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Ut de Franzosentid

Fritz Reuter: Ut de Franzosentid - Kapitel 13
Quellenangabe
typefiction
booktitleUt mine Festungstid
authorFritz Reuter
year1997
publisherHinstorff Verlag
addressRostock
isbn3-356-00699-1
titleUt de Franzosentid
pages3-185
created19990611
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1859
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Dat drütteihnte Kapittel

Worüm Fritz Sahlmann in den Dreck föll, Schauster Bank einen mit den Flintenkolben kreg, de Herr Ratsherr Hers' all de Mählen in den ganzen Lan'n anstecken will, un worüm de König von Preußen för den Herrn Ratsherrn ümmer en Kuwert bereit höllt.

As uns' Gefangen ut dat Bramborgsch Dur kemen, marschierten sei mit ehre twei Mann hin'n un twei Mann vörn äwer den Amtsbrink den ollen Bramborgschen Weg entlang – denn Schasseen gaww dat dunn noch nich in Meckelborg –, un as sei in den Hollweg kemen, de den Mählenbarg ruppe gung, den de Stemhäger Börgers den »Pirddod« un ok woll »dat Hals- un Bein-En'n« näumen deden, kummandiert de Wachtmannschaft »Holt!«, denn wider gung't abslutenmang nich. Dat ganze Kanonen-Fuhrwark lagg in den Hollweg un was dor tau Senk drewen, un wenn alle Pird ut Stadt un Amt, de nu nich dor wiren, taum Vörspann bi de Hand west wiren, sei hadden desen Klumpen Unglück nich ut den Leim kregen. Dor seten nu de Franzosen un futerten un ßackerierten. De Daglöhners ut de Stadt un von den Amtsbrink würden mit Hack un Schüpp heranne slept, un frische Pird würden ut dat Ritterschaftlich, ut Jürnsdörp un Klaukow ranne kummandiert, un dorbi regent dat, dat nüms en drögen Faden an'n Liw' behöll. »Vader Voß«, seggt Bäcker Witt, »wat's dit för'n Regen!« – »Schön Weder för'n laten Gasten«, seggt oll Voß, »wenn ein all wecken sei't hett.« – »Ick kann min Hemd all utwringen«, seggt de Bäcker. »Un mi lopen bi lütten de Stäwel all vull«, seggt de Möller. – »Herr Burmeister, stellen S' sick achter minen Mantel in de Schuling«, seggt min Unkel Hers' un makt sick noch en beten breider, as hei von Natur all was, »ick freu' mi man, dat dese Tyrannen-Knechte ok dörch un dörch natt warden.« – Min Vader stellte sick achter den Mantel, säd äwer nicks, denn hei hadd wat in't Og fat't.

Baben up de Burd von den Hollweg stunnen allerlei Lüd', Daglöhners un Knechts un Börgers ut Stemhagen, de trotz Regen un Unweder ut Niglichkeit un Mitgefäuhl achter den Tog an gahn wiren, un mang desen Hümpel krop Fritz Sahlmann hen un her un vertellte den einen un den annern, de't noch nich wüßt, den ganzen Hergang von de Sak. As min Oll em gewohr würd, stunn hei grad bi den ollen Inspekter Nicolai ut Jürnsdörp, de tau Pird kamen was un mit de Franzosen riden müßt, dormit sei em sine Hofpird nich för ümmer mitnemen. – De oll Inspekter Nicolai was en sihr gauden Fründ von minen Vader, un as em Fritz Sahlmann sinen Strämel vertellt hadd, kunn min Oll dütlich seihn, wo em de oll Inspekter taunicken ded un den Jungen wat in't Uhr säd. Fritz Sahlmann stek nu de Hän'n in de Tasch un fläut't sick wat un fläut't sick an de Burd heran un fläut't sick de Burd herunner, un as hei binah unnen was, hackt hei mit Geschicklichkeit achter 'n Wörtel von 'ne olle Wid' un snuwwelte ganz natürlich up de Gefangenen los, un as hei dicht bi minen Ollen was, föll hei, as künn't gor nich anners sin, in den Dreck. Min Vader bückt sick dal un böhrt em tau Höcht. »Passen s' up dat Pird«, säd de Jung', würd äwer ok glik von de Franzosen ut den Kreis jagt un klattert de Burd wedder ruppe.

