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Unartige Musenkinder

Richard Zoozmann: Unartige Musenkinder - Kapitel 49
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleUnartige Musenkinder
publisherHesse & Becker Verlag
addressLeipzig
printrun71. bis 76. Tausend
year
firstpub
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100318
projectid1c8d40a1
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Friedrich von Hagedorn (1708–1754)

Susanna

(nach Veranlassung zweier Sinngedichte des Prior und Cobbs)

Susannens Keuschheit wird von allen hochgepriesen:
Das junge Weib, das jeder artig fand.
Tat beiden Greisen Widerstand,
Und hat sich keinem hold erwiesen.
Ich lobe, was wir von ihr lesen;
Doch räumen alle Kenner ein,
Das Wunder würde größer sein.
Wenn beide Buhler jung gewesen.

Der Wettstreit

Mein Mädchen und mein Wein,
Die wollen sich entzwein.
Ob ich den Zwist entscheide,
Wird noch die Frage sein.

Ich suche mich durch beide
Im stillen zu erfreu».
Sie gibt mir größre Freude:
Doch öftre gibt der Wein.

Helena und Menelaus

Zum Menelaus kam die Helena zurück
Und sprach, mit Recht beschämt, und mit beträntem Blick:
»Es ward dir zwar mein Leib, die irdsche Last, entrissen;
Doch, wie der Himmel weiß, blieb meine Seele dein.«
Er sprach: »Ich glaub es gern; hingegen magst du wissen:
Was du mir ließest, scheint dein schlechtstes Teil zu sein.«

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