – Jung'=Jochen, hast 's gehört? Was uns' lütt Mining is, soll die Kinder belernen! Hah – hah hah!" – Dat was Braesig; aewer hei kamm schön an. Fru Pastern satt dor as 'ne Popp, de up Draht treckt is; ehr rodes Gesicht namm vör Arger en ganz blaglichen Schin an, un unner dat lila Gesicht wackelte de lila Huwenband hen un her: "Wat lachen Sei, Braesig? Lachen Sei villicht aewer mi? Lachen Sei doraewer, dat ick mein', Mining sall Erzieherin warden? – Oh, Herr Inspektor!" un sei sett'te sick noch düller in Positur, "ich bin auch einmal Erzieherin gewesen, und es ist etwas Anderes, Kinder zu erziehn, als Hofjungen abzuprügeln." – "Ja, aber! – Nehmen Sie 's nich for übel, Frau Pasturin. – Hah – hah – hah! – uns' Mining 'ne Schaulmamsell!" – Aewer de Fru Pasturin was in den Strom 'rinne geraden un swemmte nu, ahn sick an wat tau kihren, up sine Flauthen wider: "Und es ist ein großer Unterschied, ob Einer was gelernt hat, oder ob er nichts gelernt hat, und ein Mensch wie Sie kann keine Erzieherin werden!" –

In den Ogenblick, as sei dese Würd' utstött hadd, tred ehr Paster in de Dör, de von Braesigen sin Lachen upwakt was, un den ollen Mann kamm dat ok so lächerlich vör, dat de Frag' upsmeten was, wat Braesig Erzieherin warden kunn oder nich; un wil hei kortsichtig was un sine leiwe Fru ehren Zorn nich seihn kunn, lachte hei ok up: "Hah – hah! Braesig eine Erzieherin!" – Up de Fru Pastern makte de Intritt von ehren Paster en ganz besondern Indruck; ehr See gung verdeuwelt hoch, aewer mit en Mal was 't, as wenn Öl aewer de willen Bülgen gaten was; sei kunn sick woll männigmal in sine Gegenwart en lütten füerroden Ton herute, as kem' hei von en ollen, trugen Hushund, den de Puckel kratzt ward. – "Hüren Sei, Fru Pastern, Jochen segg 't ok." – "Ach, ich habe nichts dazu gethan," säd de lütt Fru Pastem, üm den Dank aftauwehren, "das heißt bei Ihren beiden; mit Luise war das allerdings anders, denn da war ich denn doch die Nächste dazu. – Aber – was ich sagen wollte – wir haben noch nie darüber gesprochen, sollen denn vielleicht Ihre Kinder, oder eine von den beiden, etwa Mining, Erzieherinnen werden?" –"Wat?" frog Fru Nüßlern un kek de Fru Pastern an, as hadd de ehr vertellt, Mining hadd Utsichten Pabst tau warden; un as de Fru Pastern ehre Ansicht widlüftiger utenanner setten wull, würden ehre Würd' unner 'n fürchterliches Lachen begrawen: "Hah – hah – hah! Schpaß! – Schpaß! – Jung'=Jochen, hast 's gehört? Was uns' lütt Mining is, soll die Kinder belernen! Hah – hah hah!" – Dat was Braesig; aewer hei kamm schön an. Fru Pastern satt dor as 'ne Popp, de up Draht treckt is; ehr rodes Gesicht namm vör Arger en ganz blaglichen Schin an, un unner dat lila Gesicht wackelte de lila Huwenband hen un her: "Wat lachen Sei, Braesig? Lachen Sei villicht aewer mi? Lachen Sei doraewer, dat ick mein', Mining sall Erzieherin warden? – Oh, Herr Inspektor!" un sei sett'te sick noch düller in Positur, "ich bin auch einmal Erzieherin gewesen, und es ist etwas Anderes, Kinder zu erziehn, als Hofjungen abzuprügeln." – "Ja, aber! – Nehmen Sie 's nich for übel, Frau Pasturin. – Hah – hah – hah! – uns' Mining 'ne Schaulmamsell!" – Aewer de Fru Pasturin was in den Strom 'rinne geraden un swemmte nu, ahn sick an wat tau kihren, up sine Flauthen wider: "Und es ist ein großer Unterschied, ob Einer was gelernt hat, oder ob er nichts gelernt hat, und ein Mensch wie Sie kann keine Erzieherin werden!" –

