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Unartige Musenkinder

Richard Zoozmann: Unartige Musenkinder - Kapitel 209
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleUnartige Musenkinder
publisherHesse & Becker Verlag
addressLeipzig
printrun71. bis 76. Tausend
year
firstpub
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100318
projectid1c8d40a1
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Hermann Moses (geb. 1880)

Wenn ich ein kleines Mädchen wär ...

Wenn ich ein kleines Mädchen wär,
So um die sechzehn rum,
Dann sänge ich und pfiffe ich
Auf Muttern ihr Gebrumm!
Dann flöcht ich in mein goldnes Haar
Viel schöne Löcklein ein
Und meiner Augen schelmisch Paar
Strahlt lauter Sonnenschein ...!

Dann tät ich wie mein Mütterlein,
Als sie noch jung und schön,
Und fäng mir einen Liebsten ein,
Wenn Maienlüfte wehn!
Den herzte ich und küßte ich
Von früh bis abends spat ...
Doch müßt er sein – das wüßte ich –
Ein grauer Feldsoldat!

Zög er dann in den bösen Krieg,
Weil ihn sein Kaiser rief,
Dann öffnet ich zur Nacht die Stieg,
Daß er noch bei mir schlief ...!
Und bricht der letzte Morgen an,
Mein Glück war riesengroß:
Ich trüg vom allerliebsten Mann
Ein Kind in meinem Schoß.

Dann schmückte ich wohl seinen Helm
Mit Blum und Laubgewind
Und trüg für meinen süßen Schelm
Die Schande und das Kind!
Ich zög es auf in Zucht und Ehr
Und pfiff auf der Mutter Gebrumm ...
So tät ich, wenn ich ein Mädchen wär,
So um die sechzehn rum!

(Originalbeitrag aus dem Felde, 1914)

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