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Ut mine Stromtid

Fritz Reuter: Ut mine Stromtid - Kapitel 11
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authorFritz Reuter
titleUt mine Stromtid
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firstpub1862
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Kapittel 10.

De Herr Leutnant in Ängsten. Wo em irst David mit Geisseln un nahsten Slus'uhr mit Skorpionen tau Liw' geiht. Hei geiht de Sak ut den Weg' un sport un studirt de Landwirthschaft. Wo de Düwel tauirst den Professor Liebig riden ded, dat hei en entfamtes Bauk schrew, un dunn Axeln, dat hei de Minschheit beglücken wull, un tauletzt den ollen Obersten, dat hei Konduwitenlisten schrew. Dat de Herr von So un So 'ne hübsche Dochter hadd, un dat hei eigentlich 'Herr von Satrup up Seelsdörp' heiten ded. – Dat Axel sick in en swarten Liwrock trugen let.

Aewer noch slimmer, vel slimmer würd dat för den armen Herrn Leutnant den annern Morgen, as em David up de Stuw' rücken würd. – David was aewerall nich smuck, dat kunn Keiner seggen – ok sin eigen Mudder säd 't nich – aewer wat hadd sick de Minsch verännert in de Tid, dat em de Leutnant nich seihn hadd! – Dunnmals, as hei den Leutnant bi den Notorjus dat Geld vörschaten hadd, hadd hei würklich wat Minschenfründliches in sinen Wesen, aewer nu, as hei dat Geld wedder hewwen wull, sach hei so tag un so muddlich ut, dat de Leutnant, ahn sick wider dorbi wat tau denken, irst Hanschen antrecken ded, ihre hei sick mit em inlet. – Un as hei sick mit em inlaten müßt – müßt – dunn sach em Daviden sin Gesicht so an, as wenn em dorin Moses un alle Propheten von de Achtersid ankeken, un as David tau em säd: "Sziehn Se de Hanschen aus, Herr Leutnant, un schreiben Sie"; dunn treckt hei de Hanschen richtig wedder ut un schrew quer; un Daviden sin Gesicht sach wedder so minschenfründlich ut, as bi de irste Bekanntschaft. –

