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Ut de Franzosentid

Fritz Reuter: Ut de Franzosentid - Kapitel 17
Quellenangabe
typefiction
booktitleUt mine Festungstid
authorFritz Reuter
year1997
publisherHinstorff Verlag
addressRostock
isbn3-356-00699-1
titleUt de Franzosentid
pages3-185
created19990611
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1859
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Dat säbenteihnte Kapittel

Worüm Fridrich eigentlich kein Spitzbauw was; worüm de Kaiser Napoleon nicks mit den Herrn Ratsherrn tau dauhn hewwen will, un worüm de Oberst mit den Herrn Ratsherrn Heimlichkeiten hett.

Vör den Rathus tau Stemhagen höll de Wagen still, un mit einen Satz was min Vader raf von sinen Sack un heit de annern noch en beten sitten bliwen, bet hei sei röp. – As hei up de Dehl kamm, begegent em Marik Wienken mit Licht, denn 't was all mitdewil düster worden. Marik, wat uns' Deinstmäten was, hadd binah dat Licht fallen laten un wull eben upschrigen, as sei minen Vader ut Hannern sin Mondierung herute kennen ded; hei treckt sei äwer fix in sin Stuw' un säd: »Holt din Mul, Marik! Du büst jo'n verstännig Mäten!« – Marik was man düsig, äwer nicks grippt de Dummheit beter unner de Arm, as wenn sei för klauk utgewen ward; in Marik ehren Kopp würd dat denn ok en ganz Deil heller. – »Is de Herr Amtshauptmann noch hir?« frog min Vader. – »Ja, Herr.« – »Denn sett dat Licht hir hen un gah nah de Stuw' rin un lat di nicks tau min Fru marken un segg den Herrn Amtshauptmann: buten wir ein, de em spreken wull, un denn bring em hir rin.«

Na, dat geschach, un de oll Herr kamm herin: »Gun Abend, min Sähn, wat willst du, un wat deihst du hir in den Herrn Burmeister sin Stuw'?« – »Herr Amtshauptmann, wat makt min Fru un Kinner?« – »Min Jüngschen, wat weit ick von din Fru un Kinner? Wo kümmst du tau Fru un Kinner?« – »Gottsdausend«, röppt min Oll, »kennen Sei mi denn nich? Ick bün jo de Burmeister!« – »Das ist denn eine andere Sache!« röppt de oll Herr. »Das is ja eine ganz besondere Sache! Ne, wat denn? Consul Stavenhageniensis in 'ne korte Jack! – Äwer wat seggt Horaz? Nil admirari, seggt hei! Vör allen in desen Tiden, min Herzenskindting.« – »Herr Amtshauptmann, min Fru?« – »Weit, dat Sei los sünd, min Herzenskindting, un ward sick sihr freuen.« – »Äwer...« – »Nee, 't schadt ehr nich, ok nich, wenn sei Sei in 'ne korte Jack süht. Kamen S' man!«

All de Äwerraschungen dägen den Düwel nicks, sülwst nich de gauden. Wenn de Freud' den Minschen mit einmal in de Uhren schallt, as wenn twei Dutzend Muskanten tauglik dicht bi einen achter'n Busch losleggen, denn ritt dat einen dörch dat Hart un dörch den Kopp, un dat schönste Lied ward idel Weihdag'. Ne! ick law mi de Freud, wenn sei ankümmt as en schönen Singvagel in'n käuhlen Holt, wenn sei neger kümmt un ümmer neger von Twig tau Twig, bet sei mi tauletzt von den negsten Busch ehr Lied vull in de Uhren singt.

De Freud' kamm bi min Mutting tauirst woll en beten hastig; äwer dat was äwerstahn; nu kamm sei von Twig tau Twig, un as min Vader rin kamm in de Stuw', dunn sung sei ehr Lied ehr vull in de Uhren, un as de Vagel tauletzt gor in 'ne korte Jack kamm, dunn was't ehr, as wenn hei ehr allerlei Wippkens in den Busch vörmaken ded, dat sei von Harten doräwer lachen müßt. – Un de Erinnerung an desen Dag is in unsern Hus' lewig blewen bet in de spädsten Tiden: wenn min Vader unner Arbeit un Sorgen mal recht lustig an't Hus kamm, denn heit dat unner uns: »Vatting hett hüt de korte Jack an.«

As sick de Freud hallweg' tau Rauh set't hadd, fung de oll Herr an: »Un den Franzosen hewwen Sei glik mitbröcht, min Herzenskindting?« – » Ick nich«, säd min Oll, »den Möller sin Fridrich hett woll 't Best dorbi dahn, un de Gülzowsche Schult hett em dorbi hulpen.« – »Min Herzenskindting, dieser Fridrich muß ein verteufelter Kerl sein, ein resolvierter Mensch, will'n em mal rinne kamen laten.«

