Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Helmuth Graf von Moltke >

Unter dem Halbmond

Helmuth Graf von Moltke: Unter dem Halbmond - Kapitel 50
Quellenangabe
typeletter
booktitleUnter dem Halbmond
authorHelmuth von Moltke
year1997
publisherEd. Erdmann
addressStuttgart; Wien; Bern
isbn3-522-60950-6
titleUnter dem Halbmond
pages3-303
created20000123
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1841
Schließen

Navigation:

49.
Desertionen

Asbusu bei Malatia, den 23. September 1838

Vorgestern Abend traf ein Aga Heyder-Paschas beim Pascha ein, der ihm eilig auf Tscherkessisch eine Meldung machte, deren Eindruck der Alte nicht ganz verbergen konnte; er blieb jedoch sitzen, bis die Anwesenden sich zurückzogen. Da ich hörte, dass der Pascha sein Pferd forderte, so ließ ich sogleich auch satteln und begleitete den Herrn; unterwegs sagte er mir, dass 180 Mann von den Marascher Rediffs oder Landwehr desertiert seien, dass mehrere Offiziere mitgegangen wären und dass die Leute die Gewehre mitgenommen hätten. Es wurde nun sogleich Befehl zum Aufsitzen an die gesamte Kavallerie in die Dörfer geschickt und ein halber Beutel für jeden Gefangenen zugesagt und da die Flüchtlinge ihre Richtung auf die Bey-Daghler genommen, so machten wir selbst eine Rekogniszierung in jener Richtung. Es war Neumond, aber die Sterne leuchten hier so hell, dass man ziemlich weit sieht; nachdem wir unsere Agas nach verschiedenen Seiten ausgeschickt hatten und ich fast allein mit dem Pascha und dem Diwan-Effendi übrig war, setzten wir uns in ein Distelfeld und rauchten harmlos eine Pfeife. Nachdem die Geschichte zu Ende war und der Morgen dämmerte, ritten wir friedlich nach Hause. Fünfzehn der Flüchtlinge sind schon aufgegriffen, sie werden einige hundert Prügel auf die Fußsohle bekommen.

 << Kapitel 49  Kapitel 51 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.