"Gott sei Lob und Dank!" säd de Herr Leutnant, "dat is afmakt." – Aewer einige Dag' dorup führte en Wagen up den Hof, un in den Wagen satt de Herr Notorjus Slus'uhr, un Hawermann schüddelte mit den Kopp un säd: "Gott sall mi bewohren, ok mit den?" – Un as de Herr Notorjus bi den Herrn Leutnant in de Stuw' tred, säd de ok: "Gott sall mi bewohren, ok de noch." – Dat let sick aewer vel beter mit em an,as mit Daviden; de Herr Notorjus sach ut as en gebild'ten Mann, mit den sick reden let; hei höll sick ümmer sihr sauber in Kledung, un von butwennig let em dat ganz nobel, un ok in sine Reden verstunn hei desen Schin uprecht tau hollen – so lang' as hei wull, oder beter: so lang' hei sick verstellen müggt. – Un dat Irste wull hei hir nu; de Leutnant nödigte em denn ok up den Sopha dal un let Koffe bringen, un 't hadd würklich den Anschin, as würd dat tüschen de Beiden 'ne fründschaftliche Unnerhollung aewer dat Weder un aewer de Nahwerfchaft un aewer de Niederträchtigkeit von de Minschen – aewer dese letztere wüßte de Herr Notorjus ümmer vel tau vertellen, wil dat hei de Gewohnheit hadd, ümmer nah buten 'rute tau kiken un seindag' nich in sick 'rin. – "Ja," säd hei un vertellte während dit fründschaftliche Gespräk von einen Kopmann in Rahnstädt, "denken Sie sich, Herr von Rambow, wie schlecht die Menschen sind! Da habe ich diesem Kerl aus reiner Gefälligkeit – d.h. gegen einen Zinsfuß, den ich selbst geben muß – denn ich habe so viel Geld nicht liegen, ich muß selbst borgen – da habe ich ihm nun das Geld geliehen, habe ihn aus seiner Verlegenheit gerissen, und er war so dankbar – und nun? – nun, da ich es wieder haben will, haben muß? – grob ist er geworden, hat mir gedroht, mich wegen übermäßiger Zinsforderung zu verklagen." – Natürlich was von des' Geschicht kein Wurt wohr, un de Notorjus schickte sei man as en Ruhklas vörup, üm den Herrn Leutnant en beten grugen tau maken, un den Leutnant würd ok grugen. Hei frog, üm de Red' up en anner Thema tau bringen, mit wat de Kopmann eigentlich handeln ded ? – Nu hadd aewer de Herr Notorjus nah sine Meinung all naug sine Lewensort unnütz utgewen, hei antwurte also nich dorup un Predigte wider in sinen Text: aber ich habe ihn verklagt, nun mag er zusehen! – Sein Kredit ist futsch – und denn der Schimpf! – Ist bis dahin noch nie verklagt, hat's sich aber selbst zuzuschreiben. – Was sagen Sie dazu?" – De Notorjus rückte den Herrn Leutnant häßlich up 't Ledder, un in den armen Leutnant klorte sick dat allmählich so dick up, as wir dit woll dat Vörspill tau dat natte Johr, wat up em inbreken süll. Hei hauste un nörrickte denn en beten sihr verlegen herümmer, säd aewer nicks dortau, wil hei nich wüßt, wat hei dortau seggen süll. – Dat was aewer ok ganz glikgültig, denn de Herr Notorjus führte in sin Fohrwater wider un kamm em neger: "aber, Gott sei Dank! ich habe nicht immer mit solchen Lumpen zu thun, der Kerl ist 'ne Ausnahme. – Und da wir nun doch zufällig von Geldgeschäften reden" – hir treckte hei sin Taschenbauk herut – "So erlauben sie mir wolll, Ihnen Ihren Wechsel zurückzugeben," un dorbi höll hei em den Wessel aewer 830 Daler hen, un de Rottenuhren, de spitzten sick, un ut dat gel'grise Gesicht steken de grisen Ogen herut, un üm de drögen Lippen flog so 'n Smäustern, as wenn sin Ebenbild Speck rüken deiht. – Uns' arm Leutnant namm den Wessel un versöchte, den Mahner dörch en glikgültigen Schin von sick aftauwehren. Ja, säd hei, hei süll em man wedder an sick nemen, hei wull 't em schicken; hei wir hir so plötzlich her reist, un de Veranlassung tau de Reis' wir so trurig west, dat hei an so wat nich hadd denken künnt. – Ja, antwurt'te de Herr Notorjus, dat glöwte hei em, denn hei wüßt dat an sick sülwen, as sin Vader storben wir, de Minsch dachte denn an nicks, as an sinen Verlust – un dorbi makte hei so 'n leidig Gesicht, dat de Leutnant wedder frischen Maud kreg – aewer, säd de Notorjus, hei hadd in de letzte Tid ümmer an desen Wessel dacht un denken müßt, denn hei hadd grote Verpflichtungen ingahn un müßt Allens tausamen schrapen – Geld müßt hei hewwen. – "Aber es ist ja doch nur eine Kleinigkeit," föll Axel in. – "Ja – ja wohl!" säd de Herr Notorjus un hal'te noch Papiere ut sine Breiftasch hervör "und dann noch diese Kleinigkeit," un dorbi läd hei de Wessel aewer tweidusend Daler up den Disch, de David in den Leutnant sin Garnison upköfft hadd. – De Leutnant versirte sick; mit den glikgültigen Schin hadd dat en Enn': "Wie kommen Sie zu diesen Papieren!" rep hei ut. – "Herr von Rambow, ich glaube der Name 'Wechsel' kommt davon her, daß diese Papiere fortwährend ihren Besitzer wechseln; es kann Sie daher nicht befremden, daß ich diese hier an Zahlungs statt angenommen habe, um so mehr, da ich wußte, daß mir dadurch viel Schreiberei und Postgeld erspart würde." – De Leutnant würd ümmer verlegner, aewer an Johr, wat up em inbreken süll. Hei hauste un nörrickte denn en beten sihr verlegen herümmer, säd aewer nicks dortau, wil hei nich wüßt, wat hei dortau seggen süll. – Dat was aewer ok ganz glikgültig, denn de Herr Notorjus führte in sin Fohrwater wider