Fridrich kamm, un de Schult ok. »Hür mal, min Sähn, büst du dat, de den Franzosen von den Wagen smeten hett?« – Fridrich dacht bi sick: wo? dit sall jo woll wedder en Gerichtsdag warden? Un wil hei dese Frag mit »ja« beantworten müßt, set't hei sick stracks up de Achterbein un let dat an sick kamen. »Ja, Herr«, säd hei. – »Weitst du denn ok woll, dat du den Möller in grote Verlegenheit bröcht best?« – »Verlegenheit? – Hei is't mit Verlegenheiten gewennt, un ein mihr ward em nich schaden.« – »Büst du dat, de den Mantelsack von dat Franzosenpird namen hett?« – »Ja, Herr.« – »Hest du di dorbi nich mit acht Gröschen an den Franzosen sin Eigendaum vergrepen?« – »Ick heww mi min acht Gröschen blot wedder namen«, säd Fridrich un vertellte de Geschicht. – »Du hest sei di gegen Gesetz un Recht namen, un wo ward so einer nennt, de dat deiht?« – Fridrich kek den ollen Herrn drist an, säd äwer kein Wurd. – »Schult Besserdich, wo ward so'n Minsch nennt?« – »Mit Verlöw, Herr Amtshauptmann, en Spitzbauw!« brok de oll Schult los. »Un dat is hei, Herr; hei hett hüt noch de oll Baukfinksch 'ne Wust ut den Rok stahlen, un so'n Kirl will min Fiken frigen?« – »Wat will hei?« – »Min Fiken, Herr, de bi Sei deint, Herr, de will hei frigen, Herr.« – »So? So?« säd de Herr Amtshauptmann un kek Fridrichen von baben bet unnen an, »das ist denn eine andere Sache! – Min Sähn, denn kannst du rute gahn; äwer ick ward di den gistrigen un den hütigen Dag gedenken.«

Fridrich gung un schull in sinen Harten up den Schulten un den Amtshauptmann. »Wat will hei mi gedenken?« frog hei sick, as hei up de Dehl stunn. Hadd hei äwer wüßt, wat dit Wurd bi den ollen Herrn in den Mun'n führt, hadd hei woll so nich fragt, denn in'n Bösen gedacht de oll Herr sindag' nich wat; dat Bös' gung an em voräwer, dat hackte em nich an, un hei makte drei Krüzen achter her; kamm em äwer dat Gaude entgegen, denn was em bang, dat hei't so rasch verliren süll, denn heit dat: »Neiting, Fritz Sahlmann, Westphalen, Kinnings, helpt mi doran gedenken.«

As Fridrich ut de Dör was, dreiht de oll Herr sick üm un lachte ut vullen Harten: »Neiting, üm Fritz Sahlmannen sin Wust von hüt morrn büst du nu doch rüm, de kriggt de Baukfinksch in Pinnow, denn wenn dese Bengel, de Fridrich, den Schulten sin Fik frigen sall, denn möt wi em doch irst wedder ihrlich maken.« – »Ja«, röp min Oll un läd en Achtgröschenstück up den Disch, »un hir is dat Geld, wat hei den Franzosen namen hett.« – »Na, un nu, Schult, wennihr ward de Hochtid?« lachte de oll Herr. – De oll Schult stunn dor un makt en Gesicht, as hadd em einer von achter 'ne Brill von Schauhsahlen upset't; hei wüßt nich, wat üm em geschach. »Herr Amtshauptmann«, säd hei endlich, »de Kirl is jo äwerst en Snurrer.« – »Schult«, säd de oll Herr, »de Sak kann sick ännern. In'n Amt sünd in desen Tiden Burhäw' fri kamen, un wer weit, wo hohe Herzogliche Kammer doräwer denkt.« – »Ja, hei is doch äwerst ok en Spitzbauw, Herr.« – »Schult, dat wull ick blot noch mal von Em hüren. As de Kirl hüt morrn sick de acht Gröschen ut dat Fellisen halt hett, hadd hei dunn nich dat Ganze behollen künnt? Wer hadd dor wat von wüßt? – Un wenn hei't up den Nacken namen hadd un wir dormit äwer de preußsche Grenz gahn, wecke Hund un wecke Hahn hadd dornah kreiht? Ne, wat denn?« – »Je, Herr, äwer mit de acht Gröschen un de Wust?« – »Dat ein hett hei in sinen Unverstand för sin Recht hollen un dat anner för en Spaß.« – »Je, Herr«, seggt de Schult un kratzt sick an den Kopp, »wenn dat ok all so is, min Fik is doch tau jung för den ollen Bengel.« – »Mit Verlöw, Herr Amtshauptmann«, föll hir Mamsell Westphalen in, »dat ick mang Gerichtssaken un Burenangelegenheiten red. – Schult Besserdich, dat is en dummen Snack von Em; denn wenn Sin Fik noch 'ne junge, dumme Dirn is, dann is dat gaud, dat sei en erfohren Mann kriggt, denn dat hett ümmer sin Ort hadd. Un, Herr Amtshauptmann, nehmen S' nich äwel, hei is en resolvierten Kirl un in dese Tid tau bruken, un gistern abend – ick will nicks nich gegen Herr Droin seggen, denn hei möt weiten, wenn dat Tid is, mit Obergewehr un Unnergewehr up en Minschen lostaugahn –, äwer gistern gung Fridrich itzig un allein up den Franzosen los, un wenn sine Redensorten ok för Ehre Stuw' un mine Uhren nich rendlich naug wiren, so säd ick doch tau mi: dat is en Kirl, de hett dat mit de Daht. Un, Schult Besserdich, de beiden passen för enanner, denn wat hei in de Daht hett, het sei in de Würden; un, Herr Amtshauptmann, sei kann sick en Kirl von den Liw' hollen, denn sei hett en gottgesegentes Mulwark, un dat segg ick

