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Unartige Musenkinder

Richard Zoozmann: Unartige Musenkinder - Kapitel 212
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleUnartige Musenkinder
publisherHesse & Becker Verlag
addressLeipzig
printrun71. bis 76. Tausend
year
firstpub
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100318
projectid1c8d40a1
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Adele Schreiber (Frau Krieger) (geb. 1880)

Da Unschuldige

(Österreichisch.)

Auf Oberndorf, da Pirner-Hias
Wird gwiß scho sechzge sein.
Auf amal schiaßt dem alten Krampn
Das Heiratn no ein.

A Diandl, frisch wia Milch und Bluat,
Hat er si ausgsucht gschwind,
A fesches Wei, und alle Jahr
Kriegts no a kloanes Kind.

Zlezt kimmt da Pfarra halt amol
Am Pirnerhof hinauf.
Er siacht die Bäurin und kennts glei,
s gibt wieda bald a Tauf.

»Du Schlankel,« sagt er drauf zum Hias,
»Tust di denn net scheniern?
Jetzt tragt dei Bäurin, meiner Seel,
Schos fufte Kind spaziern!«

Da Hiasl schaut recht deppert drein,
Tuat si den Schädl kratzn:
»Recht habns, Herr Pfarra, s warn bald gnua,
Dö vielen kloanen Fratzn;

Recht habns, Herr Pfarra, aba schaun S,
Was soll i tan, i bitt,
I bin halt soviel weng dahoam.
Und einsperrn kan i s Weib do nit?«

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