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Unartige Musenkinder

Richard Zoozmann: Unartige Musenkinder - Kapitel 28
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleUnartige Musenkinder
publisherHesse & Becker Verlag
addressLeipzig
printrun71. bis 76. Tausend
year
firstpub
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100318
projectid1c8d40a1
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Georg Greflinger (um 1620–1677)

Der Hagestolz

Schweiget mir vom Frauennehmen,
Es ist lauter Ungemach;
Geld ausgeben, wiegen, grämen,
Einmal juch und dreimal ach.
Ist sie jung, so will sie fechten,
Ist sie alt, so ists der Tod,
Ist sie reich, so will sie rechten,
Ist sie arm, wer schaffet Brot!

Ich will drum nicht, daß man sage,
Daß ich von den Mönchen sei,
Weil ich mich des Weibs entschlage;
Buhlen stehet jedem frei.
Heute die, die andre morgen,
Das ist eine Lust für mich.
So darf ich für keine sorgen,
Jede sorget selbst für sich.

Denkt, was auf die Hochzeit laufet,
Was die Frau zur Kleidung kiest,
Wenn man uns ein Kindlein taufet,
Das der nächste Hausrat ist.
Was die Amme, die es säuget,
Die man mit Kovent nicht stillt,
Die zu keiner Grütze schweiget,
Die man nie genug erfüllt.

Und was kosten Kasten, Kisten,
Schlüssel, Schlösser, Schüssel, Rost.
Mägde, die uns kochen, misten,
Denket, was der Hauszins kost!
Was die Betten, was die Kannen,
Teller, Löffel, Leuchter, Licht,
Spieße, Braten, Holz und Pfannen,
Und was kost die Kleidung nicht!

Wieviel Mäuler muß man speisen,
Was verschleppen Hund und Katz!
Und, wenn sich die Freunde weisen,
Was für Geld bleibt auf dem Platz
über Fische, Fleisch und Grütze,
Bier und Wein und liebes Brot!
Wenn nun erst die Frau nichts nütze,
Scheide Gott die liebe Not!

Wenn die Frau nur weiß zu plagen
Und dem Manne widerspricht,
Ei, so geht es an ein Jagen,
Eine solche taugt mir nicht.
Und es kommen ihre Freunde,
Schrein und dräuen wider mich;
Und so werden Freunde Feinde,
Alles geht dann hinter sich.

Und der Mann geht aus dem Hause,
Suchet das, was ihm beliebt,
Lebet Tag und Nacht im Sause,
Ob sich schon die Frau betrübt.
Sitzt zu Hause mit den Kleinen,
Hat nicht Bier noch Brot noch Geld.
Er ist lustig mit den Seinen
Und bei sich ein braver Held.

Ich will keine so betrüben,
Ich will bleiben, der ich bin,
Keine will allein ich lieben,
Buhlen, buhlen ist mein Sinn.
Buhlen ist mir honigsüße –
Und verbuhl ich schon die Schuh,
So behalt ich doch die Füße
Und die Freiheit noch dazu! –

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