un kamm em neger: "aber, Gott sei Dank! ich habe nicht immer mit solchen Lumpen zu thun, der Kerl ist 'ne Ausnahme. – Und da wir nun doch zufällig von Geldgeschäften reden" – hir treckte hei sin Taschenbauk herut – "So erlauben sie mir wolll, Ihnen Ihren Wechsel zurückzugeben," un dorbi höll hei em den Wessel aewer 830 Daler hen, un de Rottenuhren, de spitzten sick, un ut dat gel'grise Gesicht steken de grisen Ogen herut, un üm de drögen Lippen flog so 'n Smäustern, as wenn sin Ebenbild Speck rüken deiht. – Uns' arm Leutnant namm den Wessel un versöchte, den Mahner dörch en glikgültigen Schin von sick aftauwehren. Ja, säd hei, hei süll em man wedder an sick nemen, hei wull 't em schicken; hei wir hir so plötzlich her reist, un de Veranlassung tau de Reis' wir so trurig west, dat hei an so wat nich hadd denken künnt. – Ja, antwurt'te de Herr Notorjus, dat glöwte hei em, denn hei wüßt dat an sick sülwen, as sin Vader storben wir, de Minsch dachte denn an nicks, as an sinen Verlust – un dorbi makte hei so 'n leidig Gesicht, dat de Leutnant wedder frischen Maud kreg – aewer, säd de Notorjus, hei hadd in de letzte Tid ümmer an desen Wessel dacht un denken müßt, denn hei hadd grote Verpflichtungen ingahn un müßt Allens tausamen schrapen – Geld müßt hei hewwen. – "Aber es ist ja doch nur eine Kleinigkeit," föll Axel in. – "Ja – ja wohl!" säd de Herr Notorjus un hal'te noch Papiere ut sine Breiftasch hervör "und dann noch diese Kleinigkeit," un dorbi läd hei de Wessel aewer tweidusend Daler up den Disch, de David in den Leutnant sin Garnison upköfft hadd. – De Leutnant versirte sick; mit den glikgültigen Schin hadd dat en Enn': "Wie kommen Sie zu diesen Papieren!" rep hei ut. – "Herr von Rambow, ich glaube der Name 'Wechsel' kommt davon her, daß diese Papiere fortwährend ihren Besitzer wechseln; es kann Sie daher nicht befremden, daß ich diese hier an Zahlungs statt angenommen habe, um so mehr, da ich wußte, daß mir dadurch viel Schreiberei und Postgeld erspart würde." – De Leutnant würd ümmer verlegner, aewer an tau finnen, wenn dat Milen tüschen sick un sinen Schimp leggen ded; Axel reis'te also von sinen Gaud tidiger af, as sine Swestern hofft hadden. In sine Garnison was dat noch All so, as hei 't verlaten hadd, aewer hei was anners worden, tau 'm wenigsten säd hei sick dat däglich sülwst; aewer wenn Einer sin Kameraden fragen will, so warden de em seggen, sei hadden nich wat Besonders an em markt, un dat was ganz natürlich, denn dat, worin hei sick hauptsächlich ännert hadd, sine gauden Vörsätzen, kamm nich recht tau Rum'. Hei wull sporsam warden, hei wull sin Vaders Rath folgen un wull so gaud, as 't gung, de Landwirthschaft ut de Bäuker bedriwen, hei wull.... hei wull.... oh! wat wull hei All! – Sine Sporsamkeit fung des Morgens all tidig an, all bi den Koffe; hei drunk em von nu an 'ne heile Woch lang ahn Zucker, "denn," säd hei, "wer's Kleine nicht ehrt, ist's Große nicht werth;" nah den Koffe rokte hei sin Ziagrr, stats süs tau twintig, nu tau negenteihn Daler, dat süll em hentrecken; sin Burß kreg irnstlich Schell, as hei em beleggte Botterbröd' tau 'm Frühstück bröchte, un kreg Befehl, jeden von sine beiden Pird' 'ne halwe Matt Hawern aftautrecken, denn 't wiren hochbeinte Johren, säd hei. Dit Letztere allein hadd von all sine nigen Inrichtungen Dur – wohrschinlich, wil hei nich mit sin Mähren ut ein' Krüww faudert würd – all dat Anner slep nah 'ne Woch in, worüm? wil 't, säd hei tau sick, nich dörch de Bank dörchführt warden künn, un gründlich müßt so wat doch dörchführt warden. – Mit dat Studiren in de Bäuker gung dat ebenso; de irsten drei Siden in jedes Bauk wüßt hei binah utwennig, so oft hadd hei sei lesen, denn hei hadd ünnner wedder von vören anfangen müßt, wil dor ümmer wat tüschen kamen wir, wat em ut den Text bröcht hadd. As hei so sur mit den Anfang sick hadd warden laten, belohnte hei sick för sinen Flit dormit, dat hei sick dat Interessantste ut de Bäuker 'rute söchte, un as hei sei up des' Ort dörchsnückert un hir un dor en Kapittel aewer de Pird'tucht lesen hadd, smet hei sei bi Sid un säd, dat wüßt hei all un wüßt dat beter, in de Sak wir Thaeren=Vadding scheiw wickelt. Aewerall – wat hülp em dat Lesen in de Bäuker, wenn hei de Sak nich praktisch anfaten kunn; dat wüßt hei sihr gaud, jede Landmann müßt praktisch sin, wider gor nicks, as praktisch. Hei makte also de Bekanntschaft von den Herrn von So un So, de in de Neg' en Gaud hadd; hei red mit em tau Feld un frog ebenso, as de Herr von So un So, den Inspekter, wat hüt dahn würd, un wenn hei tau Hus kamm, denn wüßt heit 't ebenso gaud, as de Herr von So un So, dat in Seelsdörp an den 15. Juni Meß führt was, un dat den Herrn von So un So sin Schimmel=Wallach in Basedow von den Gray Momus follen wir; oder hei gung mit den Herrn von So un So tausam mit 'ne Flint up den Nacken aewer de Gaststoppel un kreg bi weg'lang tau weiten, dat dat letzte Fäuder Gasten an den 27. August inführt was, schot en por Häuner, un wenn hei des Abend tau Bedd' gung, denn wüßt hei ebenso gaud, as de Herr von So un So, woans de Häuner smeckt hadden.