Was min Oll all vördem hallweg upmarksam up den Inspekter un den Jungen, so würd hei dat nu noch mihr. Hei sach, wo de oll Nikolai von't Pird steg, mit sin Ridpitsch klappt un sei Fritz Sahlmannen in de Hand gaww; wo de Jung' nu mit dat Pird an tau ledden fung, ümmer up un dal, äwer ümmer dichter an de Burd, bet hei endlich achter 'ne olle Wid' still höll, as wull hei dor Schutz gegen den Regen säuken. Von hir ut makte hei den Ollen en Teiken, un de Oll, de in den Schutz von Ratsherr Hersen sinen breiden Puckel stunn, ded, as wenn hei sich dat Water von den Haut schüdden wull, un swenkt em dreimal tau.

'ne lütte Wil hadd dat wohrt, dunn kamm üm den Ümswang, wo de Ivenacker Weg in de Bramborgsch Landstrat rinne bögt, 'ne grote Kutsch antauführen, dor satt en General in, de de Nacht bi den Ivenacker Grafen in Quartier legen hadd, de führte ok den Hollweg ruppe, un as sei an dat Flag kamm, wo de Transport hacken ded, kamm dor 'ne Unordnung in de Soldaten, sei müßten de Kutsch ut den Weg' gahn, un knapp würd min Oll dat gewohr, dunn flog hei, as ut 'ne Pistol schaten, achter den Ratsherr sinen Mantel rute up jennsid von de Kutsch, de Burd tau Höcht, achter de olle Wid', ret Fritz Sahlmannen Pitsch un Tägel ut de Hand, rup up de Mähr un – hest du nich seihn! – den Barg hendal.

»Föh! Föh!« schrie'ten de Franzosen, »knack! knack!« säden de Hahns, un »Kasten!« antwurte dat oll Füerslott, denn de Pulwer was so natt as oll Wewer Stahlsch ehr Koffesatz.

En lütten Ogenblick was dat, as de Stemhäger Börgers ehren Burmeister so äwer dat Feld un de Grabens henbösten segen, as wull'n sei em en lustig Hurrah nahraupen, un Schauster Bank fung all an: »Uns' Herr Burmeister viv...«, as em en französchen Flintenkolben tüschen de Schullern set't würd, dat hei blot desen Wink tau folgen brukt, üm in de grötste Geswindigkeit unnen an den Barg antaukamen, de annern folgten denn, un in'n Ümseihn was de Burd leddig bet up den Inspekter Nicolai, de sick an 'ne Wid' lehnt hadd un dor in alle Rauh sin Pip Toback rokte. Hadd dat nu keiner bemarkt, dat hei tau Pird ankamen was, oder hadden de Franzosen utdrücklich seihn, dat hei nicks mit den Handel tau dauhn hatt hadd, wil dat hei wid von sin Pird afstunn; genaug, em würd nicks seggt. De drei äwrigen Gefangen äwer kregen duwwelte Wachen un würden ut den Hollweg up't fri Feld ruppe bröcht un von dor, wil dat doch en beten bet in'n Drögen was, unner de oll Buckmähl, von de de Barg den Namen hett.