De oll Schult kek Mamsell Westphalen an un denn wedder den Herrn Amtshauptmann, hei was ganz verdutzt, all de Inwennungen, de hei makt hadd, wiren em t'rügg slagen, hei söcht nah nige un funn kein, bet em tauletzt dat inföll, wat em tauletzt ümmer inföll; hei kratzt sick also achter de Uhren un säd: »Je, Herr Amtshauptmann, ick möt irst hüren, wat Mutter dortau seggt.« – »Recht, min leiw' Schult! Vör allen äwer möt Hei irst hüren, wat Sin Fiken dortau seggt. Ick för min Deil heww Em man klor maken wullt, dat dese Fridrich kein Spitzbauw is.«

Somit was denn dese Angelegenheit vörlöpig up den Nümms- un Nahrensdag herut schaben; de Fru Amtshauptmannen was mit Mamsell Westphalen all rup up dat Sloß gahn, un bi de anner Gesellschaft was de Mäudigkeit inkihrt, as de Stadtdeiner Luth von sin Fort nah Kittendörp taurügg kamm un ansäd, dat de Herr Landrat 'ne schöne Empfehlung maken let un hei schickte sinen eignen Herrn Kammerdeiner mit von wegen dat Sülwertüg.

Dordörch was denn nu allens schön in Ordnung kamen, de Herr Amtshauptmann schrew nu noch ein Breiw an den französchen Oberst, min Oll säd Luthen genau Bescheid, wat hei tau dauhn un tau seggen hadd, Fridrich un Luth nemen den Schassür tüschen sick up den Wagen, de Herr Kammerdeiner un Fritz Besserdich set'ten sick vörn up, un furt gung dat in de düstre Nacht un den deipen Weg nah Bramborg hentau.

»Ja«, säd de oll Schult, as hei allein in de Nacht nah Gülzow hentau gang, »ji hewwt gaud reden! So'n Amtshauptmann un Burmeister un Mamsell up den Sloß, dat sünd vörnem Lüd' un hewwen keinen äwer sick; äwer so'n Schulten kummandiert jedwerein. Ja, wenn Mutter nich wir! Un de Kirl wir kein Spitzbauw, un hei wir en teihn Johr jünger, un hei hadd 'ne Burstäd', un min Fik wull em, ja denn – denn – kreg hei de Dirn doch nich, denn Mutter litt't nich.«

Kein Minsch kann mi nu verdenken, dat ick bi dat Vertellen von 'ne lustige Geschicht nich Lust heww, grugliche Geschichten mit mang tau mengen, un dorüm red ick nich wider as nödig von den französchen Schassür; ick segg nicks dorvon, wo em tau Maud' was, as hei nah Bramborg kamm, nicks dorvon, as hei vör't Krigsgericht stunn, nicks dorvon, wo em de Angst, de Dodesangst ümmer neger kamm, as hei sinen bösen Lohn kreg. Un wenn ick't ok wull, so künn ick't nich, denn ick schriw man Ding', de ick kenn, un dit kenn ick nich; ick heww't mindag' nich äwer't Hart bringen künnt, en armen Sünner niglich up den letzten Gang tau bekiken un tautauseihn, wo ein Sünner den annern von minschlichen Gerichtswegen vörilig vor dat Gericht von unsern Herrgott bringt. Äwer dat was nu einmal so, un dat geschach ok so; un as sin bläudig Liw up den Sand lagg, hett woll keiner doran dacht, dat de Kugeln wid hinnen in Frankrik vel harter in en Hart slogen as in sin eigen – ick mein in sin olle Moder ehr.

