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Unartige Musenkinder

Richard Zoozmann: Unartige Musenkinder - Kapitel 156
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleUnartige Musenkinder
publisherHesse & Becker Verlag
addressLeipzig
printrun71. bis 76. Tausend
year
firstpub
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100318
projectid1c8d40a1
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Otto Sommerstorff(-Miiller] (geb. 1859)

An Marie

Du bist wie eine Dusche
So fein, so rein, so kalt,
Du bist wie eine Dusche
In einer Badanstalt.

In deiner Näh ergreift mich
Der Liebe Allgewalt,
Doch du – es überläuft mich –
Du bleibst so rein, so kalt.

Ich stammle: »Ach, Mariechen!«
Vergeh vor Liebe fast –
Du streichst den Mops, das Viehchen,
Das du so gerne hast.
Ich murmle was von »Sehnen«,
Von »heißer Herzensglut« –
Du unterdrückst das Gähnen
Und reichst mir meinen Hut.

Leb wohl! Ich geh nach Hause,
Ich lasse dich allein,
Du bist wie eine Brause,
So kalt, so fein – so rein.

Verschnupft an Haupt und Herzen
Trag ich mein tiefes Weh
Und denke dein mit Schmerzen,
So oft ich baden geh!...

s Marterl (Oberbayrisch)

Im Mühlbachgraben bei der Wehr, –
A Marterl steht danebn, –
Da hat mir – fünfzehn Jahr is s her –
Die Lies ihr Jawort gebn.

I war verliabt bis über d Ohrn
Und glückli wie a Narr...
Wies aber dann mei Weib is worn,
Wars mit mein Frieden gar.

Das Marterl, das steht heut no dort,
Verwischt von Regn und Schnee,
Kein Mensch weiß, wer am selblgn Ort
Verunglückt is voreh.

Mir aber, wann i s Marterl schau,
Gibts allemal an Riß,
Denn i, i weiß jetzt ganz genau,
Wer dort verunglückt is!...

Der zerstreute Professor

Es war einmal ein Professor,
Der war so unendlich zerstreut,
Die allerwichtigsten Sachen
Vergaß er von gestern auf heut.

Als eines schönen Tages
Der gute Professor beschloß,
In den Stand der Ehe zu treten,
Weil ihn das Alleinsein verdroß.
Geschahs, daß am anderen Morgen
Der unglückselige Mann
Auf seinen erst gestern gefaßten
Entschluß sich vergeblich besann.

Ihm war von der ganzen Geschichte
Erinnerlich nur noch das:
Er wollte in etwas treten,
Doch wußte er nicht mehr in was.

s beherzte Diandl

(Niederösterreichisch)

A Liadl, a gspaßigs, hat mei Bua af mi gmocht,
Des hot a ma zuagsteckt ban Fenstaln af d Nacht:
»Du alloan bist mei Freid, mei Lebn und mein Gott,
Und wonns ma nit load tat, i bussalt di z Tod.«

Drauf sog i: »Mei Schotzal, mir is grod wia dir,
Und wann i a sterbn miaßt, i kunnt nix dafür.
Und dos glaub ma, deis Bussaln, des is jo koan Sünd,
Du darfst di nit füachtn, i stiab nit so gschwind.«

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