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Unartige Musenkinder

Richard Zoozmann: Unartige Musenkinder - Kapitel 202
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleUnartige Musenkinder
publisherHesse & Becker Verlag
addressLeipzig
printrun71. bis 76. Tausend
year
firstpub
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100318
projectid1c8d40a1
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Friedrich Calebow (1875–1922)

Mitgefühl

Zum Bauern ist der Pfarrer heut gekommen:
»Mein armer Freund, der Erde Not ist groß!
Auch deine Frau hat nun der Tod genommen?!
Nun, lieber Mann, das ist der Menschen Los.

Was bietet denn die Erde uns für Freude?
Wir weinen schon, wenn wir ins Leben treten.
Ists nicht ein Fingerzeig vom künftgen Leide?
Nun hat sie ihren Frieden, den erflehten!

Jetzt ist sie diesem Jammertal entrückt
Und Gott hat gnädig sie zu sich genommen.«
»Ja,« sagt der Bauer, doch er sagts bedrückt:
»Auch der wird jetzt die schwere Not bekommen!«

(Originalbeitrag)

Jugendliebe

Durch meine Träume wandelt still und schlicht
Ein liebes kleines Mädchenangesicht,
Halb keck, halb schämig trat sie mir entgegen
Und strich mir nach auf meinen Knabenwegen.

Mit ihren Mausezähnchen knackt sie gern
Die Nüsse auf, und manchen süßen Kern
Half ich in stiller Andacht ihr verzehren;
Konnt ich mit Beute wieder zu ihr kehren,

Wär mir kein Baum zu hoch, kein Ast zu schmal,
Ich stieg hinan. So auch beim Nachbar mal;
Ich weiß es noch... und nachher kriegt ich Hiebe –
Ja, Freunde, das war meine Jugendliebe.

(Originalbeitrag)
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