Hir seten sei nu Rügg' an Rügg' up en Mählenstein un kalennerten. »För den Burmeister is't gaud«, säd oll Witt un kämmt sick dat natte Hor mit den missingschen Kamm achter äwer, »dat hei up so'ne Wis' fri kamen is, äwer för uns is't slimm, denn nu sünd wi as de Immen ahn Wiser. Hei hadd uns doch woll am En'n noch fri kregen.« – »Je, Vadder, wat wull dat nich«, säd de oll Möller Voß un nickte den Inspekter Nicolai tau, de sick ok unner de Mähl stellen würd. – »Hm!« smet min Unkel Hers' dormang, »Meister Witt, in städtsche Angelegenheiten weit hei Bescheid, dat strid ick em nich af; äwer in Kriegsangelegenheiten, wat dat Militörische anbedrapen deiht, dor hett hei sick sindag' nich üm bekümmert, dor weit hei grad so vel von, as... as...« – »As Sei un ick, Herr Ratsherr«, säd oll Möller Voß, ahn sick wider wat dorbi tau denken. – »Möller Voß«, säd de Herr Ratsherr un richt't sick en Enning höger, »jeder red von sick un nich von den annern. Wat Sei dorvon verstahn, dat weiten Sei sid gistern nahmiddag, denn Sei un de oll Amtshauptmann un de Burmeister hewwen uns in de Sak rinne fidelt, un wenn ick nich dormang kamen wir, denn set oll Mamsell Westphalen hir ok up den Stein un klapperte mit de Tähnen. Wat ick dorvon verstah, dat will ick Sei bald wisen. Kennen Sei Jahnen?« – »Meinen Sei den ollen Jahn von de Peenhüser, de mine Fru de Pött beknütten deiht?« – »Ih, wo! Turn-Jahnen mein ick, de up Stun'ns in Berlin is, Kolloffen in Lukow sinen Swager.« – »Ne, de Mann is mi nich bekannt.« – »Na, denn hüren S'. Des' Turnjahn geiht mal mit en Studenten in Berlin de Strat entlang un kümmt nah't Bramborgsch Dur – denn de Berliner hewwen ebensogaud en Bramborgsch Dur as wi Stemhäger – un wis't dor baben ruppe, wo de Sigsgöttin süs stahn hett, de de Franzosen mitnamen hewwen, un fröggt den Studenten, wat hei sick dorbi denken deiht. – Nicks, seggt de. – Swabb! haut hei em an den Hals.« – »Dat was drist«, seggt Möller Voß. – »Ja, Herr Ratsherr«, seggt oll Witt, »mi sitt de oll Hand ok verdeuwelt los, äwer...« – »So lat't mi doch utvertellen!« seggt min Unkel Hers'. »Musche Nüdling, säd Turnjahn tau den Studenten, as de sick äwer de Mulschell stark verstutzen ded, dit is en Denkzettel för't Nicksdenken. Du haddst di dorbi denken müßt, dat wi de Sigsgöttin uns ut Paris wedder halen möten.« – »Ja, äwerst...«, seggt Witt. – »Dat's denn doch, äwerst...«, seggt de Möller. – De Herr Ratsherr let sei äwer nich tau Wurd kamen un wen'nt sick an den Möller: »Nu frag ick Sei, Möller Voß, wenn Sei sick dese Mähl so anseihn, wat denken Sei sick dorbi?« – »Herr Ratsherr«, seggt Möller Voß un steiht up un stellt sick en beten ut de Firn, »Herr Ratsherr, Sei warden mi doch nich so traktieren?« – »Ick frag blot, Möller Voß, wat denken Sei sick dorbi?« – »Je«, seggt de Möller un kickt de Mähl in de Höcht, »wat sall ick mi dorbi denken? Ick denk, dat dat 'ne olle Huk is un dat sei äwer Frühjohr nige Flägel hewwen möt un dat, wenn de Stein baben nich beter sünd as de, de hir unnen liggt, de Stemhäger verdeuwelt velen Sand mit ehr Mehl verzehren möten.« – »Un dorin hest du recht, Vadder«, seggt de Bäcker. »Un dorin hett hei unrecht«, röppt min Unkel Hers', »wenn hei richtig antwurt't hadd, denn hadd hei seggen müßt: sei möt anstickt warden. Un sei ward anstickt warden; all de Mählen in'n ganzen Lan'n möten anstickt warden.