Dese Ort von praktische Landwirthschaft kunn em sihr gefallen, un wat den Minschen geföllt, dorvon pleggt hei girn tau reden, un doran let uns' leiw' Axel denn dat ok nich fehlen, un so kunn em dat ok nich fehlen, dat hei bald in en landwirthschaftlichen Geruch kamm un as en staatsches, gatenes, ökonomisches Talglicht, vir up 't Pund, mang sine Kameraden 'rümmer gung. Wil nu de meisten von sine Kameraden Saehns von adliche Gaudsbesitters wiren, de ok mal eins för desen sworen Stand bestimmt wiren, un de mit Grugel doran dachten, dat sei mal ut dat lustige Soldatenlewen in de sure Arbeit von so 'n Gaudsbesitter 'rinne süllen, so kamm Axel noch biher in den absonderlichen Geruch von ungeheuren Flit, un de Kameraden keken em as en Wunnerdirt an, wat sick ut reine Wollust in 't Arbeitsgeschirr un in 't Jüch spannt hadd. De meisten bewunnerten em, aewer weck Daes'köpp wiren dor ok mang, de de Näs' aewer em krüs'ten un meinten, för en Leutnant rök sine Unnerhollung tau sihr nahl Meß.

Hei hadd sick aewer öfter in landwirthschaftlichen Dingen as Richter upsmeten un hadd nu sin Anseihn in desen Hinsichten uprecht tau erhollen, hei dürwte also ok nich locker laten un müßte mit de Tid furtschriden. Un de Tid makte üm dese Dreih herüm grote Schritten in de Landwirthschaft, denn de Professer Liebig hadd för de Herrn Landlüd’ en ganz enfamtes Bauk schrewen, dat krimmelt un wimmelt vull Kahlen un Zapeter un Swewel un Gips un Kalk un Salmiakspir’tus un Hydrat un Hydropath – ‘t was rein tau ‘m Verrücktwarden! – Aewer wat nu en beten höger ‘rut un de Fingern in de Wissenschaften stippen wull, dat schaffte sick dat Bauk an, un denn satt dat dor un les’ un les’, bet em de Kopp roken würd, un wenn dat tausamen kamm, denn stred sick dat, ob de Gips en Reizmiddel wir oder en Nohrungsmiddel – d.h. för den Klewer, nich för den Minschen – un ob de Meß strünk von wegen den Salmiakspir’tus oder von wegen sine eigene stinkerige Natur. – Ok Axel hadd sick dat Bauk anschafft,un em gung ‘t ebenso, as all de Annern, hei les’ un les’, æwer hei würd ümmer düsiger, un in den Kopp dreihte sick dat bi em, bet hei dat mit ‘ne Angst kreg, em künnen de Schruwen dorin losdreihn, un hei dat Bauk taumakte. Em wir ‘t nu mæglicher Wis’ ebenso gahn, as all’ de Annern, hei hadd de ganze Wissenschaft vergeten, wenn hei nich dat Glück hatt hadd, en gaudmäudiges Apteiker=Subjekt tau lihren, de em all dat Deuwelstüg, wovon de Professer schriwen ded, in sine eigenHand gewen ded,un em mit sine eigene Näs’ doran rüken let. Dit was denn nu de praktische Weg, un von den Ogenblick an kennte hei de Sak un kennte sei eben so gaud, as Liebig sülwst, so dat hei nich wider in dat Bauk tau lesen brukte.

