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Unartige Musenkinder

Richard Zoozmann: Unartige Musenkinder - Kapitel 17
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleUnartige Musenkinder
publisherHesse & Becker Verlag
addressLeipzig
printrun71. bis 76. Tausend
year
firstpub
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100318
projectid1c8d40a1
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Simon Dach [Chasmindo] (1605-1659)

Hochzeitslied

(Gekürzt und erneuert)

In seiner Liebsten Armen
Entschlafen und erwarmen,
Ist, was in dieser Zeit
Uns einzig noch erfreut:
Wenn Frohsinn, Scherz und Lachen
Um unser Bette wachen,
Und man kein Licht erkennt,
Nur das im Herzen brennt.

Kein Ungemach und Leiden
Entsteht da zwischen beiden,
Nur was die Lieb erregt,
Die stark zum Feuer legt:
Sie bringt durch tausend Flammen
All ihre Kraft zusammen,
Sucht Reizung im Verdruß,
Im Mangel Überfluß.

So ruht sichs ohne Sorgen,
Bis an dem lichten Morgen
Der helle Tagesschein
Zum Fenster bricht herein.
Der sieht uns im Begnügen
Umarmt zusammenliegen,
Wir blasen Lieb und Ruh
Im Schlaf einander zu.

Wer sich hat vorgenommen,
Der Heirat zu entkommen,
Der siehet würdig nicht
Der Sonne güldnes Licht;
Sonst ist ja dieses Leben
Mit Sorg und Qual umgeben –
Wenn Heirat auch entfällt,
Was soll uns diese Welt?

Nein, laßt uns, weil wir können
Der keuschen Lieb uns gönnen.
Durch die wir sämtlich sind,
Laßt Venus und ihr Kind,
Bevor wir müssen alten,
In unsern Herzen walten.
Sprecht, wie ein jedes kann.
Im Tanz einander an!

Jung gefreit, hat nie gereut

(Gekürzt)

Willst du nichts vom Bräutgam hören,
Wünschest dir, für ihn, den Tod?
Laß dich nicht, mein Kind, betören,
Setz dich willig nicht in Not;
Denk, was dieses sei für Pein:
Alt und doch noch Jungfrau sein.

Lieben und geliebet werden,
Ist das Beste von der Welt,
Ist, was bloß dies Haus der Erden
Frei vor allem Fall erhält;
Was nicht lieben will noch kann,
Wozu taugt es um und an?

Wie die Äpfel samt den Zweigen
Vor dem Gartenherren sich
Um die Herbstzeit niederbeugen
Und fast sprechen: pflücke mich!
Wie der damals reife Wein
Seufzt und will gelesen sein;

Wie die volle Ros im Lenzen
Kläglich tut nach deiner Hand,
Will, dein Härchen zu bekränzen,
Von dir werden angewandt;
Wie auch gern die reife Saat
Ihren Trost, die Schnitter, hat:

Also reifen deine Gaben
Und, trügt mich das Auge nicht,
Wollen einen Freier haben,
Was dein Mund dawider spricht;
Wo nicht du, doch deine Zier
Suchet einen Bräutgam dir.

Komm zu mir, mein Obst und Traube,
Ros und Saat, erfreue mich!
Komm, nach dieser Früchte Raube
Sehnet meine Seele sich.
Dies Obst sättigt meinen Sinn,
Ob ich sonst gleich obstscheu bin.

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