« Un dormit stunn hei up un gung mit groten Schritten üm den Mählenstein herüm. – »Gott sall uns bewohren!« seggt Möller Voß, »wer sall dese Schanddaht utäuwen?« – » Ick!« säd min Unkel Hers' un slog sick för de Bost un gung neger an de beiden ran, de gor nich wüßten, wo ehr geschach, un flustert ehr tau: »Wenn de Landstorm losbreckt, denn stek wi all de Mählen as Füerteiken an; en Fanal nennt einer dat, un de beste Bewis, dat ji nicks von den Krig verstaht, is, dat ji nich mal weit't, wat en Fanal is.« – »Herr Ratsherr«, seggt Möller Voß, »'t is mi ganz egal, ob dat en Fanal oder en Kanal oder sü's en annern Aal is; wer mi min Watermähl ansteckt, de kann sick up wat gefaßt maken.« – »Buckmählen, Windmählen mein ick, Möller Voß; wer seggt denn von Watermählen? Watermählen liggen in de Grund un brennen nich. Un nu frag ick jug, hett de Burmeister woll de Kenntnis un de Kurasch', in Krigstiden so tau handeln as ick?« – »Dat hei Mählen anstecken will, hett hei nich seggt«, säd de Bäcker un kek den Herrn Ratsherrn en beten sihr ungewiß an, as wenn hei nich wüßt, ob dat Irnst oder Spaß sin süll. – »Min leiw' Witt, Sei kiken mi an as de Kauh dat nige Dur; Sei wunnern sick äwer mi un denken: Wat will so'n Stemhäger Ratsherr? Wat weit de von Krigskunst? Min leiw' Witt, Sei kneden Ehren Deig mit de Füst in'n Backeltrog, ick kned minen mit Äwerleggung in'n Kopp. Wenn ick henstellt wir, wo ick henhürt, denn stünn ick vör'n König von Preußen un redt mit den Mann. ›Majestät‹, säd ick, ›sünd woll en beten sihr in Verlegenheit?‹ – ›Wat wull ick nich, Herr Ratsherr‹, seggt hei, ›dat Geld is mi up Stun'ns hellschen knapp.‹ – ›Wider nicks?‹ segg ick. ›Dat's Kleinigkeit! Gewen S' mi blot 'ne Vullmacht, dat ick dauhn kann, wat ick will‹ – licentia poetica heit dat up Latinsch, Möller Voß – ›un ein Regiment Garde-Granedier.‹ – ›De sälen Sei hewwen, min leiw' Herr Ratsherr‹, seggt de König, un ick lat de ganze Judenschaft ut all sinen Staaten up den Sloßhof in Berlin tausamen kamen, beset't dat Sloß mit min Gardegranedier un stell mi an de Spitz von ein Kumpani un marschier dormit in den Sloßhof. ›Sid ji nu all dor?‹ frag ick de Juden. – ›Ja‹, seggen sei. – ›Will'n ji nu friwillig‹, segg ick tau de Juden, ›de Hälft von jug Vermägen up den Altor des Vaterlandes opfern?‹ – ›Dat kän' wi nich‹, seggt de ein, ›denn sünd wir rungeniert.‹ – ›Will'n ji, oder will'n ji nich?‹ frag ick. ›Achtung!‹ kummandier ick. ›Herr Ratsherr‹, seggt en anner, ›nemen S' en Virtel.‹ – ›Keinen Gröschen unner de Hälft‹, segg ick. ›Macht euch fertig!‹ – ›Wi will'n jo!‹ schrigen de Juden. – ›Schön!‹ segg ick. ›Denn gah nu jeder enzeln ruppe nah den witten Saal, dor sitt des Königs Majestät up den Thron, un dor legg ein jeder sin Geld vor die Stufen des Thrones.‹ – Wenn sei all ruppe west sünd, gah ick ok rup. ›Na‹, segg ick, ›Majestät, wo's 't nu?‹ – ›Wunderschön, min leiw' Herr Ratsherr!‹ seggt hei. ›Wenn't anner all so wir!‹ – ›Dat will wi woll krigen!‹ segg ick. ›Gewen S' mi blot en Stückener twintig Regimenter Infanterie, teihn Regimenter Kavallerie un so vel Kanonen, as Sei up Städ's grad missen känen.‹ – ›De sälen Sei hewwen‹, seggt de König. – ›Schön!‹ segg ick un marschier mit min Soldaten af, ümmer dörch Wischen un Bräuker un jung' Dannenschonungen, Flanken stets gedeckt. Ick smit mi up Hamborg; den Prinzen Eckmühl äwerfall ick, hei ward vör mi bröcht. ›Bugt mi mal en rechten hogen Galgen!