Ein Feld der Landwirthschaft indessen was ‘t vör Allen, wat em gefallen kunn, dat wir dat Ackergeschirr un de Maschinen. Hei hadd von lütt up an en grotes Wollgefallen an allerhand Knüteri hatt, hei hadd sickas Jung’ lütte Mæhlen makt, hei hadd pappt, un trotzdem, dat selig Mudder en groten Wedderwillen gegen Allens hadd, wat nah ‘t Handwark smekte, hadd hei ‘t doch dörchsett’t, dat hei in sine Schaultiden Provatsunn’n bi en Baukbinner hadd nemen dürwt. Dese lütten Künst kemen em nu hellschen tau Paß; hei wüßt sick ungeheuer licht ut ‘ne Teiknung von en nimod’schen amerikanischen Haken un ‘ne schottsche Egt tau vernehmen, un ‘t wohrte gor nich lang dunn was hei midden in dat unschüllige Vergnäugen, sick lütte Hakens un Eggen un Walzen tau sniden. – Hirbi höll hei sick æwer nich up, hei gung wider un wagte sick mit de Will’ an Rappklappern, Linrummeln un Kurnburren. Dorbi wir hei nu mæglicher Wis’ stahn blewen – un ‘t was för en Leutnant jo ok aller Ihren wirth, dat hei sick den Uneformsrock uttrecken ded un mit Togmetz, Frittbohrer un Limdegel herümme handtirte – wenn hei nich de Bekanntschaft von en ollen, halw verdreihten Uhrkenmaker makt hadd, de sine Lewenstid un sin beten Hab’un Gaud doran sett’t hadd, för de undankbore Minschheit dat perpetuum mobile utfünnig tau maken. Dese olle Wohldähter von de Minschheit führte em nu in sine Kunst in un wis’te em, wo ein Rad an ‘t anner paßt warden müßt un doran ‘ne Rull, un doran ‘ne Schruw’, un doran ‘ne Kurbel, un doran wedder en Rad, un denn Allens wedder von vören; hei wis’te em Maschinen, de nich gungen, un weck, de gungen, un weck, de nich gungen, as sei süllen; hei wis’te em Maschinen, ut de sickAxel vernehmen kunn, un weck, worut Axel sick nich vernehmen kunn, un weck, worut hei sick sülwst nich vernehmen kunn; æwerde Sak was doch tau interessan för Axeln, un hei smet sick ok tau ‘m Minschenbeglücker up un wull ok wat erfinnen. Ja, hei wull ok ‘ne Maschin’ erfinnen, en Ackergeschirr, wat alle Arbeit up den Felln ded, dat süll tauglik haken, eggen, walzen un Kluten kloppen, un ‘t was rührend antauseihn, wo de junge, frische Kavallerieleutnant mit den ollen drögen, verschrumpelten Uhrkenmaker tausam satt un doræwer nahdacht, wo hei mit Hebel un Schruwen de Minschheit tau Höchten wuchten wull.

