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Unartige Musenkinder

Richard Zoozmann: Unartige Musenkinder - Kapitel 56
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleUnartige Musenkinder
publisherHesse & Becker Verlag
addressLeipzig
printrun71. bis 76. Tausend
year
firstpub
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100318
projectid1c8d40a1
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Christian Felix Weiße (1726-1804)

Glück der Ehe

Erst dacht ich: Ach! ein junges Weib
Ist doch der Himmel auf der Erden,
Da findst du Pflege für den Leib
Und Trost in allen Beschwerden.
Sie würzet die Speise, versüßet den Trank,
Sorgt, wenn du gesund bist, und wartet dich krank.
Des Abends wärmt sie dir das Bette:
Oh, wer doch bald ein Weibchen hätte!

Ich kriegte sie, acht Tage hing
Der Himmel auch voll lauter Geigen:
Stets fand ich, wenn ich kam und ging.
An ihr ein freundlich Bezeigen.

Da hieß ich mein Engel, mein Täubchen, mein Herz,
Und unter der Liebe behaglichem Scherz
Erwacht und legt ich mich zu Bette:
Oh, daß es lang gewähret hätte!

Acht Tage waren kaum entflohn.
So änderte sich die Geschichte;
Ich lachte, und sie machte schon
Dazu ein scheeles Gesichte.
Jetzt will ich sie herzen, es folget ein Zwick,
Jetzt will ich sie kitzeln, sie stößt mich zurück.
Sie brummt am Tisch und schnarcht im Bette:
Oh, daß ich nie gefreiet hätte!

Der bescheidne Schäfer

Mein Schäfer Hylas ist bescheiden:
Er liebt mich, zärtlich liebt er mich!
Der Inbegriff von seinen Freuden,
Sagt er mir öfter, sei nur ich:
Doch ach! – er bleibt nur stets bescheiden.

Jüngst ließ die Mutter uns alleine:
Was meint ihr wohl, ist da geschehn?
Er stand erstarrt, gleich einem Steine,
Guckt in den Hut, und wollte gehn.
Und ach! – wir waren ganz alleine!

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