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Unartige Musenkinder

Richard Zoozmann: Unartige Musenkinder - Kapitel 151
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleUnartige Musenkinder
publisherHesse & Becker Verlag
addressLeipzig
printrun71. bis 76. Tausend
year
firstpub
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100318
projectid1c8d40a1
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Demetrius Schrutz (geb. 1856)

Das braune Mädel

Übers Heidland zog ich hin,
War mir wohligwohl zu Sinn,
Schritt vorbei am Heidehaus,
Guckt ein braunes Mädel raus,
Rasch hab ich es abgeküßt –
Heijuhei! – Wenns Vater wüßt!

Vater aber sah uns nit,
Und ich nahm sein Mädel mit
Bis zum grünen Waldessaum,
Wo da steht ein Lindenbaum,
Dorten lag sie mir im Arm –
Heijuhei! – Wie ward uns warm!
Wars auch warm, bald wird es kalt.
Treu und Untreu sind schon alt;
Lebewohl, du braunes Kind,
Bin wies Wetter, wie der Wind;
Unsre Lieb ist wieder aus –
Heijuhei! – Mach dir nichts draus!

Eins dem andern

Auf der Wiese küßten sich
Knab und Mädchen inniglich,
Glaubten, daß es niemand sähe
In der Fern noch in der Nähe.

Doch es sahs die grüne Wies,
Diese sagts im Fluß dem Kies,
Der vertrauts dem Flusse wieder,
Der da strömt zum Meere nieder.

Und der Fluß vertrauts dem Meer,
Das da dampft zum Sternenheer,
Dort erfuhrens all die Sterne
In der Näh wie in der Ferne.

Diese schauten auf das Paar,
Das nun stets belauschet war,
Und ein alter Stern sprach: »Ei,
Das kommt von der Klatscherei.«

Die beste Stelle

In des Gebüsches tiefbergenden Schatten,
Wo sie, wie verabredet, getroffen sich hatten,
Sagte er ihr unter anderen schönen Sachen,
Daß er zur Frau sie gerne möcht machen.

»Zur Frau?« sagt sie darauf ganz weich,
»O bitte, dann – dann tun Sies nur gleich.
Beeilen Sie sich aber – schnell«! –
Hier wär dazu die beste Stelle.«

(Originalbeitrag)

Die beiden Ach.

Klippklapp! so ging ihr Schuhchen,
Klippklapp! so ging mein Schuh,
Es blinzelte ihr Auge
Mir wunderschelmisch zu.

Ich konnt mich nicht mehr halten,
Ich mußt dem Mädel nach,
Kriegts bei des Rockes Falten,
Es seufzte leise: »Ach!«

Tipptapp! so ging ihr Herzlein,
Tipptapp! so ging auch meins,
Ich nahm mir hundert Küßlein,
Sie weigerte – bald keins.
Und als auf weichem Moose
Ich keck ihr Kränzlein brach,
Da seufzte beim Gekose
Sie wieder – doch weich: »Ach!«

(Originalbeitrag)

Gleichgesinnte

In einem Garten wuchsen,
Im ersten Beete vorn,
Die schönste aller Rosen
Und auch ein Rittersporn.

In diesen Garten traten
Zwei junge Mädchen ein,
Sie mochten zwischen sechzehn
Und siebzehn Jahren sein.

Die eine sprach mit Seufzen
Ganz schwärmerisch und weich:
»Ich wollt, zu diesen Sporen
Wüchs mir ein Ritter gleich!«

Die andre rief begehrlich,
Als sie die Rose sah:
»Wär doch zum Rösleinbrechen
Ein wilder Knab jetzt da!«

(Originalbeitrag)

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