Ick will drüm blot vertellen, dat dörch de Afliwerung von den lewigen Franzosen de Möller un de Bäcker von den Murdverdacht fri kemen un dat dörch sin Geständnis un dörch dat Tügnis von den Inspekter Nicolai un den Herrn Kammerdeiner de Landrat von Ürtzen wedder tau dat Sinige kamm un dat de Oberst von Toll, as de Auditör dat bore Geld taurügg behollen wull as herrnlos Gaud, upstunn un mit strenge Würd' säd: mit Row un Deiwstal süll sin Regiment nich anteert warden. Dormit stunn hei up, namm dat Fellisen un säd tau Luthen: »Min leiw' Fründ, Sei schinen mi en vernünftig Mann tau sin, nemen S' hir den versiegelten Mantelsack un gewen S' em den Herrn Amtshauptmann Wewer, hei süll dormit dauhn, wat hir tau Lan'n Rechtens wir.« Luth kreg 'ne Schrift dortau, un so wir de Sak afmakt.

Äwer nu kamm 'ne Swirigkeit dormang, doran hadd keiner dacht: wat süll mit minen Unkel Hersen warden? As de Möller un de Bäcker un de annern all ut de Gerichtsstuw' rute un von em weg gahn wiren, stunn min Unkel Hers' dor as en schönen einsamen Eikbom in en Hau, den de Förster allein in sine Statlichkeit verschont hett. – De Oberst kek em verwunnert an un frog em: »Wat stahn Sei hir noch?« – Min Unkel Hers' rögte sine Telgen, un an sin düsterrodes Gesicht kunn einer seihn, dat in sin Zoppen'n de Stormwind anfung tau brusen. »Dat wull ick Sei fragen«, was sin Antwurt. – Wir in desen Ogenblick en frömd Minsch in de Dör kamen, hei hadd woll swigen süllt, wer Oberst un wer Ratsherr wir. 'ne statsche Uniform hadden beid an, un beid hadden 'ne vörnem, stolze Min, un beid hadden sei dese ut Gewohnheit von wegen dat Kummandieren; was de Oberst en por Toll länger, so was min Unkel en halwen Faut dicker; hadd de Oberst den Krig unner de Näs', so hadd min Unkel em äwer dat ganze Gesicht, denn hei hadd sick en por Dag' nich balbieren laten kunnt, oll Doktor Metz hadd vörgistern äwerschaten, un wat de Dag' vörher un gistern un hüt wussen was, wog gaud so vel as de Snurrbort von den Franzosen.

»Wer sünd Sei?« frog de Franzos'. – »Ick bün en Ratsherr, en Stemhäger Ratsherr«, säd min Unkel. – Dat schint denn nu den Franzosen doch tau verblüffen; hei gung up un dal, un tauletzt blew hei vör minen Unkel stahn un säd: »Ick seih den Vurtel för den Kaiser Napoleon nich in, wenn ick noch länger mit Sei in'n Lan'n herüm treck. Sei känen gahn.« – So wat was min Unkel denn nu nich gewennt. »Herr«, röp hei, »dese Behandlung...!« – »Ick bedur uprichtig«, föll em de Oberst in't Wurd, »dat Sei äwerall inkummodiert sünd. Sei möten schir ut Verseihn mitnamen sin.« – Dat was denn nu doch för minen Unkel en tau starkes Stück! Hei hadd sick den ganzen Weg lang un de Winternacht dormit tröst't, dat hei en utgesöchtes Opfer von den korsikanischen Draken wir, un nu süll dat Ganze en blotes Verseihn sin? Hei hadd in sine Unschuld taum wenigsten up 'ne öffentliche Ihrenerklärung vör de Frunt von en ganzes französches Regiment rekent, un nu stödd em – mit Respekt tau seggen – de französche Oberst mit den Faut vör den Allerwertsten un säd: hei kunn nu gahn. – »En Mann, as ick bün«, röp hei, »ut Verseihn mitnamen!« – »Sei känen noch von Glück seggen«, säd de Oberst un kloppt em fründlich lachend up de Schuller, »in den Krig kümmt männigmal wat Slimmeres vör, dor ward männigein ut Verseihn dodschaten. Seihn S' de Sak as 'ne Prüfung von Gott an.« – »Wenn dat 'ne Prüfung sin sall«, säd min Unkel, »denn is't man 'ne sihr dumme.« – De Oberst lacht un fot minen Unkel unner'n Arm: »Kamen Sei, Herr Ratsherr, ick bün recht vergnäugt in minen Harten, dat de Sak so ut de Welt kamen is un dat ick den Herrn Amtshauptmann heww tau Willen sin künnt. Un ick hadd woll noch en por Würd' in't geheim mit Sei unner vir Ogen tau reden.« – In't geheim un unner vir Ogen, dat wiren denn nu en por Würd', de kunn min Unkel Hers' nich wedderstahn, hei folgte also.

