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Unartige Musenkinder

Richard Zoozmann: Unartige Musenkinder - Kapitel 51
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleUnartige Musenkinder
publisherHesse & Becker Verlag
addressLeipzig
printrun71. bis 76. Tausend
year
firstpub
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100318
projectid1c8d40a1
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Joh. Wilhelm Ludwig Gleim (1719–1803)

Die Schöpfung des Weibes
Im Anfang, als die Welt begann.
Sah Jupiter den ersten Mann,
Wie einsam, wie voll Ernst er sann:
Von wem doch das, was ist, den Ursprung hätte;
Wie er, den Grund von jedem Ding
Zu finden, oft in Winkel ging.
Und immer mit sich selber redte.

Da sprach er zu der Götter Schar,
Die um ihn her versammelt war:
»Der Mensch vertieft sich ganz und gar,
Wenn ich im Denken ihn nicht unterbreche;
Ich will...!« – Er sprach: »Es werd ein Weib,
Ein artig Ding zum Zeitvertreib,
Das mit dem Manne scherz und spreche!«

Schnell wars, und in des Manns Gestalt,
Doch zärtlicher und nicht so alt.
Mit schlauen Augen, die alsbald
Aufs denkende Geschöpf im Winkel fielen.
Und schnell springts hin und küßt den Mann
Und spricht: »Du Närrchen, sieh mich an.
Ich bin gemacht, mit dir zu spielen!«

Seufzer einer Braut

Nun heute führt man mich zur Trau,
Und morgen bin ich eine Frau,
O Himmel, steh mir bei!
Ich bitte dich von Herzensgrund:
Erhalte meinen Mann gesund,
Erhalte mich getreu!

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