Un so hadd ‘t jo minetwegen un sinentwegen ok ümmerbliwen künnt, hei hadd de Minschheit mæglicher Wis’ tau Höchtenbröcht, wildeß sei em mit Provisionen un Diskonto un so ‘n Tüg ümmer wider dalbringen ded; denn an ‘t Betahlen von sine Schulden was nich tau denken; un wenn Pümpelhagen ok en schön Stück Geld afsmiten ded, so wiren doch tauirst sinen seligenVader sine Wesselschulden, as dat ok in ‘t Testament sett’t was, tau betahlen, un sine Swestern wullen doch ok lewen, un in ‘n Aewrigen lewte hei gedankenlos in de Welt ‘rinne, wenn de irste Noth man kihrt was.

Aewer ‘t giwwt en Swester=Brauder=Por in de Welt, de schüddeln ok den Glikgültigsten ut den Drom un driwen em ahm Ümstänn’ von de warme Abenbänk in Storm un Regen; dat is de Haß un de Leiw’. De Haß stött Einen köpplings 'rute un seggt: Hir, Hundsvott, wehr Di! De Leiw' fött Einen sachten an de Hand un ledd't Einen 'rut ut de Dör un seggt: Kumm mit, ick wis' Di 'n beter Flag. – Aewer 't is Mis as Mus; von de schöne, fule, warme Abenbänk möt Einer doch furt. – Axel süll mit beiden bekannt warden, un dit kamm so ganz von ungefihr, hei ded nich vel dortau. – –

Ob 't noch so is, weit ick nich; aewer dunntaumalen was dat bi den Preußen so Mod', dat de Regimentskummandür regelmäßige Konduwitenlisten von de Offizirers nah Berlin inschicken müßt, un wat de König Fridrich Wilhelm was, de kek ok woll sülben mal en beten in de Poppiren, blot mal tau seihn, wo de Gesellschaft sick schicken ded. Na, Axeln sin oll brav' Oberst müggt den Herrn Leutnant girn liden, wil dat hei ok mal en Gaud hatt hadd, dor hinnen in 't blage Länneken bi Bütow un Lauenburg, worup hei aewer dörch 'ne ganz kurjose Wirthschaft mal rein all worden was, un wil dat hei nu doch Einen hadd, den hei sine Moden in de Wirthschaft utenanner setten kunn, de dorup herute kemen, dat hei abslut nich mesten wull, wil hei 't nich för gaud insach. Kort, hei hadd sine Moden för sick, un nu gung 't em as de ollen Fuhrlüd'; wenn hei ok nich mihr führen kunn, müggt hei doch girn noch klappen, un so red't hei noch ümmer girn aewer sine Wirthschaft, un Axel hürte flitig tau, un wil dat unhöflich west wir, weddersprok hei em ok nich, weswegen em de Oberst för ungeheuer klauk höll. Axeln sine Tügnisse wiren denn ok ümmer sihr gaud; aewer leider Gotts hadd de oll Oberst sick tau wenig mit de Ottografi afgewen, un so schrew hei denn mal: "Leutnant von Rambow ist ein durchaus 'fe=iger' Offizier"; hei wull 'fähiger' schriwen. Dit hadd nu de König sülben lesen un hadd an den Rand schrewen: "Einen feigen Ofsizier kann ich nicht gebrauchen; ist auf der Stelle zu entlassen." Dat was nu en dull Ding för den ollen Obersten; dat müßt doch wedder in de Richt bröcht warden; aewer hei sach keinen annern Utweg, as dat hei sinen Adjudanten üm Rath angung, woans un woso? De renkt em de Ottografi un de Sak denn ok wedder in; aewer 't Kraetending hadd 't Mul nich hollen, un 't wohrte nich lang', dunn zielte de ganze Bann' mit ehre slichten Witzen up unsen unschülligen Axel. Vör allen was 't so 'n rechten Dicknäsigen 'aus altem Hause', de em all ümmer mit sine Ökonomie brüd't hadd, nich, wil hei sei daemlich bedrew, ne, wil hei sei aewerall bedrew, un de nu den Schruwstock so drist ansett'te, dat all' de Kameraden dat marken müßten; blot Axel markte nicks dorvon, wil hei gor keine Ahnung dorvon hadd. –

