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Unartige Musenkinder

Richard Zoozmann: Unartige Musenkinder - Kapitel 150
Quellenangabe
typepoem
authorRichard Zoozmann
titleUnartige Musenkinder
publisherHesse & Becker Verlag
addressLeipzig
printrun71. bis 76. Tausend
year
firstpub
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20100318
projectid1c8d40a1
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Sigmar Mehring (1856–1922)

Tauschlustig

Kulant sind doch Berlins Basare!
So hat Frau Lehmann jüngst erzählt,
Denn umgetauscht wird jede Ware,
Sobald man etwas andres wählt.

Bei Gerson suchte ich vier Stunden
Und nahm mir dann ein Samtjackett.
Tags drauf hab ichs nicht hübsch gefunden,
Man gab ein andres mir – wie nett!
Bei Wertheim kauft ich furchtbar billig
Mir ein Korsett. Das schien mir schick,
Doch später trug ichs widerwillig.
Man nahm mirs anstandslos zurück.

Zu Tietz auch mußt ich häufig wandern
Mit meinem neuen Winterhut.
Man gab mir viermal einen andern
Und schwur noch, daß mans gerne tut:

Bei Grünfeld ists dasselbe eben.
Leibwäsche, die doch diffizil,
Ich Hab sie stets zurückgegeben,
Wenn sie nach Wochen mir mißfiel.

Und so geschiehts mit allen Sachen
Vom Pelzbesatz bis zu dem Strumpf;
Soll mir ein Einkauf Freude machen,
Dann ist der Umtausch mein Triumph. –

So hat Frau Lehmann jüngst im Kreise
Von Nachbarinnen ausgesagt,
Da sprach zu sich der Gatte leise,
Denn laut hätt er das nicht gewagt:

Wenn doch erst Warenhäuser blühten,
Wo man zu all dem bunten Prast
Auch umtauscht ohne Nachvergüten
Die Frau, die einem nicht mehr paßt!

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