»Herr Ratsherr«, säd de Oberst, as sei buten up den Mark vör den Gasthof taum Goldenen Knop stun'n, denn in den Goldenen Knop was den Obersten sin Hauptquartier, »Herr Ratsherr, seggen Sei den ollen, braven Herrn Amtshauptmann, ick let em noch velmals grüßen, un wenn ick sin Bed' glücklicherwis' hadd erfüllen künnt, so süll hei tauseihn, dat hei ok min erfüllen ded, un min Bed' wir: hei süll, wenn dat mit Recht gescheihn künn, dat herrnlos' Geld dat lütt Mäten tauwen'n, de mi gestern unnerwegs den Breiw von em bröcht hadd. Un, Herr Ratsherr, Sei seihen in, dat dit geheim hollen warden möt, denn süs künn de Herr Amtshauptmann doräwer verdächtigt warden.« – Min Unkel Hers' was nu wedder in sin vull Fohrwater: »Sei meinen doch Fiken?« frog hei iwrig. »Möller Vossen sin Fiken, de dor steiht?« Un wis'te up Fiken, de en beten afsid mit ehren Vader stunn un em den Arm üm den Hals leggt hadd un vör Freuden weinte. – »De mein ick«, säd de Oberst un gung up dat Por tau.

Fiken let den Arm von ehren Vader sinen Nacken los, äwer de Tranen kunn sei nich wehren, un as de Oberst neger kamm, was't ehr, as müßt sei noch mihr weinen, un as de Oberst ehr de Hand gaww, makte sei en stillswigenden Knicks, sei kunn kein Wurd herutbringen. So lang' de Nod as 'ne düstere Nacht up ehr legen hadd, so lang' was sei still un ruhig, ahn sick links un rechts ümtaukiken, ehren Gang gahn, un blot dat Vertrugen up Gott hadd ehr as en schönen Stirn lücht; nu dor de Sünn upgahn was, stunn sei still, ehr Hart bläuhte as 'ne schöne Rosenblaum tau dat Licht in de Höcht, de frische Morgenwind spelte in ehre Bläder, dat sei sick ümkiken kunn nah rechts un nah links un nah rüggwarts un vörwarts, un de Morgendau föll an de Ird.

De oll Möller stunn ok stillswigend vör den Obersten; äwer as de frog, ob hei de Vader von dat lütt Mäten wir, dunn kamm't em mit Würden äwer den Hals. »Ja«, säd bei, »Herr. Un wenn't ok wohr is, wat uns' Herr Amtshauptmann seggt, dat Jungs beter un Dirns tau quarig sünd, denn dat sünd sei, Herr, as Sei an Fiken seihn känen« – un dorbi wischte hei sick sülwst 'ne Tran ut de Ogen –, »so weit ick doch för Ehre Gaudheid keinen annern Wunsch, as dat uns' Herrgott Sei mal so'n oll lütt Dirnken schenken müggt, as min lütt Fiken is«. – De Oberst müggt dat ok woll denken; äwer hei säd dat nich, hei wenn't sick rasch nah Fiken üm un frog: »Min leiw' Döchting, kannst du schriwen?« – »Ja, Herr«, säd Fiken un makt en Knicks. – »Sei kann allens«, säd de Möller, sei kann schrewen Schrift lesen un kann schriwen as en Schaulmeister; denn sei möt jo all min Schriften besorgen.« – »Na, denn, min lütt Dirning«, säd de Oberst, »schriw mi hir mal dinen Namen un den Urt rin, wo du her büst; äwer plattdütsch«. – Un Fiken schrew in dat Taschenbauk von den Obersten: »Fiken Vossen up de Gielowsche Mähl in't Stemhäger Amt.« – De Oberst les' dat, klappt sin Bauk tau, gaww ehr un ehren Vader de Hand un gung mit de Würden: »Adjüs! Un wi treffen mägliche Wis' noch einmal wedder tausam.«

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