‹ segg ick. – ›Gnade!‹ seggt hei. – ›Nicks dor‹, segg ick, ›von Gnad'! Dat's dorför, dat du hest Herzog von Meckelborg warden wullt.‹« – »Ick bidd Sei üm Gottes willen, Herr Ratsherr«, seggt Möller Voß, »reden S' sick un uns nich üm den Hals, bedenken S' blot, wenn de Kirls dorvon wat verstün'n.« – »Dat wir der Deuwel!« säd min Unkel Hers' un kek de Franzosen de Reih lang an, doch as hei sach, dat sei nich Achtung up em gewen, säd hei: »Sei sünd 'ne olle Bangbüx, Möller Voß. De Kirls verstahn kein Plattdütsch. – Also: ick häng em up un treck mi linksch in't Hannöwersch rin un fall em sülwst, den Korsikan... – na, ji weit't, wen ick mein – in den Rüggen. Dat anner is all dumm Tüg; in'n Rüggen fallen is de Hauptsak. – 'ne grote Slacht! Föfteihndusend Gefangen! Hei schickt mi 'n Trumpeter: ›Waffenstillstand!‹ – ›Kann nicks ut warden‹, segg ick, ›taum Spaß sünd wi nich hir.‹ – ›Freden!‹ lett hei mi seggen. – ›Schön!‹ segg ick, ›Rheinland un Westfalen, ganz Elsaß un dreivirtel Lothringen.‹ – ›Kann ick nich!‹ seggt hei, ›min Brauder möt dorvon lewen.‹ – Also wedder vörwarts! Ick treck mi rechtsch un beruhig' Belligen un Holland, mit einmal swenk ick linksch in. ›Weit der Deuwel!‹ seggt hei, ›dor hett dat Unglück den ßackermentschen Ratsherrn wedder up min Achtersid!‹ – ›Erstes Granedier-Regiment, fällt's Bajonett!‹ kummandier ick; de Batteri ward namen. ›Zweites Husaren-Regiment vor!‹ – Hei wagt sick mit sinen Generalstab tau wid vör, wupp! hewwen em de Husoren bi de Slafitten. ›Hir is min Degen!‹ seggt hei. – ›Schön!‹ segg ick. ›Nu kamen S' man mit. Un ji, Kinnings, känt nu ruhig nah Hus gahn; de Sak is vörbi.‹ Ick bring em nu gefesselt an die Stufen des Thrones: ›Majestät von Preußen, hir is'e!‹ – ›Herr Ratsherr‹, seggt de König, ›bidden S' sick 'ne Gnad ut.‹ – ›Majestät‹, segg ick, ›Kinner heww ick nich, will'n Sei äwer wat äwriges an mi dauhn, denn gewen S' min Fru, wenn ick ut de Welt gahn süll, 'ne lütte Pangsionierung. In'n äwrigen wünsch ick in'n Privatstand as Stemhäger Ratsherr wedder taurügg tau treden.‹ – ›As Sei will'n‹, seggt de König. ›Dat marken S' sick äwer: wenn Sei mal nah Berlin kamen süllen, en Kuwert is ümmer för Sei deckt.‹' – Ick mak min Verbeugung: ›Adjüs!‹ un gah wedder nah Stemhagen.« – »Dat's brav von Sei!« seggt Bäcker Witt. »Äwerst wat helpt uns de ganze schöne Krigskunst? De Sak is ditmal up't verkihrt En'n tau Welt kamen: Sei hewwen em nich, hei hett Sei un uns dortau, un wenn weck gefesselt an die Stufen des Thrones brecht warden, denn sünd wi dat. Ick glöw, de Burmeister is doch woll de Kläukst von uns west, denn de is nu all äwer alle Barg un sitt in den Drögen, un uns klappern de Tähnen in'n Mund, as wenn en Büdel mit Hasselnät schüdd't ward.« – »Ach, wat!« säd min Unkel Hers', »dat's kein Kunst, so vör alle sichtlichen Ogen wegtaujagen – ne, min Rat is, wi maken't finer, mit 'ne Krigslist; also mak sick en jeder en por Krigslisten t'recht, den kän wi jo nahsten de best dorvon utsäuken.«

De oll Möller Voß hadd wildeß kein Wurd spraken, hei kek, so gaud as dat in den Regen gung, den Barg hendal nah de Landstrat. »Mein Gott!« säd hei endlich, »dat is jo woll rein unmäglich! Dat is jo woll min Fiken un Jochen Vossen sin Hinrich, de dor antauführen kamen?«

Un so was't.

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