In den Ogenblick, as sei dese Würd' utstött hadd, tred ehr Paster in de Dör, de von Braesigen sin Lachen upwakt was, un den ollen Mann kamm dat ok so lächerlich vör, dat de Frag' upsmeten was, wat Braesig Erzieherin warden kunn oder nich; un wil hei kortsichtig was un sine leiwe Fru ehren Zorn nich seihn kunn, lachte hei ok up: "Hah – hah! Braesig eine Erzieherin!" – Up de Fru Pastern makte de Intritt von ehren Paster en ganz besondern Indruck; ehr See gung verdeuwelt hoch, aewer mit en Mal was 't, as wenn Öl aewer de willen Bülgen gaten was; sei kunn sick woll männigmal in sine Gegenwart en lütten füerroden werden und, wenn sie das geworden, dann mögen sie unserntwegen Erzieherinnen werden – d.h. ihrer eigenen Kinder." – "Herr Paster, min leiw' Herr Paster," rep Fru Nüßlern, as wir ehr en Stein von 'n Harten namen, "Gott segen Sei för dat Wurt! Uns' Mining sall kein Erzieherin warden, Jochen – wo büst Du, Jochen? – ach, hei 's woll in sine Trurigkeit 'rute gahn. – Ja, Herr Paster, un wirthschaften saelen sei lihren! – Sei saelen mal seihn, ick will min' woll dortau anhollen." – "Ja," rep Braesig dormang, "un en guten Mund voll Essent müssen sie kochen können." – "Versteiht sick, Braesig! – Ach, Herr Paster, ick heww jo dat dunnmals mit de Erzieherinnen Allens sülwst hatt, un vergangen Woch was ick mit de nige Fru Amtmannen tausam – is ok 'ne Erzieherin west – seihn S', dat swekt un swankt un jappt un jankt in den Hus' herümmer un süllt so blassing ut, as dat Leiden Christi – interessant seggen sei jo dortau..." – "Die ganze Interessantigkeit is for en Proppen!" rep Braesig dormang. – "Aewer, seihn S', Fru Pasturin, dat kakt de Eier hart un verbrennt den Braden. – Herre Gott, ja, ick segg jo gor nicks dorvon, dat nich Einer wat lihren sall, vel lihren, dat hei doch de Zeitungen lesen kann, un von den ollen Fritz un so 'ne Lüd' wat weit, un weit, wo de Appelsinen wassen un de Kaneilsbork; aewer, Fru Pasturin, ick segg man, wenn hei 't nich weit, kann hei jo täuwen, bet hei mit en Gelihrten tausam kümmt, un kann em jo fragen; aewer, Fru Pasturin, mit en Braden! Täuwen kann ick dor nich mit, denn dat Middag sall up den Disch stahn, un fragen kann ick ok Keinen – up den Lann', Fru Pasturin! – villicht de dummen Deinstdirns? – Na, dat würd en schön Gericht warden!" – "Recht, Frau Nachbarin," säd de Paster, "vor Allem müssen die Mädchen erst die Hauswirthschaft lemen." – "Dat segg ick, Herr Paster, dat segg ick! – Du leiwer Gott, mit dese lütte Amtmannsfru! Dat will girn, un dat kann nich! Wat min Beiden mit saeben Johr all an de Schauhsahlen aflopen hadden, dor fröggt sei nah; sei fröggt, wat de Swin' all melkt sünd, un wat de lütten Küken all sagen hewwen. – Un, Herr Paster, Lowise sall ok kein Schausmamsell warden?" – "Nein, mit unserm Willen nicht, und da Hawermann mit uns derselben Meinung ist, so soll sie hier die Wirthschaft führen. Regina wird mir schon ein bischen zu bequem und, nicht wahr?" un hei sett'te sick bi sine Fru up den Sopha un slog den Arm üm ehr, "auch schon zu alt, sie nimmt schon gern junge Hülfe an, und würd es nicht ertragen, sich von ihrer Luise zu trennen." – "Aber Du erst recht nicht, Pastor! – Wirklich, ich fühle mich schon vollstännig abgesetzt, das geht vom Morgen bis zum Abend: Luise, bring' mir dies! und Luise, hol' mir das!" – "Nun ja, ich will 's nicht streiten, mir würde viel fehlen, wenn das Kind nicht um mich wäre." –

Mit de Wil' was nu Hawermann mit de Kinner un Franzen taurügg kamen; sei hadden buten Jung'=Jochen drapen, de in 'n Horen dor in sichtbore Upregung 'rümmer lopen was. Hei was up sin Mining losgahn, hadd sei in den Arm namen un küßt un hadd seggt: "Mining, ick kann dor ok wider nicks bi dauhn;" un as em Hawermann fragt hadd, wat em fehlen ded, hadd hei blot seggt: "Swager, wat möt, dat möt." Un as dat in den Pasterhus' tau de Afreis' kamm, un hei up den Wagen satt, hadd hei dat Gefäuhl, as führte hei mit en Slachtopfer aewer Feld, un as em sine Fru tau Hus dat widlüftig utenanner sett't hadd: Minig süll gor kein Erzieherin warden, hadd de ganze Sak doch so 'n deipen Indruck up em makt, dat hei sin Mining sörre de Tid för en unglücklich Mäten hollen un sei deshalb ümmer vörtrecken ded. Sei müßt von nu an bi Disch ümmer bi em sitten, un hei läd ehr de besten Stücken up den Teller, as wenn sei alle Dag' ehre Henkersmaltid vertehren ded.

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