Dortau kamm noch 'ne annere Sak; de Herr von So un So, bi den Axel tau Pird' un mit en Scheitprügel de Landwirthschaft praktisch bedrew, hadd 'ne wunderhübsche Dochter – na, lach hir Keiner! 'T was würklich en Prachtmäten – un nah de stek de Herr Leutnant 'aus altem Hause' herümmer, sei aewer let em en beten linksch liggen un höll sick mihr rechtsch tau Axeln, de ok in ehre Gegenwart sine fründlichste Sid herute kihrte. Was dat nu, dat de jung' Dam' an dat dummdriste Wesen von den Herrn Leutnant 'aus altem Hause' keinen Gefallen funn, un dat sei, wenn sei einmal frigen süll, ok en ganzen Kirl, nämlich ok einen mit Waden hewwen wull, oder was dat Axeln sine grote Gaudmäudigkeit un sine würkliche Bescheidenheit gegen Damen, de ehr geföll, 't wohrte nich lang', dunn satt Axel so weik as Hahn in den Korw', un de Herr Leutnant 'aus altem Hause' satt up de Hekeltinnen von de Iwersük.

Nu begaww sick dat, dat dat Offizirkur en groten Ball utrüsten würd, un dat de Herr Leutnant 'aus altem Hause' sick tau dese Festlichkeit falsche Waden ansnallen würd. Unnenwarts kennten em nu sine eigenen Kameraden binah gor nich wedder, un wil dat nu unner so vele junge, lustige Lüd' tau 'm wenigsten ümmer ein Hasenfaut mit mang löppt, wat hir de Adjudant was, so namm des' Axeln sinen Gegenbuhler sine bomwullenen Waden tau 'm Stichblatt un stek em dor, ahn dat de Anner dat markte, 'ne gadliche Smetterlings=Sammlung up, mit de denn de Herr Leutnant 'aus altem Hause' munter ümher hopste. – Na, 't Wisen un Kiken un Lachen kunn jo nu nich utbliwen, un as de Herr Leutnant nu de Swalbenswäns' un Truermantels up sine Wadenutrüstung sach, würd hei mit Recht eklich falsch, un in helle Wuth brok hei up dat irste beste lachende Gesicht los, wat em in de Ogen föll, un dat was Axeln sin. – "Wenn Sie nicht," rep hei wüthend",durch des Obersten Konduitenliste hinlänglich gezeichnet wären, so würde ich mir ein Vergnügen daraus machen, Sie zeitlebens zu zeichnen." – Axel wüßt sick de Würd' tworsten nich uttaudüden, hei hürte aewer sihr dütlich ut den Ton de Beleidigung herute, un wil hei nu würklich kein Bang'büx was un eben ok licht hastig warden kunn, so rep hei sinen Gegenbuhler ebenso wüthend tau: wat hei mit sine Würd' seggen wull, verstünn hei nich, aewer sin Ton wir von de Ort, dat hei em up en stilles Flag dorför woll mal eins aewerstraken müggt; un somit gung hei nah sinen Hauptmann, mit den hei up en gauden Faut stunn, un fragte em nah de Bewandtniß von de Sak; un wat hei hir hüren ded, was just nich dortau angedahn, sine Wuth tau stillen. En grimmigen Haß aewerföll em, un hei födderte den Leutnant 'aus altem Hause' un den Adjudanten dortau, wil hei de Sak utbröcht hadd, un de Leutnant 'aus altem Hause' födderte den Adjudanten ok wegen de Smetterlings=Sammlung, un so führten denn alle drei eines schönen Sünndag'snahmiddag's mit en groten Hümpel von Sekundanten un Tügen un Unparteiischen un Dokters un Feldscherers in en käuhlen Holt, un slogen sick de Gesichter bläudig un schoten sick de Knaken intwei; un dunn was wedder Fred' in 'n Lann'. Axel kreg en Ding dwas aew'r 'e Näs', wil hei dummer Wis', stats mit den Degen, mit dat Gesicht parirt hadd.

Na, wenn dit nu grad' nich em verschönern ded, Schaden bröcht em dat likerst nich: den Herrn von So un So sine hübsche Dochter müßt von de Sak hüren, sei rimte sick männig lütte Pikanteri, de tüschen de beiden Gegenbuhler vörfollen was, dormit tausam, un wer kann ok en ganz verstännig Mäten dat verdenken, wenn sei glöwte, dat sei de unschüllige Ursak von de Heldendahten wir, un dat sei Axeln sörre de Tid noch en beten mihr vörtog, as vördem.

