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Unartige Musenkinder

Richard Zoozmann: Unartige Musenkinder - Kapitel 73
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleUnartige Musenkinder
publisherHesse & Becker Verlag
addressLeipzig
printrun71. bis 76. Tausend
year
firstpub
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100318
projectid1c8d40a1
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Joh. Christoph Friedrich Hang (1761-1829)

Albin

»O Nantchen! Wenn ich treulos bin.
Soll mich die Sonne dort
Nicht mehr bescheinen!« schwur Albin
Und hält, ein Mann, sein Wort;
Denn Julietten macht
Er nur den Hof bei Nacht.

Rosetta

Gerührt von des heiligen Mannes Gespräche,
Gab Nönnchen Rosetta dem Pater Erwin,
Daß sie das Gelübde der Armut nicht bräche,
Ihr übriges Kleinod, die Jungfernschaft, hin.

Julchen

Die dem Freier ihre Hand nur gab,
Legte freudig das Geständnis ab,
Daß ihr Gatte nur ihr Herz besiege.
Hymens Bette, sonst der Liebe Grab,
Ist bei Julchen – Amors Wiege.

Schlaue Liebe

Mein Weibchen traun! verschenkt ich nicht,
Wärs auch erlaubt! Denn unser Pastor spricht:
Was ihr verschenkt, geliebten Brüder,
Wird jedem zwiefach wieder!

Valentins Grabschrift

Endlich kann ich mit Vergnügen
Neben meiner Ehfrau liegen,
Weil sie hier kein Wort vermag;
Denn, trotz manchem Hieb und Schlag,
Hat sie leider nie geschwiegen,
Und ich mußte stündlich kriegen.
Steht sie auf am Jüngsten Tag,
Gott verzeihs, so bleib ich liegen!

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