Nu künn ick hir de ganze Leiw'sgeschicht tüschen Axeln un Frida utführlich beschriwen, un dat möt Jeder seggen, dat ick mi tau mine Leiw'sgeschicht en por Personen utsöcht heww, as sei dortau nich mal in de Bibel tau finnen sünd, en Kürassirleutnant un en Eddelfrölen, aewer – ick will nich, ick dauh't nich! – Denn irstens dauh ick aewerall nich mihr, as ick möt; un wer will mi dwingen, dat ick de jungen Börgerdöchter, de dit maeglicher Wis' lesen, Provatunnerricht in de Leiw' mit en Kürassirleutnant gew, oder de jungen Handlungsdeiners unnerwis', woans sei sick mit en Eddelfrölen anstellen möten? Wer giwwt mi wat dorför? – Un tweitens will ick hir man grad' tau un ein för alle Mal seggen: ick schriw' aewerhaupt nich för de jungen Lüd', ick schriw' blot för de ollen, de sick des Nahmiddag's up dat Sopha leggen un en Bauk mitnemen, üm sick dormit de Fleigen von de Näs' un de Grillen ut den Kopp tau jagen. – Un drüddens: ick heww in dit Bauk noch uterdem drei junge Mätens tau verfrigen, un wer weiten will, wat dat heit, de frag' man bi 'ne Mudder von drei unbegewene Döchter an. Lowise Hawermann möt doch en Mann hewwen, un wir 't nich jammerschad', wenn de beiden oll lütten Druwäppeling'n as olle Jumfern dörch de Welt tründeln füllen? – Un virtens un letztens: ick bün ok gor nich in 'n Stann' dortau, 'ne Leiw' von en Kürassirleutnant richtig tau beschriwen; dat geiht Jochen aewer, dor hürt en Shakespeare oder 'ne Mühlbachen tau, un wer weit, ob 't Shakespeare ok t'recht kregen hadd, denn so vel ick weit, hett hei sick nich doranne wagt. – Kort un gaud: sei kregen sick, un 1843 tau Pingsten würd de Hochtid hollen, un de Herr von So un So gaww sinen Segen dortau, as Utstüer, wil hei süs nich recht wat tau gewen hadd. – Na, wi willen aewer christlich an em handeln un willen em wat gewen, nämlich en Namen; denn wenn hei nu doch einmal uns' Swiegervader warden sall, möt hei 'n Namen hewwen, un heiten sall hei also: Herr von Satrup up Seelsdörp, wovon em aewer noch weniger hüren ded, as Axeln von Pümpelhagen.

Frida von Satrup was en verstännig Mäten un sach dat all vör de Hochtid in, dat 'Herr Leutnant' man en grot Stück von en lütten Appel wir, un dat 'Fru Leutnanten' irst recht man en lütt Stück von en groten Appel wir, sei höll also dorup, dat Axel von 't Militör afgahln süll; un Axel sach dat mit de Wil' in, dat de Fopperi mit den 'fe=igen' Offizirer noch lang' nich ehr Endschaft kregen hadd, un dat em de Schnitzers, de de oll Oberst in de Konduwitenlisten maken ded, mit rode Tint in 't Gesicht anstreken warden würden; un taudem hadd hei nahgradens doch ok den allergrötsten Drist un Drang, sine landwirthschaftlichen Kenntnissen up Pümpelhagen in bores Geld ümtausetten un dormit sine Schulden tau betahlen.

Hei namm also sinen Afschied, packte sine Gala=Uneform, Schärp un Epoletten in 'ne Kist, höll mit Thranen in de Ogen 'ne gerührte Afschiedsred' an sinen tapfern Degen, läd den ok in de Kist, nagelte un siegelte den Kasten dicht tau, schrew dorup: 'im Fall eines plötzlichen Todes von meinen Erben zu erbrechen', schickte dat Ganze nah Pümpelhagen, höll sine Hochtid in 'n swarten Liwrock un reis'te mit sine junge Fru up 'ne Tid lang an den Rhein.

Woans hei nu tau Johanni 1843 sinen Antritt in Pümpelhagen namm, dat hürt up en anner Blatt.

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